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SCHWERIN
 



Schwerin / Mecklenburg: In Schwerin entschied am vergangenen Freitag, dem 8. April, das Landgericht in einer Berufungsverhandlung, daß ein zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilter Lehrer nach wie vor nichts ins Gefängnis muß. Der Lehrer war wegen sexuellen Mißbrauchs an Kindern in mindestens elf Fällen verurteilt worden. Die Taten erfolgten im Zeitraum von 1998 bis 2002. Sechs Jungen davon, die sich zum Tatzeitpunkt im Grundschulalter befanden, waren direkt Schüler von ihm. Gegen das Urteil hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung gleichermaßen Berufung eingelegt.



Das Gericht entsprach jedoch weder den Forderungen nach schärferer oder milderer Bestrafung durch die eine oder andere Seite, sondern ließ das Urteil der ersten Instanz bestehen. Begründet wurde dies damit, daß der Angeklagte Reue gezeigt und ein Geständnis abgelegt habe. Darüber hinaus muß er an einer ambulanten Gruppentherapie teilnehmen und 5000 Euro an einen Verein hilfsbedürftiger Frauen zahlen. Inzwischen ist der Angeklagte nach Süddeutschland gezogen, wo er die Pädagogik mit der Erwachsenenbildung vertauscht hat!

Hätte er sich politisch mißliebig geäußert gehabt, würde man ihm vermutlich in Lehrberufen keine Chance mehr geben. Glücklicherweise handelte sich in seinem Fall jedoch „nur“ um sexuellen Mißbrauch von Kindern, da kann man schon einmal ein Auge zudrücken.

Artikel erschienen am 09.04.05

Quelle: http://de.altermedia.info/date/2005/04/11/