Sie sind hier: Pressearchiv  

BERLIN
 

Urteil: Pädophiler Lehrer

verliert Anspruch auf Ruhegehalt

Das Berliner Verwaltungsgericht hat einem ehemaligen Lehrer wegen Besitzes von Kinderpornos das Ruhegehalt aberkannt. In der Wohnung des Mannes waren 441 kinderpornografische Bilder gefunden worden, wie ein Sprecher des Gerichts am Mittwoch mitteilte. Der Lehrer war daraufhin in den Ruhestand versetzt worden. Das Amtsgericht verurteilte ihn im Jahr 2000 zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die Strafe wurde inzwischen erlassen. Nach Auffassung der Disziplinarkammer des Verwaltungsgerichts sind Lehrer, die sich in ihrer Freizeit über das Internet Kinderpornos beschaffen, in aller Regel aus dem Schuldienst zu entfernen. Sie machten sich nicht nur strafbar, sondern begingen auch ein schwerwiegendes Dienstvergehen. Ihr Verhalten sei sittenwidrig, hochgradig sozialschädlich und besonders verwerflich. Befindet sich ein Lehrer nicht mehr im Dienst, komme als Disziplinarmaßnahme nur die Aberkennung des Ruhegehalts in Betracht. Gegen die Entscheidung (Aktenzeichen VG 80 A 29.04) kann Berufung eingelegt werden.ddp

Quelle: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/16.03.2006/2413352.asp