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Jungen werden in der Schule diskriminiert

 
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Doris Carnap
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Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 06.01.2008, 12:35    Titel: Jungen werden in der Schule diskriminiert Antworten mit Zitat

Hallo,

eine interessante Zusammenfassung der Studien zum Thema Bildungs(miss)erfolge von Jungen, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung :

Bildungs(Miss)erfolge von Jungen und
Berufswahlverhalten bei Jungen/
ännlichen Jugendlichen
http://www.bmbf.de/pub/Bildungsmisserfolg.pdf

Das Ergebnis überrascht mich nicht, denn seitdem ich mit dem deutschen Schulsystem näher beschäftige, habe ich das beobachtet und kritisiert: Jungen werden in unseren Schulen diskriminiert!

Zitat:
1. Zentrale Herausforderung - das Wichtigste in Kürze:
? Je geringer qualifizierend die Schulform, desto höher der
Anteil an Jungen, ca. jeder zehnte Junge bleibt ohne
Schulabschluss.
? Jungen müssen häufiger eine Klasse wiederholen als ihre
Mitschülerinnen, insbesondere am Gymnasium.
? Besonders ungünstig ist der Bildungsverlauf bei Jungen
mit Migrationshintergrund. Sie müssen in der Grundschule
wesentlich öfter eine Klasse wiederholen und erreichen
geringere Abschlüsse.
? Vergleicht man in unterschiedlichen Fächern die
Leistungen bei gleichem Interesse, zeigen sich nur geringe
Kompetenzdifferenzen.
? Im Fach Deutsch zeigen Jungen zu Beginn der Schullaufbahn
gute Leistungen, in der 5. Klasse findet sich dann ein
moderater Rückstand zu den Mädchen, der in der Jahrgangsstufe
9 zunimmt; in der Oberstufe findet sich wieder
eine Annäherung.
? Die guten Leistungen von Jungen in Mathematik weisen
diesen Bereich als Jungendomäne aus. Die Leistungsvorsprünge
der Jungen setzen zum Ende der Grundschule ein
und verstärken sich in der Sekundarstufe I.
? Jungen orientieren sich in ihren Berufswünschen sowie
den Ausbildungswegen an tradierten Geschlechterbildern
und ergreifen Berufe im handwerklichen und industriellen
Bereich. Dies kann sich aufgrund des Wandels zur wissensbasierten
Dienstleistungsgesellschaft zunehmend als riskante
Strategie erweisen.
? In der beruflichen Laufbahn schneiden junge Männer häufig
erfolgreicher ab. Sie ergreifen meist besser bezahlte
und karriereorientiertere Berufe.
? Einige junge Männer haben sehr große Schwierigkeiten
auf dem Arbeitsmarkt. Für Migranten verstärkt sich dieser
Effekt.
? Übermäßiger Medienkonsum und negative Schulleistungen
korrelieren miteinander.

2. Bildungbeteiligung ? das Wichtigste in Kürze:
? Je geringer qualifizierend die Schulform, desto höher der
Anteil an Jungen, ca. jeder zehnte Jungen bleibt ohne
Schulabschluss.
? Jungen müssen häufiger eine Klasse wiederholen als ihre
Mitschülerinnen, insbesondere am Gymnasium.
? Besonders ungünstig ist der Bildungsverlauf bei Jungen
mit Migrationshintergrund. Sie müssen in der Grundschule
wesentlich öfter eine Klasse wiederholen und erreichen
geringere Abschlüsse.
? Das auf Homogenität der Lerngruppe setzende Bildungssystem
ist durch seine Ausdifferenzierung und Selektivität
daran beteiligt, bei Risikoschülern ungünstige Schulkarrieren
zu befördern ? oder sogar zu produzieren.

3. Schulische Fächer - das Wichtigste in Kürze:
? Vergleicht man in unterschiedlichen Fächern die
Leistungen bei gleichem Interesse, zeigen sich nur geringe
Kompetenzdifferenzen.
? In allen Fächern erhalten Jungen auch bei gleichen
Kompetenzen schlechtere Noten.
? Die guten Leistungen von Jungen in Mathematik weisen
diesen Bereich als Jungendomäne aus. Die Leistungsvorsprünge
der Jungen setzen zum Ende der Grundschule ein
und verstärken sich in der Sekundarstufe I. Jungen haben
ein gutes mathematische Selbstkonzept, sind
motiviert und interessiert.
? Auf den unteren Kompetenzstufen finden sich mehr
Jungen als Mädchen. Risikoreich erweist sich eine Tendenz
zur Selbstüberschätzung.
? Bei Jungen wird von Eltern und Lehrkräften höhere mathematische
Kompetenz unterstellt und erwartet.
? Informatik gilt in ähnlichem Ausmaß als Jungendomäne -
auch hier finden sich mehr schwache Schüler als Schülerinnen.
Der Umgang mit dem Computer erlernt eine
Mehrzahl von Jungen nicht in der Schule.
? Physik und Chemie sind klare Jungendomänen, Biologie
gilt eher als Mädchendomäne.
? Die größten Leistungsvorsprünge zeigen Jungen in Physik,
hier ist auch ihr Selbstkonzept besonders günstig.
? Lehrkräfte halten Jungen für begabter, allerdings schlägt
sich dies nicht unbedingt in einer günstigeren Beurteilung
nieder.

4. Übergang und Ausbildung - das Wichtigste in Kürze:
? Beim Übergang in den beruflichen Bereich schneiden
junge Männer häufig erfolgreicher ab. Sie ergreifen meist
besser bezahlte und karriereorientiertere Berufe.
? Jungen orientieren sich in ihren Berufswünschen sowie
den Ausbildungswegen an tradierten Geschlechterbildern
und ergreifen Berufe im handwerklichen und industriellen
Bereich. Dies kann sich aufgrund des Wandels zur wissensbasierten
Dienstleistungsgesellschaft zunehmend als
riskante Strategie erweisen.
? Ein erheblicher Teil junger Männer hat aufgrund fehlender
Abschlüsse, gesellschaftlicher Ausgrenzung und mangelnder
Motivation sehr große Schwierigkeiten auf dem Ausbildungs-
und Arbeitsmarkt. Für Migranten verstärkt sich
dieser Effekt.
? Es gibt eine große Lücke zwischen der aktuellen Lebenslage
und den Erwartungen an eine (unerreichbare) Zukunft.

6. Aktuelle Diskurse:
II. Die Bedeutung der Lehrkräfte

?Lehrkräfte als Vorbilder
Männlichen Lehrkräften wird eine Vorbildfunktion für Jungen zugesprochen. Jungen selber wünschen sich humor- und verständnisvolle Lehrkräfte, die Spaß verstehen können (vgl. Krebs 2002: 33). Wichtig ist ihnen auch, dass Lehrer die Schüler nicht bloßstellen. Dies scheint nicht so selten vorzukommen. In einem Überblick zu Jungen und Gewalt zitiert Wassilis Kassis aus einer Studie von Volker Krumm, nach der 1/3 aller befragten Jungen angeben, dass sie in den letzten ein bis zwei Monaten von einer Lehrkraft angeschrieen wurden zu sein. Über 1/4 gibt für den gleichen Zeitraum an, dass sie von einer Lehrkraft verspottet worden sind und immerhin 2,7% berichten davon, dass sie geschlagen wurden (vgl. Kassis 2003). Wie in Kapitel 5 erwähnt, führen Belastungen in Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler zu einer höheren Gewaltwahrscheinlichkeit bei Jungen. Des Weiteren wünschen sich Mädchen wie Jungen, dass Lehrkräfte Autorität haben und sich in der Klasse durchsetzen können, aber zugleich einfühlsam und methodenkompetent sind (vgl Ditton 2002). Beide Gruppen geben an, dass ihr Interesse steigt, wenn die Lehrkraft gerecht ist, gut erklären kann oder geduldig ist (vgl. Todt 2000: 245).


Die Auswirkung von G8 auf die Jungen ist noch nicht untersucht, aber es scheint naheliegend, dass der Druck von G8 sich zusätzlich negativ auf die Jungen auswirken wird.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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