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Online Projekt zur Partizupation "Schools 'r us"

 
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Doris Carnap
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Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 02.11.2007, 09:22    Titel: Online Projekt zur Partizupation "Schools 'r us" Antworten mit Zitat

Hallo,

in einem Online Projekt wurden Ideen zur Partizipation in Schulen von finnischen und deutschen Schülern verglichen und in Berlin vorgestellt. Anhand der acht Stufen kann man abgleichen, auf welcher Stufe sich die eigene Schule befindet. Außerdem wird die unterschiedliche Förderung in beiden Ländern beschrieben. Zwar ist bei uns auch die individuelle Förderung seit ewigen Zeiten in den Schulgesetzen festgeschrieben, aber "Die "lokalen Bildungslandschaften" in Deutschland setzen vermehrt an dieser Schnittstelle zwischen Schule, Jugendhilfe und außerschulischen Partnern an." Und wie schlecht das oft funktioniert, erfahren wir von EMGs immer wieder.

Zitat:
Die finnischen und deutschen Jugendlichen, die ihr Projekt dem Kongressplenum im Rahmen der Vortragsreihe vorstellten, formulierten klare Vorstellungen darüber, wie Partizipation "lokale Bildungslandschaften" verändern kann. Julia Spieß, die 25 Jahre alte Projektleiterin und schon selbst für acht Monate als Kindermädchen in Helsinki gewesen, brachte einen wichtigen Aspekt des Online-Projektes "Schools´r us" auf den Punkt: "Wer früh partizipiert, wird in seinem späteren Leben aktiver sein."[...]

Acht Stufen der Partizipation hatte die Gruppe - angelehnt an die "Ladder of Citizen Participation" der US-Amerikanerin Sherry Arnstein von 1969 - erarbeitet und stellte sie dem Plenum vor. Als Nichtpartizipation definierten sie die "Manipulation": Die Schülerinnen und Schüler werden überhaupt nicht an Entscheidungen beteiligt. Eine Stufe höher steht das "Alibi": Die Kinder und Jugendlichen können nur bei unwichtigen Fragen ihre Stimme erheben.

Ab Stufe drei beginnt mit der "Deklaration" die Pseudo-Partizipation - zu Fragen, die sie betreffen und interessieren, können die Schülerinnen und Schüler Stellung beziehen, ohne dass dadurch die Entscheidung beeinflusst wird. Bei der "Information" werden die Schülerinnen und Schüler aktiv von der Schulleitung informiert. Die Stufe "Fragen und informieren" beschreibt einen schon gleichberechtigten Diskussionsprozess.

Partizipation heißt Schule und das Lebensumfeld mitgestalten


Ab Stufe sechs beginnt Partizipation: "Gemeinsame Entscheidungen" treffen, gefolgt von der "Selbstbestimmung", bei der die Kinder und Jugendlichen in einigen Bereichen autonom entscheiden können. Bei der höchsten Stufe "Partizipation" sind sie völlig gleichberechtigte Mitglieder der Schulgemeinschaft, die auf alle Bereiche des Schullebens aktiv Einfluss üben können. Eine solche "Partizipation", die den Jugendlichen zufolge die einzige Möglichkeit darstellt, Schule zu ändern, war zumindest in keiner der von den Jugendlichen auf dem Kongress vorgestellten Schulen verwirklicht.

Dabei ist Partizipation alles andere als ein Geschenk oder Zugeständnis der Erwachsenen an die Kinder und Jugendlichen. Vielmehr sind Kinderrechte Menschenrechte. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1992 mit Artikel 4 die UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) ratifiziert hat, muss sie auch gesetzgeberisch verankert werden. Eine bundesweite Initiative aus wichtigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens will gegenwärtig die Kinderrechte im Grundgesetz verankert wissen. Neben dem Recht auf Bildung und Förderung gehören dazu ein Überlebensrecht und ein Recht auf Beteiligung.

Partizipation ist ein Kinder- und Menschenrecht

Die Konsequenzen, die die Kinderrechte auf die Partizipation in den Schulen beziehungsweise in der "lokalen Bildungslandschaft" haben, bringt die Demokratiepädagogin Sonja Student auf den Punkt: "Die Kinder müssen bei allen Angelegenheiten, die sie betreffen, beteiligt werden. Das heißt, alle in der Schule Beteiligten müssen umdenken." In der demokratischen Gesellschaft spielen laut Sonja Student diese Rechte jedoch erst dann eine Rolle, wenn sie im Alltag gelebt werden.
[...]
Engagement sollte belohnt werden

Zum Vergleich: An einer Schule in Passau haben Schülerinnen und Schüler ein Sanitäterprojekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz ins Leben gerufen und im Schulalltag verankert. Dies spielt für Noten und Zeugnisse allerdings keine Rolle. Die "Schools´r us"-Gruppe forderte daher auch, solches Engagement an Schulen anzuerkennen.

Das Kurssystem in Finnland honoriert die Partizipation der Schülerinnen und Schüler. Mindestens vier Fächer müssen belegt werden. Die Muttersprache ist ebenso Pflicht wie Mathematik, Geschichte und Englisch. Benjamin hat als Schüler Einfluss auf Lerntempo und Lerninhalte: Seinen Stundenplan stellt er individuell auf seinem Computer zusammen und sendet ihn seinem Lehrer per E-Mail. Kunst, Humanökologie und Musik sind die Schwerpunkte seiner Schule.

Während am Mittagessen alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen, ist es ihnen freigestellt, die Angebote der Ganztagsschule zu besuchen. "Ich brauche meine Freiheiten und nehme nicht an der Ganztagsschule teil", meint Benjamin. Das Gefühl, seine Schullaufbahn mitzubestimmen und Mitspracherechte zu haben, motiviere ihn in der Schule. "Wenn jemand ein Problem hat, gibt es sofort Hilfe", weiß er aus Erfahrung.

Individuelle Förderung qua Gesetz

Die Förderung der schwachen Schülerinnen und Schüler spielt in Finnland eine zentrale Rolle. Dazu Thelma von Freymann: "Gelingt es nicht, Lernprobleme mit einer beschränkten Zahl von Stunden bei der Speziallehrerin zu beheben, schreibt das Gesetz vor, dass die Spezialkonferenz sich des Falles annimmt."

Die "lokalen Bildungslandschaften" in Deutschland setzen vermehrt an dieser Schnittstelle zwischen Schule, Jugendhilfe und außerschulischen Partnern an. Sie beziehen die Eltern, die außerschulischen Partner sowie das gesamte kommunale Umfeld systematisch ein - viele bereits in der Kindertagesstätte und in den Grundschulen: "Dort werden die Fundamente für den Bildungsgang eines jeden Kindes gelegt", so von Freymann.

Wo die Perspektiven und Partizipationserfahrungen der Kinder und Jugendlichen ernst genommen werden, kommen die Dinge aber viel besser voran, da ist sich Benjamin mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern von "Schools´r us" einig. Das Online-Projekt läuft noch bis Februar 2008. Die Schülerinnen und Schüler wollen bis dahin ihre Ideen zur Partizipation an Schulen ausformulieren und die Resultate veröffentlichen. http://www.ganztagsschulen.org/8311.php

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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