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Es wird viel geschrieben - aber es passiert nichts!

 
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nanni



Anmeldedatum: 25.02.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 31.10.2006, 21:01    Titel: Es wird viel geschrieben - aber es passiert nichts! Antworten mit Zitat

Sorry,

aber jetzt muss ich mal richtig kritisch werden - es wird viel geschrieben - aber es passiert nichts.

Durch meine hochqualifizierte kaufmännische und teils juristische Ausbildung und langjährige Berufstätigkeit kann ich aus Erfahrung berichten.

Uns wurde quasi mit dem "goldenen Löffel" eingeimpft, wie wir mit Menschen bzw. Kunden umzugehen hätten. Dass eine Verhandlung nur gut ist, wenn alle etwas davon haben. Dass Menschen nicht mehr zuhören können, wenn sie sich angegriffen fühlen.
Menschenführung so, dass Mitarbeiter fair und kollegial miteinander umgehen und Spitzenleistungen bringen - ohne Angst um den Job.

Nein, das ist keine Traumwelt, das gibt es.

Überall in allen Lebensbereichen entscheiden die Verbraucher, wenn die Qualität nicht stimmt, dann geht man eben woanders hin.
Und für unsere Kinder - das Wichtigste in unserem Leben - die sich entwickeln -in denen ungeheures Potential steckt - hier können wir nicht die beste Betreuung, die besten Lehrer wählen - außer der Geldbeutel stimmt ?

Sehr geehrte Moderatoren, sie wollen wissen, was geändert werden muss ?

Wo ist eine gute Ausbildung für Lehrer, wo sind Führungsqualitäten, warum müssen Lehrer nicht erst mal in der Praxis arbeiten, bevor sie auf unsere Kinder losgelassen werden ?

Wo ist die Aufsicht, das Kontrollorgan ? Wo sind Vermittler - in jedem Lebensbereich gibt es die Möglichkeit Rechtsanwälte oder in schlimmen Fällen die Polizei hinzuzuziehen -es gilt - im Zweifel für den Angeklagten.
In den Schulen gilt das Recht nur zu Gunsten der Schule. Es gibt keine ortsnahe Stelle, die die Rechtslage im Zweifel überprüft, die prüft, ob Vorwürfe überhaupt stimmen, ob der Beschuldigte das überhaupt war.
Kinder sollen wie Erwachsene vor Diziplinarausschüsse gestellt werden - werden "Vergehen" bezichtigt, wie Verbrecher.
Lehrer versuchen Schüler, die eine stärkere Persönlichkeit haben, als sie selbst, fertigzumachen.

Wir sollen unsere Kinder zu Werten erziehen und kämpfen verzweifelt gegen das an, was den Kindern selbst angetan wird und werden noch beschuldigt, unsere Kinder nicht richtig zu erziehen.

Was sollen Eltern - insbesondere berufstätige Eltern denn noch leisten und aushalten ?

Wo stehen wir wirklich ? Eine geistig hoch entwickelte Welt ?

Armes Deutschland !!!
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 02.11.2006, 09:53    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Nanni,

Zitat:
Nanni: aber jetzt muss ich mal richtig kritisch werden - es wird viel geschrieben - aber es passiert nichts.

Was soll denn deiner Meinung nach passieren? Ist in der jüngeren Vergangenheit, besonders nach Pisa, nicht doch schon einiges passiert und wir müssen die Wirkungen erst noch abwarten? Ein wichtiger Schritt war auf alle Fälle, dass wir uns nach vierzig Jahren wieder international haben vergleichen lassen und dieser Vergleich bereits zu einem wesentlichen Umdenken geführt hat.
Zitat:
Wo ist eine gute Ausbildung für Lehrer, wo sind Führungsqualitäten, warum müssen Lehrer nicht erst mal in der Praxis arbeiten, bevor sie auf unsere Kinder losgelassen werden ?

In allen Bundesländern wurde die Lehrerbildung bereits reformiert. In welcher Praxis sollten die Lehrer deiner Meinung nach erst mal arbeiten, bevor sie auf die Kinder losgelassen werden?

Meine Kritik ist, dass es trotz einiger Veränderungen bei uns keine Auswahl der Personen gibt, die ein Lehramtsstudium anfangen! In Finnland gehen Lehrer durch ein strenges Assessmentverfahren, bevor sie überhaupt anfangen dürfen zu studieren! Bei uns darf jeder auf Lehramt studieren, der es sich zutraut. Und wenn er nach langem Studium und Referedariat dann feststellt, dass er nicht dafür geeignet ist, ist es zu spät. Viele lassen sich verbeamten und steigen dann mental aus.

Es sind in der Vergangenheit viele Fehler gemacht worden, die unser Schulsystem betreffen und über deren Auswirkungen wir uns beklagen. Dass andere Länder ganz anders Schulpolitik machen konnten, wir aber nicht, hängt auch mit unserer unsäglichen Geschichte zusammen. Bis Anfang der dreißiger Jahre waren unsere Reformpädagogen weltweit tonangebend. Nach 1945 hatten wir ganz andere Sorgen, da haben aber andere Länder ihr System bereits zum ersten Mal, beeinflusst durch unsere Reformpädagogen, reformiert. Und in den 70er Jahren bereits ein zweites Mal. Viele unserer Vorstellungen, was gute Schule und guter Unterricht ist, stammen aus Zeiten des Nationalsozialismus. Auch die häufigen Vorstellungen über "Begabung und Lernen" stammen aus "einer veraltenten Erbforschung" ab, wie Heinrich Roth schon 1986 kritsierte. Wie sehr wir in Deutschland diesen falschen Vorstellugen immer noch anhängen, erschreckt mich schon lange. Wir glauben immer noch, dass es unterschiedlich begabte Menschen gibt, die man bereits mit etwa zehn Jahren, lange bevor ihre Entwicklung abgeschlossen ist, in verschiedene Leistungsgruppen einteilen könne. Und sorgt allein dadurch im weiteren Verlauf für dermaßen gravierende Unterschiede zwischen den Gruppen! Warum wird nicht dafür gesorgt, dass alle Kinder eine gute Bildung erhalten? Aber viele Wähler hängen dieser Fehlvorstellung weiter an.
Zitat:
"Überall in allen Lebensbereichen entscheiden die Verbraucher, wenn die Qualität nicht stimmt, dann geht man eben woanders hin.
Und für unsere Kinder - das Wichtigste in unserem Leben - die sich entwickeln -in denen ungeheures Potential steckt - hier können wir nicht die beste Betreuung, die besten Lehrer wählen - außer der Geldbeutel stimmt ?"

Weißt du welche Partei genau diese Positionen vertritt? Aber würdest du diese Partei wählen, obwohl dir die restliche Politik überhaupt nicht zusagt? Das ist bei uns das Problem: Bildungspolitik ist Parteipolitik und hat nicht viel mit den Notwendigkeiten unserer Gesellschaft zu tun. Auch das haben andere Länder ganz anders gelöst! Dort gibt es unabhängig arbeitende Bildungsagenturen, die über das Schulsystem bestimmen. Nehmen wir das Thema Gesamtschule, das ja vor dreißig Jahren zu hässlichen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien geführt hat. Kein einziges Land hat ein germaßen selektierendes System mehr wie Deutschland. Aber wenn man die Verbraucher (Wähler) fragt, finden doch die meisten das System, das hinter ihrer polischen Überzeugung steckt, gut.

Es muss sicher noch viel geschrieben werden, bis sich noch mehr ändern wird, diese Diskussion trägt hoffentlcih auch dazu bei Smile

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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nanni



Anmeldedatum: 25.02.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 02.11.2006, 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Stimmt alles,

aber ich bin zur Zeit total frustriert, weil an unserem Bub offensichtlich mal wieder ein Exempel statuiert werden soll und es außer dem Gang zum Rechtsanwalt scheinbar keine andere neutrale Einrichtung oder Möglichkeit gibt, an die man sich wenden kann.

Es geht um meinen Beitrag zu einem Verweis (mit Drohung Disziplinarverfahren beim kleinsten nächsten Vorkommnis), der erteilt wurde obwohl den Kindern zu einem Unterrichtsausfall eindeutig und zweifelsfrei eine falsche Auskunft erteilt wurde.

Gruß nanni
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