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Ihr vertraut alle noch viel zu sehr auf Behörden
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Thomas Logemann



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Bundesland: Berlin

BeitragVerfasst am: 16.10.2006, 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Leute,

ihr vertraut alle noch viel zu sehr auf Behörden...

1. Foto vom betroffenen Lehrer schiessen (auch vom rausschmeissenden Rektor...!)
2. Persönlichkeitsrechte des Betroffenen beachten und die Augenpartie auf dem Foto schwärzen. Text entwerfen: "Was ist an dieser (Name der Schule)..los?
Hier einige Schüler/innen-Aussagen: Lehrer xyz macht im Unterricht Folgendes...
3. Textaussagen der Schüler/innen abschliesen mit: "Auf Nachfrage wurde/n ich/wir (Name der Eltern) aus dem Rektoratszimmer `rausgeworfen.
4. Plakatwand in der Innenstadt für 4 Wochen mieten (muss ja nicht immer nur Konsumwerbung `draufstehen...)
5. Den vorher verfassten Text mit Fotos auf`s Plakat übertragen
6. Impressum nicht vergessen (verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Marion Mustermann...)

-Und schon sind Schule und mobbende Lehrer Stadtgespräch...

Merke: Wenn man die "Geheimnisse" der Behörden an die Öffentlichkeit ieht - reagieren Behörden wesentlich effektiver, als bei allen möglichen Dienstaufsichtsbeschwerden und Klageverfahren...
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Nichts auf der Welt wird geschehen, wenn wir träge darauf warten, das Gott alleine sich darum kümmert -Martin Luther King-
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rommy



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BeitragVerfasst am: 16.10.2006, 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas Logemann hat Folgendes geschrieben:
Liebe Leute,

ihr vertraut alle noch viel zu sehr auf Behörden
...


Hab damit vor ner ganzen Weile aufgehört....


Zitat:
Und schon sind Schule und mobbende Lehrer Stadtgespräch...


In unserem Fall ist sie das schön länger....aber nur zu leise, hinter vorgehaltener hand....wo sind sie nur, die Mutigen? Nur jammern und meckern hör ich, kein: "So gehts ned, wir alle müssen was dagegen unternehmen"!

Zitat:
Merke: Wenn man die "Geheimnisse" der Behörden an die Öffentlichkeit ieht - reagieren Behörden wesentlich effektiver, als bei allen möglichen Dienstaufsichtsbeschwerden und Klageverfahren...


Sehe ich auch so! Was mach ich falsch bei den Sendern?
B3? MW, ich grüße Sie!
pro7, MW (sie hat nunmal die gleichen Initialen wie der Herr von B3) auch an Sie herzliche Grüße!
Kein Jauch springt auf.....aber da will ich gern hin, auf ihn hören doch alle, oder??

Ja, Thomas, ich freu mich, daß du dich hierherverirrt hast, ich werde noch viele wichtige Tips bekommen....oder???

LG
rommy
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 16.10.2006, 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Radiosender, liebe rommy, sind nichts anderes als "Bildzeitungen per Funk". Bei einem Radiosender sind die Zuhörerquoten wichtig, denn jeder Sender - auch die öffentlich-rechtlichen - finanziert sich in einem nicht unerheblichen Mass durch die eingeblendete Werbung. Die Bezahlung der Werbung ist abhängig von der Hörerquote - und wenn diese fällt, weil die Zuhörer eine Story zweimal hören - dann geht auch das Einnahmenverhältnis aus Werbung für den Sender zurück.

Würde ein Lehrer oder ein Schüler mit einer Waffe in`s Schulgebäude rennen und die Menschen darinn masskrieren - würde sich jeder Sender um die Story reissen, enn sie verspricht hohe Einschaltquoten. Aber wenn der Lehrer "nur" mal Zucker in den Tank seines Heizölmaserati`s geschüttet bekommt (Sachschaden erheblich, je nach Typ und Baujahr bis zu 4.000.-? Schaden), oder ein Schüler "nur" mal eben eine "Schelle" verpasst bekommt ("Sachschaden" noch erheblicher: Seelische Schäden lassen sich u.U. nie mehr "reparieren"), dann ist das für den Sender nicht mehr als "Peanuts", die für sich alleine genommen keine hohe Einschaltquote rechtfertigen. Das ist die Grausamkeit unserer Gesellschaft, liebe Rommy - Mord und Totschlag zählen mehr als seelische Verletzungen der Menschen...

Wenn die Radiosender auf Dich nicht hören - müssen eben andere Wege und Mittel her. Und wenn in Eurer/Deiner Stadt das Thema Schule schon Stadtgespräch hinter vorgehaltener Hand ist - gründet einen gemeinnützigen Verein, beantragt bei der Telekommunikationsbehörde eine freie Senderfrequenz, und macht euer eigenes Radio. Bausätze für 200-Watt-Sender gibt`s im Versand bei Conrad-Elektronik, passende Sendeantennen bei Völkner-Elektronik, Musik-CD`s hat jeder zuhause und eine Sendung einmal die Woche reicht für den Anfang...
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rommy



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BeitragVerfasst am: 16.10.2006, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas Logemann hat Folgendes geschrieben:
Radiosender, liebe rommy, sind nichts anderes als "Bildzeitungen per Funk".


Ähm, ich mein nicht den Bayrischen Rundfunk, ich meine das bayrische Fernsehen.

Zitat:
Wenn die Radiosender auf Dich nicht hören - müssen eben andere Wege und Mittel her. Und wenn in Eurer/Deiner Stadt das Thema Schule schon Stadtgespräch hinter vorgehaltener Hand ist - gründet einen gemeinnützigen Verein, beantragt bei der Telekommunikationsbehörde eine freie Senderfrequenz, und macht euer eigenes Radio. Bausätze für 200-Watt-Sender gibt`s im Versand bei Conrad-Elektronik, passende Sendeantennen bei Völkner-Elektronik, Musik-CD`s hat jeder zuhause und eine Sendung einmal die Woche reicht für den Anfang...


Tja, ein paar gute Ideen in dem Bereich hätt ich auch. In meiner Stadt traut sich da aber niemand. Ich allein werds aber ned schaffen, oder doch? Cool
Kann es sein, daß du mich ned so recht ernst nimmst?
Wär ok, bei anderen ist es mir auch schon aufgefallen, z.B. die netten Leuterl von unserem Schulamt. Gleich alle 3 Schulräte.
Denen muß ich das noch beweisen, daß ich was drauf hab.
Dir jetzt sicher ned, aber zeig mir doch mal ein paar Vorwürfe, wie ich doch noch ins Fernsehen komm....ups, nein nicht ich, "meine" Geschichte!
Jetzt nimmst mich sicher noch weniger ernst, was?
Schade...............
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 17.10.2006, 03:45    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Rommy,

in Bayern stehste mit dem Wunsch nach Medienöffentlichkeit "auf verlorenem Posten". Die Bayern bilden sich regierungspolitischnein, sie wären das Musterland Deutschlands - gut, wirtschaftlich steht Bayern auch noch gut da, sozialpolitisch.... oh je oh je... Wer als Pfarrer Ministranten missbrauchen will - ist in Bayern gut aufgehoben. Und wer als Lehrer das Grundgesetz brechen will - findet in Bayern offene Ohren... da gibt`s seit Jahren das Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes - und die bayrische Regierung hat nix besseres zutun gehabt, als flugs ein Gesetz zu präsentieren, das formal den Ansprüchen des BVerfG genügt - und trotzdem es ermöglicht, das Bild eines gefolterten Jeus in`s Klassenzimmer zu hängen... Wie hat das der Karl Valentin in den zwanziger Jahren schon so gut beschrieben: "...und Petrus beschloss den Aloisius zur bayrischen Staatsregierung zu schicken. Und Aloisius machte sich auf den Weg, stieg die Himmelsleiter hinab, kam in sein geliebtes München, kehrte im Hofbräuhaus ein und bestellte erstmal eine Mass: "Oah Moass,sag I, llluja, soag I, oah Moass..." Da sitzt er nun, unser Aloisius, und seitdem wartet die bayrische Staatsregierung auf die göttliche Eingabe.... Heut`haben wir 2006 - und die warten immernoch...

In Ländern wie Bayern, Baden-Würtemberg, Sachsen und Thüringen -hilft nur eine aggressive Öffentlichkeitspolitik. Die Damen und Herren Beamten der Bürokratie hängen dort noch viel zu sehr den vergangenen Zeiten der Monarchie hinterher (in den neuen Bundesländern eher dem SED-Regime), in der der Beamte in seinel "Allmacht" gleich unter dem König und noch vor dem Herrgott rangierte... Und der jeweilige Landesbvater in diesen Ländern sieht sich wie weiland Franz-Josef-Strauss oder Hans Modrow als Inbegriff der Weisheit... da kannste nur mit Plakatwänden und selbstgebastelten Radiosendern was erreichen.

Ich verkaufe gerne meinen Schrott in Nürnberg - da gibt`s das meiste Geld dafür. Aber wenn ich nur daran denke, wieviele Nächte ich schon wegen "Rechnungen und Gegenrechnungen" am PC verbracht habe, nur weil irgendein bekloppter Beamter bei den bayrischen Finanzämtern sich eine Idiotenregelung ausgedacht hat... "Gott schütze mich vor Sturm und Wind - und bayrischen Beamten und Politikern, egal wo sie sind...."!
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rommy



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BeitragVerfasst am: 17.10.2006, 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas Logemann hat Folgendes geschrieben:
Liebe Rommy,

in Bayern stehste mit dem Wunsch nach Medienöffentlichkeit "auf verlorenem Posten". Die Bayern bilden sich regierungspolitischnein, sie wären das Musterland Deutschlands - gut, wirtschaftlich steht Bayern auch noch gut da, sozialpolitisch.... oh je oh je... Wer als Pfarrer Ministranten missbrauchen will - ist in Bayern gut aufgehoben. Und wer als Lehrer das Grundgesetz brechen will - findet in Bayern offene Ohren... da gibt`s seit Jahren das Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes - und die bayrische Regierung hat nix besseres zutun gehabt, als flugs ein Gesetz zu präsentieren, das formal den Ansprüchen des BVerfG genügt - und trotzdem es ermöglicht, das Bild eines gefolterten Jeus in`s Klassenzimmer zu hängen... Wie hat das der Karl Valentin in den zwanziger Jahren schon so gut beschrieben: "...und Petrus beschloss den Aloisius zur bayrischen Staatsregierung zu schicken. Und Aloisius machte sich auf den Weg, stieg die Himmelsleiter hinab, kam in sein geliebtes München, kehrte im Hofbräuhaus ein und bestellte erstmal eine Mass: "Oah Moass,sag I, llluja, soag I, oah Moass..." Da sitzt er nun, unser Aloisius, und seitdem wartet die bayrische Staatsregierung auf die göttliche Eingabe.... Heut`haben wir 2006 - und die warten immernoch...

In Ländern wie Bayern, Baden-Würtemberg, Sachsen und Thüringen -hilft nur eine aggressive Öffentlichkeitspolitik. Die Damen und Herren Beamten der Bürokratie hängen dort noch viel zu sehr den vergangenen Zeiten der Monarchie hinterher (in den neuen Bundesländern eher dem SED-Regime), in der der Beamte in seinel "Allmacht" gleich unter dem König und noch vor dem Herrgott rangierte... Und der jeweilige Landesbvater in diesen Ländern sieht sich wie weiland Franz-Josef-Strauss oder Hans Modrow als Inbegriff der Weisheit... da kannste nur mit Plakatwänden und selbstgebastelten Radiosendern was erreichen.

Ich verkaufe gerne meinen Schrott in Nürnberg - da gibt`s das meiste Geld dafür. Aber wenn ich nur daran denke, wieviele Nächte ich schon wegen "Rechnungen und Gegenrechnungen" am PC verbracht habe, nur weil irgendein bekloppter Beamter bei den bayrischen Finanzämtern sich eine Idiotenregelung ausgedacht hat... "Gott schütze mich vor Sturm und Wind - und bayrischen Beamten und Politikern, egal wo sie sind...."!


hallo Thomas,

scheinst ja ganze Nächte am PC zu verbringen! Ich hab grad gelesen, wann du das hier getippt hast.
Wär auch gern so lang am Tippen, aber meine vielen Kids wollen morgens ne muntere Mami.....

Hast mit allem recht, ja!
Und drum mach ich jetzt das, was ich schon seit mindestens einem Jahr machen wollte!
Was? Mein Buch muß unter die Leut gebracht werden. Auch wenn es kein Schwein liest.....ich werds einfach versuchen. Und wer weiß, vielleicht lädt mich Günthi ja doch noch ein in sein SternTV!

LG
rommy
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 18.10.2006, 02:55    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe rommy,

`such mal unter Google nach den Buch "Finks Krieg" (ich weiss leider den Autor nicht mehr). Das ist ein fiktiver Roman - der auf wahren Tatsachen basiert: Ein mittlerer hessischer Beamter versucht sich gegen die Ministerialbürokratie durchzusetzen... Der Verlag, der das verlegt hat, verlegt vielleicht auch Dein Buch - es gibt nämlich nicht soviele Verlage, die kritische Bücher verlegen...
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 18.10.2006, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Thomas,

ich glaube die meisten von uns machen eins bestimmt nicht (mehr): den Behörden vertrauen. Siehe dazu unsere diversen Briefe und Aktionen unter http://www.emgs.de/presse/default.html und http://www.emgs.de/elternaktiv/default.html

Aber eines glauben wir auch nicht mehr: auf die große Erschütterung der Öffentlichkeit. An diesem Beispiel lässt sich gut nachvollziehen wie der Ablauf ist, wenn etwas in die Öffentlichkeit gelangt: http://emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=602 Da geht es erstmal richtig "in dubio pro reo" für die angeklagte Lehrerin, aber dann zählen die Aussagen der Schüler überhaupt nicht. Es gab keine weiteren Zeugen, nur ein Mitschüler und der ist automatisch parteiisch.

Die Kollegen, obwohl sie bei dem Vorfall nicht anwesend waren, sind sich einig, sie weisen die an ihre "Kollegin Helga Zürn erhobenen Vorwürfe zurück und sprechen ihr zugleich unser uneingeschränktes Vertrauen aus. Im Moment ist die pädagogische Arbeit an der PPS schwer beeinträchtigt. Wir fordern die betreffenden Eltern auf, umgehend an der Wiederherstellung eines vertrauensvollen, pädagogischen Klimas mitzuwirken." Die Herstellung des pädagogischen Klimas ist einfach: Die betroffenen Schüler verlassen die Schule und schon ist die Welt wieder in Ordnung! Siehe unsere Pressemitteilung dazu : http://www.emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=631

Was immer da in Hamburg geschehen ist, wir wissen es nicht, weil auch wir nicht dabei waren. Aber, wenn es solche Vorwürfe gibt, die auf einen schwerwiegenden Konflikt hindeuten, muss doch genau hingesehen werden was dort los ist. Warum müssen die Schüler gehen? Wenn eine Lehrerin möglicherweise aus Überforderung gehandelt hat, braucht sie dringend professionelle Hilfe und Unterstüztung. Hier ein Auszug aus unserem Brief an die Kultusminister: http://www.emgs.de/downloads/forderunginterventionsteams.pdf

Zitat:
Dauerhaft ungelöste Probleme belasten das Miteinander in der Schule. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein angstfreies Klima wesentlichen Einfluss auf die Lernergebnisse hat. Wenn ein Lehrer oder ein Schulleiter sich falsch verhalten hat, kann und darf man diesen Vorfall nicht unverarbeitet unter den Teppich kehren und das konfliktauslösende Verhalten verleugnen. Probleme müssen da gelöst werden, wo sie auftreten. Dieses Lösungspotential für Konflikte ist aber vor Ort meist nicht vorhanden. Ungelöste Probleme führen zu gegenseitigem Mißtrauen, und Mißtrauen hat an einem Ort an dem unsere Kinder lernen und sich wohlfühlen sollen, keinen Platz.

Deswegen fordern wir die Einrichtung bundesweiter Interventionsstellen für Vorfälle mit denen Schule und Schulamt noch überfordert sind. Wir stellen uns ein Interventionsteam vor, an das sich im Konfliktfall sowohl Kinder als auch Eltern, Lehrer und Schulämter wenden können. Es sollte den Kultusministerien zugeordnet sein und eine Verbindung zur Lage vor Ort herstellen. Das Team muss völlig unabhängig arbeiten und sollte mit schulfernen Fachleuten (Mediatoren, Sozialarbeiter, Psychologen, Juristen) besetzt sein. Sie erstatten dem Kultusministerium Bericht, damit auf Schwachstellen vor Ort endlich angemessen und zeitnah reagiert werden kann. Ein Abschlussbericht erfolgt erst, wenn vor Ort eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung gefunden wurde, die vertraglich fixiert und nach sechs Monaten auf Erfolg überprüft wird.

Wir fordern Schulen für unsere Kinder, in denen kompetent auf Probleme reagiert wird und kein Platz für Gewalt und Mobbing ist.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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rommy



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BeitragVerfasst am: 18.10.2006, 16:23    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas Logemann hat Folgendes geschrieben:
Liebe rommy,

`such mal unter Google nach den Buch "Finks Krieg" (ich weiss leider den Autor nicht mehr). Das ist ein fiktiver Roman - der auf wahren Tatsachen basiert: Ein mittlerer hessischer Beamter versucht sich gegen die Ministerialbürokratie durchzusetzen... Der Verlag, der das verlegt hat, verlegt vielleicht auch Dein Buch - es gibt nämlich nicht soviele Verlage, die kritische Bücher verlegen...


Sakrischen Dank, Herr Logemann, für den Tip!
Ich werd mich also die nächsten Wochen nur damit beschäftigen, mein Buch durchzuschauen (irgendwie find ich immer wieder Überarbeitungsbedarf...) und dann dem Verlag Arbeit zu geben!

LG
rommy
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 18.10.2006, 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris,

das Problem ist, dass die Schule das kleinste Glied in der Kette der Behörden ist. Ein Rektor/eine Rektorin, ein Satz Vertrauenslehrer/innen, kann noch so bemüht sein, noch so verständnisvoll auf die Nöte der Kinder und der Eltern reagieren - spätestens beim Schulamt ist "Schluss mit Lustig". Denn das Schulamt handelt nur dann, wenn eine Verwaltungsanordnung, eine Durchführungsbestimmung vom Ministerium erlassen wurde... Dazu kommt (im Regelfall): Lehrer allgemein sind an den Schulen Deutschlands überfordert. Grosse Klassen, marode Schulgebäude, unterrichten in Provisorien (Barcken/Container; die gab`s vor 35 Jahren schon zu meiner Schulzeit...), Klassen die bei 30 Schüler/innen ein Gemisch aus bis zu 25 Nationen vorweisen, "Sollvorgaben", also eine vom Schulamt geforderte Zielsetzung in Richtung Klassenzielabschluss, die auf dem Papiet erdacht sind und keinerlei Bezug zur Realität haben. Diese Arbeitsbedingungen schweissen eine lehrerschaft so zusammen, wie in früheren Zeiten aufgrund mieser Arbeitsbedingungen die Arbeiter im Maschinenbau zusammengeschweisst waren - die Gewerkschaften haben den Zusammenhalt unter Druck der Arbeitsbedingungen nur kanalisiert...

Das sich im Zweifelsfall ein gesamtes Lehrerkollgium mit einer betroffenen Kollegin/einem Kollegen solidarisiert, hat weniger damit zutun, dass man sich ein Fehlverhalten nicht vorstellen kann, sondern vielmehr damit, das eben der Kollege oder die Kollegin ggf. dispendiert werden könnte - und da man ja eh schon Lehrermangel hat, fällt dann jemand aus, der schon alleine deswegen wichtig ist, damit die anderen nicht noch mehr Überstunden und Vertretungen vor sich her schieben müssen. ...

Normalerweise müssten Schulpersonalrat, Elternbeirat und Schülervertretung "an einem Strang ziehen", und z.B. bei anstehenden Bürgerschaftwahlen, Bezirkswahlen, Kommunal/Landes/Bundeswahlen kategorisch per Zeitungsanzeige verkünden: "Wier gehen diesmal NICHT zur Wahl weil:...(Aufzählung der Missstände). Es ist nämlich egal, welchen Politiker, welche Politikerin, welche Partei wir wählen - für unsere Kinder ändert sich in deren Schulzeit sowieso nichts." Das Problem bei Vertretungen und Beiräten ist nur das Gleiche, wie in einem Dackelzüchterverein oder einer x-beliebigen anderen Vereinigung: Krieg mal 1. alle Leute unter einen Hut und 2. wenn Du 500 Mitglieder hast, musst Du froh sein, wenn sich 10 davon auch aktiv beteidigen (Vorstand und vier Helfer...).

Mitte der siebziger Jahre, so beim "Abflauen" der RAF-Welle, hab`ich mich bei der IG-Metall als damaliger Jugendvertreter "unbeliebt" gemacht - ich hab`meinen Funktionären nämlich auf den Kopp zugesagt: "Also Kollegen, das ist ja nicht korrekt, das man zur Durchsetzung einer politischen Forderung einen Arbeitgeber entführt und seinen Fahrer und später ihn erschiesst. Aber überlegt mal anders herum: Wenn es Jahre dauert, bis ein an sich guter Gesetzentwurf Realität wird, und dann nochmal Jahre, bis das Gesetz auch die Behörden passiert hat, da dann durch Verwaltungsanordnungen so ins Gegenteil verdreht wird, dass das Gesetz nur Worte auf Papier ist - also weniger friedliche Menschen als ich können da schon zum Maschinengewehr greifen..." (Nebeneffekt der kleinen Rede in Frankfurt/Main war, das ich über Jahre hinweg vom Verfassungsschutz bespitzelt wurde...).

"Rebellion" oder "Revolution" sind keine Mittel einer dauerhaft positiven Veränderung. Aber das Grundgesetz billigt jedem Bürger ein Widerstandsrecht zu. Und dieses Widerstandsrecht kann ich nutzen - friedlich, aber offensiv: Mein Sohn/meine Tochter wird gemobbt, drangsaliert - o.k., ab zum Kinderspsychologen, Krankheitsattest abholen. Attest mit beiliegendem Brief an die Schulleitun und das Schulamt schicken und Sohnemann/Töchterlein wird zuhause unterrichtet. Die Gesundheitsreform verlangt bauch beim Kinderpsychologen `ne Menge Knete - also setz ich mich mit einem Riesenplakat auf`n Marktplatz und sammle Geld, damit mein Sohn/meine Tochter eine Folgeattest bekommt, das ich mit den gesammelten Geldern bezahlen kann. Damit kann ich dann sicherstellen, dass Sohnemann und Töchterlein von Lehrer/innen oder Mitschüler/innen in dieser Schule nicht mehr gemobbt werden kann. Selbst wenn man so eine Aktion alleine durchzieht, schafft das mehr an Aufsehen und Öffentlichkeit, als jede andere Massnahme!

Ralph Giordano hat in einem Spiegel-Interview 1985 sinngemäss gesagt: ".. den Deutschen ist es noch nicht aufgefallen, dass sie in einer Diktatur leben - der Diktatur der Bürokratie nämlich". Recht hat er gehabt! Und da man eine Diktatur nicht mit normalen rechtsstaatlichen Mittel überwinden kann, muss man eben zu phantasievolleren Mitteln greifen...
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 20.10.2006, 11:33    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Thomas,

der schwedische Bildungsforscher Mats Ekholm, der ein guter Kenner der Deutschen Schullandschaft sein soll, wurde gefragt "was ihm an deutschen Schulen besonders auffällt. Seine Antwort: 1. fehlender Respekt der Schulleiter vor dem Kultusminister, 2. fehlender Respekt der Lehrer vor dem Schulleiter und 3. merkwürdiger Verhältnisse zwischen Lehrern und Schülern. Aber auch ein Kultusminister muss mit seinen Lehrern respektvoll umgehen, und das erkennt man - so Mats Ekholm - insbesondere daran, dass er seinen Lehrern keine Auflagen macht, wenn nicht zuvor die Rahmenbedingungen geschaffen worden sind." (Das Zitat stammt aus einem Vortrag von Hilbert Meyer "Merkmale guten Unterrichts ? Empirische Befunde und didaktische Ratschläge" http://www.vds-bildungsmedien.de/html/bmesse/forum_2006.htm )

Meine Kritik ist, dass keiner der Beteiligten seine Verantwortung übernimmt, sondern andere dafür verantwotlich machen will. Die schwächsten Glieder der Kette in diesem Hickhack sind doch eindeutig die Schüler!

Hier bei EMGS triffst du Eltern, die bereit sind sich zu wehren, aber ein Patentrezept dafür gibt es nicht, man muss den Einzelfall betrachten, es gibt zu viele einzelne Faktoren, die da mit reinspielen.

Für mich tragen vor allem die Lehrer die Verantwortung dafür was im Klassenzimmer passiert, sie haben lange studiert, ein Referendariat gemacht und haben einen sicheren Beruf. Lehrer nur als Opfer dieses Systems zu sehen, vernachlässigt dass Lehrer in Deutschland in eigener pädagogischer Verantwortung unterrichten sollen, so steht es z.B. in der Hessischen Dienstordnung:
Zitat:
§ 4
(1) Die Lehrkräfte erziehen, unterrichten, beraten und betreuen die Schülerinnen und Schüler in eigener Verantwortung und pädagogischer Freiheit (§ 86 Abs. 2 des Hessischen Schulgesetzes). Dabei sind der Bildungs- und Erziehungsauftrag und die Grundsätze für dessen Verwirklichung nach den §§ 2 und 3 des Hessischen Schulgesetzes zu beachten. Der Unterricht ist auf der Grundlage der geltenden Rahmenpläne und unter Berücksichtigung pädagogischer Erkenntnisse, über deren jeweils neuesten Stand die Lehrkräfte sich zu informieren haben, zu erteilen. Eine längerfristige Unterrichtsplanung, in der Regel für ein Schuljahr, und eine gründliche Unterrichtsvorbereitung sind unerläßlich. Im Unterricht sollen die unterschiedlichen Auffassungen, die für den jeweiligen Unterrichtsgegenstand erheblich sind, angemessen zur Geltung kommen; das Recht der Lehrkraft, im Unterricht auch die eigene Meinung zu äußern, bleibt unberührt.[...]

(6) Lehrkräfte haben die Pflicht und das Recht zur ständigen Fort- und Weiterbildung. Die Teilnahmemöglichkeiten an Fortbildungsveranstaltungen werden durch besondere Vorschriften geregelt.

§ 6 (1) Lehrkräfte sollen die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler fördern. Sie sind verpflichtet, sich über die individuellen Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler zu informieren, Lernvoraussetzungen der Klasse oder Kursgruppe zu beachten und sich um eine gerechte und umfassende Beurteilung der Schülerinnen und Schüler zu bemühen. Unbeschadet der Pflicht zur Verschwiegenheit über Beratungen im Rahmen von Konferenzen haben die Lehrkräfte die von ihnen erteilten Zeugnisnoten den Eltern und den Schülerinnen und Schülern auf deren Wunsch näher zu erläutern; sie sollen zur Festsetzung der Zeugnisnoten die Schülerinnen und Schüler über die vorgesehenen Noten unterrichten und diese im Gespräch mit ihnen begründen. (2) Lehrkräfte sind für die Beachtung der Schulordnung mitverantwortlich. Sie sind zur Aufsicht verpflichtet. Uber wichtige Vorkommnisse, insbesondere unregelmäßigen Schulbesuch, berichten sie der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer, der Tutorin oder dem Tutor, erforderlichenfalls auch der Schulleiterin oder dem Schulleiter. (3) Lehrkräfte sollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Gesundheitszustand der Schülerinnen und Schüler beobachten und in Zusammenarbeit mit den Eltern, der Schulärztin oder dem Schularzt oder anderer fachlich ausgewiesener Beratungsstellen auf die Beseitigung gesundheitlicher oder psychischer Auffälligkeiten, Gefährdungen und Störungen hinwirken. Hierzu gehört die Einleitung schulischer Maßnahmen zur Suchtprävention.

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass es zu vielen Schülern schlecht ergeht, dass die Vorgaben der Kultusminsiter schlicht ignoriert werden, dass über Jahre kaum Fortbildungen gemacht wurden, trotz gesetzlicher Verpflichtung dazu? Dass seit Jahren Menschen in einem Beruf arbeiten, die von ihrerer Persönlichkeit her eher ungeeignet sind? Es ist ein breites Spektrum an Fehlleistungen in der Vergangenheit zu beklagen:

- Kultusminister die naiv davon ausgingen, dass ihre Verordnungen brav von ihren Beamten umgesetzt wurden, denn laut § 54 des Bundesbeamtengesetz sollte das eigentlich so aussehen:
Zitat:
Der Beamte hat sich mit voller Hingabe seinem Beruf zu widmen. Er hat sein Amt uneigennützig nach bestem Gewissen zu verwalten. Sein Verhalten innerhalb und außerhalb des Dienstes muß der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die sein Beruf erfordert. http://www.gesetze-im-internet.de/b....JNR005510953BJNG001202320


- In der Praxis findet man dann Lehrer, die als Beamte ja besondere Vorteile haben und die diese Vorgaben einfach ignorieren! Und ihren Frust über die Situation an den Schülern auslassen, obwohl sie sich per Diensteid dazu verpflichtet haben:
Zitat:
"Ich schwöre, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und alle in der Bundesrepublik geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe."


Ich hoffe, dass die eigenverantwortliche/selbstständige Schule an diesem unhaltbaren Zustand etwas ändert. Dann können nämlich nicht mehr pauschal die dummen/schlechterzogenen Schüler, die schlecht erziehenden Eltern, die anmaßenden Kultusminister für etwas verantwortlich gemacht werden, sondern es muss endlich Verantwortung für das eigene Tun übernommen werden. Von den Kultusministern erwarte ich aber auch, dass sie ihre Verantwortung übernehmen und endlich für eine angemessene Personalentwicklung sorgen. Dafür muss auf alle Fälle mehr Geld in das Bildungssystem investiert werden.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 20.10.2006, 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris,

Mats Ekholm hat schon Recht - fehlender Respekt ist eines der Kennzeichen eines zerfallenden Systems. Und - ehrlich gesagt - wo soll denn dieser Respekt hetkommen? Aus der Bundespolitik wissen wir, das oftmals der Minister/die Ministerin sich für einen Ministerposten nur aufgrund langjähriger Parteizugehörigkeit und kluger Sprüche qualifiziert - selten ist ein Kultusminister oder Kultusministerin aufgrund der eigenen Qualifikation zum Ministeramt berufen worden. Und in der Landespolitik ist das nicht anderster... Die Schulleiter, die Lehrer und die Schüler/Schülerinnen sind diejenigen, die die Politik ausbaden müssen; Lehrer und Lehrereinnen, die in maroden Bildungseinrichtungen und mit zuwenig Kollegen ihren Job erledigen müssen, Schüler und Schülerinnen, denen keine oder zuwenig alternative Bildungseinrichtungen die ihren Fähigkeiten entsprechen, offen stehen.

Die Lehrer/Schülerbelastung besteht ja nicht erst seit gestern - ich kenne diese Belastung noch aus meiner eigenen Schulzeit, und das ist ja jetzt schon ein paar Jahrzehnte her... Dazwischen gab`s einige Regierungs- und Koalitionswechsel, geändert hat sich nix - im Gegenteil: die Verhältnisse sind schlimmer geworden. Sowohl für die Schüler, als auch für die Lehrer...

Natürlich hat der Lehrer/die Lehrerin ein Höchstmass an Verantwortung zu tragen. Diese Verantwortung ist nicht nur im allgemeinen Beamtengesetz, sondern auch in den Landesschulgesetzen hinreichend genug definiert. Nur: Papier ist geduldig, und Gesetze, mögen sie auch noch so ethisch hochstehend geschrieben worden sein, scheitern in der Regel an der pragmatischen, sachlichen Umsetzung. Als Beispiel: Was nutzt es im Lande Berlin, auf die "Würde des Menschen" lt. GG. hinzuweisen, darauf zu bestehen, das defekte Toiletten repariert werden, das Lehrer eigene Pausenrüme erhalten, das Schüler/innen und Lehrer/innen nicht 10 Km zur nächsten Turnhalle fahren müssen, weil bei der eigenen Turnhalle das Dach einsturzgefährdet ist, das Schüler/innen die Möglichkeit einer zusätzlichen biodynamischen Ernährung geboten wird (statt Chips und Schokoriegel), das es ferner zur Würde des Menschen gehört, das kleine Klassen mit max 20 Schüler/innen intensiv betreut werden, das Lehrer/innen damit überfordert sind einen personellen Fehlbestand v0n 30% an ihrer Schule "zu verwalten" - was nutzt das alles, wenn der Senat sagt: "Tut mir leid, wir haben uns vor einigen Jahren ein bisschen verspekuliert, haben nun 61 Milliarden ? Schulden - da ist halt kein Geld für Menschenwürde in den Schulen da..."Da kannst Du den Passus der Menschenwürde, des Rechtes auf Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit am ausgestreckten Arm hochhaleten - bis der Arm abfällt...

Der Mensch - ob Lehrer oder Schüler, ob Arbeiter oder Angestellte, ob Hausfrau oder Hausmann, ob Eltern oder Single - ist in diesem Gesellschaftssystem nichts wert.Da ändern auch Gesetze nichts daran. Der Mensch ist deshalb nichts wert, weil er selbst alle Werte über Bord geschmissen hat - Politik lebt nur durch Lügen, und wir wiegen uns in der Illusion, es könnte ja mal besser werden - und machen mit der Abgabe unserer angeblich "freien" Wählerstimme diese Lügen seit 1948 fleissig mit. Bürokratie lebt durch die Politik - und durch uns, die wir uns über sie beklagen und trotzdem ihre Vorgaben mitmachen. Als Kleinunternehmer soll ich listenweise elektronische Formulare für`s Finanzamzt ausfüllen - das machen ich seit Jahren nicht mehr. Die kriegen eine einfache Einnahmen/Ausgabenabrechnung, eine einfache MwSt/Einnahmen-Ausgaben-Abrechnung - und fertig. Das "Elsterformular" können die sich dann an die Backe schmieren oder selbst ausfüllen..... Die Verwaltung ist schliesslich Dienstleister am Menschen, nicht der Mensch Dienstleister der Verwaltung...!

Betrug ist Kennzeichen unserer Gesellschaft: Nach dem Grundgesetz darf auf keineWare oder Dienstleistung eine doppelte Besteuerung angewebndet werden. Na dann schauen wir mal: 1 Liter Sprit+Mineralölsteuer+Ökosteuer+Mehrwertsteuer... eine Sache ist schon 3 fach besteuert... 1KW Strom - Stromsteuer + Mehrwertsteuer - schon doppelt besteuert...
Schauen wir woanders hin: Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates laut GG.... Meine Frau ist bosnische Staatsangehörige - wir mussten drei Jahre vor den diversen Verwaltungsgerichte klagen, damit sie Aufenthaltsrecht bekam. Mit 4 Kinder aus erster Ehe - das reicht für`s Leben - mussten wir eine eigene Tocher zeugen, damit Minda überhaupt Aufenthalt zugebilligt bekam.... Und solange sie mit jetzt 5 Kindern keine Arbeit findet, rennt sie alle drei Jahre wieder zur Verlängerung der Aufenthaltsberechtigung zur Behörde... Meine Stiefkinder sind mittlerweile alle in der Schule - eine Schule, die meine Älteste mit 4 mal ungenügend versetzt hat - Begründung der Schulleitung: Hauptsache sie hat die neunte Klasse hinter sich... Und der leibliche Vater meint trocken: "was solls, Nedjada heiratet sowieso irgendwann"... Daniel, der jüngste meiner Stiefkinder, ist ein aufgewecktes Bürschlein (lebt vorwiegend bei seinem leiblichen Vater). Sein Klassenlehrer meinte, das mit ein bisschen Förderung durch die Schule und die Eltern der Kleine mal irgendwas im technischen Bereich studieren könnte. Aber die Schule hat kein Geld für Förderung, der leibliche Vater meint: "Wir Zigeuner sind alle nur Schrotthändler oder Autohändler - also wird Daniel auch Händler... - ausserdem: wann bekommt schon mal ein Immigrantenkind eine Lehrstelle oder gar einen Studienplatz?..."

Gehen wir mal zur beamtenrechtlichen Verantwortung: Mein Väterchen hat sich 45 Jahre als Beamter für den ehemaligen Fernmeldedienst der ehemaligen Bundespost krumm gelegt. In seiner Laufbahn hat er 25 Patente zur Funktechnik erarbeitet. Die Post dankte ihm das mit Beförderungen über die eigentliche Laufbahn hinaus, mit Zusatzgratifikationen von 130.000.-DM (in 45 Jahren gesamt...). Gleichzeitig hat die ehemalige Bundespost meinen Vater um gesetzlich ihm zustehende Erfindervergütungen in Höhe von 1,5 Millionen DM beschissen. Mein Vater hat dagegen 15 Jahre geklagt, während der Klage 22 Schlaganfälle erlitten und ist schliesslich am 23 Schlaganfall mit 71 Jahren gestorben... und die Deutsche Bundespost verbreitet heute noch schamlos das D1-Netz, das ohne meinen Vater gernicht existieren würde...

Grundgesetz/Schulgesetz/Beamtengesetz - alles Betrug! Betrug an den Betroffenen nämlich. Und Betrug mit System....
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 25.10.2006, 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Thomas,

deine negative Einstellung teile ich nicht. Ich habe zehn Jahre in Ländern gelebt, in denen die deutsche Entwicklungshilfe aktiv war. Auch wenn bei uns nicht alles perfekt läuft, wir leben in einem der reichsten Länder der Welt und den meisten von uns geht es relativ gut. Trotzdem bin ich der Meinung, dass bei uns vieles verbesserungswürdig ist. Wir hängen mit vielen Reformen hinterher. Ich denke es ist sinnvoll zu sehen, was in andern Ländern gut läuft, wir bräuchten eigentlich viele Fehler nicht mehr zu machen. Aber wie war das? Aus Fehlern lernt man und leider meist nur aus den eigenen. Manche Menschen lernen schnell, sie brauchen den Fehler nicht oft machen, andere lernen langsam und verändern ihr Verhalten auch nach vielen Fehlern nicht.
Zitat:
Thomas: "Der Mensch - ob Lehrer oder Schüler, ob Arbeiter oder Angestellte, ob Hausfrau oder Hausmann, ob Eltern oder Single - ist in diesem Gesellschaftssystem nichts wert."
Wieso sollen Menschen in unserem Gesellschaftssystem nichts Wert sein? Wieso haben die Menschen ihre Werte über Bord geworfen? Auch wenn es in einigen Fällen schlecht läuft - die Würde des Menschen an den gammeligen Toiletten festzumachen, halte ich für leichfertig. Ich denke, wir sollten schon genau hinsehen, warum etwas falsch läuft.

Nehmen wir mal das Schulsystem, es wurde ständig halbherzig reformiert, aber es wurde nie kontrolliert, ob die Veränderungen überhaupt umgesetzt wurden und ob sie erfolgreich waren. Jetzt endlich gibt es überhaupt Kontrollen, zum Einen in Form von Studien zu Anderen gibt es in allen Bundesländer mittlerweile den sogenannten Schul TÜV. Außerdem wird über die selbständige/eigenverantwortliche Schule diskutiert, die viele neue Chancen mitbringt.
Zitat:
Thomas: "Die Schulleiter, die Lehrer und die Schüler/Schülerinnen sind diejenigen, die die Politik ausbaden müssen;"

Sie könnten auch Verantwortung für die eigene Schule übernehmen und das Beste aus der Situation machen. Es gibt diese Schulen bereits, die unter den gleichen Bedingungen gute Arbeit leisten.
Zitat:
Es gibt in Deutschland hervorragende Schulen, die bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Rahmenbedingungen pädagogisch richtungsweisend sind. Sie schaffen es, für Leistung und Kreativität zu begeistern, Lernfreude und Lebensmut zu stärken und zu Fairness und Verantwortung zu erziehen. Diesen Schulen gelingt es, angesichts der tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft, in der Kultur und in den alltäglichen Lebensverhältnissen, mit Lehrerinnen und Lehrern, mit Schülerinnen und Schülern und mit Eltern, sich immer wieder neue Ziele zu setzen und diese zu erreichen.

Damit solche Schulen auch für andere wirksam werden können, brauchen sie öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung. Aus diesem Grunde haben die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung in Kooperation mit dem stern und dem ZDF den Deutschen Schulpreis ins Leben gerufen. http://www.bosch-stiftung.de/deutsc....hulpreis/zielsetzung.html

Berlin ist natürlich ein besonderes Beispiel, hochverschuldet- aus welchen Gründen auch immer. Wenn man hochverschuldet ist, muss man natürlich sparen, gut wirtschaften und, wenn das nicht ausreicht, auch die Steuern erhöhen.

Zitat:
Thomas: "Betrug ist Kennzeichen unserer Gesellschaft: Nach dem Grundgesetz darf auf keineWare oder Dienstleistung eine doppelte Besteuerung angewebndet werden."

Kannst du mir bitte mal aus dem Grundgesetz den entsprechenden Paragraphen zitieren, damit ich weiß, worauf du dich beziehst.

Doris
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 26.10.2006, 00:14    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris,

ich befinde mich gerade im Umzug, ziehe von Berlin nach Roitzsch (Sachsen; mit meinem Partner hab`ich dort ein Grundstück und wir bauen dort einen Elektronik-Recyclingsbetrieb auf...). Fachbücher - mit Ausnahme der LINUX-Bücher- sind schomn eingepackt... ca 2 Wochen, vielleicht auch 3 Wochen werde ich ab Freitag nicht mehr im Netz sein, da ich in Roitzsch erst noch die ADSL-Verbindung per Funkbrücke aufbauen muss. Ich such`Dir aber die GG-Paragraphen noch heraus und verweise in der Zwischenzeit mal auf www.richterdatenbank.de .

Was wir besonders in den letzten Jahren erleben, ist das Verschieben notwendiger Reformen in die jeweils kommenden Legislaturperioden - nicht anderster, als das eine "Bananenrepublik" auch macht. Gut, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der anschliessenden Wiedervereinigung Deutschlands sind erhebliche, auch finanzielle Belastungen auf das "neue Deutschland" zugekommen. Die damalige Regierung der Koalition CDU/CSU/FDP versuchte, die anstehenden finanziellen Belastungen des Staates durch grosszügige Regelungen für die konzerngestütze Wirtschaft zu minimieren - mit dem Erfolg, das nicht nur offenkundig marode Betriebe der Ex-DDR wurden geschlossen und verkauft, sondern auch die profitablen Zweige der Industrie - Beispiel: Mansfelder Revier, VEB Kali und Salz, MINOL-Tankstellennetz und PCK-Schwedt, Teile des VEB LEUNA-Bitterfeld, VEB SERO - Recyclingswirtschaft - zugunsten westeuropäischer AG`s und Betriebe "plattgemacht". Dem kurzfristigen Gewinn einiger Milliarden DM zum Ausbau der Vehrkehsrprojekte "Deutsche Einheit" stand der langfristige Verlust von Beschäftigung entgegen. Ohne Beschäftigung steigen aber die Sozialausgaben eines Staates und mit steigenden Ausgaben des Staates folgt dann - wie wir heute sehen - auch die Steuererhöhung; eine Steuererhöhung, vort der sich der Bürger nur "schützen" kann, wenn er im grenznahen Raum lebt und seine Bedarfsartikel in Polen, in der Tschechei, in Belgien oder in den Niederlanden einkaufen kann.

Der Fehler der Politik - auch ohne die Wiedervereinigung - begann schon mit Kanzler Ehrhard - der setzte auf sich ständig steigernden Konsum und konnte nicht berücksichtigen, dass der Konsumsfaden auch irgendwann mal abreisst - spätestens dann, wenn die konsumorientierten Bedürfnisse entweder erfüllt sind, oder aber unbezahlbar werden. Eine echte Vorsorge für die mageren Jahre wurde nicht getroffen, weder von den Regierungen der konservativen/lieberalen Koalitionen, noch von den Regierungen der sozialliberalen Koalitionen. Nach dem Motto "Nach uns die Sintflut" wurden die Probleme, die sich seit Mitte der siebziger Jahre abzeichneten, einfach an die "Nachfolgeregierung" "abgegeben"... Aus diesen politischen Fehlern resultiert die Krise, in der wir uns heute befinden.

Dazwischen liegen natürlich auch die "kleinen Geschäfte" der "grossen Herren", die - wie in Berlin - Kommunen, Kreisen, Ländern "das Genick gebrochen haben". Erinnert sei an den sozialdemokatischen Müllskandal von Köln, erinnerst sei an die parteiübergreifende Landesbankaffäre von Berlin; der Steuerbürger zahlt heute noch für die Fehlkalkulation der Deutschen Bank und der Bundesbank zum Gerling-Fall, zum Schneider-Skandal. Erinnert sei an den heutigen Ehrenvorsitzenden der FDP, der trotz rechtskräftigem Schuldurteil zur Steuerhinterziehung seiner Partei und der CDU/CSU noch jahrzehntelang als Berater in Wirtschaftangelgenheiten diente. Echte Peanuts sind da olle Nobbi Blüm, der seine Haushaltshilfe schwarz beschäftige, und die parteiübergreifende "Flugmeilenaffäre" (ausgerechnet von GRÜNEN in`s Rollen gebracht) ist da auch nur noch ein Klacks.

"Reformen-von-Reformen-von-Reformen" reichen nicht aus, um die desolate Schieflage eines der reichsten LKänder der Erde zu beheben. Wir nähern uns "amerikanischen Verhältnissen" ebenso an, wie "afrikanischen Verhältnissen": Uganda, USA und Deutschland haben eine Gemeinsamkeit: 20% der Vermögenden (oftmals Holdings, weniger Einzelpersonen) kontrollieren 80% des verfügbaren Kapitals. Von der Sache her ist es dabei völlig unbedeutenden, ob es sich hierbei um den geldwerten Kapitalfluss oder das staatliche Immobilienvermögen handelt. Der Landarbeiter in Uganda, der Tagelöhner in Texas oder in Paraquay, dessen Kollege neudeutsch "Gelegenheitsarbeiter" genannt in Deutschland - alle sind sie die würdelosen Verlierer einer "ich-will"-gegründeten Gesellschaft.

Und ebenso wie in Südamerika, in Asien, in Afrika, haben wir in Europa die Politiker, die schamlos den Mond herunter lügen - Unsere FrauGesundheitsministerin hat versprochen, das man "die Armen nicht an ihrem mangelhaften Gebiss" erkennen darf. Und die Realität? In meinem Fall /als selbständiger Ein-Mann-Unternehmer wohlgemerkt!) 18.000.- ? "Zuzahlung" für einen geneitisch bedingten Defekt....Ein Nachbar ist Diabetiker - und bekommt NICHT das Insulin, das ihm am Besten hilft - die Kasse zahlt es nicht... Zwei Strassen weiter wohnt ein Kollege, der chronische Schmerzen hat - die langfristige Schmerztherapie, die immerhin die Möglichkeit bieten kann, das er nach ein paar Jahren schmerzfrei ist, wird nicht übernommen. Stattdessen gibt`s Kortison und Valium in immer höheren Dosen - in der zynischen Hoffnuntg der AOK, das der Mann an den Nebenwirkungen wohl möglichst bald stirbt...Nun sag mal ehrlich: Ist das noch ein "würdevoller Umgang miteinander" im Sinne von Art.1 GG?

Die grundsätzlichen Aufgaben eines Staatswesens müssen neu definiert werden:

1. Was mit Steuermitteln finanziert wurde, muss auch Erträge bringen. Da will die Bundesregulierungsbehörde im Funkdienst alle Lizensen frei veräussern - zu einem Bruchteil des tatsächlichen Wertec. Der tatsächliche Wert bemisst sich aber aus der Anzahl und Menge der Steuergelder, die im Laufe der Jahrzehnte als Forschungsbeihilfen sowohl in die Post der DDR, in die Deutsche Bundespost und in die Universitäten der Länder geflossen sind - ohne siese Mittel gäb`s heute kein HDTV, kein UMTS, kein PAL, kein SECAM. Diese Wertinvestition muss mit Zins und Zinseszins zurück gefordert werden - und zwar in erster Linie vom Produzenten und Importeur entsprechender Geräte.
Die Bundesnetzagentur überlegt ernsthaft, das Eisenbahnnetz, das zu 80% aus Steuermitteln finanziert wurde, als eigenständige Privat-AG zuzulassen - da sind die Steuermittel futsch. Da Bundesnetz des schienengebundenen Verkehrswesens muss im Eigentum des Staates bleiben - und die Netzentgelte, also die Kosten pro KM Fahrleistung, müssen an den Bund zurückfliessen!

Es kan einfach nicht angehen, dass das "Tafelsilber" von Bund, Länder und Kommunen "einfach so" für ein paar kurzfristig erworbene Milliarden weggeben wird und gleichzeitig auch noch Steuern erhöht werden, Arbeitslosen das Geld gekürzt wird (das eh`nicht zum Überleben reicht) und auf diese Art und Weise eine grosse Masse "Überlebenskämpfer" einer jkleinen Minderheit an Vermögenden gegenübergestellt wird.

2. Hauptaufgabe eines modernen Staatswesen muss es sein, zuerst für Bildung und Ausbildung zu sorgen - ohne Bildung und Ausbildung als grundsichernde Aufgabe des Staates verarmt, verroht, verkommt eine jegliche Gesellschaft. Jdem Menschen, egal ob Vorschulkind oder 54-jähriger Arbeitslose, muss ein Höchstmass an Bildung und Weiterbildung gemäss seiner eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten nicht nur zugebilligt, sondern explizit ermöglicht werden.Nur Bildung kan Extremismus im politischen, im wirtschaftlichen und im religiösen Sinn verhindern. Und nur Bildung befähigt unsere eigene Zukunft, also unser kinderchen, sich den Herausforderungen der Zeit gerecht zu stellen. Es ist ja erfreulich, wenn es einige Schulprojekte gibt, die diesen hohen Standard schon jetzt erfüllen - aber diese Projekte dürfen nicht länger Projekt sein, sondern müssen, wenn sie sich bewährt haben, auch flächendeckend und notfalls mit Bundeszwang eingeführt werden.

3. Steuermittel aus dem Gesamtaufkommen der steuerzahlenden Bürger müssen rechenschaftspflichtig und zweckgebunden ausgegeben werden. Die Tabaksteuer zu erhöhen, und zu erzählen, es wäre für die Rentenversicherung, ist Unsinn. Wenn ein Staat eine Steuer auf ein schädliches produkt erhebt, dann muss diese Steuer auch für zu Behandelnde Folgeschäden aus dem Konsum dieses Produktes aufgewendet werden. In diesem Fall müsste man die höhere Steuer den Krankenkassen zukommen lassen; diese zahlen ja die Behandlunghkosten für krebskranke Raucher. Und dann kann man gerne auch die Brantweinsteuer erhöhen, um die Krankenkassen bei der Behandlung alkoholsüchtiger Mitmenschen zu entlasten.
Aber - wie bei der anstehenden Mehrwersteuererhöhung - eine Steuer nur dann zu erhöhen und zu erheben, weil man als Regierung (und Opposition!) unfähig ist, eine vernünftige Wirtschaftsplanung und Lenkung zu gestalten - ist für jeden Menschen, ob Hartz IV-Empfänger oder Siemens-Aufsichtratsvorsitzender, ein Schlag in`s Gesicht. (der Aufsichtsratsvorsitzende kann`s bloss besser wegstecken...)

4, Die Fürsorgepflicht des Staates erstreckt sich neben der Fürsorgepflicht der Bildung im besonderen Masse auf die erwerbsunfähigen Bürger, auf die kranken Bürger und explizit auch auf die Bürger, die ihr Leben dem Broterwerb gewidmet hatten und isich in einem Altersbereich befinden, der keine Arbeit zum Broterwerb mehr zulässt. Es kann einfach nicht angehen, das man Kranken, die vor der Notaufnahme eines Krankenhauses zusammenbrechen, die Aufnahme aus Kostengründen verweigert (passiert hier in Berlin am lufenden Band...). Es kann einfach nicht sein, das Altenheime die Rentner und Rentnerinnen bis auf das Blut aussaugen, von den Sozialbehörden noch Geld verlangen - und die alten Leutchen dann in der Sommerhitze in ein Durstdelirium fallen lassen (passiert in Berlin auch am laufenden Band...). E kann nicht angehen, das Menschen im Alter ohne eigene Angehörige 4, 6. 8 Wochen lang tod in ihren Wohnungen liegen - und keiner kümmert sich darum (ebensowenig kann es angehen, das kleine Kinder misshandelt werden, letztlich vom eigenen Vater im Kühlschrank "versteckt" werden, und da kümmerst sich auch keiner `drum...). Kurz: Es kann nicht angehen, das die Herren und Damen einer Regierung vom Gemeinsinn reden, "Manchester-Kapitalismus" aber zur Regierungsmaxime erheben.

Du sprichst die Verhältnisse der Entwicklungsländer an, liebe Doris. Da frage ich Dich: Ist der Masstab Uganda`s, Ghana`s, Uruquay`s oder Nord-Korea`s der Masstab, an den wir uns orientieren sollten? Sollten wir uns am "Staatskapitalismus" der Kommunisten der ex-DDR orientieren? Sollen unsere Kinder in 10, 20 Jahren feststellen, dass das Verarmungspotential der Tagelöhner Brasiliens, der ehemaligen VEB-Arbeiter der ex-DDR grundsätzlich dem Veramungspotential der Bürger Europa`s in den reichsten europäischen Ländern gleicht? Oder sollten wir, sollten sich unsere Kinder nicht an Ideen, Theorien, Visionen erfreuen und sie weiterentwickeln, die uns allen ein würdiges Leben in einer zusammenwachsenden Welt ermöglichen? Sollen, müssen wir und damit zufrieden geben, das Deutschland an Platz 23 der internationalen Statistik zur Pressefreiheit liegt? Oder auf Platz 17 der PISA-Studie? Ist die Mittelmässigkeit nun der "sichere Hort für die Zukunft"?

Die gesamte EU - und hier beziehe ich ausdrücklich auch "schwierige Länder" wie Türkei, Russland, Belorussland, Armenien, Aserbeidschan, Georgien mit ein - hat ebenso wie der gesamte amerikanische Kontinenmt ein ungeheures Entwicklungspotential, das man zugunsten einer friedlichen, gerechten, zusammenwachsenden Welt einsetzen kann. Wir verfügen jetzt schon über die Möglichkeiten, keinen Menschen der Welt an Hunger oder Wassermangel sterben zu lassen. Wir haben die wirtschaftliche Macht, damit jedes Kind in Asien, in Afrika, eine Schul- und Handwerksausbildung erhält. Wir könnten innerhalb weniger Jahre Kinderarbeit weltweit nicht nur ächten, sondern sogar mit unserer wirtschaftlichen Macht abschaffen. Aber wir bringen es noch nichtmal fertig, es zu verhindern das gut 10.000 Menscvhen jedes Jahr in der EU obdachlos auf Parkbänken im Winter erfrieren. Wir mlassen es zu, das Hilfebedürftige am 20 Tag des Monats nicht wissen, wie sie ihre Kinder bis zum ersten des Folgemonats ernähren können. Wir predigen die Botschaft der Nächstenliebe und lassen es zu, das unsere braunen, roten, gelben Mitbürger aufgrund ihres eigenen Glaubens, ihrer Kultur getreten, geschlagen, verhöhnt werden - und bemühen uns auch noch darum, sie in ein terroristisches Abseits zu stellen. Die Verantwortung tragen wir nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Mitmenschen - und Mitmensch ist jeder, egal ob er in den Slums von Soweto, in den Fahelas von Bahia, im Ghetto Köln-Chorweiler oder Berlin-Mahrzan lebt - oder im reichen Kronberg am Taunus...Und wir handeln nach dem Motto: "Heiliger Sankt Florian - verschon mein Haus; zünd`an`dre an..."
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Silke
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BeitragVerfasst am: 26.10.2006, 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

sehr guter Beitrag, du sprichst mir aus der Seele.
Der Egoismus in unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu, und die nicht ganz so robusten, vom Leben gebeutelten werden zunehmend an den Rand gedrängt.
Eine bedenkliche Entwicklung, so empfinde ich es auch.
In unserer Welt zählt nur noch das Geld und sonst nichts.
Das merkst du vor allem dann, wenn du einmal in anderen Foren mitliest. Ich lese z. Bsp. und schreibe auch ab und an im
Spiegel-Online-Forum, speziell zu Themen wie "Armut" oder
"Hartz IV". Was da so einige Foristen von sich geben ist einfach unglaublich; da wird eine Gruppe von Menschen gnadenlos an den Pranger gestellt, es wird ihnen vorgerechnet, was sie für Lebensmittel ausgeben dürfen, den Fernseher und Internet brauchen sie nicht, könnte man doch streichen, und überhaupt, wie kommen die dazu so viele Kinder in die Welt zu setzen, sind die alle blöd?
Solche und ähnliche Bemerkungen fallen da am laufenden Band.
Von daher gesehen frage ich mich wirklich, in was für eine Welt ich meine Kinder hineingeboren habe.
Die Politik hat zusammen mit der Wirtschaft unser Sozialgefüge zerstört, vorläufig letzter Akt war die Einführung der
Hartz IV-Gesetze, und es wird nicht die letzte Maßnahme gewesen sein.

In diesem Sinne

liebe Grüße

Silke
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