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Bayern - abweichendes Verhalten wird überall bestraft

 
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 28.08.2006, 08:20    Titel: Bayern - abweichendes Verhalten wird überall bestraft Antworten mit Zitat

Auszüge aus einem Interview der Erlanger Nachrichten mit dem scheidenden Schulamtsdirektor Heinz Kreiselmeyer vom 27.7.06

Zitat:
"Das Schulsystem erklärt seinen Bankrott"
Scheidender Schulamtsdirektor zieht eine aufrüttelnde Bilanz

Er war einer der kritischen Schulräte in Bayern, einer der selten ein Blatt vor dem Mund nahm. Er gründetet die innovative 'Initiative Praktisches Lernen" und musste in der Folge fadenscheinige Disziplinarverfahren seiner vorgesetzten Dienststellen in München und Ansbach über sich ergehen lassen: Heinz Kreiselmeyer (63) Schulamtsdirektot in Ansbach geht in den Ruhestand und zieht in dem Interview eine aufrüttelnde Bilanz.

EN: Herr Kreiselmeyer sie haben auf dem Schulsektor vierl bewegt, sich aber als Kritiker des bayrischen Schulsystems den Unmut ihrer Vorgesetzten zugezogen. Mit welchen Gefühlen scheiden sie aus dem Amt?
Kreiselmeyer: Ich fühle mich befreit. Ich komme mir vor wie ein Fesselballonfahrer, der im Begriff ist, den Ballast abzuwerfen - mit neugierigen Erwarungen was kommt.

EN: Das klingt nach großer Erleichterung. War es so schlimm?
Kreiselmeyer: Wenn ich den gerichtlich entschiedenen Fall des Oberstudiendirektors Friedrich Schrägle sehe, tauchen Bilder und Parallelen auf. Die machen mir bewußt, welchen Schikanen ich ausgesetzt war. Nach Jahren der Auseinandersetzung kann ich festellen, dass es mir gelungen ist - und dafür bin ich dankbar - einen bestimmtem Standpunkt zu beziehen und sicher zu wissen, was mir wichtig ist. Insofern haben sich nach diesen Ereignissen neue Berufs- und Lebensthemen für mich ergeben.

EN: Welche sind das zum Beispiel?
Kreiselmeyer: Beruflich gesehen ist das ein sensiblerer Umgang mit Betroffenen in ähnlichen Siutationen. Ich denke, ich bin durch die eignen schlechten Erfahrungen noch mehr zu einem engagierten Beobachter aus der Distanz geworden. Was dazu führt, dass ich mehr denn je die schulische Realität öffentlich anspreche, ohne Angst vor Schikanen zu haben.

EN: Wie sieht die schulische Realität an den Grund- und Hauptschulenaus, für die Sie zuständig waren?
Kreiselmeyer: Ich fürchte, dass die gesellschaftliche Realität vor allem die Hauptschulen schnell einholen wird. Weil meines Erachtens der Wandel im System Schule nicht vollzogen wurde, der nach Pisa 1 und 2 sowie internationalen Studien notwendig gewesen wäre. In der heutigen Situation lässt die Schule die Antworten auf die gesellschaftlichen Probleme nur punktuell erkennen.

EN: Das ist eine sehr negative Bestandsaufnahme des Systems Schule. Steht es wirklich so schlecht?
Kreiselmeyer: Das Schulsystem erklärt seinen Bankrott, weil es noch nicht Abstand genommen hat vom Sitzenbleiben; weil nachweislich Milliardenbeträge in Nachhilfe außerschulischer Art investiert werden müssen, um schulische Ziel zu erreiche; weil ein großer Teil der Schüler nicht ausbildungsfähig oder ohne Abschluss entlassen wird; weil besonders der Migrantenanteil bei den Ausbildungsunfähigen extrem hoch ist. Insofern müssen Paradigmenwechsel erfolgen: Weg vom selektiven Schulsystem, hin zu einer langen gemeinsamen Schulzeit für alle Kinder.[...]


http://www.schulamt-ansbach.de/01amt/kreiselmeyer.htm
http://www.spd-landtag.de/aktuell/presse_anzeigen.cfm?mehr=1351
http://www.br-online.de/bayern-heut....meier-ausschuss/index.xml

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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