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Bundeselternrat fordert eine bessere Ausbildung der Lehrer

 
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 17:40    Titel: Bundeselternrat fordert eine bessere Ausbildung der Lehrer Antworten mit Zitat

Schandfleck oder Leistungshoch?

Zum Pisa-Ritual gehört, dass mit Verkündung der Ergebnisse der Chor der Mahner und Lobbyisten anhebt: Landespolitiker verteidigen ihre Schulpolitik, Eltern fordern bessere Lehrer, Lehrer fordern mehr Kollegen - ein Überblick über die wichtigsten Reaktionen.



DPA
Grundschüler-Demo in Frankfurt: Kritik am Pisa-Ritual
Heute stellte die Kultusministerkonferenz in Berlin die Details des neuen Pisa-Ländervergleichs vor. Die wichtigsten Ergebnisse waren bereits vorab bekannt: Die Leistungsfähigkeit der 15-jährigen Schüler hat sich im Vergleich der letzten Erhebung auf breiter Front verbessert. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern groß. Problematisch bleibt weiterhin die soziale Selektion im Schulsystem.

Zu den Ergebnissen bezogen etliche Bildungspolitiker und Schulexperten Stellung. Eine Auswahl wichtiger Stimmen:

Aus der Politik

Annette Schavan (CDU), designierte Bundesbildungsministerin: "Die Nachricht, die Chancengleichheit habe sich verschlechtert, ist falsch." Die wichtigste Botschaft der neuen Studie sei, dass in vielen Bereichen sehr viel bessere Leistungen erzielt worden seien als noch 2000. Schwerpunkt der Bildungspolitik der kommenden Jahre müsse der Bereich der frühkindlichen Bildung sein.

"Bei uns ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg höher als in jedem anderen vergleichbaren Land", kritisierte Noch-Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD). Bund und Länder müssten gemeinsam dafür sorgen, dass Bildungschancen nicht weiter an soziale und ethnische Herkunft gekoppelt blieben.



SPIEGEL ONLINE

Renate Künast, Grünen-Fraktionsvorsitzende, forderte vor allem eine bessere Frühförderung. Dazu gehöre ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für unter Dreijährige. Die Devise in der Bildungspolitik müsse lauten: "Früh und stark starten."

Johanna Wanka (CDU), Präsidentin der Kultusministerkonferenz>: "Es ist nicht richtig, dass der soziale Status des Elternhauses heute gravierender für die Bildung der Kinder verantwortlich ist als bei der vergangenen Studie." Für die als schlecht kritisierte Abiturquote deutscher Schüler gebe es keinen Vergleich mit anderen Ländern. "Man darf nicht die Tatsache, ob jemand Abitur macht, allein als Bildungserfolg werten", sagte Wanka. Es sei wichtig, dass die jungen Leute den Beruf ergreifen könnten, den sie wollen. Außerdem hätten sich die von der Kultusministerkonferenz eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung des Bildungssystems noch nicht voll durchgesetzt.

Doris Ahnen (SPD), rheinland-pfälzische Bildungsministerin, forderte mehr Chancengleichheit von Schülern und eine Fortsetzung der Reformen in der Bildungspolitik. "Reformen müssen konsequent angegangen werden, aber sie brauchen auch Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten."

Jens Goebel (CDU), Kultusminister von Thüringen, sieht die Bildungspolitik seiner Landesregierung bestätigt. Seit 2000 hätten Schulen und Schüler deutliche Leistungsfortschritte erzielt und einen Spitzenplatz unter den Bundesländern erobert.


DAS PISA-QUARTETT: DIE 16 BUNDESLÄNDER IM VERGLEICHSTEST


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Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Hans-Robert Metelmann (parteilos) ist davon "überzeugt, dass wir mit dem neuen Schulgesetz auf dem richtigen Weg sind". Das Land liege in Naturwissenschaften und Mathematik national und international im Mittelfeld. Bei der Lesekompetenz seien die Fortschritte im Vergleich zu 2000 aber "noch zu gering".

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), hat bessere Bildungschancen für Migrantenkinder gefordert. Die Zukunftschancen der jungen Migranten, die etwa ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland ausmachten, hingen in hohem Maße von verbesserten Bildungsangeboten ab, erklärte Beck. "Insbesondere die Länder, in denen im aktuellen Vergleich die soziale Schere besonders weit auseinanderklafft, sind nun gefordert."

Lehrer und Eltern

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat eine neue, länderübergreifende Bildungspolitik gefordert. "Jetzt brauchen wir die Verständigung auf nationale Ziele und länderübergreifende Förderprogramme, statt eitler Kleinstaaterei", so GEW-Chef Ulrich Thöne und Pisa-Expertin Marianne Demmer. Die "starke Benachteiligung von Arbeiter- und Migrantenkindern" sei "Achillesferse und Schandfleck des deutschen Schulsystems zugleich", erklärten die Gewerkschafter. Ein "benachteiligtes Schulsystem" vertrage sich nicht nicht mit einer demokratischen Gesellschaft und dem Menschenrecht auf Bildung. "Wir brauchen aber die Talente eines jeden jungen Menschen", sagten Thöne und Demmer. Notwendig sei ein integratives Schulsystem, zusätzlich zu einem konsequenten Ausbau der Ganztagsangebote und der frühkindlichen Bildung.



Der Bundeselternrat fordert eine bessere Ausbildung der Lehrer. An den Schulen gebe es zu wenig Lehrer, "die so qualifiziert in Diagnostik ausgebildet sind, dass es ihnen möglich ist, die Schüler in ihren Kompetenzen zu erkennen und entsprechend zu stärken und zu fördern", sagte der Vorsitzende Wilfried Steinert. "Damit bleiben viele Ressourcen auf der Strecke." Die Lehrer müssten außerdem besser ausgebildet werden, "die Schüler individuell zu fördern", sagte Steinert. "Lehrer müssen das Exemplar lebenslangen Lernens verkörpern."
"Lehrerinnen und Lehrer werden in Deutschland auf das gegliederte System hin ausgebildet, das wie im alten Preußen von 'höherer' und 'niedrigerer' Bildung ausgeht", kritisierte der Verband für Bildung und Erziehung.

Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, wandte sich gegen eine "tendenziöse Interpretation der Pisa-Studie 2003". Tatsache sei, dass die Reformen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität an den Gymnasium und Realschulen bereits gegriffen hätten, wie die Leistungszuwächse von Pisa 2000 zu Pisa 2003 zeigten.

Für den Deutschen Lehrerverband geht die Debatte um eine soziale Ungleichheit des deutschen Bildungssystem "völlig in die Irre". "Nicht die soziale Herkunft entscheidet über den Schulerfolg, sondern die Bildungswilligkeit", erklärte der Vorsitzende Josef Kraus. Unabhängig vom sozialen Hintergrund könne in Deutschland jeder Abitur machen, "man muss es eben nur wollen".

Pisa-Experten

Manfred Prenzel, deutscher Koordinator der Pisa-Studie: An den Schulen gebe es ein Begabungspotenzial, "das wir nicht ausschöpfen". Prenzel widersprach Berichten, wonach sich die Chancenungleichheit im Vergleich zur ersten Pisa-Studie beim Zugang zum Gymnasium weiter verschärft habe.

Pisa-Studie der OECD 2003
Bei Pisa 2000 erreichte Deutschland im Fach Mathematik Rang 20. Unter den damals vertretenen Ländern würde Deutschland heute Rang 16 belegen. Im Bereich Lesen damals Rang 21, heute Rang 18. In den Naturwissenschaften damals Rang 20, heute Rang 15.


Mathematik
Lesen
Naturwissenschaften



Andreas Schleicher, Pisa-Koordinator der OECD: In erfolgreichen Bildungsnationen seien die Schulen dafür verantwortlich, "die verschiedenen Fähigkeiten und Interessen der Schüler kreativ zu nutzen" - in Deutschland hingegen würden "die Probleme einfach auf Schulformen mit geringeren Anforderungen" abgeschoben. "Ein Land wie Deutschland muss so viel besser sein wie es teurer ist", mahnte Schleicher, "Chancenungerechtigkeit kann sich auf Dauer keine moderne Gesellschaft leisten."

Der Soziologe Michael Hartmann von der Technischen Universität Darmstadt kritisierte, dass die Schüler im deutschen Schulsystem zu früh getrennt werden. "Weit über 90 Prozent der anderen Staaten trennen die Schüler erst nach der neunten oder zehnten Klasse", sagte der Eliten-Forscher. "Es ist ein Irrglaube, dass die guten Schüler darunter leiden."
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