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Wiederholung von Klassenarbeiten

 
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Silke
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Anmeldedatum: 22.03.2006
Beiträge: 89
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 28.07.2006, 16:31    Titel: Wiederholung von Klassenarbeiten Antworten mit Zitat

Hallo,

ein Thema, das mich immer wieder mal beschäftigt, ist die Wiederholung von Klassenarbeiten, wenn mehr als 30% der Schüler/innen schlechter als ?Ausreichend?geschrieben hat.
Meine Kinder besuchen jetzt seit 6, 5 und 3 Jahren die weiterführende Schule, hier Gymnasium, und bei nur einem meiner Kinder wurde in diesem Zeitraum einmal eine Klassenarbeit wiederholt, obwohl es weiß Gott genug Arbeiten gab, bei denen eine Wiederholung sinnvoll gewesen wäre.
In allen anderen Fällen, ließen sich die Lehrer die Arbeit von der Schulleitung genehmigen.

Grund genug für mich, anlässlich unseres Gesprächs mit dem stellv. Schulleiter, einmal nachzufragen, warum das so gehandhabt wird, zumal mir unsere Tochter erzählt hatte, dass bei einer Freundin von ihr, die ein anderes Gymnasium in der gleichen Stadt besucht, sehr oft Arbeiten wiederholt wurden.
Der stellv. Schulleiter erklärte mir daraufhin, dass 65% der zur Genehmigung vorgelegten Arbeiten genehmigt werden. Ich fragte dann aufgrund welcher Kriterien diese Arbeiten genehmigt werden, und er erklärte mir, wenn eine gewisse Anzahl von Schülern sehr gute bis befriedigende Noten erhalten hat, dann wird die Arbeit auch genehmigt.

Was diese Vorgehensweise für einen Sinn haben soll ist mir ein Rätsel. In dem von mir angesprochenen konkreten Fall hatten in der Klasse meiner Tochter 48 % der Schüler/innen eine mangelhafte bis ungenügende Leistung in einer Chemie-Lernkontrolle abgeliefert.
Die Arbeit wurde genehmigt. Ich weiß zwar, dass das erlaubt ist, aber verstehen kann ich das nicht. Man sieht, dass ein Großteil der Kinder den Stoff nicht beherrscht und trotzdem werden solche Arbeiten genehmigt, und die, die es nicht begriffen haben werden im Regen stehen gelassen. Eine solche Haltung ist mir unverständlich, und ich bin mir nicht sicher,
ob die Gesellschaft es sich leisten kann, aufgrund der vorherrschenden demographischen Entwicklung, auch nur eine/n Schüler/in auf diese Art und Weise abzuservieren.

Abgesehen davon gibt es auch allerlei andere Arten eine Arbeit bei zu schlechtem Durchschnitt ?passend? zu machen, was den Kindern natürlich auch noch brühwarm erzählt wird.
Wie muss man sich als Schüler/in fühlen, wenn man solche Dinge von den Lehrern an den Kopf geworfen bekommt? Das Wort, das meine Tochter benutzt hat, werde ich hier nicht niederschreiben.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Smile

Silke
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Einen Menschen erziehen heißt, ihm zu sich selbst verhelfen (Peter Altenberg)
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 17.08.2006, 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

In der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses steht sogar unter §27 Wiederholung von schriftlichen Arbeiten (1):
Zitat:
Ist mehr als ein Drittel der abgelieferten schriftlichen Arbeiten mit den Noten mangelhaft oder ungenügend oder mit einer entsprechenden Punktzahl bewertet worden, ist die Arbeit einmal zu wiederholen, sofern nicht die Schulleiterin oder der Schulleiter nach Beratung mit der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer entscheidet, dass die Arbeit zu werten sei.

Auch ich halte den Umgang mit schlechten Ergebnissen von Klassenarbeiten falsch. Falls es sich um nicht verstandenen Stoff handeln sollte, könnte es den Schülern an Wissen fehlen und auch Einfluss darauf haben, wie sie in er Zukunft mitarbeiten können. Unter welchen Umständen könnte man sich vorstellen, dass ein Schulleiter eine solche Arbeit nicht nachschreiben lässt? Eigentlich nur dann, wenn es sich um unwichtigen Stoff handelt, den die Schüler in der Zukunft nicht benötigen;-)

Warum die Schüler etwas nicht ausreichend beherrschen, scheint nicht zu interessieren. Die eventuelle Unfähigkeit der Lehrer gut zu unterrichten spielt bei dieser Einstellung auch keine Rolle. Da ist natürlich ein miserables Qualitätsmanagement! Die Ansprüche an die Leistung einer Klasse und an den Unterricht eines Lehrers sind niedrig.

Dass Lehrer ihre eigentliche Aufgabe gut zu unterrichten nur unzureichend erfüllen, müssen Eltern oft beobachten und unterstützend eingreifen, die alamierenden Zahlen für benötigten Nachhilfeunterricht sind allgemein bekannt. Die Ursache für die schlechten Ergebnisse werden von Lehrerseite (und auch von manchen Eltern) darin gesehen, dass viel zu viele ungeeignete Kinder eine Schule besuchen, ohne jemals darüber nachzudenken, dass nirgends auf der Welt in Schulen (außer an bayerischen Gymnasien) vergleichbar homogenere Lerngruppe existieren.
Zitat:
Silke: Abgesehen davon gibt es auch allerlei andere Arten eine Arbeit bei zu schlechtem Durchschnitt ?passend? zu machen, was den Kindern natürlich auch noch brühwarm erzählt wird.

Ich halte dieses 'passend machen' fast für schlimmer, denn das findet versteckt statt, außer den Schülern und eventuell den Eltern erfährt niemand etwas davon. Mir ist aufgefallen, dass die zu erreichenden Punktzahlen dann nicht bei den einzelnen Aufgaben auf dem Blatt stehen, sondern erst im Nachhinein festgesetzt werden. Da ist natürlich der notwendige Spielraum drin, der dafür sorgt, dass kaum eine Arbeit nachgeschrieben werden muss, weil sich ein Lehrer die Arbeit gut rechnen kann.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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