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Kopie: Was passiert mit nachweislich unqualifizierten Lehrer

 
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Beitragsrekonstruktion



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 13:42    Titel: Kopie: Was passiert mit nachweislich unqualifizierten Lehrer Antworten mit Zitat

Ersteller:


Angelika





Status: Offline
Registriert seit: 01.04.2005
Beiträge: 43
Nachricht senden Erstellt am 28.05.2005 - 10:14

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Manchmal ist es gar nicht so leicht, eine Frage höflich zu formulieren. Ich versuch´ es einfach mal

Gehen wir von folgendem Fall aus:

Eine GS-Klasse wird von einer Lehrkraft unterrichtet, die nachgewiesenermaßen ungeeignet ist. Die Eltern beklagen sich wieder und wieder bei der Schulleitung. Schließlich wird man aktiv ? die Arbeit der Lehrerin wird kontrolliert und man stellt fest, dass über Monate hinweg nicht einmal die Hefte der Kinder kontrolliert wurden. Der Leistungsstand der gesamten Klasse liegt weit unter Niveau und die Klasse bekommt eine neuen Lehrerin.
So weit so gut ? nur was passiert mit der besagten Lehrkraft?
Sie bekommt andere Klassen zugewiesen und ???unterrichtet? dort im gleichen Stil weiter.

Schön für die Klasse, die sie losgeworden ist ? tragisch für die Klasse, die ihr nun ausgeliefert ist.

Aufgrund dieser Erfahrung stellt sich natürlich die generelle Frage, wie sich Eltern und Schüler gegen diese Vorgehensweise wehren können. Darf diese Lehrkraft ihre bis zur Rente verbleibende Zeit weiter zum Leidwesen und Schaden der Kinder ???absitzen? oder bestehen Chancen, den Kindern zu helfen?


???

Angelika





Signatur
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Dem Betrübten ist jede Blume ein Unkraut, dem Glücklichen ist jedes Unkraut eine Blume.

Momo86





Status: Offline
Registriert seit: 01.04.2005
Beiträge: 32
Nachricht senden Erstellt am 28.05.2005 - 21:29

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Wie es rechtlich tatsächlich ist, weiß ich nicht...- aber meine Erfahrungen mit dem Thema:

-alle mir bekannten Lehrer mit peinlichen und schlimmen Verfehlungen wurden aus ihren jeweiligen GS versetzt in andere GS, mit neuen Klassen betraut.
Darunter welche, die nachweislich geschlagen haben (Ohrfeigen vor 25 Zeugen), auch welche, die total überfordert waren und nicht in der Lage, Unterricht abzuhalten.

Täterschutz vor Opferschutz?

`Momo




DorisCarnap
Moderatorin




Status: Offline
Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 60
Nachricht senden Erstellt am 02.06.2005 - 10:14

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Hallo Angelika,

ich sag mal spontan: Im Allgemeinen nichts, denn bei uns gibt es fast keine nachweislich unqualifizierten Lehrer In unserem Schulsystem wird nur sehr selten und meist auch nicht ernsthaft weiterverfolgt, ob ein Lehrer qualifiziert ist. Eltern können in Hessen ihre Zweifel an einer ungenügenden Qualifizierung dem Schulamt mitteilen - dann findet ein angekündigter Unterrichtsbesuch statt. Darauf bereitet sich ein Lehrer natürlich besonders gut vor und der Schulaufsichtsbeamten kann dann häufig keine Probleme erkennen. Wie wurde denn bei deinem Beispielfall herausgefunden, dass der Leistungsstand der Klasse weit unter Niveau lag?

Wenn ein Lehrer offensichtlich etwas falsch gemacht hat und der Druck der Eltern außergewöhnlich groß ist, wird der Lehrer in eine andere Klasse oder an eine andere Schule versetzt und das war es dann. Es fehlen bis jetzt im Schulsystem Massnahmen, die in der Privatwirtschaft in der Personalentwicklung eingesetzt werden: Menschen beim Start in den Beruf zu begleiten, sie zu coachen, ihnen bei Problemen zu helfen, Schwächen zu definieren und diese im Rahmen von Fortbildungen zu beheben. Die pädagogische Freiheit führt zu einer Vernachlässigung der Probleme der in diesem System arbeitenden Menschen. Bei uns leiden ja 50% der Lehrer am Burn-Out- Syndrom, die sind doch gar nicht mehr in der Lage gut zu unterrichten, es besteht also dringender Handlungsbedarf!

Grundsätzlich gibt es in unserem Schulsystem einige Schwächen: Es gibt keine Personalauswahl im gesamten System, es ist noch nicht mal definiert was man als Lehrer alles können muss. In anderen Ländern (Kanada, Schweden, Finnland) wird zu Beginn des Studiums geprüft, ob die Menschen überhaupt in der Lage sind diesen sehr anspruchsvollen Beruf auszuüben! Bei uns stehen Lehrer im Referendariat zum ersten Mal selbstständig vor der Klasse und der Schock ist häufig groß! Und bis dahin sind zuviel Geld und Zeit und Kraft in die Ausbildung investiert um noch auszusteigen. Die Schwächen werden dann bei den Schülern gesucht und schnell gefunden (die Chaosklasse, die ungeeigneten, unfähigen Schüler). Überbordende Strafaktionen und die Möglichkeit zur Selektion scheinen vielen Lehrern als einziger Rettungsanker! Solidarität zwischen den Eltern gibt es selten, man geht einfach davon aus, dass ein Lehrer gut ist, bei dem das Kind gute Noten hat.

Das 16. ZEIT FORUM der Wissenschaft hatte das Thema 'Neue Lehrer braucht das Land'. Was dort diskutiert wurde kann hier gelesen werden:www.zeit.de/2005/16/forum_lehrer

In einigen Bundesländern soll bereits zu Beginn eines Studiums ein Praktikum gemacht werden. Bei uns wird es schon als Fortschritt gesehen, dass Lehrer beim frühzeitigen Praktikum selbst feststellen dürfen, ob sie für diesen Beruf geeignet sind oder nicht! Um sich kritisch selbst zu beobachten und zu evaluieren, braucht man aber besondere Fähigkeiten, die meisten Menschen besitzen diese Fähigkeit eher nicht.

Von den Lehrern werden Fähigkeiten und Kompetenzen erwartet die sie häufig gar nicht besitzen: eine starke Persönlichkeit, selbstbewußter Umgang mit Kritik, Kommunikationskenntnisse - das sind Vorraussetzung für einen angemessenen Umgang mit den Mitmenschen (Schüler, Eltern und Kollegen). Kenntnis über pädagogische Diagnostik - der Grundvorraussetzung, um zu erkennen was Schüler schon können und was nicht, um ihnen dann beim Lernen zu helfen. Wissen über Entwicklungspsychologie - um zu beurteilen was 'normal' ist und was nicht. Wichtig auch Lernpsychologie - unter welchen Bedingungen lernen Kinder, wie kann man sie motivieren. Das alles sind Kenntnisse und Fähigkeiten die häufig schlicht fehlen! Aber gute Lehrer werden nicht geboren sondern gemacht!

Solange die Kultusminister nicht dafür sorgen, dass diese Kompetenzen, die man für diese anspruchsvolle Tätigkeit braucht tatsächlich bei Lehrern vorhanden sind - solange "ungeeignete Lehrer über die Eignung der Schüler entscheiden" (das brachte Georg Mohr passend auf den Punkt), sollten wir Eltern fordern, dass die Selektionsmöglichkeit stark eingeschränkt wird! Das heißt für mich vor allem: das Sitzenbleiben und das Abstufen abzuschaffen!

In den meisten Ländern hat dieses Umdenken schon stattgefunden! In dem Bericht der OECD über das Forum 'Learning Sciences and Brain Research- Brain Mechanism and Youth Learning' kann man von Sir Christoffer Ball folgende Schlussfolgerungen lesen: "...es ist höchste Zeit darüber nachzudenken, dass es sich beim Aussortieren und Qualifizieren um zwei unterschiedliche Aufgaben handelt! Es gibt einen auffälligen Widerspruch in der Geschichte des Lernens in der entwickelten Welt, der uns glauben lässt, Lehrer können zwei Sachen zur gleichen Zeit machen, dabei ist es offensichtlich, dass sich diese beiden Aktivitäten gegenseitig behindern: Junge Menschen nach Befähigung und Begabung zu sortieren und sie zu qualifizieren und sozialisieren, damit sie vollwertige Mitglieder in unserer Gesellschaft sein können. Ich bin ein Lehrer und kein Aussortierer und hier fordere ich die für das Unterrichten Verantwortlichen auf, diese zwei Aktivitäten zu trennen.? (Übersetzung D.C.)


Doris




Erika





Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 130
Nachricht senden Erstellt am 02.06.2005 - 21:47

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Hallo Doris,

ja, gut geschrieben! Da kann ich ausnahmslos zustimmen.

Gruß Erika





Signatur
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"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)
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