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Kopie: Benotung in der Grundschule

 
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Beitragsrekonstruktion



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 14:38    Titel: Kopie: Benotung in der Grundschule Antworten mit Zitat

Ersteller

SarahJoanne





Status: Offline
Registriert seit: 10.05.2005
Beiträge: 2
Nachricht senden Erstellt am 10.05.2005 - 20:38

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Hallo,
ich habe eine Frage wegen Benotung in der Grundschule. Mein Sohn ist in der zweiten Klasse der Grundschule. In der Mathe-Lernkontrolle gabe es 33 Punkte zu erreichen durch Lösen von verschiedenen Aufgaben. Bei einer Aufgabe (aufgemalte Häuser, wo im Dach das Ergebnis steht z. B. 36 - und in Fenstern verschiedene Multiplikationaufgaben aufgeschrieben werden sollte - z.B 6 x 6 oder unter drunter 3 x 12 etc. hat mein Sohn bei einem Haus mit Ergebnis 48; eine Multiplikationaufgabe 6 x 8 und eine Substraktion Aufgabe 56 - 8 geschrieben. Dafür gab es einen Abzugspunkt (womit ich einverstanden bin) aber obwohl GAR KEINE ANDEREN FEHLER vorkamen (dh. mein Sohn hat 32 Punkte erreicht) - gab es gleich die Note 2+. Ich finde es schon ein wenig hart.... sehe ich es falsch? Gibt es keine Richtlinien bei z.B. volle Punktzahl 33 man für 32 tatsächlich gleich eine 2+ bekommt? Gerne hätte ich eine Antwort auf meine Frage gewusst.
Beste Grüße
SarahJohanne




DorisCarnap
Moderatorin




Status: Offline
Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 60
Nachricht senden Erstellt am 15.05.2005 - 15:11

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Hallo Sarah Johanne,

die Leistungsbewertung unterliegt weitgehend der pädagogischen Freiheit der Lehrer, die Vorgaben geben nur einen groben Rahmen dafür.

Grundlage für die Leistungsbewertung ist diese Vereinbarung der Kultusministerkonferenz (KMK) über die Notenstufen

1. sehr gut (1)
Die Note "sehr gut" soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen in besonderem Maße entspricht.
2. gut (2)
Die Note "gut" soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen voll entspricht.
3. befriedigend (3)
Die Note "befriedigend" soll erteilt werden, wenn die Leistung im allgemeinen den Anforderungen entspricht.
4. ausreichend (4)
Die Note "ausreichend" soll erteilt werden, wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im ganzen den Anforderungen noch entspricht.
5. mangelhaft (5)
Die Note "mangelhaft" soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können.
6. ungenügend (6)
Die Note "ungenügend" soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht und selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.

Und in Hessen findet sich in der ???Verordnung zur Ausgestaltung des Schulverhältnis? noch unter ???§21 Auswahl der Leistungsnachweise, Verteilung auf das Schuljahr unter Punkt (1) folgender Satz:...?Die Note "ausreichend" ist erzielt, wenn die erwarteten Vorgaben annähernd zur Hälfte erfüllt wurden.?

Alles was darüber hinausgeht, ist Sache des Lehrers? der Lehrer setzt fest was für ihn Leistungen sind "die den Anforderungen in besonderm Maße entsprechen". Da gibt es zum Beispiel Lehrer die grundsätzlich nicht die Note ???sehr gut? vergeben und immer etwas auszusetzen haben. Notengebung ist keinesfalls ???gerecht?, das war ein Ergebnis der PISA Studie, deswegen wurden Vergleichsarbeiten eingeführt, dass heißt alle Schüler bekommen den gleichen Test und die Bewertung nach dem gleichen System.

Ich persönlich habe Schwierigkeiten mit der Hinnahme, dass eine richtige mathematische Rechnung falsch sein soll. Ein deutsches Prinzip, dass meiner Meinung nach eine sehr beengte Sichtweise zeigt und eigenem Denken und Erkenntnis wenig Raum lässt. Leider unterrichten viele Lehrer Mathematik fachfremd, d.h. sie haben das Fach nicht studiert und verfügen im schlimmsten Fall nicht über mehr Fachkenntnis als manche Eltern auch. Das soll anders werden, in Hessen zum Beispiel müssen alle Grundschullehrer in Zukunft sowohl Mathematik als auch Deutsch studieren, damit sie Kenntnisse darüber haben wie man Anfänger unterrichtet!

Die Münchner SCHOLASTIK Studie hat einen Zusammenhang zwischen der Qualität des Mathematikunterricht in der Grundschule und den Mathematiknoten in der 11. Klasse festgestellt, der wesentliche Unterschied machte eine konstruktivistische Grundhaltung des Lehrers aus. ???Auch konnten neben der Grundhaltung des Lehrers keine weiteren Einflussmerkmale wie Klassengröße oder mittleres Intelligenz ? und leistungsniveau identifiziert werden? schreibt Elbeth Stern in ???Lernen ist der mächtigste Mechanismus der kognitiven Entwicklung: Der Erwerb mathematischer Kompetezen.?

Ein wie ich finde gruseliges Beispiele für die Bewertung einer Mathearbeit einer 3. Klasse. Es wurde gefragt: 15= ?
Die Antwort des Schülers 15 = 5*3 wurde als falsch gewertet. Auf die Nachfrage der Mutter wurde geantwortet, die Lehrerin will, dass die Schüler zuerst immer die kleinere Zahl schreiben. Jeder kann sich vielleicht vorstellen, welche Hürde die Schüler ein paar Jahre später nehmen müssen, um das Kommutativgesetz zu verstehen, da heißt es dann 3*5=5*3 ? da müssen sie dann das zuvor gelernt über den Haufen werfen und manche Schüler haben dann das Gefühl sie verstehen Mathe nicht (mehr) und entwickeln dann eine Lernblockade!

Wie empfindest du den Mathematikuntericht der Lehrerin? Ist sie kompetent? Wie hat dein Sohn auf das Ergebnis reagiert, hat er protestiert oder ärgert es nur dich?

Doris






SarahJoanne





Status: Offline
Registriert seit: 10.05.2005
Beiträge: 2
Nachricht senden Erstellt am 16.05.2005 - 10:14

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Liebe Doris,

besten Dank für Deine ausführliche Antwort. Die Beispiele die Du aufführst geben viel zu denken. Du hast allerdings recht mit Deiner Frage, wen hat es mehr geärgert; mich oder meinen Sohn. Ich bin ehrlich und sage MICH! Mein Sohn sagte gleich zu mir; ich weiß dass es richtig ist, "Die" wollte aber dort was anderes sehen, na ja... - "geh bloß nicht hin und beschwere Dich darüber - sonst bekomme ich es zu spüren" - so mein Sohn. Tja...ich hätte als Schülerin mit Sicherheit genauso reagiert
Ich werde versuchen die ganze Benotung ein wenig entspannter zu sehen auch wenn die Ungerechtigkeiten und schwachsinniger Starrsinn manchmal sehr ärgert! Danke nochmals! Viele Grüße
SarahJoanne




GeorgMohr
Moderator




Status: Offline
Registriert seit: 15.12.2004
Beiträge: 62
Nachricht senden Erstellt am 16.05.2005 - 15:44

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Liebe Sarah Joanne,

Nein, ich bin einfach innerlich nicht einverstanden - kann mich schon lange nicht "innerlich entspannter" mit sochen Ungerechtigkeiten zufrieden geben, obwohl ich's auch mal versucht habe. Gerade als Lehrer bin ich überzeugt, dass die Kinder so zum krassen Gegenteil von "Demokratie" und "Rechtsstaat" von frühesten Jahren an erzogen werden.

Die Resultate sind in Politik und Justiz bedauerlich deutlich sichtbar.

Mehr dazu später.

Noch schöne Pfingsten, Georg Mohr





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