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Hausaufgaben als "Hausfriedensbruch"

 
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Doris Carnap
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Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 14.06.2006, 19:09    Titel: Hausaufgaben als "Hausfriedensbruch" Antworten mit Zitat

Hallo

Hausaufgaben sind vor allen in den unteren Klassen ein wichtiges Thema und häufig ein Anlass für Stress und Tränen.

Zitat:
"...wer schulpflichtige Kinder hat, wird selbst ermessen können, wie weit sich die Funktionen des Prüfens im Schulbereich in den Vordergrund geschoben haben, während die Funktionen des Lehrens und Lernens in starkem Maße in die Hausaufgaben hinein verdrängt worden sind:" Zitiert aus dem 1975 erschienen Didaktik Lehrbuch von Karl-Heinz Flechsig/Hans-Dieter Haller "Einführung in didaktisches Handeln" aus dem Kapitel "Leistung und Bewertung" http://www.ikkconsult.de/mambo/content/view/22/53/

Zitat:
Zum Thema ein Artikel des Focus:
Mama darf es richten
Mütter (und manchmal auch Väter) im Dauereinsatz: Ohne ihre Mitarbeit geht nichts mehr an deutschen Schulen. Muss das sein? Oder haben Experten Recht, die Fehler im System suchen? http://bildung.focus.msn.de/bildung/schule/elterneinsatz

Hausaufgaben - eine kritische Bilianz. Ein Artikel aus "Hamburg macht Schule" ab S.13
Hamburg macht Schule
Zitat:
Hausaufgaben sollen das schulische Lernen unterstützen, indem sie Unterricht weiterführen, Unterricht vorbereiten und so die Unterrichtsarbeit ergänzen. Hausaufgaben können das im Unterricht Gelernte vertiefen, erweitern und systematisieren; dies kann geschehen durch Übung, Anwendung oder Transfer. In den Erfahrungsberichten dieses Heftes wird deutlich, was auch neuere
Forschungsergebnisse belegen: Positive Effekte sind nicht selbstverständlich mit jeder Aufgabenstellung für die häusliche
Arbeit verbunden (vgl. Lipowsky 2004).

Wenn Hausaufgaben eine sinnvolle Ergänzung des Unterrichts sein sollen, dann müssen sie mindestens ebenso sorgfältig vorbereitet werden wie der Unterricht selbst; wahrscheinlich sogar noch zielgerichteter und differenzierter. Im Unterricht nämlich können Abläufe, die sich als nicht sinnvoll erweisen, noch korrigiert werden; eine solche Korrektur ist bei den Hausaufgaben nicht mehr möglich. Einmal gegeben findet die Evaluation ihrer Wirksamkeit erst nach der Erledigung statt.

Nebeneffekte bedenken

Dass man mit Freude und positiven Gefühlen besser lernt als unter Druck und Angst, das ist für viele Pädagogen eine wichtige Orientierung. Dass negatives Erleben oder gar Angst beim Lernen beim Abrufen des so Gelernten mit abgerufen wird und das so erworbene Wissen negativ besetzt, das kann die Hirnforschung inzwischen beweisen. Auch Hausaufgaben müssen also so gestellt werden, dass sie von den Schülerinnen und Schülern nicht als etwas Negatives oder gar Angst Machendes empfunden werden. Und bei der ? nicht selten auch angstbesetzten ? Kontrolle der Hausaufgaben ist zu bedenken, dass sie sich nur dann positiv auf die Leistung auswirkt, wenn die Kontrolle prozessorientiert und inhaltsbezogen stattfindet; dies konnte an einer Untersuchung von Mathematik-Hausaufgaben gezeigt werden (vgl. Lipkowsky 2004).

Doris
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optimistin



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 09:43    Titel: sinnlose hausaufgaben Antworten mit Zitat

meiner erfahrung nach sind hausaufgaben sinnlos.

ein kind, das den stoff im unterricht kapiert hat, braucht sie nicht. eines, das ihn nicht kapiert hat, soll nun im alleingang oder mit mutti am nachmittag ein besserer lehrer sein als der in der schule es am vormittag war....

oft sind hausaufgaben elend lang, wie eine bestrafung. sie nehmen den kindern die wertvolle zeit für bewegung und kreatives spiel am nachmittag.

hausaufgaben vergällen das familienleben.

hausaufgaben stehen mit ihren negativen auswirkungen in keiner realtion zum geringen positiven nutzen.

viel zu oft werden hausaufgaben von lehrern kopflos oder launisch erteilt, z.b. als kollektivstrafe.

während der größten sommerhitze, brummen die pauker den kindern das, was sie aufgrund der müdigkeit und schlappheit nicht in der schule schafften, für die wochenenden und nachmittage auf.
da sitzt es dann das kind am häuslichen schreibtisch mit hochrotem kopf und weint überseinen heften...

das schwimmbad kann man dann getrost vergessen, es sei denn man wäre so kühn....
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geloescht



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Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Optimistin!

Kühn sein ist in solchen Fällen angesagt ...

Ein bißchen Anarchie schadet nie Wink

Das Verweigern oder Umschiffen von idiotischen, unsinnigen und quälenden Aufgaben und Anweisungen halte ich sogar für eine äußerst wertvolle Lektion.

Gruß, Angelika
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Martian



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Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
das schwimmbad kann man dann getrost vergessen, es sei denn man wäre so kühn....


.... und setzt sich als Allein-Sorgeberechtigte (Mama, Papa oder Mama+Papa) mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht für das gebeutelte Kind über die Hausaufgaben hinweg, weil man nicht bereit ist:

a) unentgeldlich als verlängerter Arm der Schule zu fungieren

b) die Aufgaben der Angestellten mit zu erledigen, obwohl sie Festbezüge beanspruchen (Lehrer werden von unseren Steuergeldern bezahlt, also sind sie unsere Angestellten)

c) sich zum Buhmann für das Kind machen lassen möchte, wenn man die Forderungen der Schule am Nachmittag durchsetzen muss.


Ja, ja - diese Gedanken dürfen ruhig weiter entwickelt werden...

_________________
Einen schönen Tag wünscht

Martian
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biene maja



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Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 01.07.2006, 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo alle zusammen!

Also einfach ganz allgemein gegen Hausaufgaben zu schimpfen, finde ich nicht ganz richtig. Hausaufgaben sind nicht dazu da, die Aufgaben des Lehrers zu ersetzen, ganz und gar nicht. In geeignetem Umfang sind sie sehr wichtig und sinnvoll.

Für meine Prüfungen habe ich mir eine Zusammenstellung geschrieben, die in der Diskussion über Hausaufgaben vielleicht mal bedacht werden sollte.

Zunächst einmal die rechtlichen Vorgaben (bezogen auf Bayern):

Zitat:
? §17 Abs. 1 VSO:
> Hausaufgaben zur Einübung des Lehrstoffes
>Hausaufgaben dienen der Anregung zur eigenen Tätigkeit
? Art. 76 BayEUG:
>Pflicht der Erziehungsberechtigten, für pünktlich und gewissenhaft angefertigte Hausaufgaben zu sorgen
? Art. 58 Abs. 3 BayEUG, § 3 Abs. 3 und 4 LDO und § 6 Abs. 2 LDO:
>Bearbeitungszeit von HA eines durchschnittlich leistungsstarken Schülers: 1 Stunde
>Hauptschule: 1-2 Stunden
>Sonn- und Feiertage sind von Hausaufgaben freizuhalten

? Hausaufgaben müssen erteilt werden
? Hausaufgaben dürfen nicht zur Disziplinierung eingesetzt werden
? keine Leistungserhebung -> Noten sind unzulässig


(VSO: Volksschulordnung; BayEUG: Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz; LDO: Lehrerdienstordnung)

Gegen Hausaufgaben spricht...

Zitat:
? häufig sinnlose Routine -> dann ohne pädagogischen und didaktischen Sinn
? Kontrolle und Besprechung der HA kosten Unterrichtszeit
? keine nachweisliche Leistungssteigerung
? Belastung der ganzen Familie
? Elternhilfe verstärkt soziale Schichtenspezifika -> Schereneffekt
? Erzeugung negativer erzieherischer Wirkungen -> Angst, Druck, Lügen, Abschreiben, ?


Aber: Für Hausaufgaben spricht auch einiges:
Zitat:
? erzieherischer Wert
? zeitliche Entlastung für den Unterricht -> Einüben der gewonnenen Fähigkeiten und Fertigkeiten
? Vorbereitung des Unterrichts (Erkunden, Sammeln, Beobachten, Einlesen, ?)
? Beitrag zur Individualisierung des Unterrichts
? Leistungssteigerungen ermöglicht
? Kontrolle des individuellen Lernfortschritts möglich (?)
? Verbindung von Schule und Elternhaus
? Gewöhnung an regelmäßige und gewissenhafte Pflichterfüllung


Vor allen Dingen dienen Hausaufgaben der Übung. Wollen wir Hausaufgaben abschaffen, bräuchten wir eine Ganztagesschule.

Ich hoffe, ich überschütte euch nicht mit ungewollten Gedankenergüssen. Aber vielleicht interessiert euch ja auch noch die Ideensammlung, wie Hausaufgaben pädagogisch sinnvoll gestaltet werden können (ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken; die meisten Ideen habe ich nur aus verschiedenen Büchern oder Skripten zusammengetragen).

Zitat:
Pädagogisch sinnvolle Regeln

>Erteilung der Hausaufgaben nicht kurz vor Schulschluss
>Besprechung der Hausaufgaben
>Systematisches Notieren der Hausaufgaben im HA-Heft -> Achten darauf
>HA beziehen sich auf den Stoff der Stunde oder dienen der Vorbereitung kommender Stunden
>Hausaufgaben müssen Schüler ohne Hilfe erledigen können (-> Differenzierung!)
> Systematische und konsequente Kontrolle -> nicht Gefühl, umsonst gearbeitet zu haben
> Achten auf ordentliche und vollständige Erledigung der Hausaufgaben


Pädagogische Möglichkeiten
Motivierende Tätigkeiten
? Tätigkeiten zur Informationsgewinnung: suchen, sammeln, ausschneiden, interviewen, erkunden, lesen, ?
? Kreativ-produktive Tätigkeiten: basteln, bauen, handarbeiten, zeichnen, fotografieren, knobeln, ?

Schülerbezogene Hausaufgabeninhalte
? Spezielle Interessen und Fähigkeiten: Tierexperte, Musikspezialist, Bastler, ?
? Schüler bringen ihre unmittelbare Umgebung ein: Geschehnisse/Probleme aus dem Schuleinzugsbereich; Geschichte und Natur des Heimatraumes

Greifbare und konkrete Ziele
? Hausaufgaben als Beitrag zu Gemeinschaftsaktivitäten -> Briefwechsel, Projekte, Feste, Theaterstücke, Aufsätze
? Hausaufgaben mit dem Ziel individueller Bereicherung -> Anerkennung der eigenen Arbeit: positive Verstärkung (?Fachmann?)
? Ablesbare Leistungssteigerung durch:
> klare, begrenzte und erreichbare Lernziele
> Vermittlung von Lern und Arbeitstechniken

Flexible Hausaufgabenmodi
? Hausaufgaben nicht nur vom Lehrer aus oder aus dem Buch -> Schüler erfinden selbst Aufgaben
? Verbindlichkeit der Hausaufgaben:
> freiwillig - verbindlich
> Aufgaben über mehrere Tage
> Langzeithausaufgaben
? Differenzierung:
> Schwierigkeitsgrad
> Umfang
> Interesse
> Lerninhalte
? Variable Hausaufgabenkontrolle:
> Folie
> Aushang
> mündliche Berichte
> Partnerkontrolle
> Lehrerkontrolle




Ich verstehe, dass bei dieser Hitze wenig Motivation und auch Kraft für Hausaufgaben da ist. Daher versuche ich auch, möglichst wenig Hausaufgaben aufzugeben. Jeden Tag gibt's bei mir trotzdem nicht Hausi-frei (aber wenn, dann einfache und schnelle Übungen), weil sie einfach notwendig sind.

Liebe Grüße
Biene Maja
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biene maja



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BeitragVerfasst am: 01.07.2006, 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Übrigens: Ich habe mal ein Praktikum an einer Ganztagsschule gemacht. Dort wurde absichtlich am Freitag nicht auf Hausaufgaben verzichtet (Freitags war nur am Vormittag Unterricht.). Die Eltern dort wollten die Hausaufgaben, um einen Einblick zu bekommen, was die Kinder in der Schule überhaupt machen und wie sie stehen.
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Doris Carnap
Moderatorin


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BeitragVerfasst am: 02.07.2006, 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Biene Maya,

danke für deine Informationen. Besonders wichtig erscheinen mir "die pädagogisch sinnvollen Regeln" zum Umgang mit Hausaufgaben, aber auch die Punkte unter "pädagogischen Möglichkeiten" sind interessant - daran kann man ungefähr einschätzen, wie der Umgang mit Hausaufgabe bei den eigenen Kindern ist.

So weit ich weiß, ist Bayern das einzige Bundesland in dem Hausaufgaben nicht benotet werden dürfen. Das ist auch sehr sinnvoll, denn diese Vermischung von Lernprozess und Leistungsbewertung ist im höchsen Maße unprofessionell und belastet den Lernprozess unnötig.

Was kann dabei schiefgehen? Eigentlich soll ja im Unterricht in ein Thema eingeführt werden und zu Hause soll das Gelernte dann selbstständig angewendet werden, aber auch selbstständig neuer Stoff erarbeitet werden. Was ich häufig beobachtet habe ist, dass ein Lehrer ein neues Thema nicht gut genug eingeführt hat, weil er nicht gut erklären kann, die Schüler sich nicht mehr trauen Verständnisfragen zu stellen (denn da heißt es dann sofort 'du hast nicht aufgepasst). Und dann gibt es Hausaufgaben auf, die aus den Aufgabenbeispielen nicht wirklich hergeleitet werden können. Das entmutigt die Kinder leicht und dann ist der Einsatz der Eltern / Mütter gefragt, die dann mit ihrem 'laienhaften' Verständnis richten sollen, was dem Lehrer nicht gelungen ist! Viele Kinde machen da dicht, in der Pubertät sowieso und dann gibt es schnell die Note 'sechs', weil die Hausaufgaben nicht gemacht wurden. 'Clever' wie manche Schüler sind, werden sie dann morgens schnell die Hausaufgabe abschreiben, sie bekommen dasnn zwar gute Noten für die mündliche Mitarbeit, aber die Klassenarbeiten fallen dafür meist entsprechend schlecht aus!

Ein anderes Problem ist, dass viele Eltern gar nicht dazu in der Lage sind zu helfen, das führt zur sozialen Benachteilgung, die ja auch eine besondere deutsche Spezialität ist.

Sinnvolle Hausaufgabe sind sicher wichtig und werden von den Kindern akzeptiert. Aber viel zu häufig wird in das Klingeln hinein schnell noch eine Hausaufgabe aus dem Bauch heruas angesagt, das bekommen dann nicht mehr alle Kinder mit oder aber die Hausaufgabe scheint nicht wirklich sinnvoll, da geht dann das große Raten los.

Einen anderen Fehler wird bei der Hausaufgabenbesprechung gemacht, da werden die Schüler nach dem Ergebnis ihrer Mathehausaufgaben zum Beispiel gefragt, das ist dann richtig oder falsch. Das war es dann, warum etwas falsch ist, wird häufig gar nicht erforscht und die Chance aus den Fehlern zu lernen, wird vertan. Manche Lehrer sitzten vorne an ihrem Pult wie festgewachsen und schauen nie in die Hefte ihrer Schüler, um zu sehen auf welcher Verständnisstufe diese überhaupt sind!

Oder im Fach Deutsch soll zum Beispiel ein Aufsatz/Erörterung/ Nacherzählung... geschrieben werden, dann lesen ein paar Schüler ihre Arbeiten vor und das war es dann. Bei der Klassenarbeit schaut sich ein Lehrer zum ersten Mal an, was die Schüler wirklich können. Dabei sind dann vor allem die Jungen im Nachteil, weil sie so nicht lernen! In anderen Ländern ist es selbstverständlich, dass diese Arbeiten regelmäßig vom Lehrern eingesammelt werden, korrigiert werden, danach vom Schüler überarbeitet werden und in der Endfassung dann in den Computer getippt werden müssen, so dass wirklich jeder Schüler regelmäßig perfekte Arbeiten erstellt hat und erstellen kann.

Bei uns werden auch Klassenarbeiten geschrieben, obwohl ein Teil der Schüler keinen blassen Schimmer hat, um was es überhaupt geht und dem Lehrer das in einer etwa sechs Wochen dauernden Unterrichtseinheit gar nicht aufgefallen ist.

Meine Kinder haben großen Spaß daran, sich Wissensgebiete selbst zu erarbeiten, da sind sie hochmotiviert und zeigen gerne was sie können.

Doris
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biene maja



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BeitragVerfasst am: 02.07.2006, 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris,

du hast natürlich Recht, wenn du sagst, dass es leider häufig nicht so durchgeführt wird, wie es pädagogisch sinnvoll wäre. Gerade beim Aufgeben der HA wird oft nicht darauf geachtet, genügend Zeit zum Erklären zu lassen.

Dass in anderen Bundesländern Hausaufgaben benotet werden, habe ich nicht gewusst. Das ergibt ja auch wirklich keinen Sinn, denn die Ungleichheit (v.a. Hilfe der Eltern bei den Hausaufgaben) ruft ja eine große Ungerechtigkeit hervor! Das ist bei uns der Hauptgrund, warum die Hausaufgaben nicht benotet werden - ich weiß ja gar nicht, wer sie wirklich erledigt hat!

Zur Korrektur der Hausaufgaben muss ich sagen, dass ich dieses Jahr leider kaum im Klassenverband verbessert habe. Ich habe immer die Hefte eingesammelt und am Nachmittag selber korrigiert. Einerseits verschafft mir das zwar einen regelmäßigen Einblick in die Fähigkeiten der Kinder, andererseits sollen diese ja ihre eigene Verbesserungsfähigkeit schulen, was bei mir eindeutig zu kurz kam. Ich habe es einfach nicht geschafft, ich bin mit meinem Stoff sowieso nicht hinterhergekommen Sad
Idealtypisch wäre für mich, dass die Hefte grundsätzlich in der Klasse kontrolliert werden (evtl. Partnerkontrolle) und ich jedesmal 2-3 Hefte bei mir habe, die ich selber durchsehe. So habe ich von jedem Kind immer wieder die Hausaufgabe vor mir. Trotzdem lernen die Schüler, ihre Aufgaben selber zu verbessern.

Übungs-Aufsätze werden bei uns (heißt bei allen Lehrern, die ich kenne) allerdings grundsätzlich korrigiert und mit Hinweisen zur Verbesserung versehen. Von den Kindern werden sie verbessert und in Reinschrift aufgeschrieben. Bei einigen Lehrern sogar 2x, damit die Reinschrift wirklich sauber ist (was ich jedoch zu viel finde, weil so die Lust am Geschichtenschreiben verloren geht - meiner Meinung nach).
Vor einem Probeaufsatz werden i.d.R. 2 Übungsaufsätze geschrieben und verbessert. Außerdem bekommen die Kinder bei mir unter mindestens einen Übungsaufsatz ein Auswertungsblatt mit Punkten, das bereits so aufgebaut ist wie auch beim Probeaufsatz. Darauf sehen sie genau, was sie gut gemacht haben und was ihnen fehlt. Ein kurzer Kommentar ergänzt das Ganze (meist eine positive Sache und ein Tipp zum Verbessern).


Liebe Grüße

Biene Maja
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 02.07.2006, 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Biene Maya,

es ist wichtig, dass ein Lehrer weiß, wie der Lernprozess der Schüler abläuft, was die Schüler verstanden haben und wo es noch mangelt und entsprechend die Schüler unterstützt, die noch Schwierigkeiten haben. Wie er zu diesen Erkenntnissen gelangt ist für mich nicht entscheident, aber dass er dazu gelangt ist wichtig.

Das wünschte ich mir auch:
Zitat:
"Übungs-Aufsätze werden bei uns (heißt bei allen Lehrern, die ich kenne) allerdings grundsätzlich korrigiert und mit Hinweisen zur Verbesserung versehen. Von den Kindern werden sie verbessert und in Reinschrift aufgeschrieben. Bei einigen Lehrern sogar 2x, damit die Reinschrift wirklich sauber ist (was ich jedoch zu viel finde, weil so die Lust am Geschichtenschreiben verloren geht - meiner Meinung nach)."
Die letzte Fassung wurde in der International School, die mein älterer Sohn von 1994-1997 besuchte, in den Computer getippt, da waren dann die Rechtschreibfehler einfacher zu korrigieren und alle Schüler hatten eine saubere, sorgfältig erledigte Arbeit vorliegen.

In den Grundschulen werden durchaus noch Übungsarbeiten korrigiert. Ich habe einige Male bei Elterngesprächen und -abenden (Gymnasium) vorsichtig darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, dass Übungsarbeiten vom Lehrer wenigstens einmal überarbeitet und korrigiert werden, damit die Schüler ihre Schwächen erkennen. Meist waren die Lehrer empört über dieses Ansinnen, das ja eine (unzumutbar empfundene) Mehrarbeit von ihnen forderte. Oder es wurde gesagt Schüler, die wollen können ihre Übungsarbeiten gerne freiwillig einreichen. Nur welcher Schüler in der Pubertät macht das freiwillig?

Sind bayrische Lehrer fleißiger oder ist es auch in anderen Bundesländern üblich, das Übungsarbeiten an weiterführenden Schulen durch den Lehrer korrigiert werden, wie Biene Maya es beschreibt?

Doris
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biene maja



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BeitragVerfasst am: 02.07.2006, 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

Entschuldige, Doris, ich glaube, das war ein Missverständnis. Die Lehrer, die ich kenne (außerhalb meiner eigenen Schulzeit) sind alle Grundschullehrer. Ich habe also nur von diesen gesprochen.

Soweit ich mich erinnern kann, war es bei mir damals sehr unterschiedlich mit dem Korrigieren. Mathe wurde immer in der Schule verbessert, so wie du es gesagt hast (richtig oder falsch, mehr nicht). Bei den Aufsätzen weiß ich es gar nicht mehr. Ich kann mich daran erinnern, dass wir auch Übungsaufsätze vor den Schulaufgaben geschrieben haben, aber inwieweit diese verbessert wurden, kann ich mich nicht mehr erinnern.

Liebe Grüße
Biene Maja
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 02.07.2006, 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

Stimmt, ist ein Mißverständnis - ich hab dich mit Tina verwechselt, die in der Hauptschule unterrichtet Smile
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schultid



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BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 15:29    Titel: hausaufgaben - sinn + unsinn Antworten mit Zitat

nach meiner erfahrung machen hausaufgaben durchaus sinn, wenn sie spaß machen. da hat schule mehr zu lernen als unsere kinder.
als schülerin haben mir besonders strafarbeiten spaß gemacht. an unserer realschule mit einem reformpädagogik-begeisterten schulleiter trugen sie alle den titel: du bist mitverantwortlich. es ging dabei um die selbsteinschätzung des eigenen verhaltens und handelns und die fremdwirkung auf andere.
nur widerwillig und oft gar nicht habe ich routine-hausaufgaben erledigt: "Übungen", "Vokalbelnlernen". lieber bin ich länger geblieben - nachsitzen. das war wenigstens mit anderen zusammen. dementsprechend verstehe ich hausaufgaben nicht als ersatz für ein ganztagsangebot an schulen. hausaufgaben verlangen mehr, nämlich die selbst- und allein-organisation. da sind selbst erwachsene mit überfordert.
auch mein sohn macht sehr ungerne hausaufgaben, aber als guter junge macht er sie wenigstens. gott sei dank, das problem haben wir also nicht. wenn ich aber seh, was er machen muss, kann ich verstehen, dass er amliebsten die brocken hinschmeißen würde. da fordert ihn sein englisch-lehrer übers englisch-übungsbuch auf, "ask your partner". dieses buch ist mehr als 20 jahre alt, aber immer noch moderner als der heutige englisch-unterricht. denn der lehrer fordert die übung schriftlich als hausaufgabe und selbstverständlich ohne partner, als selbstverfasstes drehbuch oder rollenspiel!
vorteil der hausaufgaben allgemein, mein sohn beschäftigt sich am nachmittag wenigstens 30-60 min. mit einem schulthema und sitzt nicht nur vorm fernseher oder computer rum.
mein verbesserungsvorschlag: hausaufgaben fürs selbständige! lernen nutzen, dh nicht in der schule diktieren, sondern zur wahl stellen. wer bringt was zum thema in den nächsten unterricht mit? und das aus der echten welt, statt aus der schul-scheinwelt mit ihren veralteten büchern. das mitgebrachte material kann durchaus mündlich sein, erzählungen, berichte usw. "ask your partner..., eltern, großeltern, freunde nachbarn usw, guckt in die zeitung, hört radio, seht fern! wenn´s dafür zur belohnung auch noch gute noten gäbe, wie gern würden unsere kinder dann hausaufgaben machen und wieviel könnten sie daraus lernen?
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Landys



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Bundesland: Sachsen

BeitragVerfasst am: 04.11.2006, 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde HA ganz sinnvoll, das Kind kann Erlerntes umsetzen und ich als Mutti kann evt.Schwierigkeiten rechtzeitig erkennen.Ich versuche immer die HA-Anfertigung zeitmässig einzugrenzen, breche im Bedarfsfall ab und schreibe diese Bemerkung unter die HA. Ich glaube, die Lehrer meiner Tochter haben sich schon daran gewöhnt, denn es kommen keine anzüglichen Bemerkungen mehr zurück.
Befremdend allerdings sehe ich , wie Lehrer Kinder (lernschwache) absichtlich überfordern, dies aber nicht einsehen wollen.
Ich erhielt am Anfang eines Schuljahres einen Elternbrief (nur für mich),indem stand;..."M.muss den Unt.stoff der 2.Klasse nachholen,weil der Lehrplan von mir nicht geschafft wurde,...4mal in der Woche Unt.stoff 2.Klasse nachholen,jeden Tag Unt.stoff der 3.Klasse üben - die tägliche HA-anfertigung hatte die Lehrerin wahrscheinlich vergessen (auch Lehrer sind nicht fehlerfrei).
Aber wie gesagt - HA können auch die Kreativität,Selbständigkeit fördern.Ich glaube HA machen nur uns Eltern Stress, nicht dem Schüler.
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nanni



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Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 06.11.2006, 00:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe inzwische nur noch eines,

nämlich, dass die Eltern den Kindern nachmittags beibringen sollen, was die Kinder eigentlich in der Schule lernen müssen, oder durch teuren Nachhilfeunterricht ergänzen.

Womit wir wieder beim Konstrukt Geldbeutel-Bildung landen ??!!

Twisted Evil nanni
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Doris Carnap
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Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 11.11.2006, 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ein passender Beitrag zum Thema im Hamburger Abendblatt:
Zitat:

Mama, was ist noch mal Deflation?
Neue Rechtschreibregeln, Englisch-Grammatik, Mathe-Formeln: Mütter sollen bei den Hausaufgaben alles wissen. Pisa setzt Eltern unter Druck, aber gleichzeitig wächst das Weltwissen ständig. Das Ergebnis sind FRAUEN AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS...

http://www.abendblatt.de/daten/2006/11/04/634286.html


Doris
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