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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 01.06.2006, 12:07    Titel: Kleiner Ausschnitt Antworten mit Zitat

Endlich....
.....mal Zeit für mich selbst, die nutze ich jetzt um mich wenigstens mal vorzustellen


Ich bin 44 Jahre jung, noch, verheiratet, lebe mit meiner "kleinen" chaotischen Familie auf dem Lande, ein kleiner Ort.

Von meinen fünf Kinder sind drei als hochbegabt diagnostiziert, unser jüngster hat eine isolierte Rechtschreibschwäche und eine Tochter hat seit Geburt eine geistige Behinderung. Ich kümmere mich täglich um ein kleines Familienunternehmen, was mir manches Mal zwar die Luft zum Atmen nimmt, aber keine großartige Herausforderung darstellt. Nach dieser suche ich noch!!

Vor zwei Jahren haben wir eine weitere Person in unsere Familie aufgenommen, das nennt sich psychiatrische Familienpflege. Anstrengend aber auch interessant. Mich interessiert die Psyche des Menschen und es ist ein schönes Gefühl einem Menschen ein Zuhause zu geben und sich dafür einzusetzen, diesem Menschen zu einem vielleicht wieder "normalen" Leben zu verhelfen. Bin auch egosistisch an der Sache um das mal so zu nennen, es fordert mich irgendwie heraus. Auch die Gespräche mit dem Fachleuten, wie Psychiater und Sozialpädagogen, man lernt neues dazu.

Hochbegabung wurde für uns im Jahre 1998 Thema unseres Lebens. Meine Tochter wurde eingeschult. Nach einigen Tagen musste oder sollte ich zur Schule, weil meine Tochter angeblich schon lesen konnte, ich habe davon echt nie wirklich was gemerkt. Ich solle lt. Lehrerin gefälligst unterlassen derartiges mit meinem Kinde anzustellen. Schock, ich tat nichts!! Nicht lange und das Gezeder begann. Die Kleine weinte an den Nachmittagen bei den Hausaufgaben, verweigerte die Wiederholungen, es war ein Dilemma für das Kind und für mich. Im Unterricht war Kathy das liebe Mädchen, na ja, bis auf das "Besserwissen", sie hatte keine Mühe, die Lehrerin zu korrigieren sobald diese etwas für sie unrichtiges an die Tafel schrieb. Proben waren für Kathy keine Aufgabe, sie langweilte sich. Natürlich richteten wir unser Augenmerk auf die Bewertungen, die ja immer eine Note 1 bedeuteten, somit nahm man auch zuerst mal das Jammern irgendwie in Kauf, denn die Noten waren ja okay, ja damals dachten wir wirklich so...... !!

Ein Auf und Ab, die Lehrer meinten alle, "ach das wird schon", sie werden sehen, in spätestens der dritten Klasse bekommt auch sie ihre Probleme, da gibt es dann richtige Noten und sie wird zu kämpfen lernen müssen. Ich hatte kein gutes Gefühl mehr. Doch damals war ich noch in die Diagnosen der Ärzte und Psychologen meiner älterern Kinder vertieft, mein ältester, heute 25 wurde als lernbehindert eingestuft und meine Tochter, heute 20, hatte und hat die geistige Behinderung. So kam es schon mal bei meiner Tochter heute 14 und meinem Sohn, heute 15, zu einer Einschulung mit fast 7 Jahren, natürlich auch auf Anraten der KIGA Leiterin.

Im Schuljahr 2000/01 kam Kathy dann in die dritte Klasse und es war die Hölle, es steigerte sich mit der Langeweile, die aber dann in Weinkrämpfe und auch schon mal Depressionen ausartete, aber immer noch nur Note 1, keine großen Probleme im Unterricht, sehr angepasst und somit unauffällig, ausser einer Mutter, die angeblich spinnt. Die Situation spitze sich immer mehr zu. Der Schulpsychologe, denn ich dann um Hife bat, testet zwar angemeldet, zur Mittagszeit, kurz nach dem Unterricht meine Tochter und nach 40 Minuten Testzeit folgte ein Gespräch. Nun, sprach er, ihre Tochter ist sehr impulsiv und er könne den Test nicht überbewerten, weil sie auch abblockte, aber er tendiert als Diagnose zu einer Hypoaktivität. Klasse, was soll das denn sein, ja, das konnte er mir nicht genau erklären, bingo, und empfahl mir einen Psychiater für meine Tochter. Nein, dachte ich, das hatte ich all die Jahre mit meinem ältesten durch und bis dato auch keine Diagnose bekommen, doch, Diagnosen schon, aber die wechselten wie jemand die Unterhosen wechselt, die Ärzte und Pschologen wie Psychiater kamen zu keiner richtigen Diagnose.

Über eine Ergotherapeutin, wegen unserem jüngsten, bekam ich einen Psychologen empfohlen. Beim ersten Termin brauchte ich nicht viele Worte und wurde sofort verstanden. Kathy wurde noch mal getestet und erreichte Prozentrang 99, eine allgemeine intellektuelle Hochbegabung, die nur von 1 % der Altersgruppe übertroffen wird. Der Psychologe empfahl einen Sprung nach der dritten Klasse Grundschule an das Gymnasium. Das geschah dann auch und meinem Kind ging es erst mal besser. Heute sind beide Underachiever und leiden immer wieder an psychosomatischen Beschwerden. Mein ältester hat sich dann auf meinen Wunsch hin testen lassen und bekam ein Hochbegabung diagnostieziert, nachdem er eine Schule für Lernbehinderte besuchte, eine Ausbildung zum Schreiner unter psychologischer Betreuung abschließen konnte. Er hatte im Februar diesen Jahres einen Suizidversuch unternommen.

Mein Leben hat sich vor einigen Jahren komplett verändert für mich. Ich lebte in einer mir fremden Welt und dachte ich gehöre dort hin, presste mich in diese Rolle, wurde zum Teil von überbehüteten Eltern so erzogen.

Vor zwei Jahren habe ich mit meiner Freundin Sabine Hartmann die Selbsthilfegruppe Intellegimus(www.intellegimus.de) gegründet. Mir macht es Freude, mich mit allen anderen Menschen auszustauchen. Vor allem gilt mein Einsatz für die Kinder, ich, wie Sabine und die anderen Eltern unserer Selbsthilfegruppe setzen uns für eine bessere Schule für jedes Kind ein und vor allem aber auch für die Förderung von Hochbegabten, besonders Underachiever. Halte absolut nichts von Wiederholungen von Jahrgangsstufen und von Noten.


Meine Interessen sind zusätzlich noch Lesen, Fachliteratur, alles was mit Psychologie zu tun hat.

Nun habe ich soviel geschrieben und überlege just in dem Moment ob überhaupt eine richtige Vorstellung meiner Person dabei war.......na ja ich lerne noch dazu..... Idea Wink

Ich bin gerne Moderatorin bei EMGS und hoffe mit meinen gemachten Erfahrungen und mein heutiges Wissen über Hochbegabung und die daraus(vielleicht) entstandenen Probleme anderen etwas helfen kann.

In diesem Sinne

liebe Grüße

Marlene Mayer
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Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
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