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2. verschaerfter Verweis immer liegt es nur an unserem Sohn

 
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nanni



Anmeldedatum: 25.02.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 17:37    Titel: 2. verschaerfter Verweis immer liegt es nur an unserem Sohn Antworten mit Zitat

Sohn 12 Jahre alt 1,75, Uebergewicht, bis zum Beginn der 3. Klasse normalgewichtig, Kind lebhaft aber intelligent / nachgewiesen.
1. und 2. Klasse Grundschule verstaendnisvolle Lehrerin, Kind auffaellig, aber in den Griff zu kriegen.

3. und 4. Klasse der ultimative Alptraum, die Schrift wurde kragelig, null Leistung, enorme Gewichtszunahme, Kind angeblich nicht normal, zu Hause keine Probleme, Freunde aus der Klasse keine Probleme, nur die beiden Klassenleiter, eine musste dann gehen.
Absichtlich schlechte Beurteilung im Uebertrittszeugnis obwohl bei einer Kur ausdruecklich die Freundlichkeit und Hoeflichkeit unseres Sohnes bestaetigt wurde, Schulpsychologin plaudert bei der Schulleitung, aber von niemanden Hilfe, obwohl die Klassenkameraden sagen, dass unser Kind nicht anders als andere Buben auch ist, auch bei Schulausfluegen offensichtlich. Kind wird immer unruhiger, weint.

Trotzdem am Gymnasium probiert dachte hier zaehlt die Leistung und Talent wird erkannt .... 3 und 4 im Probeunterricht, Schule einfach nicht genommen, Ministerialbeauftragter falsche Aussage, heute definitiv erfahren, dass das Wohnortnaechste Gymnasium haette nehmen muessen.
1. Jahr Hauptschule, wird geschlagen von anderen Mitschuelern / keine Hilfe...sondern Trainingsraum

2. Mal Probeunterricht, wieder 3 und 4, wird genommen

nur 1. verschaerfter Verweis wegen Hausaufgaben, Kind hat daraus gelernt und macht seine Hausaufgaben jetzt sehr gut, Noten im vorderen Drittel, gleich danach zweiter verschaerfter Verweis mit Androhung Disziplinarverfahren wegen Koerperverletzung, wegen kleiner Rempelei mit Tischnachbar, Mutter und Kind sagen aus, nichts passiert, Schulleitung will Kind los werden, wegen der Groesse sei er eine Gefahr, obwohl mit den Lehrern gutes Einvernehmen besteht und schon laenger mehrfach besprochen ist, dass das Kind zur Kur kommen soll und in aerztlicher Behandlung ist. Kind bei Kameraden in Klasse gut integriert. Andere Eltern sehen keine Probleme.

Ist das noch verhaeltnismaessig , wie kann man hier nocverhandeln / wollen auf jeden Fall Schulwechsel verhindern / Kind gefaellt gut an Schule Question Sad
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nanni



Anmeldedatum: 25.02.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Habe noch etwas vergessen,

Kind wird immer unsicherer und tappt nun von einem Fettnaepfchen ins naechste. Sind sicher, wenn der Druck ganz herausgenommen wuerde und guter Kontakt mit den Lehrern, wuerde sich unser Sohn mit der zeit durch den positiven Umgang aendern / hat sich schon viel getan / aber wir fuerchten mann laesst ihm nicht genuegend Zeit.

Neutral
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 28.02.2006, 01:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nanni,


erst einmal herzlich Willkommen im Forum der EMGS.

Verhältnismäßig sind solche "Vorgänge" ganz sicher nicht.

Dem Bericht nach zu urteilen will die Schulleitung das Kind tatsächlich einfach nur loswerden.

Hat die Schulleitung schriftlich geäußert, dass der Junge wegen seiner Größe eine Gefahr darstellt?

Alleine diese Aussage ist schon unglaublich!

Warum ist das Kind in ärztlicher Behandlung?

Eventuell kann es sinnvoll sein, sich an den Kinderschutzbund zu wenden. Die Mitarbeiter können beratend und vermittelnd tätig werden:

http://www.dksb.de/

Im Saarland ist der Kinderschutzbund recht aktiv und gibt auch Hilfestellung. In anderen Regionen soll der Kinderschutzbund eher auf Lehrerseite stehen, wie mir berichtet wurde. Dies betrifft insbesondere Rheinland-Pfalz.

Wie das jetzt in Eurem Bundesland ist, kann ich nicht beurteilen. Daher einfach einmal einen Beratungstermin vereinbaren.

Gegen die Verweise auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Wenn die Mutter und das Kind einverstanden sind, diese Aussagen unbedingt schriftlich fixieren.

Liebe Grüsse

Petra Litzenburger
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 28.02.2006, 07:55    Titel: 2. verschaerfter Verweis immer liegt es nur an unserem Sohn Antworten mit Zitat

Hallo Nanni,

du schreibst, dass dein Sohn zwei 'verschärfte Verweise' bekommen hat.

Den ersten, weil er die Hausaufgaben nicht gemacht hat: Soll das heißen, der Schulleiter hat einen 'verschärften Verweis' erteilt, wegen nicht gemachter Hausaufgaben? Jedenfalls hat dein Sohn daraus gelernt und er macht jetzt seine Hausaufgaben.

Den zweiten, weil er in eine ( kleine) Rempelei mit dem Tischnachbar verwickelt war, dabei wird ein Disziplinarverfahren wegen Körperverletzung angedroht. Du hast den Eindruck hier wurde überreagiert von Seiten der Schulleitung, weil der Schulleiter deinen Sohn loswerden möchte. Dein Sohn fühlt sich als Sündenbock, dem jede Kleinigkeit angehängt wird.

Warum hat der Klassenlehrer diese Angelegenheit nicht intern lösen können? Was ist denn bei dieser Rempelei passiert? Wurde der Sitznachbar verletzt?

Wie ist an eurer Schule die Regel für verschärfte Verweise, wieviel Verweise braucht man für einen verschärften Verweis? Der nächste verschärfte Verweis führt dann schon zu einem Schulverweis?

Doris Carnap
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nanni



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Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 01.03.2006, 13:12    Titel: zu 2. verschärfter Verweis Antworten mit Zitat

Hallo,

erstmal herzlichen Dank für Ihre Anworten auf mein Problem.

An diesem Gymnasium gibt es offenbar keine feste Regelung der Handhabung mit Verweisen.

Mündlich wurde mir erläutert, dass es bereits nach einem Verweis und einem Hinweis nach § 128 GSO einen verschärften Verweis gibt.
Dann wird offenbar gleich zum nächsthöheren Mittel gegriffen, also dann wieder ein verschärfter Verweis. Und dann anstelle des dritten verschärften Verweises der Disziplinarausschuss.

Von einer Lehrkraft haben wir dann aber wieder erfahren, dass es doch immer sehr darauf ankommt, um was es sich handelt.

Mit kommt das auch ziemlich merkwürdig vor, da ein paar andere Buben schon sechs oder sieben Verweise haben ohne deswegen einen verschärften Verweis erhalten zu haben.

Ich glaube, wie gesagt, dass dies der Schulleiter ziemlich willkührlich handhabt, habe aber mal irgendwo gelesen, dass das tatsächlich auch in seinem Ermessen liegt.

Es ist auch alles so ungeheuer schnell gegangen - innerhalb von ca. 1 1/2 Wochen, zwei oder drei Hinweise (von derselben Lehrerin) - bei dem wir beim ersten Brief sofort einen Termin mit der Schule ausgemacht haben - und der verschärfte Verweis, weil unser Sohn sein Hausaufgabenheft nicht vorgezeigt hat.
Bei einer Nacharbeit, die ebenfalls innerhalb dieser äußerst kurzen Zeit angesetzt war, war keine Lehrkraft vorhanden und ihm wurde auch nicht gesagt, was er nach zu arbeiten hätte.

Eine akute ärztliche Behandlung liegt nicht vor, allerdings Beobachtung, jedoch konkret der Kurantrag (war schon kurz vorher).

Die Schulleitung weiß das auch.

Bei dem zweiten verschärften Verweis war es wirklich nur eine leichte Rempelei, der die Lehrkraft auch noch den Rücken zugedreht hatte - nach eigener Aussage.
Die Kinder haben sich dann auch sofort bei der Lehrkraft entschuldigt und auch gegenseitig, aber nein - sofort ab zum Schulleiter.

Und hier, so das wörtliche Argument, er könne es nicht verantworten, welche Masse hier auf 1/4 der Masse treffen würde.

Wie gesagt, unser Sohn ist keineswegs dafür bekannt, andere Kinder mutwillig zu schlagen und die Mutter des anderen Kindes (bei der wir anriefen um uns zu entschuldigen) wußte gar nichts von der Verletzung und auch das Kind (ein Freund unseres Sohnes) hat dies nie behauptet.

Wir haben das alles der Schulleitung schriftlich mitgeteilt und um ein Gespräch, auch im Beisein der Unterstufenbetreuerin gebeten, schaun mal, was dabei herauskommt.

Für unser Kind ist das alles natürlich sehr schlimm, gerade jetzt wo er so dringend mal etwas Beständigkeit bräuchte. Trotz dem ungeheueren Druck hat er neulich wieder eine der besten Stegreifaufgaben in der Klasse geschrieben - so etwas muss doch eigentlich auch erkannt werden.

Heißt eigentlich Disziplinarausschuss gleich "Rauswurf" oder "Versetzung in die Parallelklasse" (was auch nicht gut wäre, da sich unser Sohn in der Klassengemeinschaft sehr wohl fühlt) oder kann sowas mit entsprechender Unterstützung durch den Klassenleiter auch mal mit einer einfachen Rüge ausgehen, wenn der Sachverhalt korrekt aufgezeigt wird. ???

Weiß noch jemand vielleicht einen Rat ?

Gruß nanni Question
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nanni



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Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 01.03.2006, 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Noch etwas, es ist so, dass sich unser Sohn keineswegs als Sündenbock fühlt, er jammert diesbezüglich auch nicht, sondern es geht uns eher darum, dass wir befürchten, dass er durch seine körperliche Überlegenheit durchs Raster fällt - ist aber scheinbar in Bayern nicht unüblich.
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nanni



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Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 01.03.2006, 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt ist mir noch was eingefallen,

wenn der behandelnde Arzt per Attest bestätigen würde, dass unser Sohn gerade unter sehr starker psychischer Belastung leidet - was ja auch stimmt, obwohl er das nie zugeben würde - könnte das die Schule erst mal etwas ausbremsen ??
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Doris Carnap
Moderatorin


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BeitragVerfasst am: 01.03.2006, 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nanni,

die Aussage des Schulleiters "er könne es nicht verantworten, welche Masse hier auf 1/4 der Masse treffen würde" empfinde ich skandalös.

Gerade bei den 12 - 14 jährigen gibt es extreme Unterschiede im Wachstum. Manche Kinder sind mit 12 Jahren schon weit entwickelt, groß und sehr kräftig, während in der gleichen Klasse Kinder sind, die von der Größe her in die Grundschule passen würden und manchmal auch noch ausgesprochen zart sind. Vor diesem Hintergrund Gewicht und Größe als besonders Gefahrenpotential zu sehen, das zu einem Schulausschluss führen kann, erscheint mir unglaublich, ich vermisse den "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit".

Handelt es sich bei der Rempelei und den nicht gemachten Hausaufgaben, um die gleiche Lehrerin?

Ich kopiere mal die entsprechende Regelung aus dem BayEUG hier rein. Es ist zwar richtig, dass die Verantwortung wie mit Ordnungsmaßnahmen umgegangen wird den Schulen überlassen wird, aber trotzdem gibt es Regelungen, die zu kennen wichtig sind.

Abschnitt XIV
Ordnungsmaßnahmen als Erziehungsmaßnahmen
Art. 86
Ordnungsmaßnahmen als Erziehungsmaßnahmen
(1) Zur Sicherung des Bildungs- und Erziehungsauftrags oder zum Schutz von Personen und Sachen können nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit Ordnungsmaßnahmen gegenüber Schülerinnen und Schülern getroffen werden, soweit andere Erziehungsmaßnahmen nicht ausreichen.

(2) 1 Ordnungsmaßnahmen sind:

1. der schriftliche Verweis durch die Lehrkraft oder die Förderlehrerin bzw. den Förderlehrer,
2. der verschärfte Verweis durch den Schulleiter,
3. die Versetzung in eine Parallelklasse der gleichen Schule durch den schulleiter,
4. der Ausschluss in einem Fach für die Dauer von bis zu vier Wochen durch den Schulleiter,
5. der Ausschluss vom Unterricht für drei bis sechs Unterrichtstage, bei Berufsschulen mit Teilzeitunterricht für höchstens zwei Unterrichtstage, durch den Schulleiter
6. der Ausschluss vom Unterricht für zwei bis vier Wochen (ab dem neunten Schulbesuchsjahr bei Vollzeitunterricht) durch die Lehrerkonferenz,
7. bei Pflichtschulen die Zuweisung an eine andere Schule der gleichen Schulart auf Vorschlag der Lehrerkonferenz durch die Schulaufsichtsbehörde,
8. die Androhung der Entlassung von der Schule durch die Lehrerkonferenz,
9. die Entlassung von der Schule durch die Lehrerkonferenz (Art. 87),
10. der Ausschluss von allen Schulen einer oder mehrerer Schularten durch das zuständige Staatsministerium (Art. 88). 2 Eine Ordnungsmaßnahme in elektronischer Form ist ausgeschlossen.

(3) 1 Andere als die in Absatz 2 aufgeführten Ordnungsmaßnahmen sowie die Verhängung von Ordnungsmaßnahmen gegenüber Klassen oder Gruppen als solche sind nicht zulässig. 2 Körperliche Züchtigung ist nicht zulässig.

(4) 1 Gegenüber Schulpflichtigen in Pflichtschulen sind die Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 8 bis 10 nicht zulässig. 2 Die Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 8 und 9 sind jedoch gegenüber Schulpflichtigen in Berufsschulen, die in keinem Ausbildungsverhältnis stehen, sowie gegenüber Schulpflichtigen zulässig, die die Hauptschule nach Beendigung der Vollzeitschulpflicht besuchen.

(5) 1 Die Ordnungsmaßnahme der Versetzung in eine Parallelklasse (Absatz 2 Nr. 3) kann auch neben den Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 1, 2, 4, 5, 6 und 8 angewandt werden. 2 Im Fall einer Ordnungsmaßnahme nach Absatz 2 Nr. 6 oder Nr. 8 entscheidet über eine zusätzliche Ordnungsmaßnahme nach Absatz 2 Nr. 3 die Lehrerkonferenz.

(6) Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nr. 4 sind nur zulässig, wenn der Schülerin oder der Schüler durch schwere oder wiederholte Störung des Unterrichts in diesem Fach, Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 6 bis 10 sind nur zulässig, wenn der Schülerin oder der Schüler durch schweres oder wiederholtes Fehlverhalten die Erfüllung der Aufgabe der Schule oder die Rechte anderer gefährdet hat.

(7) Außerschulisches Verhalten darf Anlass einer Ordnungsmaßnahme nur sein, soweit es die Verwirklichung der Aufgabe der Schule gefährdet.

(8) 1 Vor der Anwendung von Ordnungsmaßnahmen ist der Schülerin bzw. dem Schüler, bei Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 3 bis 10 zusätzlich auch den Erziehungsberechtigten der Schülerin bzw. des Schülers, Gelegenheit zur Äußerung zu geben, bei Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 7 bis 10 auf Antrag persönlich in der Lehrerkonferenz. 2 Die Schülerin oder der Schüler und die Erziehungsberechtigten können eine Lehrkraft ihres Vertrauens einschalten. 3 Bei der Einleitung des Anhörungsverfahrens sind die Berechtigten auf das Antragsrecht nach Satz 1 und die Möglichkeiten nach Satz 2 hinzuweisen.

(9) 1 Bei Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 6, 7 und 8 wirkt auf Antrag eines Erziehungsberechtigten der Schülerin oder des Schülers oder der volljährigen Schülerin oder des volljährigen Schülers der Elternbeirat mit. 2 Die Stellungnahme des Elternbeirats ist bei der Entscheidung zu würdigen. 3 Entspricht die Lehrerkonferenz nicht der Stellungnahme des Elternbeirats, so ist dies gegenüber dem Elternbeirat zu begründen; im Fall der Ordnungsmaßnahme nach Absatz 2 Nr. 7 ist die Stellungnahme des Elternbeirats dem Vorschlag der Lehrerkonferenz an die Schulaufsichtsbehörde beizufügen.

(10) Die aufschiebende Wirkung von Widerspruch und Anfechtungsklage gegen Ordnungsmaßnahmen nach Abs. 2 Satz 1 Nrn. 3 bis 10 entfällt.

(11) Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung das Verfahren bei Ordnungsmaßnahmen, insbesondere bei der Anhörung der Beteiligten und bei der Feststellung des Sachverhalts, sowie sonstigen Erziehungsmaßnahmen zu regeln; als Erziehungsmaßnahme kann bei nicht hinreichender Beteiligung der Schülerin oder des Schülers am Unterricht auch eine Nacharbeit unter Aufsicht einer Lehrkraft vorgesehen werden.

Art. 87
Entlassung

(1) 1 Die Entlassung einer Schülerin oder eines Schülers kann die Lehrerkonferenz nur mit mindestens zwei Dritteln der Stimmen ihrer anwesenden stimmberechtigten Mitglieder beschließen. 2 Die Lehrerkonferenz ist beschlussfähig, wenn mindestens zwei Drittel ihrer stimmberechtigten Mitglieder anwesend sind. 3 Auf Antrag eines Erziehungsberechtigten der Schülerin oder des Schülers oder der volljährigen Schülerin oder des volljährigen Schülers wirkt der Elternbeirat im Entlassungsverfahren mit; hierauf ist bei Einleitung des Anhörungsverfahrens hinzuweisen. 4 Die Stellungnahme des Elternbeirats ist bei der Entscheidung zu würdigen. 5 Entspricht die Lehrerkonferenz nicht der Stellungnahme des Elternbeirats, so ist dies gegenüber dem Elternbeirat zu begründen. 6 Hat sich der Elternbeirat mit einer Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder gegen die Entlassung ausgesprochen, so kann die Entlassung nur im Einvernehmen mit der zuständigen Schulaufsichtsbehörde ausgesprochen werden.

(2) Im Entlassungsverfahren ist nach Lage des Falls der Schularzt oder der zuständige Schulpsychologe zur gutachtlichen Äußerung beizuziehen.

(3) 1 Eine entlassene Schülerin oder ein entlassener Schüler kann an einer anderen Schule aufgenommen werden. 2 In die früher besuchte Schule darf sie bzw. er frühestens ein halbes Jahr nach der Entlassung, aber nur zu Beginn des Schuljahres, wieder eintreten; Voraussetzung ist, dass er sich inzwischen tadelfrei geführt hat und andere öffentliche Schulen der gleichen Schulart und Ausbildungsrichtung am Ort oder in zumutbarer Entfernung nicht besucht werden können. 3 Eine nach Art. 86 Abs. 4 Satz 2 entlassene Berufsschülerin oder ein nach Art. 86 Abs. 4 Satz 2 entlassener Berufsschüler ist bei Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses an der zuständigen Berufsschule wieder aufzunehmen; Gleiches gilt auf Antrag der Schülerin bzw. des Schülers auch ohne Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses frühestens drei Monate nach der Entlassung, wenn ein regelmäßiger Schulbesuch zu erwarten ist.

(4) Für Schülerinnen oder Schüler, die bereits zweimal entlassen wurden, ist die Aufnahme in eine andere Schule der gleichen Schulart nur vom nächsten Schuljahr an mit Genehmigung des zuständigen Staatsministeriums zulässig, das auch die Schule bestimmt.

Art. 88
Ausschluss

(1) 1 Sind bei einer zur Entlassung führenden Verfehlung Tatumstände gegeben, die die Ordnung oder die Sicherheit des Schulbetriebs oder die Verwirklichung des Bildungsziels der betreffenden Schulart besonders gefährden, so hat die Lehrerkonferenz unmittelbar nach dem Beschluss über die Entlassung gesondert zu beschließen, ob Antrag auf den Ausschluss der Schülerin bzw. des Schülers von allen Schulen dieser Schulart gestellt wird. 2 Ein Beschluss der Lehrerkonferenz, durch den dieser Antrag gestellt wird, bedarf einer Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Stimmen der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder. 3 Art. 87 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend. 4 Hat der Elternbeirat im Entlassungsverfahren mitgewirkt, so ist er auch bei der Frage des Ausschlusses beratend zu beteiligen; einem Antrag auf Ausschluss ist in diesem Fall eine Stellungnahme des Elternbeirats beizugeben. 5 Erforderlichenfalls ist der Schularzt oder der zuständige Schulpsychologe vor der Beschlussfassung der Lehrerkonferenz gutachtlich zu hören.

(2) Schülerinnen und Schüler können von der besuchten oder allen Schulen einer oder mehrerer Schularten unbeschadet der Erfüllung der Schulpflicht entlassen und ausgeschlossen werden, wenn sie wegen einer vorsätzlich begangenen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechtskräftig verurteilt worden sind, die Strafe noch der unbeschränkten Auskunft unterliegt und wenn nach der Art der von den Schülern begangenen Straftat die Ordnung oder die Sicherheit des Schulbetriebs oder die Verwirklichung der Bildungsziele der Schule erheblich gefährdet ist.

(3) Ausgeschlossene Schülerinnen und Schüler können vom zuständigen Staatsministerium zu einer oder mehreren Schularten wieder zugelassen werden, wenn die Gründe, die zum Ausschluss geführt haben, nicht in gleichem Umfang fortbestehen.

http://www.servicestelle.bayern.de/...._2000.htm#EUG_BY_2000_G33

Doris

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nanni



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BeitragVerfasst am: 01.03.2006, 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Rechtsgrundlagen,

ich habe sie auch schon mehrfach durchgelesen, auch im Juris verschiedene Gerichtsentscheidungen durchgeblättert, da ist immer viel mehr vorgefallen, bevor ein Kind vor den Disziplinarausschuss musste.

Es stimmt, es ist immer die selbe Lehrerin. Schade, weil - wie gesagt wir eigentlich nichts gegen die Dame sagen können - ich kann mir nur denken, dass hier eine Anweisung des Schulleiters vorliegt, dass sie mit solchen Sachen gleich zu ihm kommen soll ?

Mit dem Schulpsychologen haben wir auch gesprochen, der hat gemeint, dass es so schnell eigentlich nicht gehen dürfte.
Aber so richtig Mut konnte er uns auch nicht machen.
Er redet wenigstens mal mit unserem Sohn.

Angeblich hat der Klassenleiter zu unserem Sohn gesagt, dass er dem Schulleiter unbeding aus dem Weg gehen soll, der würde angeblich keine großen Kinder mögen - gibts so was ???

Trotzdem, uns kommt das alles ziemlich seltsam vor.

Hoffentlich bleibt uns nicht doch zuletzt nur noch der Rechtsanwalt.
Das wäre sehr schade, weil wir eigentlich sonst einen sehr guten Eindruck von der Schule, sprich den Lehrern, haben.

Gibt es den gar keine Liste, keine Verwaltungsvorschrift , keine Kommentierung, wie diese Verhältnismäßigkeit aus zu sehen hat ??

Villeicht lässt es sich ja doch noch klären.

Vielen Dank erst mal.
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Doris Carnap
Moderatorin


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BeitragVerfasst am: 02.03.2006, 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nanni,

du schreibst "da ist immer viel mehr vorgefallen, bevor ein Kind vor den Disziplinarausschuss musste" Das sehe ich auch so, dass da etwas mehr vorgefallen sein müsste - an einer mir bekannten Schule wurde eine Gruppe von Schüler vorrübergehend an andere Schulen 'strafversetzt', da ging es aber um eine unschöne, wiederholte Prügelei mit Verletzten.

Wichtig ist, dass du dir Verbündete unter den Lehrern suchst und den Elternbeirat einschaltest, dir unter Umständen auch beim Landeselternbeirat Unterstützung holst, der die bayrischen Gepflogenheiten besser kennt. Hier nochmal einen Link, aber sicher kennst du den schon http://www.lev-gym-bayern.de/index.php?id=228

"Gibt es den gar keine Liste, keine Verwaltungsvorschrift, keine Kommentierung, wie diese Verhältnismäßigkeit aus zu sehen hat ??"

Es ist wirklich interessant wie unterschiedlich einzelne Schulen das regeln (Verweis und verschärfter Verweis) - da gibt es wohl keine weiteren Verwaltungsvorschriften.

Hast du schon mal beim zuständigen Schulamt und Schuljuristen nachgefragt, wie die Angelegenheit dort beurteilt wird?

Ich hoffe sehr, dass ihr die Angelegenheit im Guten regeln könnt, aber manchmal geht es nicht ohne Rechtsanwalt.

Doris
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nanni



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Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 02.03.2006, 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

erst mal herzlichen Dank.

Ich habe mal bei einem mir bekannten Rechtsanwalt nachgefragt, der sich mit so was auskennt, auch der meint, wie wir auch, dass wir ihn nur im äußersten Notfall einschalten sollten. Sieht das aber ähnlich wie Sie auch.

Jetzt warten wir mal die Gespräche ab.

Tschau, bis demnächst

Gruß Nanni Smile
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