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Kopie: Klassenkonferenz

 
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 15:51    Titel: Kopie: Klassenkonferenz Antworten mit Zitat

SabineK





Status: Offline
Registriert seit: 05.12.2005
Beiträge: 3
Nachricht senden Erstellt am 06.12.2005 - 13:40

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Hallo,

vielleicht kennt sich jemand mit Klassenkonferenzen aus und kann uns einen Rat geben.

Auf dem letzten Elternsprechtag erfuhren wir, dass sich das Kind X von unserem Sohn (14 J.) und auch anderen Mitschülern, massiv bedrängt fühlt. Wir sollten doch bitte dringend mit ihm sprechen. Wir sprachen mit ihm. Er war sich seines Handels nicht bewußt und versprach, ihn in Ruhe zu lassen. Wie uns der Klassenlehrer bestätigte, kam es danach zu keinen weiteren Zwischenfällen. Also war die Angelegenheit für uns erledigt.

Kurze Zeit später erfuhren wir, dass unser Sohn und zwei weitere Mitschüler von dem Klassenlehrer und noch einem zweiten Lehrer aus der Klasse geholt worden sind. Sie mussten dann einzel zu einer "Befragung".
Es ging um die Vorkommnisse mit X, die eigentlich ja schon erledigt waren. Seinen beiden Mitschüler ist dabei so zugesetzt worden, dass sie nachmittags heulend und total fertig nach Hause kamen. Ist so eine "Befragung" überhaupt zulässig?
Müssen sich Kinder beschimpfen lassen und solch einem Verhör unterziehen?

Als nächstes kam dann die Einladung zur Klassenkonferenz (am 15.12.05) für die drei Jungs. Mit X hatten sie sich längs wieder vertragen und X hatte sich auch vor der ganzen Klasse dafür eingesetzt, dass die drei keine Klassenkonferenz erhalten sollten. Davon wollte der Klassenlehrer nichts wissen, es ginge ja schließlich um mobbing. (Davon war bisher nie die Rede gewesen!) Er hätte noch 10 Mitschüler befragt, die dieses bestätigen würden. Diese 10 Mitschüler sind Mädchen, die mit der Jungs-Clique nichts zu tun haben wollen.

Inzwischen ist die ganze Klasse so aufgebracht über die Entscheidung, dass sie komplett zur Klassenkonferenz erscheinen will. Geht das?

Meine Frage ist nun, kann ich irgendetwas gegen etwaige Ordnungsmaßnahmen, die verhängt werden, unternehmen? Wir sehen das alles einfach nicht als gerechtfertigt an. Es ist zu keinem Zeitpunkt eine erzieherische Maßnahme erfolgt. Weder bei unserem Sohn, noch bei den beiden anderen Mitschülern. Nach Bekanntgabe haben wir sofort mit Erfolg eingegriffen. Es sieht so aus, als wenn das ein ganz normaler Streit unter Jungs gewesen ist. Muss das so aufgebauscht werden?

Wäre schön, wenn sich irgendjemand damit auskennen würde. Wir sind echt wütend über diese Handhabung von Problemen und wollen das einfach nicht so hinnehmen.

Lieben Gruß
Sabine





Bolzbold





Status: Offline
Registriert seit: 19.07.2005
Beiträge: 62
Nachricht senden Erstellt am 06.12.2005 - 14:33

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Liebe Sabine!

So wie Sie es darstellen, scheinen meine Kollegen in der Tat etwas über das Ziel hinauszuschießen.

Ich habe soeben einmal im Schulgesetz für das Land NRW nachgesehen sowie einige Erläuterungen dazu gefunden.

1) Gegen zu Unrecht verhängte Ordnungsmaßnahmen können Sie bei der Schulleitung Beschwerde einlegen.

2) Gegen einberufene Klassenkonferenzen können Sie so wie es aussieht nichts tun, sollte jedoch im Rahmen dieser Konferenz eine Ordnungs- oder Erziehungsmaßnahme beschlossen werden, können Sie auch dagegen bei der Schulleitung Beschwerde einlegen.

In anderen Bundesländern dürfte das ähnlich sein.
Darüber hinaus empfehle ich Ihnen nochmals den Dialog mit den entsprechenden Lehrern und würde fragen, wieso jetzt auf einmal doch eine solche Konferenz nötig sei, wenn die Schüler das untereinander geklärt hätten und ob man möglicherweise das "Mobbing" in diesem Fall nicht überinterpretiert habe.

Was die Art der Befragung angeht, so kann ich Ihnen dazu nichts sagen. Rechtlich gesehen steht einem solchen Gespräch im Rahmen von Erziehungsmaßnahmen nichts im Wege. Ein "Verhör" mit Beleidigungen und Beschimpfungen muss sich jedoch kein Schüler gefallen lassen. Auch hier wäre es angebracht, sich bei der Schulleitung über dieses Vorgehen zu beschweren.

Falls Sie damit keinen Erfolg haben bzw. die Schulleitung mauert, steht Ihnen noch frei, das Ganze eine Instanz höher zu regeln - mit der Schulaufsicht.

Gruß
Bolzbold




PetraLitzenburger
Administratorin




Status: Offline
Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 141
Nachricht senden Erstellt am 06.12.2005 - 22:50

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Liebe Sabine,

meine Güte man kann es auch übertreiben. Die Kinder haben sich längst wieder vertragen. Ich denke man sollte es dabei belassen, die Eltern informiert zu haben. Schließlich haben hier ja mal wieder die Eltern das Problem gelöst. Warum wird das jetzt in der Schule unnötig aufgebauscht?

Es erstaunt mich immer wieder, wenn Lehrer sich um längst erledigte Dinge kümmern und die wirklich wichtigen Sachen bleiben auf der Strecke.

Eine solche Befragung ist m. E. nicht zulässig.
Die würde ich mir auch nicht bieten lassen und sofort Beschwerde bei der Schulleitung und gegebenenfalls beim Schulsaufsichtsamt einreichen.

Ich empfehle Ihnen Ihren Sohn zu der Klassenkonferenz zu begleiten. Sie haben ein Recht darauf mit dabei zu sein.

Vorher sollten Sie sich über die Schulgesetze in Ihrem Bundesland informieren, um gegebenenfalls gegenargumentieren zu können.

Wenn Sie mir Ihr Bundesland verraten, suche ich Ihnen die entsprechenden Gesetze heraus.

Ihre Wut kann ich sehr gut nachempfinden.

Liebe Grüße

Petra Litzenburger

[Dieser Beitrag wurde am 06.12.2005 - 22:51 von PetraLitzenburger aktualisiert]





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Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Berthold Brecht

GeorgMohr
Moderator

Schulpädagogischer Berater/Gutachter





Status: Offline
Registriert seit: 15.12.2004
Beiträge: 151
Nachricht senden Erstellt am 06.12.2005 - 23:52

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Sabine,

sofort mit der hiesigen Argumentation beim Schulleiter und/oder beim Schulamt schriftlich Einspruch gegen die Einberufung der Konferenz einlegen. Frist für schriftliche Aufhebung bis Samstag setzen. Dann nächste Instanz (Schulamt) genauso bemühen.

Sollte es zu Strafmaßnahmen kommen, können Sie zunächst das staatliche Schulamt anrufen und erst danach vor dem Verwaltungsgericht klagen - auch eine einstweilige Verfügung beantragen.

Sollte es zu einer Klassenkonferenz und einer Verurteilung kommen, schreiben Sie mich an.Ich werde dann zunächst prüfen, ob die nötigen Formalien eingehalten wurden, was oft nicht geschieht.

Gruß, Georg Mohr





Signatur
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SabineK





Status: Offline
Registriert seit: 05.12.2005
Beiträge: 3
Nachricht senden Erstellt am 15.12.2005 - 20:43

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Hallo,

die Klassenkonferenz wurde auf den 14.12.2005 vorverlegt und es war wirklich eine Farce.

Unser Sohn stand vor Gericht. Verurteilt war er schon vorher. Mein Mann hatte nicht die geringste Gelegenheit Fragen zu stellen. Er wurde darauf hingewiesen, dass er zum Schluss noch genügend Zeit hätte, sich zu äußern. Dies war dann aus Zeitmangel nicht möglich. Die Nachbesprechung fand auch ohne die Elternvertreter statt.

Diese Elternvertreter waren über den Verlauf der Konferenz und den agressiven Ton einzelner Lehrer schockiert. Unser Sohn hatte Angst und die Worte wurden ihm in den Mund gelegt.

Jetzt warten wir auf das Urteil.

Heute, 15.12., fand ein Gespräch zwischen dem Abteilungsleiter, Stufe II, und uns statt. Das war der erste positive Lichtblick. Er mit dieser verfahrensweise auch nicht zufrieden.

Der 3-seitige Einspruch liegt schon fertig geschrieben auf unserem Tisch und wird, sobald wir das Urteil in den Händen halten, der Schulleitung zugestellt.

Lieben Gruß
und vielen Dank an alle "Helfer" und "Unterstützer"
Sabine
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