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Historisches

 
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optimistin



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BeitragVerfasst am: 13.04.2006, 18:26    Titel: Historisches Antworten mit Zitat

Historisches

http://www.lohr.de/kultur/schulmus/sa_gewalt.htm


Wer von Euch weiß, wann in den einzelnen Bundesländern die Prügelstrafe in Schulen abgeschafft wurde?

In Rheinland-Pfalz war das 1969.

Bis dahin, so berichtete mir eine alte Lehrerin, schnitt der Hausmeister der Schule regelmäßig Haselgerten zurecht, die er den Lehrern zur Züchtigung der Schüler auf's Pult legte.

Heute dürfen Schüler von Lehrern gar nicht berührt werden, weder "freundlich" noch "unfreundlich" außer, "wenn Gefahr in Verzug" ist.
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geloescht



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BeitragVerfasst am: 14.04.2006, 23:21    Titel: Berührung doch erlaubt ? Antworten mit Zitat

Zitat:
Heute dürfen Schüler von Lehrern gar nicht berührt werden,
weder "freundlich" noch "unfreundlich"
außer, "wenn Gefahr in Verzug" ist.


Das glaube ich nicht !
Und ich würde mir das menschliche und pädagogische Recht nicht nehmen lassen

- einem Schüler oder einer Schülerin lobend auf die Schulter zu klopfen

- gar einer Schülerin oder einem Schüler bei passender Gelegenheit zum Gruß die Hand zu reichen oder entgegen zu nehmen. Soll ich die ausgestreckte Hand etwa verweigern?

Freundliche Grüße, GEORG MOHR
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Doris Carnap
Moderatorin


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BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Optimistin,

das ist wirklich eine interessante Frage, es gibt im Internet wenig Informationen darüber.

Dörte von Drigalski, sie machte 1961 das Abi, schreibt dazu:
Zitat:
"Prügelstrafe war im progressiven Hessen vor meiner Einschulung abgeschafft worden; als ich auf das Gymnasium kam, waren Ohrfeigen und Rohrstock ganz eindeutig verboten."
(Das geheime Curriculum - Gegenfestschrift anlässlich des 475jährigen Jubiläums des Gymnasiums Philippinum in Marburg).

Ein Text dazu aus dem Forum von recht.de:
Zitat:
"Ich weiß nicht, wann sie gesetzlich abgeschafft wurde. Jedenfalls aber war die Prügelstrafe auch nach Kriegsende (wie schon vor dem Krieg und während des Krieges) in Deutschland an Schulen absolut üblich, auch nach Inkrafttreten der Landesverfassungen. Die Diskussion ist in erster Linie eine strafrechtliche und erst in zweiter Linie eine schulrechtliche. Bis in die 60er/70er Jahre galt die Prügelstrafe zwar tatbestandlich als Körperverletzung, sie wurde aber als gerechtfertigt angesehen, über ein von den Eltern an den Lehrer im Wege mutmaßlicher Einwilligung übertragenes elterliches Züchtigungsrecht. Die Rechtsprechung hierzu hat sich dann mit dem Wandel der gesellschaftlichen Anschauungen geändert. Das Schulrecht hat das nachvollzogen." http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?t=42111&


Ich wurde 1962 eingeschult und besuchte zuerst eine Mädchenschule, in der ein freundlicher Umgangston und ein angenehmes Klima herrschte. Ein Jahr später sind wir in einen Vorort umgezogen, dort besuchte ich eine Volksschule in der Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet wurden. Das Klima dort war rau, die Lehrer verbreiteten Angst und Schrecken. Die Jungen wurden verprügelt, regelrecht über das Knie gelegt und verdroschen, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatten oder irgendeinen Unfug. Für mich war das ein echter Kulturschock.
Das Gymnasium, das ich von 1966 besuchte, war wieder eine Mädchenschule, dort gab es keine Prügelstrafe, aber viele der älteren Lehrer waren arrogant und sehr distanziert. Diesen Lehrertyp gibt es teilweise auf dem Gymnasium heute noch.

Georg schrieb:
Zitat:
"Und ich würde mir das menschliche und pädagogische Recht nicht nehmen lassen
... gar einer Schülerin oder einem Schüler bei passender Gelegenheit zum Gruß die Hand zu reichen oder entgegen zu nehmen. Soll ich die ausgestreckte Hand etwa verweigern?"


Eine Mutter berichtete mir vor kurzen, als sie zusammen mit ihren Sohn zum Lehrersprechtag ging, wurde sie von einer Lehrein freundlich mit Handschlag begrüßt, aber die ausgestreckte Hand des Sohnes wurde ignoriert, aus welchen Gründen auch immer. Mutter und Sohn empfanden das Verhalten als unhöflich.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson


Zuletzt bearbeitet von Doris Carnap am 17.04.2006, 11:13, insgesamt einmal bearbeitet
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optimistin



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BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 08:54    Titel: wer kennt enstprechende dienstverordnungen etc? Antworten mit Zitat

wer kennt enstprechende dienstverordnungen etc?

bei der o.g. regelung handelt es sich in meinen augen um ein gutes instrument den "grenzfällen" den garaus zu machen.

gewalttätige lehrer versuchen nicht selten ihre taten herunterzuspielen als "verfehltes schulterklopfen", "leichtes streifen" etc. nur durch eine ganz klare regelung kann dem einhalt geboten werden.

dass sich einzelne pädagogen darüber erheben und "sich ein 'recht'", das sie sich in dem moment selbst verleihen, "nicht nehmen lassen", ist bedauerlich.

In vielen berufen gibt es sinnvolle einschränkungen der individuellen freiheit des berufstätigen. wer mit lebensmitteln hantiert trägt haube und handschuhe. wenn er sich "das 'recht' nicht nehmen lässt mit offenem haar und blanken fingern zu arbeiten", der fliegt raus.

mal ganz ehrlich, welche "netten" berührungen gab es denn in eurer eigenen schulzeit von lehrern? in den meisten fällen handelte es sich doch um dominanzgesten wie schulterklopfen etc. möglicherweise hat der handelnde lehrer diese ausdrücke von gönnerhaftigkeit tatsächlich selbst als nett von sich selbst empfunden. wie kam es aber bei den schülern an?

im grundschulbereich stellen sich sicher andere fragen: kann ein lehrer dem kind die jacke zuknöpfen?, die schuhe binden?, die nase putzen?, ein weinendes kind auf den arm nehmen? etc.
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Doris Carnap
Moderatorin


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BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Optimistin,

wie sollte denn eine Dienstverordnung für Lehrer aussehen, die das regelt? Ein Grundschüler braucht noch mehr Körperkontakt, du hast ja schon Beispiele dafür gebracht, als ein älteres Kind. Mißbrauch ist immer möglich: Selbst wenn alles bis ins Detail per Verordnung geregelt wäre, ist es der Nachweis, der schwierig bleibt! Wenn ein gutes Klima in der Klasse herrscht und eine allgemein gute Beziehung zwischen Lehrer, Schüler und Eltern, dann braucht man keine Verordnung. Wenn das Klima schlecht ist, hilft eine Verordnung auch nicht weiter. Und wenn ein Kind von einem Übergriff berichtet, sind die Eltern, die dem Lehrer unmißverständlich klar machen müssen, dass dieses Verhalten absolut inakzeptabel ist. Manchmal bleibt als Lösung nur die Klasse und sogar die Schule zu wechseln. Das kann man leise und diskret machen oder auch laut und medienwirksam - das ist sicher typenabhängig.

Ich bin während meiner Schulzeit nur einmal in der Grundschule "berührt" worden. Als ich träumte, wurde ich durch einen brutalen Schlag auf meine Schulter von der Seite, aus diesen Träumen geweckt! Ich war total geschockt. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, wie meine Eltern das regelten. Ich weiß nur noch, dass es zu diesem Zeitpunkt einige Schulgespräche gab. Und obwohl ich sicher weiterträumte, ist mir nichts mehr passiert.

Doris
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Zuletzt bearbeitet von Doris Carnap am 17.04.2006, 12:03, insgesamt einmal bearbeitet
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geloescht



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BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 11:36    Titel: Re: wer kennt enstprechende dienstverordnungen etc? Antworten mit Zitat

optimistin hat Folgendes geschrieben:

In vielen berufen gibt es sinnvolle einschränkungen der individuellen freiheit des berufstätigen. wer mit lebensmitteln hantiert trägt haube und handschuhe. wenn er sich "das 'recht' nicht nehmen lässt mit offenem haar und blanken fingern zu arbeiten", der fliegt raus.


Gerlinde Unverzagt bemängelt in ihrem Lehrerhasserbuch die Kuschelpädagogik ? und das aus gutem Grund. Viele Lehrer/innen nehmen im Grundschulbereich eine Rolle ein, die ihnen nicht zusteht und die in Konsequenz fast zwangsläufig zu Problemen führt.

Bei der Einschulung meines Sohnes beobachtete ich mit Rührung, wie lieb die Klassenlehrerin die Kinder schon bei der Einschulungsfeier betüddelte, ihnen die kleinen Präsente in die Schulmappen stopfte, sie bei der Hand nahm und an ihnen herumzupfte bis alle ordentlich (preußisch) in Reih und Glied standen und in ihren Klassenraum marschierten.
?Hach?, dachte ich glücklich, ?hier ist er gut aufgehoben. Sie behandelt sie, wie eine Mutter ...?

Genau das war aber der Fehler! Sie war nicht die Einzige, die sich in diese Rolle begab. Ich erinnere mich an eine andere Klassenlehrerin, die selig grinsend beim Elternabend verkündete: ?Es sind doch alles meine Kinder!?

Nein, das sind sie nicht. Diese Kinder haben bereits Eltern, was sie brauchen sind professionelle Lehrer. Dieses Betüddeln hat nichts mit Nestwärme oder Kinderliebe zu tun.
Das merkt man spätestens dann, wenn die lieben Kleinen die Anforderungen der Klassenmama nicht erfüllen. Die reagiert dann nämlich nicht mit der gebotenen Distanz, sondern wie eine mit 25 Kindern überforderte Mama ? emotional, persönlich angegriffen und deshalb leider auch oft falsch.

Ein Profi erwartet nicht, dass die Schüler ihn lieben, er arbeitet sachorientiert und ergebnisbezogen. Profis kennen und respektieren ihre Grenzen und sehen sich als Dienstleister im Bildungsbereich und nicht als Ersatzeltern.
Genau das macht sie für die Kids berechenbar und verschafft ihnen auch den nötigen Respekt.

Ich hatte das Glück, viele wirklich gute Lehrer erleben zu dürfen. An Berührungen kann ich mich nicht erinnern, aber diese Pädagogen schufen durch ihre Verlässlichkeit, ihre liebevolle Konsequenz und ihre natürliche Autorität ein Klima, in dem man sich wohlfühlte und ungestört lernen konnte.

Eine Ausnahme gab es in Form eines alten Mathe-Lehrers. Er war berühmt berüchtigt dafür, dass er Schülern gern mal zu nahe kam, eklige Schwitzflecke, brutalen Mundgeruch und eine sehr feuchte Aussprache hatte. Wenn er Schüler loben wollte, setzte er sich gern kumpelhaft auf ihre Tischkante, redete väterlich wohlwollend mit ihnen und klopfte ihnen zum Schluss noch auf die Schulter. Dass die Kids hinter seinem Rücken anschließend angewidert ihren Tisch putzten, entging ihm natürlich.

Wir haben in dieser Kategorie viele Fälle eingestellt, in denen es um Gewalt und ?unangemessene Berührungen? geht. Eines haben fast alle gemeinsam ? mangels klarer Grenzen wird es Lehrer/innen sehr leicht gemacht, sich herauszureden.

Weder im Internet noch in meiner Loseblattsammlung des Brandenburger Schulrechts, das auch die Erläuterungen enthält, konnte ich bezüglich klarer Regelungen zum Thema ?Berührungen? fündig werden. Und so wird es wohl auch weiterhin heißen:

?Ich habe doch nur Körperkontakt hergestellt, um das Kind zu beruhigen ...?
Die Erstklässler beschreiben diesen Körperkontakt als Boxhiebe in die Seite, Kniffe in die hochgezogene Haut der Handrücken, zusammengequetschte Hände etc.
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geloescht



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BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 13:30    Titel: Rechtliche Grundlagen Antworten mit Zitat

Doris Carnap hat Folgendes geschrieben:
Wenn ein gutes Klima in der Klasse herrscht und eine allgemein gute Beziehung zwischen Lehrer, Schüler und Eltern, dann braucht man keine Verordnung. Wenn das Klima schlecht ist, hilft eine Verordnung auch nicht weiter.


Hallo Doris!

Natürlich hast du mit dem oben gesagten Recht. Glücklicherweise hatten deine Eltern Gesprächspartner, die reagiert haben, aber was ist, wenn diese fehlen?

Ich habe zum Beispiel mal in einem Gespräch gesessen, in dem es darum ging, dass eine Sportlehrerin, die für gewöhnlich lange Kunstnägel trägt, ein Kind blutig gekniffen hat. Es ging nicht einmal um eine mißglückte Hilfestellung, die betagte "Dame" drückt ihre Mißbilligung gern mal durch Schütteln und Kneifen aus. Ergebnis: Sie saß grinsend in der Versammlung, präsentierte raspelkurze Fingernägel und feute sich. "Sie können mir gar nichts beweisen."

Du schreibst, dass manchmal nur der Klassen- oder Schulwechsel bleibt, wenn Kinder von Übergriffen berichten. Leider gestaltet sich das auch nicht immer so einfach, denn die Schule und die Ämter können es auch hier den betroffenen Familien sehr schwer machen. - was bleibt dann noch - ein Umzug?


Ich glaube, dass es "Optimistin" darum geht, klare Verhältnisse durch klare Verordnungen zu schaffen, um bei der Überschreitung von Grenzen keine juristischen Schlupflöcher mehr zu bieten.

Vielleicht erreichen wir ja dann eines Tages den Zustand, dass die Täter und nicht die mißhandelten Opfer die Schule verlassen müssen.


Viele Grüße

Angelika
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angelika,

ich glaube, dass es rechtlich gesehen jetzt schon keine Schlupflöcher mehr gibt. Aber wie die Erfahrungen zeigen, gibt es einfache Möglichkeiten für Lehrer Ausreden zu finden und für Schul- und Schulamtsleiter beim Vertuschen zu helfen. Kann man das durch noch kleinere Schlupflöcher wirklich verhindern?

Mein Ziel ist eine Schule, in der es keine verbal oder körperlich mißhandelte Kinder mehr gibt, weil Lehrer so umfassend ausgebildet sind, dass sie sich selbst gut kennen und sich auch in schwierigen Situationen unter Kontrolle haben. Vor allen Dingen auch wissen, dass jeder Erzieher immer vor zwei Kindern steht, dem zu erziehendem vor ihm und dem verdrängten in ihm!

Doris
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geloescht



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BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

Doris Carnap hat Folgendes geschrieben:


Mein Ziel ist eine Schule, in der es keine verbal oder körperlich mißhandelte Kinder mehr gibt, weil Lehrer so umfassend ausgebildet sind, dass sie sich selbst gut kennen und sich auch in schwierigen Situationen unter Kontrolle haben. Vor allen Dingen auch wissen, dass jeder Erzieher immer vor zwei Kindern steht, dem zu erziehendem vor ihm und dem verdrängten in ihm!

Doris



Hallo Doris!

Ja, das ist natürlich der Idealzustand, den wir alle gern hätten, und für den wir auch arbeiten.

Um diesen Zustand zu erreichen braucht es aber wohl leider die engen Maschen, weil sich Menschen nicht von heute auf morgen ändern lassen.

Prinzipiell gehören eine bessere Ausbildung und permanente Weiterbildung natürlich zu den wichtigsten Ansatzpunkten. Sie müssen jedoch gepaart werden mit klaren Anweisungen, Kontrollmöglichkeiten und idealerweise auch den von "optimistin" angeregten Gesundheits-Checks.

Diese Maßnahmen könnten im Kombi-Pack eine große Hilfe für Schüler, Eltern UND Lehrer sein.


Doris Carnap hat Folgendes geschrieben:

Hallo Angelika,

ich glaube, dass es rechtlich gesehen jetzt schon keine Schlupflöcher mehr gibt.

Doris


Hier muss ich leider widersprechen.
Es hat sich bei Ausbildern, Lehrern, Betreuern, Schulämtern und Juristen herumgesprochen, dass es eine Grauzone gibt. für die sich niemand zuständig fühlt.

Berührungen, die an der Grenze zur Körperverletzung bzw. Misshandlung liegen, aber die daran gesetzte Qualität nicht erfüllen.

Eine Körperverletzung zeichnet sich im Amtsdeutsch dadurch aus, dass das vorher bestehende Körpergefühl mehr als nur unerheblich und nachhaltig gestört wurde.

Es gibt leider viele Urteile, die das bestätigen.

Seltsamerweise gilt das nicht immer, denn wie ließe sich sonst das Urteil "4 Monate auf Bewährung" für die Kanzlerohrfeige erklären?


Seltsamerweise fühlt sich für Berührungen, die an der Grenze zur Körperverletzung bzw. Misshandlung liegen, aber die daran gesetzte Qualität nicht erfüllen, niemand zuständig. Die Justiz wertet sie als ?unangemessene Berührungen und pädagogische Maßnahmen? und das Schulamt erklärt, dass sie strafrechtlich nicht geahndet wurden und man deshalb auch keinen Handlungsbedarf sieht.

Wäre diese (irrige) Ansicht der Schulämter richtig, könnte und müßte man die Dienstaufsicht ausschließlich in die Hände der Staatsanwaltschaft legen.

Fazit: Solange keine Knochen splittern, viele erwachsene Zeugen zur Verfügung stehen und bleibende Folgen entstehen ist nichts passiert und es geht immer weiter ....


Viele Grüße

Angelika
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optimistin



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BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 22:21    Titel: wer kennt die regel, dienstverordnungen etc Antworten mit Zitat

meine ursprüngliche frage war, wer dienstverordnungen usw kennt, nicht, was von diesen zu halten ist.

nun sind wir also abgeschweift.

es gibt diese konkreten detailregelungen. sie werden im amtsblatt veröffentlicht etc.

die pädagogen sollten sie kennen. meine erfahrung ist, dass es suchenden eltern schwer bis unmöglich gemacht wird, konkretes schwarz-auf-weiß zu bekommen, obwohl es das gibt.

warum all diese tabus?
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 18.04.2006, 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Optimistin,

du hattest geschrieben: "Heute dürfen Schüler von Lehrern gar nicht berührt werden, weder "freundlich" noch "unfreundlich" außer, "wenn Gefahr in Verzug" ist." Ich hatte das für deine Meinung gehalten und empfinde eine berührungslose Gesellschaft eher als unmenschlich.

Ich kenne zwar das hessischen Schulgesetz und die Verordnungen, ein derartiger "Anti-Berührungserlass" ist mir nicht bekannt. Das Grundgesetz, die hessische Verfassung und das hessische Schulgesetz lassen keinen Spielraum für eine 'strafende' Berührung.

Stammt das oben zitierte aus einem Verordnungstext aus Rheinland - Pfalz?

Doris
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Marusha



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BeitragVerfasst am: 18.04.2006, 11:47    Titel: Re: wer kennt die regel, dienstverordnungen etc Antworten mit Zitat

optimistin hat Folgendes geschrieben:
meine erfahrung ist, dass es suchenden eltern schwer bis unmöglich gemacht wird, konkretes schwarz-auf-weiß zu bekommen, obwohl es das gibt.

warum all diese tabus?


Bingo! Genau so erlebe ich es auch. Niemand kann oder will dir in so einer Situation wirklich helfen. Das Vorenthalten von Informationen ist auch Mobbing, da es Mütter und Väter absichtlich ausgrenzt und dumm halten will. Was du da ansprichst sollte doch wohl jedem zugänglich sein!
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Doris Carnap
Moderatorin


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BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 07:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Optimistin, hallo Marusha,

dass Lehrer ihre Gesetze und Verordnungen nicht kennen, habe ich auch häufig erleben müssen. Selbst wenn sie schon mal davon gehört haben, dann kennen sie nicht das Original, sondern meist nur die verfälschte Interpretation von Kollegen. Und diese Auslegung ist fast immer zum Nachteil eines Schülers!

Aber für Eltern mit Internetanschluss sollte es heute kein Problem sein, die entsprechenden Gesetze und Verordnungen zu finden. Ohne Internetanschluss ist es dann schon schwieriger! In welchen Bereichen habt ihr die Tabus erlebt?

Doris
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