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Problembeladene Schulen ....

 
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 16:22    Titel: Problembeladene Schulen .... Antworten mit Zitat

Vom Schock zum Schöckchen

Von Jan Friedmann

Welches Bundesland bildet die besten Schüler aus? Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich? Und ist das alles überhaupt sozial gerecht? Morgen wird der neue Pisa-Ländervergleich veröffentlicht. SPIEGEL ONLINE nennt vorab die wichtigsten Ergebnisse.



DPA
Ganz oben: Schüler in Bayern
Die Zunft der Schulforscher beutelt manchmal der Frust. Da werten die Wissenschaftler monatelang Datensätze aus, erstellen Mittelwerte und Perzentilbänder, und am Ende diskutiert die ganze Republik nur über eine einzige Rangliste: In welchem Bundesland schneiden die 15-jährigen Schüler am besten ab, wo schwächeln sie?

Bei der für Donnerstag angesetzten Verkündung des zweiten Pisa-Ländervergleichs soll das alles anders werden: Die Kultusminister veröffentlichten die brisante Länderliste vorab im Juli mit der Begründung, man wolle die Schulstudie aus dem Bundestagswahlkampf heraushalten. Seither steht fest: Bayern ist in allen vier Testkategorien Spitzenreiter, in Mathematik, Lesen, Naturwissenschaften und Problemlösen. Sachsen und Baden-Württemberg streiten sich um den zweiten Platz, der Stadtstaat Bremen hält die rote Laterne.


DAS PISA-QUARTETT: DIE 16 BUNDESLÄNDER IM VERGLEICHSTEST


Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten (16 Bilder).



Da die Platzierungs-Frage also geklärt ist, so hofften die Wissenschaftler, würden sich die Bildungspolitiker entspannt zurücklehnen und sich ganz der Autorität der Zahlen hingeben.

"Tendenziöse Interpretation"

Doch daraus wurde nichts. Wie üblich sickerten einzelne Ergebnisse schon in den letzten Tagen durch. So sahen sich die erfolgsverwöhnten Bayern mit dem Vorwurf konfrontiert, nirgendwo sei die Chancenungleichheit auf dem Weg zum Abitur größer. Der Kultusminister des Freistaates verwahrte sich gegen den Vorwurf, obwohl er sich gemeinsam mit seinen Amtskollegen eigentlich Schweigen auferlegt hatte.


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Die Diskussion zur PISA- Studie und zur Bildungspolitik

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von Kritischer Leser

Und alle anderen redeten auch: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte Förderprogramme für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten und Migrantenfamilien, der Deutsche Philologenverband erklärte, die Chancengleichheit habe sich entgegen dieser "tendenziösen Interpretation" nicht verschlechtert. Für den Berufsverband der Lehrer an beruflichen Schulen steht dagegen fest: Unabhängig vom sozialen Hintergrund könne jeder in Deutschland Abitur machen, "man muss es eben nur wollen".

Viel Lärm also um wenige bekannte Daten. Doch was steht eigentlich in der neuen Studie? SPIEGEL ONLINE stellt zentrale Ergebnisse des 41 Seiten starken Konvoluts vorab vor.


Im Vergleich zu Pisa 2000, das seinerzeit einen regelrechten Schock unter Bildungspolitikern ausgelöst hatte, stellen die Autoren "bemerkenswerte Fortschritte" fest. Kein einziges Bundesland schneidet bei Pisa 2003 schlechter ab als bei der Vorgängerstudie. Spitzenreiter Bayern schafft den "Anschluss an die internationale Spitzengruppe in allen Kompetenzbereichen". Anderen vormals schlecht platzierten Bundesländer wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bremen gelang ein deutlicher Sprung nach vorn.


Vergleicht man den Leistungsstand in den einzelnen Schulformen, fällt das den Forschern zufolge "beträchtliche" Leistungsgefälle zwischen den Bundesländern auf. Bremer Gymnasiasten schneiden beispielsweise im Fach Mathematik im Durchschnitt 51 Punkte schlechter ab als bayerische Schüler, das entspricht laut Studie einem Rückstand von bis zu einem Schuljahr.


Im Vergleich der Mathematikkompetenzen schneiden Schüler an Integrierten Gesamtschulen fast überall schlechter ab als Realschüler. In der Lesekompetenz ist der Rückstand der deutschen Schüler zur internationalen Spitzengruppe "weiterhin beträchtlich". Nur drei Länder, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, liegen über dem OECD-Durchschnitt.


Bayerns Schulen sind sozial besonders selektiv, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Im Freistaat legen nur 21,6 Prozent eines Jahrgangs das Abitur ab, gegenüber 27 Prozent im Bundesschnitt. Kinder aus der Oberschicht haben in Bayern eine 6,65 Mal größere Chance, das Gymnasium zu besuchen und die Reifeprüfung abzulegen, als Schüler aus einem Facharbeiterhaushalt - bei gleichem Lernvermögen und Kenntnisstand in Schlüsseldisziplinen wie Mathematik und Lesen/Textverständnis. Im bundesweiten Schnitt sind die Bildungschancen von Oberschicht-Kindern viermal so hoch wie von Facharbeiter-Kindern.


Gleichzeitig ist eine hohe mathematische Kompetenz in Bayern, Sachsen und Thüringen nicht besonders stark an die soziale Herkunft gekoppelt. Sprich: Die Schüler bringen in dem Fach relativ gute Leistungen, egal aus welchem Elternhaus sie stammen.



SPIEGEL ONLINE
Alle Ergebnisse bei Pisa-E 2003: Wie die Länder in den vier Kategorien abschnitten
Die Pisa-Forscher betonen, "wie wichtig gute Kenntnisse der Unterrichtssprache für den Kompetenzerwerb von Jugendlichen mit Migrationshintergrund" sind. Die deutsche Sprache stelle sich nicht automatisch mit der Aufenthaltsdauer ein. So lägen die durchschnittlichen Kompetenzen von Jugendlichen türkischer Herkunft "in fast allen Ländern auf einem Niveau, welches ein erfolgreiches Weiterlernen in Ausbildung und Beruf gefährdet erscheinen lässt".


Entgegen gängigen Urteilen differieren die Leistungen von Jungen und Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern nicht besonders stark. Allerdings hätten Mädchen im Vergleich zu Jungen "ein relativ ungünstiges Muster an selbst- und fachbezogenen Einstellungen und Lernstrategien im Fach Mathematik".


Im Durchschnitt nutzen 21 Prozent der Schülerinnen und Schüler mehrmals pro Woche den Computer in der Schule. Hinter Bayern belegen in dieser Kategorie die ostdeutschen Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen die vorderen Plätze. Staaten wie Dänemark (65 Prozent) und Australien (58 Prozent) erreichen aber weit höhere Quoten.


Problembeladene Schulen - mit fehlenden materiellen und personellen Ressourcen, Problemen mit den Schülern und wenig kooperationsfreudigen Kollegien - sind nicht gleichmäßig über die Bundesländer verteilt: Baden-Württemberg hat mit 45 Prozent den niedrigsten Anteil, Bremen mit 82 Prozent den höchsten.

Je mehr Sozialhilfeempfänger im Einzugsgebiet einer Schule leben, desto schlechter ist die durchschnittliche Leistung der Schüler dieser Schule.


Bereinigt man die Rangliste der Länder um soziale Faktoren, etwa den sozialen Status der Eltern oder den Ausländeranteil, ergeben sich keine wesentlichen Verschiebungen: Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg liegen immer noch vorn, Bremen am Ende.


Pisa-Studie der OECD 2003
Bei Pisa 2000 erreichte Deutschland im Fach Mathematik Rang 20. Unter den damals vertretenen Ländern würde Deutschland heute Rang 16 belegen. Im Bereich Lesen damals Rang 21, heute Rang 18. In den Naturwissenschaften damals Rang 20, heute Rang 15.


Die Zahlen beruhen sämtlich auf Erhebungen aus dem Jahr 2003. Für die Fortsetzung des "Programme for International Student Assesment" von 2001 wurden rund 45.000 Schüler getestet. Über 1500 Schulen beteiligten sich an der Erweiterungsstudie Pisa-E, die fast 2,4 Millionen Euro kostete - eine Art Fitnesstest der Bundesländer.


Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,382892,00.html
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