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Verbl. an Schule sehr gefährdet?

 
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nanni



Anmeldedatum: 25.02.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 22.02.2007, 16:53    Titel: Verbl. an Schule sehr gefährdet? Antworten mit Zitat

Hallo,

unser Sohn ist von der 5. Klasse Hauptschule an die 5. Klasse Gymnasium gewechselt und dann in die 6. Klasse Gymnasium (Bayern).

Nun kam nach einem schlechten Zwischenzeugnis (Franz.6, Engl., Mathe je 4,5 also 5, Deutsch 3, ) insges. Schnitt 4,4 die Nachricht nach Hause, dass nicht nur seine Versetzung sehr gefährdet sei sondern auch sein Verbleib an der Schule nur mit äußerst geringen Chancen verbunden sei ?

Angeblich wegen der Wissenslücken (stimmt nicht, bringt nur das Gelernte durcheinander) und seines derzeit mangelnden Arbeitseinsatzes (was stimmt).

Wir dachten, es sei kein Problem die 6. nochmal zu wiederholen, falls er wirklich durchfallen sollte und dass die Chancen dann eigentlich recht gut sein dürften, dass es dann wieder besser auf der Schule weitergeht.

Wer hat da Erfahrungen, wird das wirklich so heiß gegessen oder ist das auch eine abschreckende Kampagne, dass die Eltern möglichst gleich die Flinte ins Korn werfen, dass man schwächere Schüler letztendlich möglichst schnell loswerden möchte ??

Wie sind die Übertrittsbedingungen ggfs. auf die Realschule ?

Wegen der schulischen Erfordernisse sind wir durchaus in jedem Fach auf dem Laufenden, kennen auch die Defizite genau.
Haben unserem Sohn gesagt, dass wir keine Lust mehr haben, wenn er nicht von sich aus jetzt endlich mal ran geht (begabt genug ist er nachweislich). Will auch jetzt selbst beweisen, dass er es kann.

Was wir mit den Lehrern da noch besprechen sollen, wissen wir eigentlich nicht - denn es ist ohnehin immer wieder nur das selbe und verlorene Zeit - die wir lieber in den Bub investieren.

Natürlich erfolgt jetzt trotzdem eine Rücksprache mit der Klassenleitung.

Wir haben aber letztendlich leider die Erfahrung gemacht, dass die Lehrer wollen, dass die Eltern dauernd in die Schule kommen (geht schon aus beruflichen Gründen nicht) - und darauf haben wir uns vor Jahren einmal eingelassen - nie wieder !

(PS: unabhängig davon ist uns schon klar, dass man sich in so einem Fall überlegen sollte, ob die Schule wirklich die Richtige ist, andererseits finden wir die Anmerkung über die praktisch nicht vorhandene Chance unseres Sohnes schon etwas seltsam - wie gesagt, er könnte die Klasse wiederholen.)

Hinzu kommt, dass sich unser Sohn im Großen und Ganzen an der Schule wohlfühlt und auch mit den Klassenkameraden gut auskommt.

Dank fürs Lesen, vielleicht weiß ja jemand Rat.

Gruß Nanni
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 24.02.2007, 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nanni,

grundsätzlich zählt an einer deutschen Schule leider nicht das Potential, sondern die gezeigte Leistung. Und vielen Kindern, besonders aber den Jungen, fällt es in der Zeit der Pubertät schwer Leistung so zu zeigen wie sie verlangt wird. Meist haben sie in der Grundschule keine Lerntechniken entwickeln können, weil ihnen alles einfach zugefallen ist. Vor allem haben sie als Jungen einen ganz anderen Lernstil als auf einem Gymnasium erwartet wird. Auf einem Gymnasium gilt es riesige Stoffmengen aufzunehmen und diese sind möglichst fehlerlos in den Arbeiten wiederzugeben, vieles ist stures Pauken für das Kurzzeitgedächtnis, das können Mädchen anscheinend wesentlich besser. Ob man etwas wirklich verstanden hat und es auch später noch anwenden kann, spielt häufig nur eine untergeordnete Rolle. Auf dem Gymnasium sind Jungen eindeutig benachteiligt! Die Zahlen sind da eindeutig:
Zitat:
"Die Jungs haben noch an einer ganz kleinen Stelle des deutschen Schulwesens einen ganz kleinen Vorsprung. Am Beginn der Klasse 5 der deutschen Gymnasien sitzen ein paar mehr Jungen als Mädchen, was aber immer noch daran liegt, dass es immer noch ein paar Eltern gibt, die glauben, für ein Mädchen würde auch ein Realschulabschluss reichen. Dieser Vorsprung ist schnell verbraucht. Und Sie wissen, wie es am Ende aussieht. Bereits 54 Prozent der deutschen Abiturienten sind Mädchen und nur noch 46 Prozent sind Jungen. Das ist eine Differenz von 8 Prozent. Es kommt schlimmer. Die Mädchen haben bundesweit einen fast um eine ganze Note besseren Abiturdurchschnitt, sind also 0,8 besser als die Jungen. Das andere wissen sie auch. Zwei Drittel der deutschen Sitzenbleiber sind Jungen. Zwei Drittel der Rückläufer vom Gymnasium zur Realschule, von der Realschule zur Hauptschule sind Jungen und in 11,6 Prozent eines deutschen Geburtsjahrgangs, die es noch nicht mal bis zum Hauptschulabschluss schaffen, sind etwas über 72 Prozent Jungen, und an den wenigen deutschen Schulen für Verhaltensgestörte, für Erziehungsschwierige, Erziehungshilfe, das heißt immer anders, sind fast 95 Prozent Jungen."

Der Text stammt aus einem Vortrag von Prof. Dr. Peter Struck, Universität Hamburg http://www.partner-fuer-schule.nrw.....-foerderung/15-gebote.pdf

Auf dem Gymnasium ist die Zeit stehengeblieben, es wird dort häufig noch genauso gearbeitet wie vor Jahrzehnten, Reformen sind an dieser Schulform weitgehend vorbeigegangen. Und ein bayrisches Gymnasium ist immer noch ein ganz "besonderer" Ort, geeignet vor allem für sehr fleißige, angepasste Lerner, die sogennten Hochleister.

Aber immer wird die Leistung eines Schülers im Vergleich zu seiner Lerngruppe gesehen. Und da könnte es deinem Sohn in der nächsten Klasse auch anders ergehen. Aber es konnte natürlich auch Druck durch Lehrer geben, in Form von andauernden negativen Rückmeldungen, weil sie fest davon überzeugt sind, dass er für das Gymnasium nicht geeignet ist.

Es gibt also vieles zu bedenken und vieles ist einfach nicht vorrauszusehen. Wenn dein Sohn sich an der Schule wohlfühlt und gerne dort bleiben möchte, würde ich raten, ihn die Klasse wiederholen zu lassen. Ich würde meinem Kind auf alle Fälle die Chance geben in der zu wiederholenden Klasse zu zeigen was er kann. Außerdem würde ich einen Lerntechnik- Kurs ( Das Lernen lernen) empfehlen und manchmal geht es ohne Nachhilfe oder die Unterstützung der Eltern vorrübergehend auch nicht.

Hier in Hessen kann man, wenn man eine Klasse nicht schafft in der nächste Klasse der niedrigeren Schulform weitermachen, man hat dann kein Jahr verloren, das ist soweit ich weiß in Bayern nicht üblich, vielleicht aber auch nicht möglich.

Wie kam es eigentlich zu dem Wechsel von der Hauptschule zum Gymnasium in der 5. Klasse?

Doris
_________________
"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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nanni



Anmeldedatum: 25.02.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 26.02.2007, 16:26    Titel: Antworten mit Zitat

Unser Sohn hatte nach der 4. Klasse Grundschule einen 3er Schnitt, also auch nicht für die Realschule ausreichend - waren aber große Probleme mit der Klassenleitung, wollten Kinder nicht weglassen.

Er hat damals (nach positiver Beurteilung durch die Schulpsychologin) bereits den Probeunterricht am Gymnasium gemacht, mit 3 und 4 bestanden, wurde aber nicht genommen.

Auch der Ministerialbeauftragte gab uns damals eine falsche Antwort dahingehend.

Hinterher haben wir erfahren, dass das eigentlich alles nicht rechtens war.

(Also 1 Jahr verloren)

An der Realschule bekamen wir zudem damals die lapidare Auskunft, dass ein bestandener Probeunterricht am Gymnasium leider an der Realschule nicht anerkannt würde, erneuter Probeunterricht am Ende der Ferien - nicht bestanden - war einfach alles zu viel.

Nach einem Jahr Hauptschule, Schnitt 2,66 erneuter bestandener Probeunterricht am Gymnasium, weiter dann, wie beschrieben.

Unser Sohn gilt als begabt, ist aber nach Auffassung der Lehrkräfte nicht diszipliniert genug usw.

Werden ihn vermutlich jetzt vorsorglich an der Realschule anmelden, dass er entweder die 6. dann an der Realschule wiederholt oder dann gleich in die 7. dort kommt (unter bestimmten Voraussetzungen evtl. möglich).

Man kann bei uns dann zum Jahresende hin immer noch absagen, wenn sich der Schüler erheblich verbessert und damit zu rechnen ist, dass er entweder bei Wiederholen der 6. Klasse am Gymnasium gute Chancen hat oder wenn er es doch noch in die nächste Jahrgangsstufe schafft.

Und angeblich soll ja dann der Übertritt in die nächste Jahrgangsstufe mit der neuen GSO in Bayern ohnehin nochmals erleichtert werden.

Auf unsere Unterstützung - und wenn es wirklich nur ein gemeinsames Erarbeiten von Inhalten ist, blockiert unser Sohn zur Zeit total, wobei ein wirklich guter Berater uns gesagt hat, dass es durchaus möglich ist, dass unser Sohn noch von selbst in die Gänge kommt, wenn wir (also von Seiten des Elternhauses) den Druck mal total herausnehmen und nur auf seine Bitte um Hilfe hin, reagieren.

Denn in allen anderen Dingen kümmert er sich ja auch um seine Sachen.

Mfg. Nanni
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