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Kopie: Schulunfähig wegen Tourette

 
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 21.01.2006, 21:03    Titel: Kopie: Schulunfähig wegen Tourette Antworten mit Zitat

Ersteller:

Zwerner





Status: Offline
Registriert seit: 29.06.2005
Beiträge: 1
Nachricht senden Erstellt am 29.06.2005 - 16:48

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Hallo zusammen, habe dieses Forum gerade über Google gefunden.

Unser Sohn wurde vor 4 Wochen vom Gymnasium 7. Klasse wegen Krankheit zwangsbeurlaubt.

Entsprechender Wortlaut im Schreiben des Direktors:

....,aus meiner Fürsorgepflicht den Mitschülern und Lehrkräften gegenüber muss ich Sie daher bitten, den Schulbesuch Ihres Sohnes Sebastian auszusetzen, bis eine deutliche Verbesserung des Krankheitsbildes erkennbar ist.

Bezüglich der Möglichkeit des Einzelunterrichts im Rahmen eines stationären Aufenthalts setzen Sie sich bitte mit den behandelnden Ärzten in Verbindung.

Mit freundl.....

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Unser Sohn hat Tourette und leidet seit ca 1/2 Jahr an starken Vocal Tics, die sich durch Lautäußerungen wie Ah Uh oder aber auch wichs und ähnlichen Fäkalwürtern bemerkbar machen. Die Tics sind dann sehr ausgeprägt, wenn er zu entsprechenden Äußerungen animiert wird. Hier gibt/gab es 3 Schüler in der Klasse, die konsequent mobbten. Meines Wissens wurde auf diese Schüler durch den Direktor niemals eingewirkt...

Wir hatten mit den Fachlehrer am Elternabend (vor ca 6 Wochen)über individuelle Maßnahmen geprochen, um die Situation für alle Beteiligten erträglicher zu machen (Extra Raum für Klassenarbeiten z.B., Verwendung eines Laptops, da er mit rechter Hand aufgrund motorischem Tic kaum leserlich schreiben kann) . Die Lehrer zeigten sich durchaus kooperationsbereit.
Wir hatten auch die 3 o.g. Mitschüler benannt, mit der Bitte darauf zu achten dass sie im Unterricht Sebastian nicht zu Tics animieren. Die Krankheit bringt mit sich, dass er den Zwang verspürt, gerade peinliche Dinge erst recht nachzusprechen.....

2 Wochen nach dem Elternabend, als die Schule nach den Pfingstferien wieder begann, gaben wir unserem Sohn die beim Elternabend angesprochenen Vorschläge nochmals in schriftlicher Form zusammengefasst für den Klassenleherer mit, verbunden mit der Bitte, einen Terminvorschlag zu unterbreiten um die Maßnahmen hinsichtlich Machbarkeit, Umsetzung etc zu besprechen.

Ohne weitere Gespräche erhielten wir 4Tage später Einschreiben von Schulleiter, in dem er Sebastian die Schulfähigkeit abspricht, s.o.
Wir Eltern wurden nicht vorab informiert, dass es solche Überlegungen seitens der Schule gibt.
Wir glauben auch nicht, dass Schulpsychologe eingeschaltet wurde.

1 Woche später haben wir formellen Widerspruch eingelegt, mit Vorbehalt rechtlicher Schritte, und haben unsere Sicht der Dinge sachlich dargelegt dargelegt.
Enneut baten wir um einen Terminvorschlag und baten des weiteren darum, die Lehre Sebastians zu befragen, inwieweit Sie zu individuellen Maßnahmen bereit wären (kann ja auch Einzelbeschulung bedeuten...?!)

Nachdem ich weitere 2 Wochen später Erinnerungsschreiben an Schulleiter gemailt habe, nochmals mit der Bitte einen Termin vorzuschlagen, kam 1 Tag später, nämlich vorgestern,ein lapidares Antwortmail:
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Sehr geehrter...., selbstverständlich können Sie mich -wie auch alle anderen Eltern- nach telefonischer Vereinbarung mit dem Sekretariat sprechen.

Mit freundl..

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Ich finde dies unübertreffbar borniert!!!!!

Zwischenzeitlich laufen Unterschriftenaktionen von Mitschülern, 20 Schüler haben im Zimmer des Direktors demonstriert. Jeder der die Historie und den Vorgang kennt schüttelt nur den Kopf, inklusive vielen Ansprechpartnern in der Schulbehörde...

Wir schalten nun Ministerialbeauftragten für Gymnasien in Bayern ein, den wir zum Vorgang seit einigen Wochen schon informiert haben, aber noch nicht um aktive Unterstützung gebeten haben, um dem Schulleiter eine Chance zu geben.

Trotzdem als Option: Welchen Rechtsweg sollten wir ggf. beschreiten (wollen wir ja eigentlich unbedingt vermeiden)?
Welche Rechtschutzversicherung empfiehlt sich (habe ich richtig gestöbert: mit Verwaltungsrechtschutz?) ?
Welche Versicherungsfirma...?

Parallel haben wir natürlich auch Spezialisten zr Behandlung eingeschaltet. Aber die Krankheit ist nicht heilbar. Die Symptome können bestenfalls gedämpft werden, sein es medikamentös oder manchmal durch diverse Therapien/Verhaltensstrainings.

Viele Grüße
H. Werner Görg







Signatur
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Zwerner

Erika





Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 130
Nachricht senden Erstellt am 29.06.2005 - 22:36

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Hallo Herr Görg,

einen Rat, welche rechtlichen Schritte Sie einleiten sollten, habe ich nicht. Sie haben sich ja bereits an höhere Instanzen gewandt, was sicher richtig und oft auch wirksam ist. Manchmal scheint sich auch etwas zu bewegen, wenn die Presse eingeschaltet wird. Ich bin wie Sie der Meinung, dass man sich so etwas keinesfalls gefallen lassen darf, glaube aber weniger, dass sich die Situation für Ihren Sohn durch Beschreiten rechtlicher Schritte verbessern kann. Ein Schulwechsel kann manchmal besser für das Kind sein. Wer hat denn diesen Schulausschluss initiiert, wenn Lehrer kooperationsbereit waren und Mitschüler gegen den Ausschluss demonstrierten? Fühlten sich die Lehrer überfordert?

Unabhängig davon möchte ich Ihnen sagen, dass ich diese Vorgehensweise der Schule ebenfalls mehr als unmöglich finde. Das zeigt mir wieder einmal, wie kaltherzig, abgebrüht, verantwortungslos und ohne jegliches Einfühlungsvermögen mit einigen Kindern umgegangen wird, die nicht der gewünschten Norm entsprechen. Der bequemste Weg ist dann oft das Ausgrenzen, Aussortieren. Die Lehrer brauchen sich dann keine weiteren Gedanken mehr zu machen.

Mein Sohn hatte zum Ende der Kindergartenzeit auch einmal kurzzeitig einen Tic, außerdem ADS-Symptome. Unsere Erfahrungen mit Schule finden Sie hier unter Erfahrungsberichte. Tics werden durch besonders extremen Stress, psychische Belastung bekanntlich sehr begünstigt oder sogar erst ausgelöst. Das Tourett-Syndrom tritt häufig in Verbindung mit ADS und/oder autistischen Zügen auf. Ich beschäftige mich seit 4 Jahren mit diesen Auffälligkeiten (ADS, Autismus, LRS, Dyskalkulie, Epilepsie, motorischen Auffälligkeiten. In diesem Zusammenhang werden auch immer wieder Tics erwähnt.

Für die Schulmediziner, die mit dem Strom schwimmen, ist das Tourette-Syndrom eine unheilbare Angelegenheit. Es gibt andere Fachleute (auch Ärzte), die sicher eine andere Meinung dazu haben. Ich habe es mir abgewöhnt, an die mit dem Strom schwimmenden Schulmediziner zu glauben. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Ihr Sohn noch einige der hier unter www.chucholowski.homepage.t-online.de/praxis/reflextherapie.htm (4 Berichte)zeigt. Wenn Sie Ihren Sohn hier wiederfinden, kann ich nur empfehlen, Frau Chucholowski oder auch Frau Hansen-Lauff vom INPP (www.INPP.de)anzurufen.

Alles Gute für Sie und besonders für Ihren Sohn!

Es wäre schön, wenn Sie berichten würden, wie es weitergeht.

Viele Grüße
Erika






Signatur
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"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)
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