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Kopie: Sammeldrache Tonerstaub in Kinderhänden

 
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 26.01.2006, 00:51    Titel: Kopie: Sammeldrache Tonerstaub in Kinderhänden Antworten mit Zitat

PetraLitzenburger
Administratorin




Status: Offline
Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 141
Nachricht senden Erstellt am 21.11.2005 - 22:28

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Ein Bericht des Saarländischen Rundfunks:

Quelle: www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,rnvve8sh276hhnxa~cm.asp



Sammeldrache

Tonerstaub in Kinderhänden
SR, Dienstag, 30. August 2005

Ein Beitrag von Mirko Tomic

Ein Laserdrucker ist grundsätzlich eine feine Sache. Doch der Toner darin hat?s in sich. Experten streiten, wie gefährlich das schwarze Pulver ist ? Stichwort Feinstaub. Viele meinen, dass der Toner nicht in Kinderhände gehört. Und doch passiert das tausendfach in Deutschland.

Schulen in Finanznot
Lehrer müssen sich was einfallen lassen, um moderne Ausrüstung zu finanzieren. Da wird schon mal danebengegriffen. Das kritische Bewusstsein fehlt angesichts der tollen Vorteile für die Schule. Die "Aktion Sammeldrache" ist so ein Fall.

Das Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken. 1.100 Schüler werden hier unterrichtet. In der Aula üben Fünftklässler gerade ein Theaterstück ein. Es geht um Umweltschutz. Das Projekt heißt ?Sammeldrache?. Die Kleinen sind begeistert bei der Sache. Seit drei Jahren läuft die Aktion an dem Gymnasium, bundesweit machen nach Angaben der Initiatoren 15.000 Schulen mit.
Meike ? der Sammeldrache
Im Internet findet sich eine ansprechend aufgemachte Homepage der Kölner Recyclingfirma Interseroh. Sie steckt hinter Meike, dem Sammeldrachen. Gesammelt werden vor allem Tinten- und Tonerkartuschen. Die werden oft genug noch einfach weggeworfen.

Die Lehrerin Petra N. ist begeistert von der Aktion für die die Schüler unter ihrer Anleitung ein Theaterstück einüben: ?Das ist eine Aktion, die das Umweltbewusstsein unserer Schüler fördern soll und auch gleichzeitig für unsere Schule Computerzubehör beschaffen soll. Die Gelder sind knapp, und wir freuen uns über jede Möglichkeit, aufzustocken.?

Ein Chemiekaliencocktail
Für das fleißige Sammeln gibt es grüne Umwelt-Punkte. Jede Kartusche wird von der Recycling-Firma mit Punkten bewertet. Und die kann man dann gegen wertvolle Prämien eintauschen. Zeitschriften-Abos für die Schule zum Beispiel, aber auch Computer, Scanner und Video-Beamer.

Was die Veranstalter den Schulen nicht sagen: Das schwarze Pulver der Toner kann Benzol, Zinnverbindungen, Schwermetalle und weitere Lösungsmittel enthalten. Als Feinstaub ein Chemiekaliencocktail. Und jeder Toner ist anders zusammengesetzt. Dabei sind die genauen Mischungen selbstverständlich Firmengeheimnis.

Trotzdem gibt es Untersuchungen, weiß der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg. Als Lungenfacharzt und Arbeitsmediziner warnt er vor den Tonerstäuben: ?Es gibt auch Hinweise dafür im Tierversuch, dass sie auch Krebs erregen können. Ob sie das allein sind oder mit anderen Stäuben gemeinsam, welche Gemische dafür verantwortlich sind, dafür gibt es noch nicht genügend Erkenntnisse. Wir haben auch keine epidemiologischen Beobachtungen beim Menschen. Das heißt aber trotzdem, dass die Hinweise durch den Tierversuch ernst zu nehmen sind. Und dass das Vorsorgeprinzip hier gelten muss. Es können möglicherweise dadurch Krebse entstehen - durch die Feinstäube.?

Auch die amtliche Aufsichtsbehörde, das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin, bewertet das Projekt eher kritisch. Unser Ansprechpartner war bis Ende Juli 26 Jahre lang für die Bewertung von Chemikalien zuständig. Dr. Wolfgang Lingk, Chemikalien-Experte beim Bundesinstitut für Risikobewertung: ?Es ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht das richtige Projekt, einfach, weil wir über die Gefahren nicht ausreichend Bescheid wissen. Und wenn man über Gefahren nicht hinreichend Bescheid weiß, kann man auch nicht aufklären.?
Meike sammelt weiter
Unterdessen ist der Sammeldrache weiter aktiv. Ein Hamburger Kindergarten beispielsweise wurde für besonders fleißiges Sammeln ausgezeichnet. Die Kinder freuten sich, dass Meike, der Drache, sogar persönlich vorbeischaut hat. Und immerhin gab es 500 Euro und eine Urkunde als Landessieger.

Trotz Vorsichtsmaßnahmen: Die Neugier der Kinder ist größer als die Angst vor einer potenziellen Gesundheitsgefahr. Und so arglos wie die Kinder sollen auch offenbar die Erwachsenen bleiben. Die Recyclingfirma hat für ihren Internetauftritt die Meinung eines umweltmedizinischen Gutachters eingeholt. Die ist durchaus differenziert.

Guido Keil von der ISD INTERSEROH Dienstleistungs GmbH interpretiert es aber so: ?Er sagt eigentlich letztlich, dass es genauso gefährlich ist wie eine Tafel Schokolade, die ich dort esse. Die Nüsse sind auch geröstet, da sind genauso gefährliche Stoffe letztlich drin wie im Toner. Er sagt auch ganz klar: Ich müsste dieses Material auch essen. Jetzt ist wirklich die Frage: Können die Kinder den Toner in größeren Maßstab essen? Das wage ich zu bezweifeln.?
[plusminus-Nachfrage: ?Aber wenn, dann wäre es gefährlich?? Die Antwort von Guido Keil: ?Genauso gefährlich, als ob ich zu viel Schokolade essen würde?.

Toner gleich Schokolade? Na dann: Guten Appetit!
Übrigens...
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn war zunächst so angetan von der "Aktion Sammeldrache", dass sie die Schirmherrschaft übernahm. Doch als ihr Fraktionskollege Wodarg sie vor den Gefahren warnte, zog sie die Konsequenzen und gab die Schirmherrschaft zurück.

Die Firma des kleinen Sammeldrachen hat in drei Jahren drei Millionen Euro allein an Prämien ausgezahlt. Was sie selbst verdient hat? Wer weiß. Solange die Schulen in Deutschland aber nicht besser ausgestattet werden, ist das Anzapfen anderer Finanzquellen fast zwangsläufig, trotz potenzieller Gefahren, vor denen der Chemikalienexperte des Bundesinstituts für Risikobewertung, Dr. Wolfgang Lingk warnt: ?Die Lehrer sind zum Beispiel nicht in der Lage, hier tatsächliche Gefahren weiterzugeben und entsprechende Erziehungsmaßnahmen einzuleiten - oder die Kinder zu einer richtigen Entsorgung anzuleiten - und es wird der spielerische Charakter übrig bleiben. Sie werden unvorsichtig damit umgehen, und sie können damit ihre Gesundheit gefährden. Und das gilt es zu vermeiden.?


Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 30.08.2005 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.


Meine Kinder werden garantiert keine leeren Tonerkartuschen sammeln.


Liebe Grüsse

Petra Litzenburger





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