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Kopie: Eltern mischen sich zu stark ein

 
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Beitragsrekonstruktion



Anmeldedatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 23:45    Titel: Kopie: Eltern mischen sich zu stark ein Antworten mit Zitat

Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 08.08.2005 - 22:16

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Hallo,

zum Thema Hauptschule und Berufschancen:

www.abendblatt.de/daten/2005/08/08/468056.html

Wie schon gesagt wurde, hat die Hauptschule leider nicht mehr den Status, den sie früher hatte. Sicher gibt es mehrere Faktoren, die dazu geführt haben. Ein Grund ist m.E. auch, dass auf die Hauptschulen Nicht-Norm-Kinder abgeschoben werden, die dort aufgrund Ihrer Intelligenz absolut nicht hingehören, nicht geförderte Kinder, denen man die Lust am Lernen gewaltig vermiest hat, die absolut keinen Bock mehr auf Schule und Lernen haben. Solche Null-Bock-Menschen will auch keiner ausbilden. Inzwischen hat die Hauptschule so ein schlechtes Image (bei uns hier wird von Russenmafia und Drogenmetropole gesprochen), so dass leider auch die anderen Hauptschüler darunter zu leiden haben. Tatsache ist jedenfalls m.E, dass sie zur "Restschule" geworden ist. Was früher Sonderschule war, ist jetzt Hauptschule.

Die schmerzlichen Erfahrungen, die der Sohn von Dorism machen musste, machen leider sehr viele. Kaum jemand interessiert sich für die Ursachen von Lern- und Verhaltensauffälligkeiten, leider. Nur wer die Ursachen kennt und versteht, kann helfen.

Ich kenne sehr viele Betroffene, die skrupellos nach unten durchgereicht wurden. Einige gehen dabei wirklich vor die Hunde.

Liebe Dorism, gut, dass du dir nicht länger einreden lässt, dass dein Sohn Druck braucht, um !"normgerecht" zu funktionieren. Du hast es ja selbst erkannt, Druck erzeugt Gegendruck und hilft überhaupt nicht. Dein Sohn braucht Verständnis, Lob und Unterstützung. Auf keinen Fall würde ich ihn auf die Hauptschule "sinken" lassen, besser wäre m.E. eine Realschule/Privatschule/Gesamtschule? (Gymnasium ist jetzt wohl erst einmal nicht mehr möglich) mit Lehrern, die noch Herz, Einfühlungsvermögen und psychologische Grundkenntnisse haben.

Ich wünsche euch alles Gute. Wenn dich unsere Erfahrungen mit Schule interessieren, siehe hier unter Erfahrungsberichte. Morgen wird mein Großer am Gymnasium eingeschult, hoffentlich geht es bei uns weiter bergauf.

Viele Grüße
Erika





Signatur
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"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

alias





Status: Offline
Registriert seit: 18.07.2005
Beiträge: 40
Nachricht senden Erstellt am 09.08.2005 - 00:14

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Erika schrieb
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.....Inzwischen hat die Hauptschule so ein schlechtes Image (bei uns hier wird von Russenmafia und Drogenmetropole gesprochen), so dass leider auch die anderen Hauptschüler darunter zu leiden haben. Tatsache ist jedenfalls m.E, dass sie zur "Restschule" geworden ist. Was früher Sonderschule war, ist jetzt Hauptschule.
......



Das schlechte Image hat die Hauptschule besonders, weil Leute wie Erika immer wieder diese stereotypen Vorurteile öffentlich wiederholen - ohne auch nur eine Spur von persönlicher Erfahrung von den "Zuständen" in der Hauptschule zu haben. Da geht alles über Hörensagen = Klatsch-und-Tratsch ("es wird davon gesprochen..."

Die "Drogenprobleme", die wir an unserer Hauptschule haben, sind in potenziertem Ausmaß an Realschulen, Gymnasien und Berufschulen vorhanden - weil die Schüler dort schlicht älter sind und das Einstiegsalter für Cannabis etc im Schnitt bei 16 Jahren liegt.

Lass deine Vorurteile, wo sie hingehören: In der unteren Schublade.




Dorism





Status: Offline
Registriert seit: 22.06.2005
Beiträge: 10
Nachricht senden Erstellt am 11.09.2005 - 12:30

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Das neue Schuljahr ist nun genau eine Woche alt.
Mein Sohn wurde, da er ja die klasse wiederholen muss einer neuen Klasse zugeteilt.In dieser Klasse sind die Wiederholer und alle Schüler die die Schule wechseln mussten oder wollten.Er hat nur zwei Lehrer aus dem alten Schuljahr behalten und hatte bis Donnerstag keine Probleme.
Nach der ersten Pause hatte er das erste Mal Bildende Kunst.Er ging in seinen Raum und setzt sich an seinen Platz.Als die Lehrerin den Raum betrat und er erkannte das es seine alte BK Lehrerin war, war er doch ein wenig enttäucht und erlaubte sich einen seufzer da ihm diese Lehrerin das Leben doch recht schwer gemacht hatte.Sie erkannte ihn sofort und setzte ihn vor die Tür.Leider ist der junge Mann sehr selbstbewusst er konnte sich die Frage warum er vor die Tür soll nicht verkneifen und landete sofort beim Stufenleiter.Nachdem er ihm erklärte das er nichts getan hat bekam er die Antwort er könne sich seine dummen Kommentare sparen und bekam einen Eintrag ins Klassenbuch wegen stören des Unterrichts.
Seine Klassenlehrerin versuchte ihn zu beruhigen und erklärte ihm das wäre nicht so schlimm er soll sich bei dieser Lehrerin ruhig verhalten sie wolle ihn provozieren da sie ihn nicht mag.
Er hat diese Lehrerin zwar nur zwei Stunden ich bin aber trotzdem verunsichert.
Soll ich mit dieser Lehrerin reden oder mache ich damit alles noch schlimmer?





Martian





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Registriert seit: 27.07.2005
Beiträge: 43
Nachricht senden Erstellt am 11.09.2005 - 14:20

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Liebe Dorism,

wenn es sich wirklich so zugetragen hat, was ich keinesfalls bezweifle, solltest du als verantwortungsbewußte Mutter ein dringliches Gespräch mit dem Stufenleiter führen, der scheinbar nach dem Grundsatz "Der Lehrer hat immer Recht!" seinen Job mehr schlecht als recht erledigt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es einigen Lehrern sehr leicht fällt, weniger Wert auf das zu lehrende Fach zu legen, als auf konsequente Kleinmachung der ihnen anvertrauten Schüler. Schulen haben einen Bildungsauftrag. Dieser beinhaltet auch einen Erziehungsauftrag.

In deinem Fall bedeutet dieses: die Schule (Lehrerin und Stufenleiter) hat mit SEHR NEGATIVEM Stil auf sich aufmerksam gemacht. Nicht deinem Sohn gebührt der Eintrag ins Klassenbuch, sondern der Schule.

Warum soll dein Sohn den Duckmäuser (Aussage der Klassenlehrerin!) spielen, wenn das Fehlverhalten ganz klar beim Lehrer liegt?




Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 11.09.2005 - 22:19

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Hallo Dorism,

dieses "vor die Tür setzen" kenne ich auch sehr gut aus der ehemaligen Schule meines Sohnes. Das ist eben Unterrichts(straf)vollzug - traurig, aber leider an der Tagesordnung in vielen Schulen. Eigentlich ist es Hilflosigkeit der Lehrer und auch bei einigen die einfachste, bequemste Lösung. Wer nicht spurt und stramm steht, wird ausgeschlossen. Es ist scheinbar zu viel verlangt, dass diese Lehrer sich erst einmal Gedanken machen, warum das Kind aufmuckt bzw. welche negativen Folgen sie mit ihren Strafen auslösen.

Die Lehrerin deines Sohnes hätte sich an die eigene Nase fassen müssen, sich Gedanken machen sollen, warum dein Sohn seufzt, wenn sie den Raum betritt.

Bei diesem einmaligen Vorfall würde ich nicht mit der Lehrerin reden. Wenn diese Lehrerin deinen Sohn jedoch auch vorher schon "schlecht" behandelt hat, würde ich das Gespräch suchen, möglichst mit dem Stufenleiter und noch einer Person deines Vertrauens, ev. auch ärztliche Bescheinigung über die psychische Verfassung deines Sohnes vorlegen. Dein Sohn sollte dich auf jeden Fall weiterhin über die Vorkommnisse in der Schule auf dem Laufenden halten, damit du rechtzeitig einschreiten kannst.

Alles Gute!

Erika





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Dorism





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Registriert seit: 22.06.2005
Beiträge: 10
Nachricht senden Erstellt am 18.09.2005 - 17:17

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Hallo Erika,
am Donnerstag hatte mein Sohn seine 2.Bk Stunde.
Er hat mir vorher erklärt das er mir zwar erzählt sollte etwas vorfallen er aber nicht möchte das ich mit der Lehrerin rede.
Er möchte einfach höflich mit ihr umgehen und ihr keinen Grund zur Beschwerde geben.
Nach der Schule erzählte er mir das sie in der 1.Stunde gewohnt unfreundlich zu ihm war aber in der 2.Stunde nachdem eine Reaktion von ihm ausblieb auf einmal normal mit ihm umging und ihm sogar erklärte was er tun soll.
Ich denke ich warte ab vielleicht merkt jetzt auch diese Lehrerin das der Junge im letzten Schuljahr durch den überhasteten Schulwechsel einfach überfordert war.
Viele Grüße
Dorism




Erika
Stammposter




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Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 19.09.2005 - 21:17

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Hallo Dorism,

ja, das ist sicher das Beste, erst einmal abzuwarten und von deinem Sohn auf dem Laufenden gehalten zu werden. Vielleicht schafft es dein Sohn, der Lehrerin keine "Anlässe" zu bieten.

Meinem Sohn empfehle ich auch immer, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Für Kinder ist das allerdings nicht immer ganz leicht und auch verständlich, wenn sie aus welchen Gründen auch immer unausgeglichen sind und dann auch noch Ablehnung durch Lehrer spüren.

Alles Gute und schreibe `mal wieder!

Erika





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Zuletzt bearbeitet von Beitragsrekonstruktion am 24.01.2006, 23:47, insgesamt einmal bearbeitet
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Beitragsrekonstruktion



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 23:46    Titel: Seite 2 Antworten mit Zitat

DorisCarnap
Moderatorin

Schullaufbahnberaterin





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Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 196
Nachricht senden Erstellt am 29.10.2005 - 11:15

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Hallo Tina

Tina schrieb
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"natürlich kosten gute Bedingungen nicht soo viel mehr. Ich denke, im Endeffekt spart es wahrscheinlich sogar im Gesamten, da häufig Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, bei denen es eigentlich nicht nötig wäre".


Und die dann andere Kassen belasten, die aber auch durch Steuergelder finanziert sind. Außerdem ist das Siitzenbleiben unwirschaftlich, das kostet den Steuerzahler pro Schuljahr knapp 1,2 Milliarden Euro ? das entspricht dem Finanzierungsvolumen für die Vollzeitstellen von 20.000 Lehrern. Und zusätzlich darf man die Kosten für Nachhilfe nicht vergessen!


Tina schrieb
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Allgemein wird aber eher eingespart als aufgerüstet, im allgemeinen Sparzwang.


Nach meiner Meinung wird an den falschen Stellen gespart.


Tina schrieb
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Als "den letzten Dreck" sehe ich Hauptschule samt Lehrern und Schülern überhaupt nicht.


Wenn ich richtig in Erinnerung habe, unterrichtest du in Bayern - die bayrische Situation an Hauptschulen ist etwas anders, als die in Hessen zum Beispiel. Hier besuchen nur durchschnittlich 25 % der Schüler noch die Hauptschule, in manchen Großstädtern sogar nur 10%. "Besonders hier gilt die Hauptschule als Sammelbecken für Schüler aus schwierigen sozialen Verhältnissen und bildungsfernen Familien, als letzter Hort für Migrantenkinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse, als Endstation für Schüler mit negativen Schulkarrieren und Disziplinproblemen." wie Marin Spiewak in der ZEIT schreibt www.zeit.de/2004/33/Schule_Beist_9fck?page=all

Wie es sich anhört, gibt es an deiner Schule kein besonderes Schulkonzept für die Differenzierung im Unterricht und du arbeitest als Einzelkämpferin.

Doris





Signatur
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

Tina





Status: Offline
Registriert seit: 29.07.2005
Beiträge: 25
Nachricht senden Erstellt am 29.10.2005 - 22:50

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Hallo,

wie viel Prozent bei uns die Hauptschule besuchen weiß ich gar nicht, aber es ist auch in Bayern nicht die Mehrheit.

Vielleicht haben wir die "schwierigeren" Schüler, von eigentlich Förderschülern über Asylanten, Legastheniker, Aussiedlern, Gastarbeiterkindern und einen ehemals Erziehungsschwierigen bis zum "normalen" deutschen Schüler habe ich auch alles. Das muss aber nicht unbedingt schlimm sein. Manche entwickeln sich noch, andere haben noch Sprachschwierigkeiten, andere sind nun mal schwach und können vielleicht in den praktischen Fächer ausgleichen.

Im Übrigen zur Glaubwürdigkeit und sorgfältigen Recherche von Artikeln über die Hauptschule:

schrieb
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In Bayern werden die Hauptschüler in besonders leistungsfähige und praxisorientierte eingeteilt ? während die einen die mittlere Reife anstreben, bereiten sich die anderen in »Praxisklassen« so früh wie möglich auf eine berufliche Ausbildung vor.



Hier fehlt die größte Gruppe, die Regelklasse. Nur wenige, ganz Schwache kommen in die Praxisklasse, je nach Schule auch nicht sehr viele in die M-Klasse. Die meisten bleiben in besagter Regelklasse. M-Klasse und Praxisklasse sind Aushängeschilder, die Stufe, die die meisten Schüler besuchen, ist leider in den Hintergrund gerückt.

schrieb
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Wie es sich anhört, gibt es an deiner Schule kein besonderes Schulkonzept für die Differenzierung im Unterricht und du arbeitest als Einzelkämpferin.


Nee, kann man so nicht ganz sagen. Ich weiß, dass viele Kollegen in den Hauptfächern mehr oder weniger differenzieren - je nach Größe der Klasse und Klassensituation. Grundsätzlich ist Differenzierung und Individualisierung bei uns Prinzip, nur die Umsetzung scheitert teilweise an den Bedingungen. Wir haben eine Förderlehrerin und eine Anwärterin, die ihre Stunden selber einteilen dürfen - wenn du die für deine Klasse gewinnen kannst, ist das natürlich super. Ein Kollege macht es in Mathe ähnlich wie ich, andere haben wieder andere Systeme.

An meiner letzten Schule wurde sowohl Mathe als auch Englisch in allen Regelklassen geteilt. Es ist also nicht so, dass in dem Bereich nichts getan wird. Leider geht das seit zwei Jahren nicht mehr, da massiv Lehrerstunden gestrichen wurden, die sicherlich sehr sinnvoll waren.

LG
Tina











Erika
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Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 29.10.2005 - 23:17

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Hallo,

Bolzbold schrieb
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Nur am Rande: Ich nenne mich hier BoLzbold und nicht Botzbold...

Ich lese aus Deinem Beitrag wieder latent den Vorwurf heraus, dass es im Endeffekt an mir liegt, wenn die Binnendifferenzierung a) nicht durchgeführt wird oder b) aus welchen Gründen auch immer nicht klappt.
Nun hat Tina im Grunde schon das Wesentliche dazu gesagt, ich werde also nicht noch einmal dasselbe schreiben.



Bolzbold, das l habe ich wirklich nicht gesehen, es war keine Absicht. Du bist doch aber kein anderer als der mit t, oder? Warum dann hier mit l?

Es tut mir leid, wenn du dich angegriffen fühlst. Auch das war nicht meine Absicht. Ich wollte lediglich sagen, dass die Leute, die Veränderungen in die Wege leiten, hier in Richtung Binnendifferenzierung, außerordentlich viel Eigeninitiative gezeigt haben.

Am Anfang dieses Threads hatte ich berichtet, dass mein Sohn meiner Meinung nach zu wenig auf Aufsatzschreiben vorbereitet wurde. So ging es bisher weiter:

Die Klassenarbeit wurde von der Lehrerin korrigiert und zwecks Nachbereitung an die Kinder verteilt. Daraufhin bekamen 5 Jungen von 10 (mein Sohn war dabei - insgesamt hat die Klasse 16 Kinder) scheinbar die Panik. Sie meckerten und störten, anstatt die verlangten Berichtigungen zu machen. Mein Sohn war einer der fünf Rebellierer. Als ich ihn abholte, merkte ich schon, dass etwas nicht stimmte. Er hatte ein schlechtes Gewissen. Er zeigte mir dann sein Hausaufgabenheft und dort stand: Schreibe 15 mal den Satz "Ich befolge die Anweisungen der Lehrerin ohne Widerspruch." Außerdem wurde ein Anruf der Eltern bei der Lehrerin erwartet. Bisher gab es keine Beschwerden über meinen Sohn. Mein Sohn erzählte mir dann, dass er einen Vermerk unter dem Aufsatz, irgendetwas mit "zeitversetzt" nicht verstanden habe. Er fragte die Lehrerin, die ihm sagte, dass er den Vermerk nochmals lesen solle. Er hat ihn aber nicht verstanden. Daraufhin klinkte er sich in das Gemecker der anderen Jungen ein: "Ich kriege so wieso eine 6-, warum soll ich überhaupt was berichtigen." Am Nachmittag rief mich eine andre Mutter an, da erfuhr ich erst, dass es 5 Jungen waren. Vorher wusste ich nur, dass mein Sohn aus der Reihe getanzt war. Außerdem erfuhr ich noch, dass es außer dieser "logischen Konsequenz", diesen Satz zu schreiben, bereits 2 andere Strafen gegeben haben soll, und zwar eine Stunde Mathe, anstatt "Klaro 2000" und eine Pause Bank sitzen anstatt toben. Wir waren uns einig, dass das doch etwas viel sei. Außerdem gefielen uns die letzten 2 Wörter der 3. "logischen Konsequenz" (ohne Widerspruch) überhaupt nicht und beschlossen, diese 2 Wörter nicht schreiben zu lassen. Der Sohn dieser Mutter sollte übrigens sämtliche falsch geschriebene Wörter anhand eines Wörterbuches heraussuchen und richtig schreiben, fand nur die Hälfte und geriet in Panik. Was in den Köpfen der anderen Kinder ablief, weiß ich nicht.

Abends rief ich dann wunschgemäß die Klassenlehrerin an, die eigentlich gar nicht beteiligt war. Deutschlehrerin ist eine Referendarin, die bald ihr 2. Staatsexamen macht. Das Gespräch mit der Kl war sehr angenehm. Sie ist eine liebe, nette Lehrerin mit ca. 30-jähriger Berufserfahrung. Sie war der Meinung, Frau ... die Referendarin hätte die Kinder doch so gut vorbereitet. Die Kinder müssen einfach lernen, ihre Anweisungen zu befolgen. Es wäre des öfteren so, dass sich einige Jungen gegenseitig mit Stören hochschaukeln. Ich habe dann meine Sichtweise dargelegt. Immerhin hat sie sich alles angehört und war wirklich sehr nett. Vielleicht trägt die eine oder andere andere Sichtweise von Eltern ja dann doch Früchte. Mal sehen!

Viele Grüße
Erika





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(A. Jean Ayres)

Bolzbold





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Beiträge: 62
Nachricht senden Erstellt am 30.10.2005 - 11:09

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Erika schrieb
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Hallo,
Bolzbold, das l habe ich wirklich nicht gesehen, es war keine Absicht. Du bist doch aber kein anderer als der mit t, oder? Warum dann hier mit l?



Äh, gab es einen Botzbold? Kann mich nicht entsinnen. Es gab im Lehrerforum und hier immer nur Bolzbold - und dahinter steckt jeweils dieselbe Person - nämlich ich. Nichts für ungut!

Erika schrieb
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Es tut mir leid, wenn du dich angegriffen fühlst. Auch das war nicht meine Absicht. Ich wollte lediglich sagen, dass die Leute, die Veränderungen in die Wege leiten, hier in Richtung Binnendifferenzierung, außerordentlich viel Eigeninitiative gezeigt haben.



Das ist sicherlich richtig. Das Problem an einer Schule mit über 50 Lehrern - alten wie jungen KollegInnen ist vor allem, dass die eigene übermäßige Eigeninitiative dann verpufft, wenn nicht alle Kollegen an einem Strang ziehen. Solange es Eigenbrötler gibt, die seit Jahren denselben Stiefel abspulen und "fortbildungsresistent bzw. -renitent" sind, wird das schwierig.
Ganz ehrlich: Es gibt nichts frustrierenderes, wenn man sich als Lehrer mit einigen wenigen KollegInnen engagiert und diese Arbeit durch andere KollegInnen, die das nicht können oder wollen, torpediert und mitunter zunichte gemacht wird.
Engagement muss sein - keine Frage. Aber ich habe mir ziemlich von Anfang an angewöhnt, dass ich das in Feldern mache, wo meine Arbeit von niemandem kaputt gemacht werden kann. Beispielsweise auf der Beziehungsebene zu Schülern oder bei außerschulischen Projekten - das sind Felder, wo ich mich engagieren kann und mir keiner etwas kaputt machen kann.
Als Lehrer ist man immer auch Mensch und muss mit seinen Resourcen sinnvoll umgehen.

Gruß
Bolzbold




Erika
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Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 30.10.2005 - 22:44

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Hallo Bolzbold,

Bolzbold schrieb
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Äh, gab es einen Botzbold? Kann mich nicht entsinnen. Es gab im Lehrerforum und hier immer nur Bolzbold - und dahinter steckt jeweils dieselbe Person - nämlich ich. Nichts für ungut!



Ich sollte dann wohl doch meine Augen untersuchen lassen.

Deine Probleme mit den Kollegen kann ich verstehen. Ebenso habe ich mir ziemlich abgewöhnt, Lehrer hier vor Ort zu überzeugen, weil ich meistens gegen Wände rede. Wichtig ist, dass jeder einen Weg suchen sollte, um etwas in Bewegung zu bringen. Den Kopf nur in den Sand zu stecken, kann nicht richtig sein. Wie ich höre, tust du ja etwas, das ist gut so. Auch ohne Unterstützung von Kollegen kann jeder Lehrer kleine Schritte in die richtige Richtung machen, wenn er offen für Neues ist und sich fortbildet und informiert.

Im LF sind sicher viele engagierte Lehrer, auch die Klassenlehrerin meines Kleinen ist engagiert. Leider sind aber viele so festgefahren in ihren Meinungen bzw. übernehmen grundsätzlich nur die Meinungen der Mehrheit. Schlimm finde ich, dass sie nicht einmal merken wollen, dass auch sie vielleicht etwas zum Positiven verändern können, dass die Welt und damit die Kinder nicht mehr die vor 30 Jahren sind. Teilweise wird auch behauptet, die Zahl der auffälligen Kinder würde nicht ansteigen, alles o.k. alles wie immer.

Viele Grüße
Erika





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Bolzbold





Status: Offline
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Beiträge: 62
Nachricht senden Erstellt am 31.10.2005 - 16:57

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Erika schrieb
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Hallo Bolzbold,
Schlimm finde ich, dass sie nicht einmal merken wollen, dass auch sie vielleicht etwas zum Positiven verändern können, dass die Welt und damit die Kinder nicht mehr die vor 30 Jahren sind. Teilweise wird auch behauptet, die Zahl der auffälligen Kinder würde nicht ansteigen, alles o.k. alles wie immer.
Viele Grüße
Erika



Hallo Erika.

Das ist sicherlich richtig. Ich frage mich nur gerade, ob man diesen "Generationensprung" überhaupt aktiv miterlebt oder ob man sich nicht eines Tages - Fortbildung hin oder her - umdreht und feststellt, wie sich die Dinge in den letzten 30 Jahren verändert haben. Die Sache ist ja die, dass man sich selbst altersmäßig immer mehr von seinen Schülern entfernt und die Schüler sich auch in eine eigene (in der Regel andere) Richtung entwickeln.
Man müsste als Lehrer schon seine Moral- und Wertevorstellungen teilweise im Laufe der Jahre verändern bzw. in dieselbe grobe Richtung der Schüler weiterentwickeln, um dann die Schüler noch zu verstehen.
Da man aber in erster Linie Mensch ist und "lediglich" den Beruf des Lehrers gewählt hat, stelle ich mir das wirklich schwer vor.

Ich kann heute beispielsweise sagen, dass ich alle Schüler so nehme, wie sie sind. Sollte es so sein, dass das eine allgemeine Einstellung meinerseits (und nicht eine "Wertekompatibilität" ist, dann würde ich wohl in 30 Jahren keine Probleme haben.

Bin mal gespannt, wie sich das entwickelt.

Gruß
Bolzbold




Tina





Status: Offline
Registriert seit: 29.07.2005
Beiträge: 25
Nachricht senden Erstellt am 31.10.2005 - 19:21

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Hallo,

Erika schrieb
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Im LF sind sicher viele engagierte Lehrer, auch die Klassenlehrerin meines Kleinen ist engagiert. Leider sind aber viele so festgefahren in ihren Meinungen bzw. übernehmen grundsätzlich nur die Meinungen der Mehrheit. Schlimm finde ich, dass sie nicht einmal merken wollen, dass auch sie vielleicht etwas zum Positiven verändern können, dass die Welt und damit die Kinder nicht mehr die vor 30 Jahren sind. Teilweise wird auch behauptet, die Zahl der auffälligen Kinder würde nicht ansteigen, alles o.k. alles wie immer.


Na ja, meine Mutter ist jetzt seit 40!!! Jahren Fachlehrerin und ist sogar der Meinung, dass die Schüler (Realschule) heute netter, kooperativer und aufgeweckter sind als früher.

Noch ein Gesichtspunkt, warum ich mich dagegen wehre, die Schüler immer nur als defizitäre Wesen zu sehen:
Lehrer ist ein Beruf, der ein hohes Maß ein Eigenmotivation erfordert. Wenn ich nun ständig darüber sinniere, wie schlecht doch alles ist, wie schlecht die Bedingungen und wie "auffällig" meine Schüler, habe ich eigentlich keine Lust mehr, ist dieses sinkende Schiff Kraft und Zeit zu investieren. Aus unmotiviertem Unterricht folgen unmotivierte Schüler und schon hat sich alles bestätigt. Dann wird man einer der Lehrer, die mit verbittertem Zug um den Mund nur noch lamentieren. Danke - kein Bedarf!
Forderungen nach sinnvollen Verbesserungen kann mein Verband viel effektiver darstellen, dazu ist er da. Meinen Job sehe ich eher darin, innerhalb der gegebenen Bedingungen möglichst effektiven Unterricht zu machen. Und manchmal hat man dann sogar wunderbare Erfolgserlebnisse.

LG
Tina
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