Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V.
www.emgs.de
 

Der Verein von Eltern für Eltern

Das Schreiben von Beiträgen ist nur registrierten Usern gestattet

Elterninitiative-Startseite

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Kopie: Ist das auch Mobbing?

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Allgemeine Diskussionen über Schulprobleme
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Beitragsrekonstruktion



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 23:16    Titel: Kopie: Ist das auch Mobbing? Antworten mit Zitat

Ersteller:

Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 02.02.2005 - 21:26

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo alle,

heute habe ich wieder von 3 schlimmen "Fällen" gehört:

1. Kind sollte auf die Sonderschule überwiesen werden wegen schlechter Leistungen. Auf Bestreben der Mutter wurde ein IQ-Test gemacht, bei dem ein IQ von 135 festgestellt wurde. Anschließend war von Sonderschule nicht mehr die Rede. Förderung ist trotzdem erforderlich, aber wer ist zuständig, wer kümmert sich?

2. Kind erschien der Klassenlehrerin 8 Wochen nach der Einschulung als nicht schulfähig und sollte in die Vorbereitungsklasse zurückgesetzt werden. Eltern waren nicht einverstanden und schulten ihr Kind um in eine andere Grundschule. Dort kommt das Kind gut mit und wird nicht als schulunfähig eingestuft. (Dieses Ereignis ist fast identisch mit meinen Erlebnissen mit meinem jüngeren Sohn, der schon nach 5 Wochen als schulunfähig galt. Auch er ist inzwischen in der 2. Klasse, seine Leistungen sind fast alle sehr gut bis gut. Er gehört zu den lebhafteren Kindern der Klasse, die auch mal nicht aufmerksam sind, fällt aber damit wenig auf, weil es viele Unaufmerksamere mit schlechteren Leistungen dort gibt. Er sitzt an dem "wildestem" Tisch seiner Klasse. Welcher Junge lässt sich da nicht anstecken.)

3. Kind mit ADS-Auffälligkeiten (2. Klasse) galt als nicht mehr beschulbar. Es war psychisch ziemlich angeschlagen. Nach Gespräch mit Schulrat wurde Umschulung in Grundschule in einem anderen Ort genehmigt. Sogar die Transportkosten werden übernommen. Das Kind ist inzwischen in der 3. Klasse, hat nur Einser und Zweier im Zeugnis. Außerdem wurde bestätigt, dass es sich gut integriert hätte. Statt 1 1/2 Tabletten Ritalin braucht er nur noch 1/2 Tablette.

Was passiert mit den Kindern, wenn die Eltern sich nicht für sie stark machen?

Ich habe versucht, die Eltern zu ermuntern, über ihre Erlebnisse hier im Forum zu berichten. Den meisten Müttern fehlt die Kraft. Sie sind einfach nur froh, dass sie und insbesondere ihre Kinder endlich Ruhe haben.

Schöne Grüße
Erika






Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

ladina





Status: Offline
Registriert seit: 14.01.2005
Beiträge: 68
Nachricht senden Erstellt am 02.02.2005 - 21:34

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo Erika,

ich weiss nicht, ob man sowas jetzt wirklich mobbing nennen kann. Wohl eher nicht. Aber unprofessionell ist es allemal.

Erster Punkt ist uns auch ähnlich passiert. Allerdings hat man erst laut über die Förderschule nachgedacht. So einfach ist das dann ja doch nicht.

lg,

ladina




robischon





Status: Offline
Registriert seit: 18.01.2005
Beiträge: 18
Nachricht senden Erstellt am 02.02.2005 - 22:08

--------------------------------------------------------------------------------


kommt oft vor: Kind erschien der Klassenlehrerin 8 Wochen nach der Einschulung als nicht schulfähig. die probleme hat "DIE SCHULE". soll sie doch "geeignete " kinder aussuchen und den anderen das recht auf bildung zugestehen. der schulzwang mit der eintopfschule quält wirklich zu viele kinder und jugendliche.

[Dieser Beitrag wurde am 02.02.2005 - 22:09 von robischon aktualisiert]





Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
http://www.rolf-robischon.de
Lernen ist wie Netze spinnen

<Besorgte Mami>
unregistriert

Erstellt am 02.02.2005 - 22:28

--------------------------------------------------------------------------------


Eintopfschule?
Hat man denn überhaupt eine andere Wahl?
Die Grundschule wird doch durch den Wohnort mehr oder weniger vorgeschrieben. Nach neusten Verordnungen noch mehr, als früher. Eine Privatschule, abgesehen vom Förderbeitrag, hat oftmals große Hürden, die erst überstiegen wollen sein.
Nach den vier Jahren Grundschule?
Wohin dann? Gesamtschule, wenn ja, welche? Wohnortnah? Konzeptgelegen? Freundesorientiert?
Gymnasium? Wenn ja, siehe oben? ERS? Gibts da überhaupt große Konzeptunterschiede?
Wer gibt umfassend, objektiv Auskunft?
Inzwischen denke ich darüber nach, unsere Kinder selbst zu unterrichten. Fiktion, ja ich weis. Aber man wird doch noch träumen dürfen.




Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 02.02.2005 - 22:49

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

mir fiel gerade noch ein Satz von Helmut Köchenberger (s. Erfahrungsberichte ein: "Sie wollten nur den Kopf, es kam jedoch das ganze Kind."

Ich denke, in diesem Satz ist viel Wahrheit drin.

Schöne Grüße
Erika





Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

<Enja>
unregistriert

Erstellt am 03.02.2005 - 15:39

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

hochbegabte Kinder, die auf der Sonderschule landen, sind nicht so selten wie man glaubt. Die Symptome von Unter- und Überforderung können sich sehr gleichen. Da hat dann die Grundschule keine Chance.

Unsere Sonderschullehrerinnen sind da sehr kompetent. Neuzugänge werden sehr aufmerksam angesehen. Normalerweise mit Hilfe der zuständigen Schulpsychologen. Insofern finden sie dann Hilfe.

mfg Enja




Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 03.02.2005 - 16:15

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo Enja,

ich weiß, dass Hochbegabte oder überhaupt sehr Begabte oft auf Sonderschulen landen, wenn die Eltern nicht aufpassen. Es wird vermehrt darüber in den Medien berichtet, dass die Eltern zu ehrgeizig seien und für ihre Kinder eine von der Schulempfehlung abweichende andere weiterführende Schule wählen. Ich denke, oft liegt es nicht am Ehrzgeiz der Eltern, sondern daran, dass es sich um intelligente Kinder handelt, die aber z.B. aufgrund von Konzentrationsproblemen nicht ihr wirkliches Potenzial zeigen können. Welche Hilfe erhalten denn die Hochbegabten auf der Sonderschule? Das kann doch wohl nicht die richtige Schulform für diese Kinder sein.

Schöne Grüße
Erika





Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

DorisCarnap
Moderatorin

Schullaufbahnberaterin





Status: Offline
Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 196
Nachricht senden Erstellt am 03.02.2005 - 17:10

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo Enja,

du schriebst: "Unsere Sonderschullehrerinnen sind da sehr kompetent. Neuzugänge werden sehr aufmerksam angesehen. Normalerweise mit Hilfe der zuständigen Schulpsychologen. Insofern finden sie dann Hilfe."

Davon kann man aber nicht grundsätzlich ausgehen, in unserer Gegend sind die Schulpsychologen vollkommen überlastet, die haben gar keine Zeit sich mit den eingehenden Fällen richtig zu beschäftigen. Und auch Sonderpädagogen neigen zu voreiligen Urteilen aus Unkenntnis. Im schlimmsten Fall den ich kenne und an dessen erfolgreichem Einspruch ich beteiligt war, ergab der IQ Test des Sonderpädagogen einen IQ von 78 und deswegen eingeleiteter sonderpädagogischer Förderbedarf, alle Fachleute die zur Prüfung eingesetz waren, haben dem Antrag zugestimmt. Im Schreiben des Schulamtes war von 'sorgfältiger Beobachtung und Beurteilung durch pädagogische Fachkräfte', die einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Sinne der Schule für Lernhilfe ermittelt haben, die Rede.

Der kurz vorher gemachte IQ Test an einer Uni Klinik, ergab einen IQ von 103, mit großen Unterschieden im Verbal- und Handlungsteil, außerdem wurden auditive Wahrnehmungsstörungen und Legasthenie festgestellt.

Ein kritscher Blick von außen bei derartigen Entscheidungen ist dringend nötig! In diesem Fall war eindeutig Mobbing im Spiel! Im Begleitschreiben des Sonderschullehrers steht: "Die soziokulturellen Einflüsse der Erziehuing von X (zweisprachige und ungeordnete Erziehung durch die (hier steht die Nationalität der Mutter- sie ist West - Europäerin) Mutter haben sich derart negativ ausgewirkt, dass er mittlerweile in manchen Situationen des Lebensalltags überfordert wirkt, auch den schulischen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist." Der Junge war nicht überfordert durch die Schule, sondern war überfordert im Umgang mit den andauernden negativen Rückmeldungen seines Lehrers.

Die Mutter hatte sich für ihren Sohn eingesetzt, schon früh Hilfe bei Kinderärzten und Psychologen gesucht. Der Junge ist jetzt 16 und will im nächsten Jahr den Realschulabschluss machen!

Doris






Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

<Enja>
unregistriert

Erstellt am 03.02.2005 - 17:58

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

man muss jetzt aber nicht gleich davon ausgehen, dass da nur Pfuscher am Werk sind, die nicht testen können. Den Eindruck habe ich bei uns nicht.

Die Hilfe bestand darin, die Begabung überhaupt erst einmal festzustellen und das Kind dann auf einer geeigneten Schule unterzubringen.

Wie sollte man sich denn so einen "Blick von außen" vorstellen. Nach meiner Erfahrung lassen Schulen den nicht zu.

mfg Enja




ladina





Status: Offline
Registriert seit: 14.01.2005
Beiträge: 68
Nachricht senden Erstellt am 03.02.2005 - 20:12

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

in BW werden Kinder schon sehr genau von Schulpsychologen untersucht, bevor man eine Sonderbeschulung in Erwägung zieht. Und ich denke, die sind da schon kompetent.

Es geht ja nicht nur darum, ob ein Kind jetzt versehentlich in eine Förderschule "abgeschoben" wird, sondern auch um die Tatsache, dass eine Lehrerin mit einem Kind ganz anders umgeht, von dem sie vermutet, dass es im unteren Bereich der Begabungsskala ist.

Ein pfiffiges Kind spürt das natürlich und fühlt sich dann doppelt unverstanden und nicht ernst genommen.


ladina
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitragsrekonstruktion



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 23:17    Titel: Seite 2 Antworten mit Zitat

Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 03.02.2005 - 20:55

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

soviel ich durch meine Kontakte mitbekomme (das betrifft narürlich nicht alle Schulen), haben weder Schulpsychologen noch Sonderpädagogen besondere Kenntnisse darüber, was auditive oder visuelle Wahrnehmungsstörungen oder andere entwicklungsbedingte Störungen verursachen können bzw. wird in dieser Richtung keine Förderung empfohlen, geschweige denn angeboten. Bei nicht wenigen Kindern liegen Störungen in mehreren Bereichen vor. Die kindliche Entwicklung ist vergleichbar mit einer Pyramide. Wenn ganz unten das Fundament(z.B. das Gleichgewicht) wackelt, entwickelt sich der Mensch zwar weiter, aber eben auf einem wackeligen Fundament. Ich habe da meine Zweifel, ob ein IQ-Test bei Entwicklungsstörungen überhaupt aussagefähig sein kann. Bei den IQ-Tests gibt es gravierende Qualitätsunterschiede. Auf jeden Fall ist es sehr bedeutend, dass dieser Test über das Begabungsprofil eine Aussage trifft.

"Einen kritischen Blick von außen" müssen die Eltern leider bezahlen, allerdings ist diese Investion in die Zunkunft des Kindes mehr als gut angelegt. Aber auch "außen" gibt es viele verschiedene Meinungen.

Ich habe in 4 Jahren gelernt, dass ich mich erst selbst in alle Richtungen informiere und viel lese, bevor ich voreilig sogenannten Spezialisten vertraue.

Schöne Grüße
Erika





Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

<Enja>
unregistriert

Erstellt am 03.02.2005 - 22:25

--------------------------------------------------------------------------------


Wir wären mehr als bereit, so einen Blick von außen im Fall des Falles zu finanzieren. Aber nach meiner Erfahrung lassen die Schulen das nicht zu.

mfg Enja




Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 03.02.2005 - 22:44

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo Enja,

die Schule kann doch nicht darüber bestimmen, ob und wo du dein Kind untersuchen / testen lässt, wenn du die Kosten dafür trägst. Ob die Schulen anschließend von diesen Untersuchungs-/Testergebnissen zu überzeugen sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Die Lehrerin meines Sohnes hatte ein SPZ empfohlen, das auf ADS spezialisiert ist. Deswegen bin ich trotzdem nicht dort hingefahren. Ich wusste auch schon längst, wo die Ursachen für die Auffälligkeiten meines Sohnes zu suchen sind. Die Lehrerin war davon allerdings nicht zu überzeugen (weil sie nichts darüber wusste und die Schulärztin, die sie befragt hatte, ebenfalls nicht). Jetzt redet sie nicht mehr von ADS und Ritalin, weil mein Sohn sich inzwischen durch unsere private Förderung und den Schulwechsel sehr verändert hat.

Schöne Grüße
Erika





Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

DorisCarnap
Moderatorin

Schullaufbahnberaterin





Status: Offline
Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 196
Nachricht senden Erstellt am 04.02.2005 - 17:30

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

Erika schrieb: ?Ich habe in 4 Jahren gelernt, dass ich mich erst selbst in alle Richtungen informiere und viel lese, bevor ich voreilig sogenannten Spezialisten vertraue.?

Ja, das ist sicher sinnvoll und hilft weiter, aber könntest du dich für deine Kinder genauso einsetzen, wenn die zu lesenden Fachtexte in englischer, französischer, türkischer oder arabischer Sprache geschrieben wären? Das ist das Problem vieler Eltern, dass ihnen das Schulsystem fremd ist und sie häufig die Sprache nicht auf entsprechend hohem Niveau können. Und vor Gesetzestexten haben auch viele mit Deutsch als Muttersprache Respekt.

Erika: ?Ob die Schulen anschließend von diesen Untersuchungs-/Testergebnissen zu überzeugen sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt.?

Das ist tatsächlich eine andere Frage. Ich war als ?Freundin? und ?Übersetzerin? wegen eventueller Sprachschwierigkeiten bei einigen Gesprächen anwesend, nur selten ist mir Fachkompetenz begegnet ? laienhafte Vorurteile aber häufig! Ich stellte mir sehr bald die Frage ?wie gebildet sind eigentlich Lehrer?? Die Antwort schlecht ?ausgebildet? war bald gefunden, denn darüber diskutierten ?Fachleute? schon lange!

Enja schrieb: ?Aber nach meiner Erfahrung lassen die Schulen das nicht zu.?

Du hast das Recht jemanden zu den Gesprächen mitzunehmen, dann kannst du die bestehenden Gutachten anderen zur Einsicht vorlegen und bei wichtigen Entscheidungen hast du ein Einspruchsrecht, dass du in deinem Namen schreibst, in die aber das Wissen einer anderen Person einfließen kann. Du kannst dir einen Gutachter nehmen und im Extremfall einen Anwalt.

Doris







Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 05.02.2005 - 00:05

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

Doris, ich gebe dir vollkommen Recht. Es darf nicht sein, dass einige Kinder "den Bach ´runter gehen", weil die Fachleute, die eigentlich das notwendige Wissen haben sollten, versagen.

Viele Schulmediziner wissen zu wenig über Präventionsmaßnahmen bezüglich Entwicklungsstörungen; Gesundheitsministerien wie Bildungsministerien scheinen mir eher mit Sparmaßnahmen beschäftigt zu sein als sich für die Ursachen der zunehmend auftretenden Lern- und Verhaltensstörungen zu interessieren bzw. glauben an die "etablierte Wissenschaft".

Jeder von euch hat wahrscheinlich schon Erfahrungen mit Handwerkern gemacht und festgestellt, dass es wenige gibt, die wirklich gut arbeiten, viele, die Mittelmäßiges vollbringen und viele, die schlecht arbeiten. Nicht anders ist es bei Ärzten, Politikern und Wissenschaftlern.

Erzieher und Lehrer fühlen sich oft nicht zuständig, weil ihnen das ensprechende Wissen nicht eingeflößt wird. Ich kann auch durchaus verstehen, dass Lehrer genug damit zu tun haben, überhaupt den Schulalltag irgendwie bewältigt zu bekommen. Dennoch glaube ich, dass ihnen mehr Wissen über einige Ursachen von Lern- und Verhaltensstörungen das Leben erheblich erleichtern könnte.

Genau so wie mein Arbeitgeber von mir als Arbeitnehmer verlangt, rechtzeitig meine Vorgesetzten zu informieren, wenn ich für die Qualität und/oder Qantität meiner Arbeit keine Verantwortung mehr übernehmen kann und Verbesserungsvorschläge mache, erwarte ich von Lehrern erst recht, dass sie alles in Bewegung setzen, bevor einige Kinder "abstürzen".

Ich sehe sehr große Zusammenhänge zwischen entwicklungsbedingten Lern- und Verhaltensstörungen, Mobbing, psychischen Erkrankungen und Gewaltzunahme.

Es ist wirklich traurig, dass Politiker und Lehrer versuchen, den Eltern immer öfter zu unterstellen, sie würden sich nicht ausreichend oder auch zu viel um ihre Kinder kümmern, ihre Erziehungsverantwortung nicht Ernst nehmen bzw. nicht in der Lage sein, ihre Kinder zu erziehen.

Eltern suchen die Fehler für das Versagen ihrer Kinder oft bei den Lehrern. Allerdings wird die Meinung der Eltern scheinbar weniger Ernst genommen. In den Medien wird die Meinung der Eltern selten wiedergegeben.

Ich meine, dass weder die Eltern noch die Lehrer schlechter geworden sind, sondern dass immer mehr Kinder entwicklungsbedingte Störungen zeigen, die oft nicht verstanden werden. Das Ergebnis ist, dass Politiker, Lehrer und Eltern gegenseitig die Schuld bei dem Anderen suchen.

Es kommt nichts dabei heraus, außer dass auf unsere Kinder immer mehr Druck ausgeübt und Unmengen an Geld verschwendet wird, um die Kinder PISA-gerecht zu machen.

M.E. setzen Hilfsmaßnahmen wie "eine Schule für alle", der Verzicht auf Zensuren, die Polizei, die die Schulschwänzer wieder einfängt, Erziehungsschulen, Sozialarbeiter vom Jugendamt, Vergleichsarbeiten, " Schultüv", Gewaltschlichterseminare, Verhaltenstherapien, Ritalin, Legastheniekurse von der VHS, Aufmerksamkeitstrainings, Nachhilfe und was sonst noch zurzeit alles aktuell ist, an den Symptomen an.

Ich denke jedoch, dass wirkliche Hilfe an den Ursachen ansetzen sollte, und das sind für mich diese Entwicklungsstörungen, die ein Zeichen unserer Zeit sind.

Schöne Grüße
Erika

P.S. Entschuldigung, dass ich wohl etwas vom Ursprungsthema abgeschweift bin.





Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

<Enja>
unregistriert

Erstellt am 05.02.2005 - 09:58

--------------------------------------------------------------------------------


Es ist leider so: Wenn ich meinen Anwalt mitbringe oder auch nur einen Experten, dann kann ich mich auf den Schulwechsel schon mal einstellen.

Das optimale, was wir mit so einer Vorgehensweise mal erreicht haben, war, dass wir in Frieden auseinandergingen. Allerdings weiterhin ohne Lösungsmöglichkeiten. Die Lehrer betonten, sie seien die Experten für alles und jemand von außen könne das gar nicht beurteilen, was da ablaufe.

mfg Enja




Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 05.02.2005 - 23:27

--------------------------------------------------------------------------------


Hallo,

eine Leserin hat mich auf meinen letzten Beitrag angesprochen und gesagt, ich hätte mich einseitig in dem Thema Entwicklungsstörungen "festgebissen" und würde nicht auf politische Zusammenhänge und Themen wie Hochbegabung / Begabtenförderung u.a. eingehen.

Diese Leserin ist nicht die einzige, die das so sieht. Ich bin ihr deshalb auch nicht böse und weiß, dass ich immer wieder einseitig auf Entwicklungsstörungen herumreite. Es ist aus eigener Betroffenheit mein Spezialthema geworden.

Trotzdem weiß ich natürlich, dass nicht alle Schulprobleme auf Entwicklungsstörungen zurückzuführen sind und nicht alle Kinder, die Schulprobleme haben, entwicklungsgestört sind.

Ich bin natürlich dafür, dass nicht alle Schulkinder Gleiches zur gleichen Zeit lernen können und sollten. Die Individualität der einzelnen Kinder müsste auf jeden Fall mehr berücksichtigt werden. Minderbegabte sowie Hochbegabte sollten entsprechend ihrer Begabungen gefördert werden. Die Lehrer sollten sich weg vom Unterrichtsvollzugsbeamten zum Lernbegleiter entwickeln. Durch ständiges Geprüftwerden und Vorhalten von Fehlern lernen Kinder wenig und wollen auch nichts lernen. Ich weiß, dass das menschliche Gehirn automatisch lernt, dass jedes Kind von Natur aus motiviert ist und am meisten aus Erfahrungen und Beispielen lernt. Strafen bringen gar nichts und positives Verstärken kann wahre Wunder bewirken.

Da das Thema Entwicklungsstörungen jedoch selten bei Diskussionen über Schulprobleme Beachtung findet, ergibt es sich, dass ich dazu tendiere, die anderen Faktoren zu vernachlässigen.

Ich muss immer wieder feststellen, dass Mobbing und Lern- / Schulprobleme seeeeeeeeeeeeeeeeehr viel mit Entwicklungsstörungen zu tun haben. Auch andere Betroffene und Fachleute, die sich näher mit Entwicklungsstörungen beschäftigen, sehen es so.

Deshalb reite ich immer wieder darauf herum.

Einen schönen Abend noch!
Erika










Signatur
--------------------------------------------------------------------------------
"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Allgemeine Diskussionen über Schulprobleme Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de