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Hausunterricht - Homeschooling

 
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 28.08.2006, 10:46    Titel: Hausunterricht - Homeschooling Antworten mit Zitat

Hallo,

das Thema 'homeschooling' beschäftigt mich schon seit vielen Jahre. 1990 berichtete eine Cousine, die in Amerika lebt, dass sie und ihr Mann ihre beiden fünf und sechs Jahre alten Söhne, zu Hause unterrichten werden. Das Arztehepaar arbeitete ab sofort je auf einer halben Stelle und beide engagierten sich in einer homeschooling Gruppe. Wir Verwandte in Deutschland erhielten regelmäßige Berichte und Fotos über die Unternehmungen dieser Gruppe.

Was mir 1990 noch ziemlich verrückt erschien, wurde zehn Jahre später auf einmal zu einer sinnvollen möglichen Alternative, als meine Kinder Schwierigkeiten im deutschen System bekamen.

Hausunterricht ist in Deutschland aber nicht erlaubt, weil wir im Gegensatz zu anderen Ländern Schulpflicht statt Bildungspflicht haben. Schulpflicht bedeutet Anwesenheitspflicht in der Schule, ob die Kinder dabei etwas lernen und 'gebildet' werden, spielt keine wesentliche Rolle. In allen anderen europäischen Ländern gibt es die Bildungpflicht. Dort ist es möglich, Kinder auch zuhause zu unterrichten. Es wird davon ausgegangen, dass Kinder auch auf diese Weise die notwendige Bildung erhalten können. Dort weiß man die durch 'homeschooling' gut ausgebildeten und hochmotivierten jungen Menschen durchaus zu schätzen.

In Deutschland gibt es gerade aktuell einen Fall in Hamburg über den die Presse berichtet: Ein Hamburger Vater, Pädagoge mit Lehrerexamen saß eine Woche in Untersuchungshaft, weil er sich weigert seine Kinder in eine staatliche Schule zu schicken und sie stattdessen zuhause unterrichtet. Es wurde sogar ein Antrag der Schulbehörde auf Entzug des Sorgerechts gestellt, dem das Gericht aber nicht zugestimmte. hatte.http://www.abendblatt.de/daten/2006/08/19/599967.html

Dass staatlichen Schulen in Deutschland häufig ihre Schüler nur unzureichend gebildet entlassen; dass 10% eines Altersjahrgangs die Schule ohne Abschluss verlassen; dass ein erschreckender Anteil der Schulabgänger nicht ausreichend Lesen und Schreiben kann; dass weder Schüler mit Teilleistungsstörungen noch hochbegabte Schüler eine ausreichende Förderung erhalten; dass Unsummen in Deutschland für Nachhilfeunterricht ausgeben werden müssen, wo die Schule versagt; dass Kinder von ihren Lehrern körperlich und seelisch mißhandelt werden; dass Kinder durch Stress verursachte psychische Auffälligkeiten und psychosomatische Beschwerden entwickeln; dass Lehrer fast immer ungeschoren davon kommen, während die Schüler die Klasse oder die Schule wechseln müssen - all das scheint den entsprechenden Behörden nicht bekannt zu sein!

Und das obwohl in Fachkreisen seit Jahrzehten bekannt ist, dass Lehrer nicht aureichend ausgebildet sind, um den heutigen Schülern angemessen zu begegnen. Erst nachdem PISA die Schwächen des Systems aufdeckte, sahen sich die Kultusministerien genötigt Veränderungen einzuleiten. Ob und wie erfolgreich die eines Tages sein werden, steht noch in den Sternen. Und momentan sind es vor allen auch genervte, überforderte Lehrer, die mit veraltetem Fachwissen unsere Kinder unterrichten. Für uns Eltern alles andere als zufriedenstellende Bedingungen.

Ist Hausunterricht eine geeignete Möglichkeit, die Kinder vor einem versagendem System zu schützen? Was meint ihr?

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 29.08.2006, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris.

die Annahme, dass der Schulbesuch zu einer integrationsfähigen, gebildeten, volkswirtschaftlich wertvollen (nützlichen) Persönlichkeit führt, ist ganz offensichtlich falsch.

Die Schulabgänger dieses Landes beweisen uns jährlich zuhauf das Gegenteil.

Umgekehrt ist völlig unbewiesen, dass ausschließliches homeschooling "dumm und nicht i-fähig" macht. Internationale Bspe. beweisen uns eher das Gegenteil.

Einzig der Rückschluss sei zugelassen, dass grundsätzlich beides möglich sein sollte ...

Aktueller Extrem-Fall: Natascha K. hatte über 8 Jahre hinweg zwangsläufig ausschließlich Kontakt mit EINER EINZIGEN Person - tgl. homeschooling inklusive-

Dennoch scheint sie sich zu einer gebildeten und eloquenten Persönlichkeit entwickelt zu haben. Bisher mehr Weisheit, als Medien und Öffentlichkeit...

Momo
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Momo86
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 29.08.2006, 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Na bitte...

Der PERFEKTE Aufenthaltsort für die Kinder der HH-Schulverweigerer-Familie:

http://www.abendblatt.de/daten/2006/08/29/603936.html

Neues Konzept für Feuerbergstraße
Reform: Sozialbehörde will mehr Jugendliche einweisen. Auch Schulverweigerer und "besonders stark aggressive Jugendliche" sollen künftig in die geschlossene Unterbringung kommen.

Von Jens Meyer-Wellmann


Die geschlossene Unterbringung Feuerbergstraße soll jetzt umgestaltet werden. Foto: Arning


Nach einer Kette von Skandalen, einem Untersuchungsausschuss und explodierenden Kosten hat die Sozialbehörde gestern ein neues Konzept für die geschlossene Unterbringung Feuerbergstraße (GUF) vorgelegt. Danach sollen in dem Heim künftig nicht nur jugendliche Serienstraftäter untergebracht werden.

Auch in Fällen von "schwerer Kindeswohlgefährdung" soll bei den Familiengerichten künftig eine Einweisung in die GUF beantragt werden. Dazu zählen nach Aussage von Sozialstaatsrat Dietrich Wersich (CDU) "stark aggressives Verhalten, Aufenthalt im Drogen- und Prostitutionsmilieu, eine massive Verweigerung des Schulbesuchs und die Ablehnung anderer Erziehungs- und Jugendhilfemaßnahmen".

Statt bisher 18 Plätze soll es trotzdem künftig im geschlossenen Heim nur noch zwölf Plätze geben. Dafür sollen sechs Plätze in eine offene Unterbringung umgewandelt werden. Damit solle Jugendlichen der Übergang vom geschlossenen Heim in die Freiheit erleichtert werden.

Als dritte wesentliche Änderung soll künftig genauer diagnostiziert werden, ob jugendliche Straftäter einer pädagogischen Betreuung in der GUF überhaupt zugänglich sind. Jugendliche, bei denen eine schwere psychiatrische Erkrankung festgestellt wird, sollen künftig nicht mehr in die GUF gebracht werden.

Auch die Praxis der Einweisung soll sich ändern. Bisher konnte nur das Familieninterventionsteam (FIT) bei den Familienrichtern die geschlossene Unterbringung beantragen. Künftig sollen auch die Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD) der Bezirke solche Anträge stellen können.

Die Sozialbehörde begründet ihre konzeptionelle Kurskorrektur mit einer Studie des Deutschen Jugendinstitutes. Danach seien auch in Heimen außerhalb Hamburgs nicht nur Straftäter untergebracht. Zudem sei das Durchschnittsalter der Insassen dort niedriger.

Das Heim, das zunächst nach Vorstellung von Ex-Innensenator Ronald Schill auf bis zu 200 Plätze ausgebaut werden sollte, machte von Beginn an negative Schlagzeilen. Nach seiner Einrichtung brachen immer wieder Jugendliche aus. Später wurden zahlreiche Rechtsverstöße bekannt. Derzeit sind nur vier Jugendliche in dem Heim untergebracht. Durch die Unterbelegung stiegen die Kosten pro Kopf dramatisch an. So kostete die Unterbringung pro Insassen zuletzt mehr als 25 000 Euro im Monat.

Laut Behörde saßen bisher 35 Jugendliche in dem Heim ein. 16 davon hätten danach einen "guten Verlauf" genommen, acht von ihnen seien nicht mehr straffällig geworden. Die übrigen hätten einen "kritischen Verlauf" genommen - oder ihr Verbleib sei nicht bekannt. Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) sagte, sie hoffe, dass die GUF durch die "Weiterentwicklung" künftig "für mehr junge Menschen zu einem positiven Wendepunkt in ihrem Leben werden wird".

Die SPD warf dem Senat "Konkursverschleppung" vor. "Das Experiment Feuerbergstraße ist gescheitert", sagte der Abgeordnete Thomas Böwer. GALierin Christiane Blömeke sagte: "Der Senat versucht alles, um das Heim zu füllen, aber ich bezweifle, dass diese Rechnung aufgeht."

erschienen am 29. August 2006
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