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Kopie: Eine Mutter rechent ab

 
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BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 12:22    Titel: Kopie: Eine Mutter rechent ab Antworten mit Zitat

PetraLitzenburger ...
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Das Lehrerhasser-Buch
Eine Mutter rechnet ab
Lotte Kühn, Droemer/Knaur
EUR 6,95


Das Lehrerhasser-Buch Eine Mutter rechnet ab
Lotte Kühn
Droemer/Knaur - 2005-12 - Broschiert




Über die Autorin:
Lotte Kühn, geboren 1960, wuchs in einem Lehrerhaushalt auf und konnte auf diese Weise vielfältige Erfahrungen mit den Befindlichkeiten dieses Berufs sammeln. Nach dem Ende ihrer eigenen Schulzeit wollte sie eigentlich nie wieder etwas über die Schule hören, lesen oder schreiben. Sie lebt heute in Hamburg. Ihre Kinder gehen in die zweite, vierte, siebte und neunte Klasse.


Über das Buch (lt. Verlagsvorschau):
Eine Mutter rechnet ab

Jeder kennt sie: die Lehrerin, die sich in alles einmischt, kontrolliert und beobachtet. Ihre Kollegin, die zehn Wochen lang krank feiert, weil sie sich bei der Gartenarbeit überanstrengt hat. Den Lehrer, der so freundlich tut, aber keine Sekunde zögern wird, einen vor der ganzen Klasse vorzuführen. Und alle haben sie immer Recht, hören nicht zu und sitzen im Zweifelsfall sowieso am längeren Hebel. Lotte Kühn zeigt unsere Lehrer, wie sie wirklich sind: unprofessionell, faul, ohne jede Ahnung von Kindern, hilflos, überfordert und total gestresst.


Klappentext:
Alles ändert sich, nur die Lehrer nicht: Sie haben immer Recht. Sie sitzen immer am längeren Hebel. Sie hören nie zu. Und sie treiben uns den Spaß am Lernen aus. Unsere Eltern hatten unter ihrer Selbstherrlichkeit zu leiden, wir haben darunter zu leiden, unsere Kinder werden darunter leiden.
Als Mutter von vier Kindern hat Lotte Kühn mittlerweile eine Erfahrung von 33 Schuljahren - insgesamt könnten es 65 Jahre werden, bis ihre Kinder aus der Schule sind. Kein Wunder, dass sie es satt hat, immer wieder mit den ewiggleichen überforderten, gestressten, ahnungslosern, bequemen und desinteressierten Lehrern konfrontiert zu werden.
Ihre Bestandsaufnahme lässt nur einen Schluss zu:
Leistung ungenügend




Weitere Informationen und Bestellung bei Amazon.de

[Dieser Beitrag wurde am 20.11.2005 - 14:19 von PetraLitzenburger aktualisiert]




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Erika ...
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... Erstellt am 20.11.2005 - 23:13 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Petra,

diese Buch wurde gerade im Lehrerforum in zwei verschiedenen Threads
19087.rapidforum.com/topic=100676756924&startid=1

zerrissen. Lehrer haben eben einen anderen Blickwinkel. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass einige von ihnen gar nicht merken, was sie Kindern antun.

Viele Grüße
Erika




Signatur"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
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DorisCarnap ...
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... Erstellt am 21.11.2005 - 08:29 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Halo Petra, hallo Erika,

das Buch wird auch hier schon erwähnt:

19087.rapidforum.com/topic=100676811709

und daraufhin kann man folgende Beiträgen im Forum des Verlags lesen:

www.droemer-knaur.de/sixcms/detail.....mp;six_isbn=3-426-77834-3

Einen Refenrendarin schreibt:

"Lotte Kühn hat keine Ahnung
Auch ich bin in einem Lehrerhaushalt aufgewachsen, aber erst seit ich als Lehrerin arbeite, weiß ich, was für ein Knochenjob dieser Beruf ist. In der Woche habe ich nur 5 Stunden Schlaf.

Man bereitet jede Unterrichtsstunde vor, sucht Medien und Materialien zusammen, korrigiert Hefte, organisiert Schullandheimaufenthalte, schreibt Briefe an Eltern und Behörden, Gutachten, Schülerbeobachtungsbögen, kopiert stundenlang für Schüler, kauft Bücher, Bastelmaterial, Stifte, geht in Bibliotheken, um sich fortzubilden, besucht Fortbildungsseminare..."

Dresen schreibt:

"Ja, ich hoffe es geht ein Ruck durch Deutschland, damit so anmaßenden, allwissenden, bornierten Eltern wie ihnen einmal ein Spiegel vor die Nase gehalten wird, um zu sehen, wer die Hauptschuld an verzogenen, missratenen, faulen und dummen Schülern hat!!!
Schimpfen sie ruhig weiter auf die Lehrer .... Vielleicht holen sie sich dazu noch ein paar passende Formulierungen bei Bild-online!"


Und Mats Schwarzer schreibt:

"Billige Pauschalschelte - Schuld sind immer die anderen
Dieses Buch ist sein Geld nicht wert. Auf niedrigstem Niveau tobt sich hier eine Mutter auf Kosten der Lehrer über die Schulprobleme ihrer Kinder aus. In Zeiten, in denen Lehrer ohnehin schon meist zu Unrecht für gesellschaftliche Defizite verantwortlich gemacht werden und von schlecht erzogenen Schülern teils sogar bedroht werden, ist es eine absolute Unverantwortlichkeit des Verlages, solch ein Buch überhaupt heraus zu geben. Wie wäre es denn zum Ausgleich mit einem "Das Verleger-Hasser-Buch"? Wenn nach der Herausgabe dieses unerträglichen Hass-Buches auch nur einem Lehrer eine Straftat widerfährt, dann können sowohl die Autorin und der Verleger auswandern. Dann wird abgerechnet."

Doris




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doppelkopf



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... Erstellt am 21.11.2005 - 08:35 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Das Problem ist:

Was sie anderen antun, haben sie sich selber schon lange angetan.
Und wenn keine Bereitschaft zur Aufarbeitung da ist, wirds leider so weitergehen.

Meine Meinung:

Es gibt sicher einige Lehrer die mit Motivation, Idealismus usw. an den Start gehen. Aber wenn sie nicht sehr grosse Stärke besitzen, werden sie in dem Pulk von resignierten und "gestörten" Lehrern untergehen. Es ist wie eine ansteckende Krankheit.

doppelkopf




PetraLitzenburger ...
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... Erstellt am 21.11.2005 - 13:21 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo an Alle,

ich habe die Beiträge unter den angegebenen Links gelesen und bin maßlos erstaunt,welch große Aufregung ein Buch auslösen kann.

Liebe Grüsse

Petra

[Dieser Beitrag wurde am 21.11.2005 - 14:20 von PetraLitzenburger aktualisiert]




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DorisCarnap ...
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... Erstellt am 21.11.2005 - 18:01 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Petra,

das Buch ja wohl nicht, das hat sicher keiner der Kritiker gelesen

Doris




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Momo86
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... Erstellt am 21.11.2005 - 19:14 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

...haben auch scheint's schon wieder "Verfolgungswahn"....

Empfehlung: www.vampirehost.de/pzn/extras/tests/gesicht.htm



Erika ...
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... Erstellt am 21.11.2005 - 22:13 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo,

doppelkopf schrieb

Es gibt sicher einige Lehrer die mit Motivation, Idealismus usw. an den Start gehen.



Ich habe bisher sogar viele engagierte Lehrer kennengelernt. Engagement allein reicht eben nicht. Da es scheinbar immer mehr Kinder gibt, die nicht so funktionieren, wie Lehrer es gern hätten, ist es eben unbedingt notwendig, einiges dazuzulernen. Sonst werden in Zukunft immer mehr Kinder den Bach runtergehen. Mir klingt ein Satz aus dem LF immer wieder im Ohr "Lasst uns doch ganz normale Lehrer für ganz normale Kinder sein!" Von den anderen Kindern wird erwartet, dass sie lehrergerecht zurecht therapiert werden, bzw. dass diese Kinder endlich mal richtig erzogen werden. Zu viele Lehrer merken gar nicht, was sie mit ihrer Bestraferei bei Kindern anrichten. Es gibt viele Kinder, die lernen nicht durch Einsicht und Fehler (jedenfalls nicht so schnell). Die ewige Bestraferei kann äußerst verhängnisvolle Auswirkungen haben. Das sehen diese Lehrer aber nicht. Sie fühlen sich als Opfer, nicht als Täter.

Heute hatte ich Besuch von einer Mutter mit Sohn, der einen ähnlichen Schulwerdegang wie mein Großer -an der gleichen Schule - hinter sich hat. Sein Verhalten, das bis zum Ende der Kindergartenzeit absolut noch als "normal" bezeichnet werden konnte -abgesehen von einigen kleinen Besonderheiten - hat sich ähnlich wie bei meinem Sohn äußerst negativ verändert. Ähnlich wie mein Großer war er zu unbequem für die Lehrer, eine Strafe jagte die nächste. Jetzt hat er auf Bestreben der Eltern die Schule gewechselt - zum Schluss hatte er keine Freunde mehr, andere Eltern haben nur das aggressive Verhalten des Kindes gesehen, nicht wie es dazu gekommen ist. Solche Eltern kenne ich auch -
egoistisch und gefühllos.

Viele Grüße
Erika




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Braunauge ...



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... Erstellt am 22.11.2005 - 00:52 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Was ich immer schade finde , das es kaum möglich ist dort mal eine "wirkliche" Diskussion in Gang zu bringen. Man windet sich um Fragen herum, beantwortet sie mit Gegenfragen oder recht fragwürdigen Vergleichen, behauptet man wäre vom Thema weg (als ob das in anderen Threads nicht auch passiert)u. wenn das auch nicht mehr funktioniert antwortet man mit Sarkasmus u. Überheblichkeit. Letzte Tat : Wahrscheinlich Schließung (mal abwarten) .

Mich macht das nicht wütend sondern einfach nur traurig. Weil ich halt weiß so geht es nie vorran. So wird es sich für die Kids nie ändern !

Solange Lehrer so viel "Macht" haben/ausüben können , wird Schule immer wieder "seelische Krüppel" entlassen u. es wird immer mehr solcher Bücher geben. Aber der Druck wird sich erhöhen. Es mag noch Jahre dauern , aber es wird nicht so bleiben. Auch Lehrer werden noch umdenken "müssen" . Ob ihnen das gefällt oder nicht . Eltern werden immer "lauter" !

LG B.



doppelkopf



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... Erstellt am 22.11.2005 - 09:52 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo,

ich denke auch, dass Lehrer werden umdenken müssen. Der Druck von den Eltern wird ungleich größer und das ist gut so.
Wenn Lehrer in Foren den Thread schliessen, ist das eine Sache, in der realen Welt ist das nicht so einfach möglich. Es zeigt letztendlich ihre eigene Hilflosigkeit.

Und trotzdem bin ich der Meinung, es gibt engagierte Lehrer, die mit viel Idealismus in den Beruf starten. Leider wird es genau denen sehr schwer gemacht. Die faulen, resignierten, unengagierten "Pappnasen" werden schon dafür sorgen, dass sich nichts ändert.

Und das das überhaupt möglich ist, liegt am System.

Hier bei uns werden jetzt Schulinspektoren eingesetzt. Ob das was bringt? Mal abwarten....

doppelkopf





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Bolzbold ...



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... Erstellt am 22.11.2005 - 13:29 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

doppelkopf schrieb


Hallo,

ich denke auch, dass Lehrer werden umdenken müssen. Der Druck von den Eltern wird ungleich größer und das ist gut so.
Wenn Lehrer in Foren den Thread schliessen, ist das eine Sache, in der realen Welt ist das nicht so einfach möglich. Es zeigt letztendlich ihre eigene Hilflosigkeit.

Und trotzdem bin ich der Meinung, es gibt engagierte Lehrer, die mit viel Idealismus in den Beruf starten. Leider wird es genau denen sehr schwer gemacht. Die faulen, resignierten, unengagierten "Pappnasen" werden schon dafür sorgen, dass sich nichts ändert.

Und das das überhaupt möglich ist, liegt am System.

Hier bei uns werden jetzt Schulinspektoren eingesetzt. Ob das was bringt? Mal abwarten....

doppelkopf



Vielleicht sollte man das mal weniger polarisiert betrachten.

Wenn Eltern und Lehrer sich als Partner und nicht als Gegner im Erziehungsprozess der Kinder verstehen, dann ist automatisch klar, dass beide Seiten sich bewegen müssen und keine der beiden Seiten nur mit dem Finger auf die andere Seite zeigen darf.
Es ist richtig, dass Lehrer mitunter umdenken müssen.
Ich betone aber nochmals folgenden Umstand:
Lehrer erhalten eine Ausbildung - somit kann man von ihnen wohl auch erwarten, dass sie vernünftige Arbeit abliefern. Die Erwartungen an Lehrer wird hier in diesem Forum ja klar zum Ausdruck gebracht.

Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.

Wenn wir also an das Wohl der Kinder denken, dann müssten wir insgesamt gewährleisten, dass zum einen die Lehrer "richtig" mit allen Kindern umgehen und zum anderen aber auch die Eltern dieser Kinder.

Für beide Seiten gibt es Instanzen, deren Pflicht es ist, dies zu kontrollieren und sicherzustellen. Menschen versagen mitunter oder machen Fehler. Die erwähnten Kontrollinstanzen versäumen es leider auch immer wieder an beiden "Fronten" entscheidend und zum Wohle der Kinder einzugreifen.

Ich als Gymnasiallehrer reiche jedem Elternteil die Hand zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zum Wohle aller meiner Schüler.

Gruß
Bolzbold



PetraLitzenburger ...
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... Erstellt am 22.11.2005 - 16:24 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Bolzbold schrieb



Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.

Wenn wir also an das Wohl der Kinder denken, dann müssten wir insgesamt gewährleisten, dass zum einen die Lehrer "richtig" mit allen Kindern umgehen und zum anderen aber auch die Eltern dieser Kinder.



Lieber Bolzbold,

ich bin davon überzeugt, dass alle Eltern die hier im Forum schreiben durchaus in der Lage sind die ihnen zugeteilte Verantwortung zu übernehmen, bzw. schon übernommen haben und ihnen dass Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt.
Sonst würden sie hier nämlich nicht posten.

Ich möchte nicht bestreiten, dass es auch Eltern gibt welche (aus welchen Gründen auch immer) nicht in der Lage sind, diese Verantwortung übernehmen zu können oder zu wollen.
Diese sind aber nicht hier im Forum zu finden.

Bolzbold schrieb



Für beide Seiten gibt es Instanzen, deren Pflicht es ist, dies zu kontrollieren und sicherzustellen. Menschen versagen mitunter oder machen Fehler. Die erwähnten Kontrollinstanzen versäumen es leider auch immer wieder an beiden "Fronten" entscheidend und zum Wohle der Kinder einzugreifen.



Es ist unbestritten, dass es diese Kontrollinstanzen gibt, aber leider versagen diese viel zu oft.

Bolzbold schrieb



Ich als Gymnasiallehrer reiche jedem Elternteil die Hand zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zum Wohle aller meiner Schüler.

Gruß
Bolzbold



Wäre schön, wenn alle Lehrer dies so handhaben würden. Ich als Mutter bin bereit dazu.

Bisher fühlte ich mich in der Schule nur als lästiges Anhängsel, das zwar wenn es um Kuchen backen etc. ging Gewehr bei Fuss zu stehen, aber ansonsten ihr Kind am Schultor abzugegeben und die Klappe zu halten hat.

Liebe Grüsse

Petra Litzenburger





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doppelkopf



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... Erstellt am 22.11.2005 - 17:54 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo ,

Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.

Das stimmt und ich kann von mir sagen, dass ich diesen Weg ganz bewusst gewählt habe und ich übernehme gerne die Verantwortung für meine Kinder.

Menschen versagen mitunter oder machen Fehler.

Das stimmt auch.
Eltern und Lehrer machen Fehler. Das Fehler machen ist aber kein Problem, wenn man Fehler eingestehen kann und daraus lernt.

Ich als Gymnasiallehrer reiche jedem Elternteil die Hand zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zum Wohle aller meiner Schüler.

Ich reiche auch jedem Lehrer die Hand. Und jeder Mensch bekommt von mir Chancen.

doppelkopf



Bolzbold ...



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... Erstellt am 22.11.2005 - 18:10 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

PetraLitzenburger schrieb


Lieber Bolzbold,
ich bin davon überzeugt, dass alle Eltern die hier im Forum schreiben durchaus in der Lage sind die ihnen zugeteilte Verantwortung zu übernehmen, bzw. schon übernommen haben und ihnen dass Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt.
Sonst würden sie hier nämlich nicht posten.
Ich möchte nicht bestreiten, dass es auch Eltern gibt welche (aus welchen Gründen auch immer) nicht in der Lage sind, diese Verantwortung übernehmen zu können oder zu wollen.
Diese sind aber nicht hier im Forum zu finden.



Liebe Petra,

dasselbe gilt im Grunde auch für das oft erwähnte Lehrerforum. Die Lehrer und Referendare, die dort posten, wollen Verantwortung übernehmen und für ihre Schüler da sein. Sonst würden sie dort nicht posten bzw. wären dort nicht zu finden.

Insofern ist im Nachhinein so manche Diskussion und mancher Streit zwischen den Foren eigentlich unnötig gewesen, weil beide Seiten im Grunde am selben Strang ziehen - nur eben nicht immer so, wie die andere Seite es gerne hätte.

Aber ich finde es gut, dass wir hier doch einen deutlichen Konsens haben.

Gruß
Bolzbold



PetraLitzenburger ...
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... Erstellt am 22.11.2005 - 21:17 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Bolzbold schrieb


Liebe Petra,

dasselbe gilt im Grunde auch für das oft erwähnte Lehrerforum. Die Lehrer und Referendare, die dort posten, wollen Verantwortung übernehmen und für ihre Schüler da sein. Sonst würden sie dort nicht posten bzw. wären dort nicht zu finden.


Aber ich finde es gut, dass wir hier doch einen deutlichen Konsens haben.

Gruß
Bolzbold



Lieber Bolzbold,

ich stimme zu, dass eine handvoll Lehrer aus diesem Forum wirklich ernstzunehmende Gesprächspartner sind. Sehr engagiert, am Wohle der Kinder und an der Zusammenarbeit mit Eltern interessiert.

Bei den meisten Lehrern des L-Forums bin ich jedoch sehr froh und erleichtert dass meine Kinder von diesen Lehrer/innen nicht "unterrichtet" werde.

Um jetzt nicht zum wiederholten Male eine sinnlose und endlose Diskussion über das Lehrerforum auszulösen, erspare ich mir hier an dieser Stelle die Details.

Bei Bedarf können wir diese gerne per PM erörtern.

Liebe Grüße

Petra Litzenburger

[Dieser Beitrag wurde am 23.11.2005 - 14:15 von PetraLitzenburger aktualisiert]




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Momo86
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... Erstellt am 22.11.2005 - 21:39 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

...kannst sowieso gerad nicht dort diskutieren, weil sie sich wg. überschrittenem Traffic-Limit sozusagen selbst ausgesperrt haben.....
*Grins*
Leute - kommt rüber, hier ist noch Platz

Momo



Momo86
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... Erstellt am 22.11.2005 - 21:50 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

11 User gleichzeitig? Ich WUSSTE es. Tatsächlich... LANGEWEILE........(oder süchtig?) Wer weiß... HERZLICH WILLKOMMEN.

*Grins*



Erika ...
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Hallo

Bolzbold schrieb

Lehrer erhalten eine Ausbildung - somit kann man von ihnen wohl auch erwarten, dass sie vernünftige Arbeit abliefern. Die Erwartungen an Lehrer wird hier in diesem Forum ja klar zum Ausdruck gebracht.

Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.



Die Ausbildung der Lehrer reicht eben nicht! Genau aus diesem Grund werden von Lehrern überwiegend Erziehungsfehler bei den Eltern gesucht. Damit will ich nicht sagen, dass es auch Eltern gibt, die gravierende Fehler machen, aber lange nicht so häufig, wie Lehrer es unterstellen. Viele Erziehungsprobleme entstehen auch erst dadurch, dass Lehrer aufgrund mangelnder Ausbildung nicht in der Lage sind, die Auffälligkeiten von Kindern richtig einzuordnen. Aus harmlosen Kindern werden in Schulen teilweise Monster gemacht. In Bolzbolds Augen polarisiere ich sicher wieder. Leider mache ich seit ca. 4 Jahren immer wieder die gleichen Erfahrungen - nicht nur persönlich mit meinen Kindern - ich habe viele Kontakte - bundesweit. Auch in eurem LF kann man immer wieder lesen, wie hilflos viele Lehrer sind und wie falsch sie viele Auffälligkeiten von Kindern beurteilen. Es gibt noch mehr als nur Erziehungsfehler.

Viele Grüße
Erika





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DorisCarnap ...
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... Erstellt am 23.11.2005 - 13:40 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo,

ich hatte schon im Februar einen Thread zum Thema Erziehungs- und Bildungsauftrag angefangen:

www.foren.de/system/index.php?id=em....33853&threadid=860404

Den Erziehungauftrag teilen sich Eltern und Lehrer, aber den Bildungsauftrag haben die Lehrer. Und was Lehrer darunter verstehen ist individuell sehr unterschiedlich. Und da fragen ich doch sehr kritisch, warum sich die meisten Lehrer, was das Lehrern betrifft noch in der Steinzeit befinden. Denn ?Lehren heißt nicht, ein Fass zu füllen, sondern eine Flamme zu entzünden? das wußte schon Heraklit. Und damit ist etwas ganz anderes gemeint, als das was in den meisten Schulen selbstverständliche Praxis ist.

Im Gegensatz dazu erfüllt nur ein kleiner Teil der Eltern nicht ihren Erziehungsauftrag. In Bayern war von etwa 5% der Eltern die Rede, als darüber diskutiert wurde die Sozialhilfe zu kürzen. Und da war schnell klar, dass es sich dabei um Menschen handelt, die es tatsächlich nicht können und die dringend Unterstützung bei der Erziehung brauchen.

Die von vielen Lehrern empfundene mangelnde Erziehung hat häufig doch eher was mit der eigenen Unwissenheit über die Unterschiedlichkeit von Menschen mit verschiedenen Lernstilen, Temperamenten und Persönlichkeiten zu tun und der Unfähigkeit diese unterschiedlichen Schüler zu unterrichten. Ich habe immer wieder Lehrer am Gymnasium erlebt, die lauthals über ihre Schüler klagten, während andere Lehrer mit denselben Schülern keinerlei Schwierigkeiten hatten.

Die Qualität der Ausbildung ist ein wichtiger Punkt, nach PISA wurde die Lehrerbildung in den meisten Bundesländern geändert. Ein Problem aber bleibt. Wie schafft man es, die in der Vergangenheit unzureichend ausgebildeten und weitergebildeten Lehrer für die Gegenwart und Zukunft fit zu machen?

Doris

PS: Ich finde den Titel des Buches unmöglich! Hass ist in diesem Zusammenhang ein unpassendes Wort. Aber die Verlage entscheiden in der Regel über den Titel, der Autor hat keinen Einfluss.




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Bolzbold ...



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... Erstellt am 23.11.2005 - 17:48 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

DorisCarnap schrieb


Im Gegensatz dazu erfüllt nur ein kleiner Teil der Eltern nicht ihren Erziehungsauftrag. In Bayern war von etwa 5% der Eltern die Rede, als darüber diskutiert wurde die Sozialhilfe zu kürzen. Und da war schnell klar, dass es sich dabei um Menschen handelt, die es tatsächlich nicht können und die dringend Unterstützung bei der Erziehung brauchen.



Liebe Doris,

woher weißt Du, dass nur ein kleiner Teil der Eltern ihren Erziehungsauftrag nicht erfüllt? Die Sozialhilfeempfänger können ja wohl nicht der Maßstrab sein. Vernachlässigung kann auch in Form von karrieresüchtigen Eltern geschehen, die ihr Kind den ganzen Tag alleine lassen. Vernachlässigung kann vor allem auch auf emotionaler Ebene geschehen, wenn Kinder nicht ausreichend Liebe von ihren Eltern erhalten. Erziehungsfehler können in Form von auf die Kinder projizierten Wünschen geschehen - Kinder als Erfüllungsobjekte unerfüllter Wünsche der Eltern etc.

Doris schrieb


Die von vielen Lehrern empfundene mangelnde Erziehung hat häufig doch eher was mit der eigenen Unwissenheit über die Unterschiedlichkeit von Menschen mit verschiedenen Lernstilen, Temperamenten und Persönlichkeiten zu tun und der Unfähigkeit diese unterschiedlichen Schüler zu unterrichten.



Also wenn ein Schüler sich im Unterricht nicht zu benehmen weiß, liegt das nach Deinen Aussagen an mir. Wenn ein Schüler einen anderen schlägt oder sich sonstwie unsozial verhält, liegt das also an meiner Unwissenheit über Unterschiedlichkeit von Menschen? Komische Argumentation. Also den Schuh ziehe ich mir nicht an. Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?

Mit Deiner Aussage stellst Du allen Schülern einen Freibrief aus und erteilst jeglichem Schülerverhalten pauschal Absolution.

Doris schrieb


Ich habe immer wieder Lehrer am Gymnasium erlebt, die lauthals über ihre Schüler klagten, während andere Lehrer mit denselben Schülern keinerlei Schwierigkeiten hatten.



Ja das stimmt - aber das heißt nicht automatisch, dass die "Schuld" ausschließlich bei der Lehrkraft zu suchen ist.

Im Grunde starten wir hier wieder dieselbe Diskussion.
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass es nicht sein kann, dass Eltern ihre Kinder am Schultor abgeben und dann sagen "wenn Sie mit meinem Kind nicht klarkommen, sind Sie eben unfähig." (Und das wäre eine überspitzte Zusammenfassung Deiner Argumentation).

Das liefe auch der von mir propagierten Partnerschaft im Erziehungs- und Bildungsprozess deutlich zuwider.

Gruß
Bolzbold

[Dieser Beitrag wurde am 23.11.2005 - 17:48 von Bolzbold aktualisiert]



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kinderhaus ...



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... Erstellt am 23.11.2005 - 19:36 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Bolzbold schrieb

Also wenn ein Schüler sich im Unterricht nicht zu benehmen weiß, liegt das nach Deinen Aussagen an mir. Wenn ein Schüler einen anderen schlägt oder sich sonstwie unsozial verhält, liegt das also an meiner Unwissenheit über Unterschiedlichkeit von Menschen? Komische Argumentation. Also den Schuh ziehe ich mir nicht an.



nein, natürlich ist das nicht deine schuld.

Bolzbold schrieb

Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?



das kannst du eben nicht einfach so "erwarten", sondern das muss aufgebaut werden.
natürlich hat das elternhaus die erste erziehungspflich und das erziehungsrecht.
aber man kann als erzieher auch nicht erwarten, dass einem in der schule fertig erzogene kinder serviert werden, die dann nur noch mit wissen abzufüllen sind.

kinder sind ja auch ein spiegel der gesellschaft.
wir können davon ausgehen, dass unsere kinder mit sehr feinen antennen den verhaltenskodex der gesellschaft, in der sie leben, registrieren und auch wieder zurück spiegeln.
wir können nicht erwarten, dass kinder die besseren menschen sind.

und wenn ein kind nicht "funktioniert", wenn es aggressiv oder lernunwillig, unorganisiert oder desinteressiert wirkt, dann ist es zunächst die aufgabe der erwachsenen herauszufinden, was los ist.

kein kind steht morgens mit dem gedanken auf, ein kind sein zu wollen, das die erwachsenen ärgert.
weil kinder instinktiv spüren, dass sie auf den schutz, das wohlwollen und die begleitung erwachsener angewiesen sind.
verhalten kinder sich so, dass eltern und erzieher die hände über dem kopf zusammenschlagen, dann ist zunächst mal davon auszugehen, dass dieses kind in schwierigkeiten steckt und bisher noch keinen besseren weg gefunden hat, sich mitzuteilen.

Bolzbold schrieb


Das liefe auch der von mir propagierten Partnerschaft im Erziehungs- und Bildungsprozess deutlich zuwider



genau, so sehe ich das auch. es geht also um partnerschaft.
dazu ließe sich eine menge sagen. für den anfang habe ich eine kleine anmerkung:

ich wundere mich immer wieder, dass lehrer so selbstverständlich eltern "anweisungen" geben. etwa über die abfassung der hausaufgaben, oder erzieherische einwirkungen auf das kind... ja, in der grundschule sogar bis hin zum inhalt der frühstücksbox.
dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden.

umgekehrt dagegen habe ich es noch nichthäufig erlebt, (und ich habe jetzt seit 14 jahren jeweils mehrere schulkinder in verschiedenen klassen und schulstufen) dass ein lehrer mal eltern fragt, wie sie eine sachlage pädagogisch beurteilen würden, was sie für gut und richtig halten oder dass lehrer einfach einen rat erbitten.

partnerschaft - das ist kommunikation auf gleicher augenhöhe.
dafür bin ich sehr zu haben.

martina





SignaturVielleicht ist alles auch ganz anders.

Thorn
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... Erstellt am 23.11.2005 - 19:42 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Dein Engagement in Ehren, Bolzbold, aber meinst du, du kannst bei diesen Betonköppen noch irgendwas bewegen? Diese Leute wollen doch gar nicht ins Gespräch kommen, sondern suchen nur ein Ventil für ihren Hass. Das merkt man doch in jedem Posting aufs neue. Lehrer sind alle unfähig (was man sogar aus Wortbeiträgen in irgendwelchen Foren entnehmen kann, ohne den Lehrer bei der Arbeit erlebt zu haben), faul und vor allem bösartig, sadistisch, gemein, Kinderhasser!

Viele der hier im Forum Anwesenden scheinen aber im Gegenzug einfach gehörig einen an der Waffel zu haben!
Kommt mal wieder auf den Teppich und öffnet eure Augen für die reale Welt! Aber jetzt fange ich auch schon an, euch gesunden Menschenverstand nahe bringen zu wollen. Nützt ja nichts, also lass ichs lieber.


Edit: Die Schriftgröße 6 wurde von der Administratorin auf die Schriftgröße 3 verkleinert.

[Dieser Beitrag wurde am 23.11.2005 - 20:13 von PetraLitzenburger aktualisiert]



doppelkopf



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... Erstellt am 23.11.2005 - 19:55 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Vielleicht sollte man erstmal definieren, was einen schlecht erzogenen Schüler/in überhaupt ausmacht.

Was du für schlecht erzogen hälst, muss ich(du,er, sie,es..) noch lange nicht so empfinden.

Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?

Was bedeutet das konkret für dich?
Wie sieht ein "wohlerzogenes Kind" für DICH aus?

Es gibt einen Lehrer an unserer Schule, der grössten Wert darauf legt, immer mit "Guten Tag" begrüßt zu werden. Es ist egal wo man ihn trifft. Das ist sein frommer Wunsch.
Sind die Kinder schlecht erzogen, nur weil sie seinem Wunsch nicht nachkommen??

doppelkopf



Bolzbold ...



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... Erstellt am 23.11.2005 - 21:14 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

doppelkopf schrieb


Vielleicht sollte man erstmal definieren, was einen schlecht erzogenen Schüler/in überhaupt ausmacht.

Was du für schlecht erzogen hälst, muss ich(du,er, sie,es..) noch lange nicht so empfinden.

Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?

Was bedeutet das konkret für dich?
Wie sieht ein "wohlerzogenes Kind" für DICH aus?



Liebe(r) Doppelkopf,

wenn wir jetzt eine Grundsatzdiskussion über den Terminus "wohlerzogen" führen, wird das endlos werden und es wird wohl zu nicht wirklich viel führen.
Ich kann nur für mich persönlich sprechen und ich erwarte keinesfalls "wohlerzogene" Kinder sondern eben ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen.
Das umfasst beispielsweise Kleinigkeiten wie dass im Unterricht kein Kaugummi gekaut wird (ich bin schließlich Lehrer und kein Zahnarzt), dass man seinen eigenen Müll wegbringt und grundsätzlich hinter sich herräumt.

Im Grunde habe ich bisher in dem Sinne "schlecht erzogene" Kinder noch nicht erlebt, weil ich bisher alle Unstimmigkeiten problemlos auf der Beziehungsebene klären konnte. Da meine Schüler von mir immer wissen, warum ich etwas gut oder nicht gut finde, wissen sie somit auch immer, woran sie sind und was sie sich leisten können und was nicht.

doppelkopf schrieb


Es gibt einen Lehrer an unserer Schule, der grössten Wert darauf legt, immer mit "Guten Tag" begrüßt zu werden. Es ist egal wo man ihn trifft. Das ist sein frommer Wunsch.
Sind die Kinder schlecht erzogen, nur weil sie seinem Wunsch nicht nachkommen??
doppelkopf



Wenn man es so zuspitzt, steht die Antwort im Grunde doch schon vorher fest. "nein". So etwas würde ich nicht erwarten (abgesehen davon, dass meine Schüler das immer machen - sie sagen zwar nicht guten Tag aber zumindest grüßen sie.

Vielleicht bin ich da auch der falsche Ansprechpartner, weil ich bisher keine aus meiner Sicht wirklich schlecht erzogenen Kinder getroffen habe.

Gruß
Bolzbold



Erika ...
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... Erstellt am 23.11.2005 - 22:50 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Martina schrieb

und wenn ein kind nicht "funktioniert", wenn es aggressiv oder lernunwillig, unorganisiert oder desinteressiert wirkt, dann ist es zunächst die aufgabe der erwachsenen herauszufinden, was los ist.

kein kind steht morgens mit dem gedanken auf, ein kind sein zu wollen, das die erwachsenen ärgert.
weil kinder instinktiv spüren, dass sie auf den schutz, das wohlwollen und die begleitung erwachsener angewiesen sind.
verhalten kinder sich so, dass eltern und erzieher die hände über dem kopf zusammenschlagen, dann ist zunächst mal davon auszugehen, dass dieses kind in schwierigkeiten steckt und bisher noch keinen besseren weg gefunden hat, sich mitzuteilen.



Der Meinung von Martina kann ich mich anschließen.

Das Kind muss nicht einmal zwangsläufig in Schwierigkeiten stecken, wenn es z.B. dazwischen redet, spät oder nicht auf Anweisungen bzw. auf Wünsche anderer reagiert, langsam ist bzw. nicht anfängt zu arbeiten, mehr Platz am Tisch braucht als andere, unordentlich oder vergesslich ist, sich schneller aufregt als andere, andere öfter mal "anrempelt", nicht still sitzen kann, nicht ordentlich mit Messer, Gabel und Stift umgehen kann, viele Abschreibfehler macht, sein Ranzen wie Kraut und Rüben aussieht.

Bei derartigen Auffälligkeiten kann eine andere Wahrnehmung (das Wort Störungen lasse ich heute mal weg - extra für Doris)und Wahrnehmungsverarbeitung der Grund sein. Auch will ich jetzt nicht wieder näher auf die Ursachen eingehen. Diese Kinder fallen manchmal unter die Begriffe Legastheniker, HBler, ADSler, Dyskalkuliker (komisches Wort, falsch?) Autisten, Epileptiker. Bei noch mehr Kindern wird allerdings lediglich schlechte Erziehung unterstellt. Unbestritten kann sich auch dadurch die Wahrnehmung verändern.

Normal in Schulen ist (das sind leider meine bisherigen Erfahrungen, Ausnahmen bestätigen die Regel), dass Kinder mit diesen Auffälligkeiten, die nichts mit Bösartigkeit, null Bock, schlechter Erziehung zu tun haben müssen, wie kleine "Verbrecher" bestraft, gedemütigt, bloßgestellt werden und/oder mit schlechten Zensuren (gern werden Leistungen mit Verhalten und Ordentlichkeit auch in einen Topf geworfen - Punkteabzug, was das Zeug hält) attackiert werden. Dann fangen die Schwierigkeiten für die Kinder erst richtig an. Sie entfernen sie sich mehr und mehr davon, ein "Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen" zu zeigen. Teilweise werden sie zu kleinen Monstern oder zu in sich zurück gezogenen Psychopathen. Und da sehe ich sehr wohl die Schuld bei Lehrern und natürlich auch Eltern, wenn sie in die gleiche Kerbe hauen.

Diese Kinder lernen nicht oder wenig durch Einsicht, da sie eben eine andere Wahrnehmung haben. Bestrafung ändert nichts an der Wahrnehmung. Strafen und Negativerlebnisse hinterlassen negative Spuren im Gehirn.

Wenn man sich mal näher mit den Lebensläufen der schlecht erziehenden Eltern beschäftigt, die ihre Kinder teilweise sogar völlig verwahrlosen lassen, dann stellt man eigentlich sehr schnell fest, dassdiese Eltern bereits in ihrer Kindheit Ähnliches durchgemacht haben - Bestrafung - Demütigung - Bloßstellung - Durchreichen nach unten. Ich kann es nicht fassen, wie wenig Menschen in unserer Gesellschaft, auch Politiker, Wissenschaftler und Ärzte sich mit Zusammenhängen beschäftigen. Überall wird nur das Ergebnis "behandelt".

Viele Grüße
Erika





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(A. Jean Ayres)

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... Erstellt am 23.11.2005 - 23:10 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Bolzbold,

genauso wie du hätte ich auch geantwortet.

Ein paar kleine Regeln in der Schule einhalten, Kaugummi kauen zu unterlassen, Cappis abnehmen während des Unterrichts und Müll wegräumen. Also keine wirklich tragischen Sachen. Lässt sich mit den Kindern auch regeln.
Das ist in der Regel der Schüler auf den du triffst. Das sind auch die Kinder auf die ich treffe.

Trotz der kleinen Grenzaustestungen, würde ich mal behaupten, haben die Eltern bei den o.g. ihren Erziehungsauftrag erfüllt, zumindest um die Kinder beschulen zu können.

Und deswegen stimme ich Doris zu, dass nur ein kleiner Anteil von Schülern, für die Lehrer wirklich schwierig ist.


s gibt einen Lehrer an unserer Schule, der grössten Wert darauf legt, immer mit "Guten Tag" begrüßt zu werden. Es ist egal wo man ihn trifft. Das ist sein frommer Wunsch.
Sind die Kinder schlecht erzogen, nur weil sie seinem Wunsch nicht nachkommen??

Dieses Beispiel diente dazu, aufzuzeigen, dass jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen hat von Benehmen, Höflichkeit ect..
Ich kann und will meine Kinder nicht dazu erziehen, dass sie es jedem recht machen, auch nicht den unterschiedlichsten Lehrern. Und ich finde, dass kann man auch nicht von Eltern verlangen.

doppelkopf







DorisCarnap ...
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... Erstellt am 24.11.2005 - 09:16 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Lieber Bolzbold,

welcher Schuh dir passt mußt du entscheiden, ich kenne dich ja garnicht, um das beurteilen zu können. Mir ging es hier um ein allgemeines Problem. Auf der einen Seite der festgesetzte Erziehungs- und Bildungsauftrag an die Schule, auf der anderen Seite Lehrer, die unter Umständen gar nicht dafür ausgebildet sind oder sich nicht zuständig fühlen. Der Druck auf die Lehrer wächst und auch ihre Hilflosigkeit. Erst wenn wir das von allen Seiten beleuchtet haben, wird sich ein gegenseitige Verständnis einstellen können.

Bolzbold schrieb

"Vernachlässigung kann auch in Form von karrieresüchtigen Eltern geschehen, die ihr Kind den ganzen Tag alleine lassen."



"Karrieresüchtige Eltern" sind ja wohl nur in Westdeutschland ein besonderes Problem, oder? Dazu sagt Gisela Erler (die viele Jahre Familienforscherin am Deutschen Jugendinstitut war) in einem Interview mit Reinhard Kahl (Treibhäuser der Zukunft): ?Unsere Lehrer haben keinen Respekt vor den Eltern, Lehrer haben Angst vor Prozessen, sehen Eltern aber nicht als kompetente Partner an... Das Bild ?Eltern ruinieren das Kind? ?zieht sich durch alle Stufen des Erziehungsystems und ist kombiniert mit einem Missverständnis, ?dass Erziehung am besten in der Familie geleistet wird. Das war ja ein Gründungsmythos der Bundesrepublik nach dem Nationalsozialismus...Die fundamentalen Dinge müssten zu Hause geleistet werden... Die deutsche Schule ist aus der Sicht berufstätiger Mütter und ihrer Kinder eine Katastrophe.?

Bolzbold schrieb

"Erziehungsfehler können in Form von auf die Kinder projizierten Wünschen geschehen - Kinder als Erfüllungsobjekte unerfüllter Wünsche der Eltern etc."



Natürlich spielt da auch vieles Verstecktes und Verdecktes eine Rolle, aber das ist ja auch in der Lehrer-Schüler- Beziehung der Fall.

Wenn Lehrer die hohen Ansprüche, die sie an das Verhalten der Schüler stellen, auch auf sich beziehen, dann ist das schon die halbe Miete.

Beispiele:
-Zuspätkommen bei Schülern wird scharf geahndet, Lehrer kommen häufig zu spät mit wechselnden Ausreden.
-Lehrer klagen über ihre schlechten Arbeitsbedingungen, Schüler sollen aber alles schweigend hinnehmen.
-Häufig müssen Lehrer eine Klassenleitung übernehmen und sagen ganz klar am Elternabend, ich mußte, will aber nicht, von mir können Sie als Eltern nicht viel erwarten, wenn ich meinen Stundenlohn ausrechne, kommt eh nicht viel bei raus.

Und immer wieder die mangelnde Kommunikationsfähigkeit.

Bolzbold schrieb

"Also wenn ein Schüler sich im Unterricht nicht zu benehmen weiß, liegt das nach Deinen Aussagen an mir."



Unter Umständen schon, Schüler sind keine Hellseher. Die Regeln sollten mit den Schülern gemeinsam aufgestellt werden. Wenn es dich stört, dass Kinder Kaugummi kauen, ihre Kappe aufbehalten und was immer dir wichtig ist, mußt du das mit deinen Schülern aushandeln. Bei dem einen Lehrer dürfen sie im Unterricht trinken, der andere fühlt sich dadurch beleidigt, empfindet es als 'Mißachtung der Autorität', so eine Lehrerin.

Zum Guten-Tag-Sagen:
-Mein 13jähriger Sohn begrüßte morgens (zu?) laut und fröhlich den Lateinlehrer eines Freundes, der Lehrer griff meinen Sohn an den Arm, brüllte ihn an, er sei frech und schlecht erzogen. Mein Sohn fragte schlagfertig: Wollen Sie meine Mutter beleidigen? Der Lehrer ließ ihn daraufhin los und stürmte davon.
-Ein ehemaliger Klassenlehrer meines älteren Sohnes, grüßt nach einer von ihm selbst provozierten Eskalation, meinen Sohn nicht mehr. Wenn mein Sohn den Lehrer direkt anspricht, "Guten Morgen Herr R." sagt, sieht der Lehrer demonstrativ weg. Was war passiert. Mein Sohn war zwei Tage vor Schulende krank gewesen, aber zur Zeugnisausgabe zur Schule gegangen und hatte seine Entschuldigung zu Hause vergessen. Der Lehrer verweigerte ihm deswegen das Zeugnis - mein Sohn bat die Schulleitung um Vermittlung.

Was wir Eltern (mit)erleben, ist manchmal alles andere als professionell. Das heißt aber nicht, dass alle Lehrer immer unprofessionell sind

Doris





Signatur"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

Bolzbold ...



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... Erstellt am 29.11.2005 - 15:41 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

So, zur Abwechslung mal wieder etwas zum ursprünglich angepriesenen Buch.

Ich habe heute meinen Stolz überwunden und meiner Neugier nachgegeben und das Buch gekauft.
Die ersten paar Seiten, die ich gelesen habe, fand ich amüsant.

Noch amüsanter war, dass das Buch zumindest in meiner Buchhandlung in der Rubrik "Humor" stand - neben so Büchern wie Mario Barths "Deutsch-Frau Frau-Deutsch" und anderen ähnlichen Werken.

Das wiederum führt mich zu der Annahme, dass dieses Buch womöglich gar nicht so ernst zu nehmen ist. Mal schauen, ob ich damit richtig liege.

Gruß
Bolzbold



Lady



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... Erstellt am 29.11.2005 - 19:40 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

An Bolzbold

Bei uns hier hat eine Elternbeirätin das Lehrerhasser-Buch gleich mal im Dutzend bestellt.
Habe bereits schon 40Seiten gelesen und muß sagen,
Lotte Kühn schildern sehr real,was in Schulen Sache
ist.Lachen muß ich auch stellenweise,weil so ist es
genau so.
Und weil mir persönlich das Buch gut gefällt werde
ich Lotte Kühn persönlich über den Verlag Feedback
geben.
Vielleicht sollte man das Lehrerhasser-Buch an
unseren Literatur-Papst,Marcel Reich-Ranicki schicken,zwecks eingehender Kritik!?
Habe Fotokopie eines Artikels aus dem Focus bekommen:,,Was Lehrer an Eltern hassen" auch nicht
schlecht. So behalten wir halt alle unser Hasskäppi
auf und warten auf bessere Zeiten.

Grüße aus Kassel







PetraLitzenburger ...
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... Erstellt am 29.11.2005 - 23:05 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Lady,

ich habe dieses Buch selbst gelesen.

Bei einigen Textpassagen musste ich schmunzeln, manches spricht mir aus dem Herzen, manches kann ich nachvollziehen und verstehen und manches verstehe ich überhaupt nicht und kann es nicht nachvollziehen und finde es verallgemeinernd, da die Aussagen auch nicht belegt werden, oder diese an einem Beispiel beschrieben werden aus dem erkenntlich wird, wodurch der Eindruck entstanden ist.
Auch den ständigen Wechsel zwischen der eigenen Schulzeit und der Schulzeit der Kinder finde ich etwas verwirrend.

Das Problem mit den Frage "Auf welche weiterführende Schule schicke ich mein Kind" kann ich sehr gut nachempfinden, dies umso mehr weil ich zur Zeit genau dieses Problem habe. Sie beschreibt sehr ausführlich wie Eltern sich in dieser Situation fühlen, welche Soregn sie sich machen und wie sie hin und her überlegen.


Folgendes kann ich aber überhaupt nicht nachvollziehen:

Die Kinder von Lotte Kühn essen gerne grüne Bohnen mit Nudeln. Nun isst eines ihrer Kinder dieses Gericht nicht mehr, nur weil die Lehrerin sagte, dass grüne Bohnen und Nudeln nicht zusammenpassen. Lotte Kühn meint, dass Lehrer dies nicht zu sagen haben.

Dazu habe ich folgende Meinung:

Warum sollte die Lehrerin, dass nicht sagen, wenn das ihre Meinung ist? Sollten Lehrer auf Meinungsfreiheit verzichten?

Wenn eines meiner Kinder nur weil eine Lehrerin ihre Meinung zu dem Essen äußerte dieses Essen nicht mehr möchte dann soll es dies bitteschön stehen lassen und meinetwegen ein Brot essen.
(Bei uns gibt es keine grüne Bohnen mit Nudeln, da ich die Zusammenstellung auch merkwürdig finde-aber wem es schmeckt warum nicht.)

Außerdem denke ich, dass Kinder lernen sollen, sich ihre eigene Meinung zu bilden und nicht irgendetwas nachplappern und übernehmen was andere ihnen vorplappern.

Außerdem dürften dann Kinder kein Fernsehen mehr schauen. Eins meiner Kinder ist z. B. zur Zeit kein Fleisch, weil über den Fleischskandal in den Medien berichtet wurde. Gut, dass kann ich nachempfinden, ist ja auch etwas eklig.

Sobald ich die nächsten Tage etwas Zeit habe, werde ich weitere Beispiele und auch einige Textpassagen einstellen, worüber wir gerne diskutieren können.


Liebe Grüße

Petra Litzenburger




SignaturWo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Berthold Brecht

4]


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DorisCarnap ...
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... Erstellt am 30.11.2005 - 12:18 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Petra

Petra schrieb

Folgendes kann ich aber überhaupt nicht nachvollziehen:
Die Kinder von Lotte Kühn essen gerne grüne Bohnen mit Nudeln. Nun isst eines ihrer Kinder dieses Gericht nicht mehr, nur weil die Lehrerin sagte, dass grüne Bohnen und Nudeln nicht zusammenpassen. Lotte Kühn meint, dass Lehrer dies nicht zu sagen haben.



Eine Lehrerin kann ja gerne sagen, dass ihr grüne Bohnen und Nudeln nicht schmecken, wenn sie die schon mal zusammen gegessen hat! Aber die Behauptung grüne Bohnen und Nudeln passen nicht zusammen, wird deutsche Kindern, die eine internationale Küche gewohnt sind und italienische Kinder doch sehr irritieren. In der Minestrone und in Ligurischen Nudeln zum Beispiel passen grüne Bohnen und Nudeln hervorragend zusammen und schmecken auch hervorragend .

Gerade in den ersten beiden Schuljahren ist für Kinder doch Gesetz was ihre Lehrer sagen! Bei uns hat das häufig zu sehr interessanten Diskussionen geführt, wenn Lehrer eine merkwürdig abweichende Meinung hatten. Meinen Kindern fiel schon recht früh auf, dass es diesen Lehrern einfach an Lebenserfahrung fehlt. Wir haben einige Jahre in verschiedenen Ländern gelebt und dementsprechend haben meine Kinder einen ganz anderen Einblick in andere Kulturen und die interkulturellen Besonderheiten als einige ihrer Lehrer. Deutsche Lehrer unterrichten muslimische Schüler und haben gar keine Vorstellung von den Unterschieden! Das kann dazu führen, dass Lehrer ein Dauerbad im Fettnapf nehmen! Und wenn Schüler sie darauf hinweisen, werden Lehrer schnell pampig.

Vor kurzem beschwerte sich ein Lehrer bei mir über den überzogenen Anspruch und das schlechte Sozialverhaltens einer muslimischen Schülerin. Der Lehrer war der Meinung die Muslime sollten auf der Klassenfahrt gefälligst das essen was alle anderen auch essen. Die Schülerin hat daraufhin die Verhandlungen wegen des anderen Essens für sich und ihre Mitschüler mit der Herbergsleitung geführt. Und als eines Abends jeder Schüler einen Wurstteller bekam, hat sie es gewagt das in der Küche zu reklamieren. Der Lehrer war höchst empört darüber.

Petra, ich bin gespannt auf deinen weiteren Bericht.

Doris




Signatur"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

Bolzbold ...



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... Erstellt am 30.11.2005 - 14:51 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

DorisCarnap schrieb


Vor kurzem beschwerte sich ein Lehrer bei mir über den überzogenen Anspruch und das schlechte Sozialverhaltens einer muslimischen Schülerin. Der Lehrer war der Meinung die Muslime sollten auf der Klassenfahrt gefälligst das essen was alle anderen auch essen. Die Schülerin hat daraufhin die Verhandlungen wegen des anderen Essens für sich und ihre Mitschüler mit der Herbergsleitung geführt. Und als eines Abends jeder Schüler einen Wurstteller bekam, hat sie es gewagt das in der Küche zu reklamieren. Der Lehrer war höchst empört darüber.
Petra, ich bin gespannt auf deinen weiteren Bericht.
Doris



Liebe Doris,

dieses Beispiel ist in der Tat unsäglich. Es zeugt von einer erschreckenden Ignoranz gegenüber SchülerInnen aus anderen Kulturen. Also ich habe zwei muslimische Schülerinnen in meiner eigenen Klasse und wenn wir für die Klassenfahrt den Speiseplan erstellen, wäre meine erste Frage, ob für irgendjemanden aus kulturellen oder religiösen Gründen besondere Vorschriften gelten.

Gruß
Bolzbold



Bolzbold ...



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... Erstellt am 30.11.2005 - 15:00 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Lady schrieb


An Bolzbold
Bei uns hier hat eine Elternbeirätin das Lehrerhasser-Buch gleich mal im Dutzend bestellt.
Habe bereits schon 40Seiten gelesen und muß sagen,
Lotte Kühn schildern sehr real,was in Schulen Sache
ist.Lachen muß ich auch stellenweise,weil so ist es
genau so.
Und weil mir persönlich das Buch gut gefällt werde
ich Lotte Kühn persönlich über den Verlag Feedback
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Vielleicht sollte man das Lehrerhasser-Buch an
unseren Literatur-Papst,Marcel Reich-Ranicki schicken,zwecks eingehender Kritik!?
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Grüße aus Kassel



Liebe Lady,

also ich habe jetzt 50% des Buches gelesen und bin teilweise über die undifferenzierte und deutlich einseitige Darstellung schockiert.
Was mich aber ärgert ist, dass hier die Problematik des deutschen SchulSYSTEMS und die sicherlich auch existierenden Defizite bei den Lehrkräften an mehreren Stellen durcheinandergeworfen werden zu Lasten der Lehrer.

Das Beispiel mit dem Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule hat mich auch etwas irritiert.

Da ist diese Grundschullehrerin, die auf Rechtschreibung keinen Wert legt. Soweit so gut. Dann der dann folgende Deutschlehrer, der aber von heute auf morgen eben diese Rechtschreibung einfordert und dies bei den Eltern beklagt.

OK, die im Buch geschilderte Situation ist krass, aber die Realität kann auch so aussehen:

Als Lehrer kann ich sagen, dass ich es trotz meiner noch kurzen Karriere bereits mit eben dieser Problematik (vom Prinzip her) zu tun gehabt habe. Und das ist eine blöde Situation.
Wenn bestimmte Inhalte eines Faches in den vorangegangenen Schuljahren nicht erarbeitet wurden, stehe ich vor der blöden Situation, einerseits das nacharbeiten zu müssen (das ist dann eben notwendig), gleichzeitig aber die neuen Inhalte durchzuarbeiten und kein erneutes Defizit aufkommen zu lassen. Natürlich darf das nicht zu Lasten der Schüler gehen - einfacher wird es dadurch aber nicht.

Ich könnte jetzt noch weitere Situationen aufzählen, die auch von Frau Kühn angerissen wurden, wo man als Lehrer schließlich auch Teil des Systems ist und mitunter für systembedingte Mängel nicht verantwortlich ist.

Bin mal gespannt, welchen Eindruck der Rest des Buches auf mich hinterlässt.

Gruß
Bolzbold

[Dieser Beitrag wurde am 30.11.2005 - 15:01 von Bolzbold aktualisiert]
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BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 15:35    Titel: Seite 2 Antworten mit Zitat

Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 13:29

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doppelkopf schrieb
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Hallo,

ich denke auch, dass Lehrer werden umdenken müssen. Der Druck von den Eltern wird ungleich größer und das ist gut so.
Wenn Lehrer in Foren den Thread schliessen, ist das eine Sache, in der realen Welt ist das nicht so einfach möglich. Es zeigt letztendlich ihre eigene Hilflosigkeit.

Und trotzdem bin ich der Meinung, es gibt engagierte Lehrer, die mit viel Idealismus in den Beruf starten. Leider wird es genau denen sehr schwer gemacht. Die faulen, resignierten, unengagierten "Pappnasen" werden schon dafür sorgen, dass sich nichts ändert.

Und das das überhaupt möglich ist, liegt am System.

Hier bei uns werden jetzt Schulinspektoren eingesetzt. Ob das was bringt? Mal abwarten....

doppelkopf



Vielleicht sollte man das mal weniger polarisiert betrachten.

Wenn Eltern und Lehrer sich als Partner und nicht als Gegner im Erziehungsprozess der Kinder verstehen, dann ist automatisch klar, dass beide Seiten sich bewegen müssen und keine der beiden Seiten nur mit dem Finger auf die andere Seite zeigen darf.
Es ist richtig, dass Lehrer mitunter umdenken müssen.
Ich betone aber nochmals folgenden Umstand:
Lehrer erhalten eine Ausbildung - somit kann man von ihnen wohl auch erwarten, dass sie vernünftige Arbeit abliefern. Die Erwartungen an Lehrer wird hier in diesem Forum ja klar zum Ausdruck gebracht.

Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.

Wenn wir also an das Wohl der Kinder denken, dann müssten wir insgesamt gewährleisten, dass zum einen die Lehrer "richtig" mit allen Kindern umgehen und zum anderen aber auch die Eltern dieser Kinder.

Für beide Seiten gibt es Instanzen, deren Pflicht es ist, dies zu kontrollieren und sicherzustellen. Menschen versagen mitunter oder machen Fehler. Die erwähnten Kontrollinstanzen versäumen es leider auch immer wieder an beiden "Fronten" entscheidend und zum Wohle der Kinder einzugreifen.

Ich als Gymnasiallehrer reiche jedem Elternteil die Hand zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zum Wohle aller meiner Schüler.

Gruß
Bolzbold





PetraLitzenburger
Administratorin




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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 16:24

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Bolzbold schrieb
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Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.

Wenn wir also an das Wohl der Kinder denken, dann müssten wir insgesamt gewährleisten, dass zum einen die Lehrer "richtig" mit allen Kindern umgehen und zum anderen aber auch die Eltern dieser Kinder.


Lieber Bolzbold,

ich bin davon überzeugt, dass alle Eltern die hier im Forum schreiben durchaus in der Lage sind die ihnen zugeteilte Verantwortung zu übernehmen, bzw. schon übernommen haben und ihnen dass Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt.
Sonst würden sie hier nämlich nicht posten.

Ich möchte nicht bestreiten, dass es auch Eltern gibt welche (aus welchen Gründen auch immer) nicht in der Lage sind, diese Verantwortung übernehmen zu können oder zu wollen.
Diese sind aber nicht hier im Forum zu finden.

Bolzbold schrieb
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Für beide Seiten gibt es Instanzen, deren Pflicht es ist, dies zu kontrollieren und sicherzustellen. Menschen versagen mitunter oder machen Fehler. Die erwähnten Kontrollinstanzen versäumen es leider auch immer wieder an beiden "Fronten" entscheidend und zum Wohle der Kinder einzugreifen.


Es ist unbestritten, dass es diese Kontrollinstanzen gibt, aber leider versagen diese viel zu oft.

Bolzbold schrieb
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Ich als Gymnasiallehrer reiche jedem Elternteil die Hand zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zum Wohle aller meiner Schüler.

Gruß
Bolzbold



Wäre schön, wenn alle Lehrer dies so handhaben würden. Ich als Mutter bin bereit dazu.

Bisher fühlte ich mich in der Schule nur als lästiges Anhängsel, das zwar wenn es um Kuchen backen etc. ging Gewehr bei Fuss zu stehen, aber ansonsten ihr Kind am Schultor abzugegeben und die Klappe zu halten hat.

Liebe Grüsse

Petra Litzenburger







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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 17:54

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Hallo ,

Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.

Das stimmt und ich kann von mir sagen, dass ich diesen Weg ganz bewusst gewählt habe und ich übernehme gerne die Verantwortung für meine Kinder.

Menschen versagen mitunter oder machen Fehler.

Das stimmt auch.
Eltern und Lehrer machen Fehler. Das Fehler machen ist aber kein Problem, wenn man Fehler eingestehen kann und daraus lernt.

Ich als Gymnasiallehrer reiche jedem Elternteil die Hand zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zum Wohle aller meiner Schüler.

Ich reiche auch jedem Lehrer die Hand. Und jeder Mensch bekommt von mir Chancen.

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Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 18:10

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PetraLitzenburger schrieb
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Lieber Bolzbold,
ich bin davon überzeugt, dass alle Eltern die hier im Forum schreiben durchaus in der Lage sind die ihnen zugeteilte Verantwortung zu übernehmen, bzw. schon übernommen haben und ihnen dass Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt.
Sonst würden sie hier nämlich nicht posten.
Ich möchte nicht bestreiten, dass es auch Eltern gibt welche (aus welchen Gründen auch immer) nicht in der Lage sind, diese Verantwortung übernehmen zu können oder zu wollen.
Diese sind aber nicht hier im Forum zu finden.



Liebe Petra,

dasselbe gilt im Grunde auch für das oft erwähnte Lehrerforum. Die Lehrer und Referendare, die dort posten, wollen Verantwortung übernehmen und für ihre Schüler da sein. Sonst würden sie dort nicht posten bzw. wären dort nicht zu finden.

Insofern ist im Nachhinein so manche Diskussion und mancher Streit zwischen den Foren eigentlich unnötig gewesen, weil beide Seiten im Grunde am selben Strang ziehen - nur eben nicht immer so, wie die andere Seite es gerne hätte.

Aber ich finde es gut, dass wir hier doch einen deutlichen Konsens haben.

Gruß
Bolzbold




PetraLitzenburger
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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 21:17

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Bolzbold schrieb
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Liebe Petra,

dasselbe gilt im Grunde auch für das oft erwähnte Lehrerforum. Die Lehrer und Referendare, die dort posten, wollen Verantwortung übernehmen und für ihre Schüler da sein. Sonst würden sie dort nicht posten bzw. wären dort nicht zu finden.


Aber ich finde es gut, dass wir hier doch einen deutlichen Konsens haben.

Gruß
Bolzbold



Lieber Bolzbold,

ich stimme zu, dass eine handvoll Lehrer aus diesem Forum wirklich ernstzunehmende Gesprächspartner sind. Sehr engagiert, am Wohle der Kinder und an der Zusammenarbeit mit Eltern interessiert.

Bei den meisten Lehrern des L-Forums bin ich jedoch sehr froh und erleichtert dass meine Kinder von diesen Lehrer/innen nicht "unterrichtet" werde.

Um jetzt nicht zum wiederholten Male eine sinnlose und endlose Diskussion über das Lehrerforum auszulösen, erspare ich mir hier an dieser Stelle die Details.

Bei Bedarf können wir diese gerne per PM erörtern.

Liebe Grüße

Petra Litzenburger

[Dieser Beitrag wurde am 23.11.2005 - 14:15 von PetraLitzenburger aktualisiert]





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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 21:39

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...kannst sowieso gerad nicht dort diskutieren, weil sie sich wg. überschrittenem Traffic-Limit sozusagen selbst ausgesperrt haben.....
*Grins*
Leute - kommt rüber, hier ist noch Platz

Momo




Momo86
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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 21:50

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11 User gleichzeitig? Ich WUSSTE es. Tatsächlich... LANGEWEILE........(oder süchtig?) Wer weiß... HERZLICH WILLKOMMEN.

*Grins*




Erika
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Nachricht senden Erstellt am 22.11.2005 - 22:04

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Hallo

Bolzbold schrieb
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Lehrer erhalten eine Ausbildung - somit kann man von ihnen wohl auch erwarten, dass sie vernünftige Arbeit abliefern. Die Erwartungen an Lehrer wird hier in diesem Forum ja klar zum Ausdruck gebracht.

Eltern kann hierzulande jeder werden, ob man dazu geeignet ist oder nicht. Man bekommt automatisch die volle Verantwortung für einen jungen Menschen übertragen ohne dass man einer unmittelbaren Kontrolle unterliegt.


Die Ausbildung der Lehrer reicht eben nicht! Genau aus diesem Grund werden von Lehrern überwiegend Erziehungsfehler bei den Eltern gesucht. Damit will ich nicht sagen, dass es auch Eltern gibt, die gravierende Fehler machen, aber lange nicht so häufig, wie Lehrer es unterstellen. Viele Erziehungsprobleme entstehen auch erst dadurch, dass Lehrer aufgrund mangelnder Ausbildung nicht in der Lage sind, die Auffälligkeiten von Kindern richtig einzuordnen. Aus harmlosen Kindern werden in Schulen teilweise Monster gemacht. In Bolzbolds Augen polarisiere ich sicher wieder. Leider mache ich seit ca. 4 Jahren immer wieder die gleichen Erfahrungen - nicht nur persönlich mit meinen Kindern - ich habe viele Kontakte - bundesweit. Auch in eurem LF kann man immer wieder lesen, wie hilflos viele Lehrer sind und wie falsch sie viele Auffälligkeiten von Kindern beurteilen. Es gibt noch mehr als nur Erziehungsfehler.

Viele Grüße
Erika







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"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

DorisCarnap
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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 13:40

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Hallo,

ich hatte schon im Februar einen Thread zum Thema Erziehungs- und Bildungsauftrag angefangen:

www.foren.de/system/index.php?id=em....33853&threadid=860404

Den Erziehungauftrag teilen sich Eltern und Lehrer, aber den Bildungsauftrag haben die Lehrer. Und was Lehrer darunter verstehen ist individuell sehr unterschiedlich. Und da fragen ich doch sehr kritisch, warum sich die meisten Lehrer, was das Lehrern betrifft noch in der Steinzeit befinden. Denn ?Lehren heißt nicht, ein Fass zu füllen, sondern eine Flamme zu entzünden? das wußte schon Heraklit. Und damit ist etwas ganz anderes gemeint, als das was in den meisten Schulen selbstverständliche Praxis ist.

Im Gegensatz dazu erfüllt nur ein kleiner Teil der Eltern nicht ihren Erziehungsauftrag. In Bayern war von etwa 5% der Eltern die Rede, als darüber diskutiert wurde die Sozialhilfe zu kürzen. Und da war schnell klar, dass es sich dabei um Menschen handelt, die es tatsächlich nicht können und die dringend Unterstützung bei der Erziehung brauchen.

Die von vielen Lehrern empfundene mangelnde Erziehung hat häufig doch eher was mit der eigenen Unwissenheit über die Unterschiedlichkeit von Menschen mit verschiedenen Lernstilen, Temperamenten und Persönlichkeiten zu tun und der Unfähigkeit diese unterschiedlichen Schüler zu unterrichten. Ich habe immer wieder Lehrer am Gymnasium erlebt, die lauthals über ihre Schüler klagten, während andere Lehrer mit denselben Schülern keinerlei Schwierigkeiten hatten.

Die Qualität der Ausbildung ist ein wichtiger Punkt, nach PISA wurde die Lehrerbildung in den meisten Bundesländern geändert. Ein Problem aber bleibt. Wie schafft man es, die in der Vergangenheit unzureichend ausgebildeten und weitergebildeten Lehrer für die Gegenwart und Zukunft fit zu machen?

Doris

PS: Ich finde den Titel des Buches unmöglich! Hass ist in diesem Zusammenhang ein unpassendes Wort. Aber die Verlage entscheiden in der Regel über den Titel, der Autor hat keinen Einfluss.





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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 17:48

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DorisCarnap schrieb
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Im Gegensatz dazu erfüllt nur ein kleiner Teil der Eltern nicht ihren Erziehungsauftrag. In Bayern war von etwa 5% der Eltern die Rede, als darüber diskutiert wurde die Sozialhilfe zu kürzen. Und da war schnell klar, dass es sich dabei um Menschen handelt, die es tatsächlich nicht können und die dringend Unterstützung bei der Erziehung brauchen.



Liebe Doris,

woher weißt Du, dass nur ein kleiner Teil der Eltern ihren Erziehungsauftrag nicht erfüllt? Die Sozialhilfeempfänger können ja wohl nicht der Maßstrab sein. Vernachlässigung kann auch in Form von karrieresüchtigen Eltern geschehen, die ihr Kind den ganzen Tag alleine lassen. Vernachlässigung kann vor allem auch auf emotionaler Ebene geschehen, wenn Kinder nicht ausreichend Liebe von ihren Eltern erhalten. Erziehungsfehler können in Form von auf die Kinder projizierten Wünschen geschehen - Kinder als Erfüllungsobjekte unerfüllter Wünsche der Eltern etc.

Doris schrieb
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Die von vielen Lehrern empfundene mangelnde Erziehung hat häufig doch eher was mit der eigenen Unwissenheit über die Unterschiedlichkeit von Menschen mit verschiedenen Lernstilen, Temperamenten und Persönlichkeiten zu tun und der Unfähigkeit diese unterschiedlichen Schüler zu unterrichten.



Also wenn ein Schüler sich im Unterricht nicht zu benehmen weiß, liegt das nach Deinen Aussagen an mir. Wenn ein Schüler einen anderen schlägt oder sich sonstwie unsozial verhält, liegt das also an meiner Unwissenheit über Unterschiedlichkeit von Menschen? Komische Argumentation. Also den Schuh ziehe ich mir nicht an. Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?

Mit Deiner Aussage stellst Du allen Schülern einen Freibrief aus und erteilst jeglichem Schülerverhalten pauschal Absolution.

Doris schrieb
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Ich habe immer wieder Lehrer am Gymnasium erlebt, die lauthals über ihre Schüler klagten, während andere Lehrer mit denselben Schülern keinerlei Schwierigkeiten hatten.



Ja das stimmt - aber das heißt nicht automatisch, dass die "Schuld" ausschließlich bei der Lehrkraft zu suchen ist.

Im Grunde starten wir hier wieder dieselbe Diskussion.
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass es nicht sein kann, dass Eltern ihre Kinder am Schultor abgeben und dann sagen "wenn Sie mit meinem Kind nicht klarkommen, sind Sie eben unfähig." (Und das wäre eine überspitzte Zusammenfassung Deiner Argumentation).

Das liefe auch der von mir propagierten Partnerschaft im Erziehungs- und Bildungsprozess deutlich zuwider.

Gruß
Bolzbold

[Dieser Beitrag wurde am 23.11.2005 - 17:48 von Bolzbold aktualisiert]
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BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 15:36    Titel: Seite 3 Antworten mit Zitat

kinderhaus





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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 19:36

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Bolzbold schrieb
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Also wenn ein Schüler sich im Unterricht nicht zu benehmen weiß, liegt das nach Deinen Aussagen an mir. Wenn ein Schüler einen anderen schlägt oder sich sonstwie unsozial verhält, liegt das also an meiner Unwissenheit über Unterschiedlichkeit von Menschen? Komische Argumentation. Also den Schuh ziehe ich mir nicht an.


nein, natürlich ist das nicht deine schuld.

Bolzbold schrieb
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Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?


das kannst du eben nicht einfach so "erwarten", sondern das muss aufgebaut werden.
natürlich hat das elternhaus die erste erziehungspflich und das erziehungsrecht.
aber man kann als erzieher auch nicht erwarten, dass einem in der schule fertig erzogene kinder serviert werden, die dann nur noch mit wissen abzufüllen sind.

kinder sind ja auch ein spiegel der gesellschaft.
wir können davon ausgehen, dass unsere kinder mit sehr feinen antennen den verhaltenskodex der gesellschaft, in der sie leben, registrieren und auch wieder zurück spiegeln.
wir können nicht erwarten, dass kinder die besseren menschen sind.

und wenn ein kind nicht "funktioniert", wenn es aggressiv oder lernunwillig, unorganisiert oder desinteressiert wirkt, dann ist es zunächst die aufgabe der erwachsenen herauszufinden, was los ist.

kein kind steht morgens mit dem gedanken auf, ein kind sein zu wollen, das die erwachsenen ärgert.
weil kinder instinktiv spüren, dass sie auf den schutz, das wohlwollen und die begleitung erwachsener angewiesen sind.
verhalten kinder sich so, dass eltern und erzieher die hände über dem kopf zusammenschlagen, dann ist zunächst mal davon auszugehen, dass dieses kind in schwierigkeiten steckt und bisher noch keinen besseren weg gefunden hat, sich mitzuteilen.

Bolzbold schrieb
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Das liefe auch der von mir propagierten Partnerschaft im Erziehungs- und Bildungsprozess deutlich zuwider


genau, so sehe ich das auch. es geht also um partnerschaft.
dazu ließe sich eine menge sagen. für den anfang habe ich eine kleine anmerkung:

ich wundere mich immer wieder, dass lehrer so selbstverständlich eltern "anweisungen" geben. etwa über die abfassung der hausaufgaben, oder erzieherische einwirkungen auf das kind... ja, in der grundschule sogar bis hin zum inhalt der frühstücksbox.
dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden.

umgekehrt dagegen habe ich es noch nichthäufig erlebt, (und ich habe jetzt seit 14 jahren jeweils mehrere schulkinder in verschiedenen klassen und schulstufen) dass ein lehrer mal eltern fragt, wie sie eine sachlage pädagogisch beurteilen würden, was sie für gut und richtig halten oder dass lehrer einfach einen rat erbitten.

partnerschaft - das ist kommunikation auf gleicher augenhöhe.
dafür bin ich sehr zu haben.

martina







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Vielleicht ist alles auch ganz anders.

Thorn
TROLL




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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 19:42

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Dein Engagement in Ehren, Bolzbold, aber meinst du, du kannst bei diesen Betonköppen noch irgendwas bewegen? Diese Leute wollen doch gar nicht ins Gespräch kommen, sondern suchen nur ein Ventil für ihren Hass. Das merkt man doch in jedem Posting aufs neue. Lehrer sind alle unfähig (was man sogar aus Wortbeiträgen in irgendwelchen Foren entnehmen kann, ohne den Lehrer bei der Arbeit erlebt zu haben), faul und vor allem bösartig, sadistisch, gemein, Kinderhasser!

Viele der hier im Forum Anwesenden scheinen aber im Gegenzug einfach gehörig einen an der Waffel zu haben!
Kommt mal wieder auf den Teppich und öffnet eure Augen für die reale Welt! Aber jetzt fange ich auch schon an, euch gesunden Menschenverstand nahe bringen zu wollen. Nützt ja nichts, also lass ichs lieber.


Edit: Die Schriftgröße 6 wurde von der Administratorin auf die Schriftgröße 3 verkleinert.

[Dieser Beitrag wurde am 23.11.2005 - 20:13 von PetraLitzenburger aktualisiert]




doppelkopf





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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 19:55

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Vielleicht sollte man erstmal definieren, was einen schlecht erzogenen Schüler/in überhaupt ausmacht.

Was du für schlecht erzogen hälst, muss ich(du,er, sie,es..) noch lange nicht so empfinden.

Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?

Was bedeutet das konkret für dich?
Wie sieht ein "wohlerzogenes Kind" für DICH aus?

Es gibt einen Lehrer an unserer Schule, der grössten Wert darauf legt, immer mit "Guten Tag" begrüßt zu werden. Es ist egal wo man ihn trifft. Das ist sein frommer Wunsch.
Sind die Kinder schlecht erzogen, nur weil sie seinem Wunsch nicht nachkommen??

doppelkopf





Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 21:14

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doppelkopf schrieb
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Vielleicht sollte man erstmal definieren, was einen schlecht erzogenen Schüler/in überhaupt ausmacht.

Was du für schlecht erzogen hälst, muss ich(du,er, sie,es..) noch lange nicht so empfinden.

Ich kann als Lehrer wohl erwarten, dass Schüler über ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen verfügen, oder?

Was bedeutet das konkret für dich?
Wie sieht ein "wohlerzogenes Kind" für DICH aus?



Liebe(r) Doppelkopf,

wenn wir jetzt eine Grundsatzdiskussion über den Terminus "wohlerzogen" führen, wird das endlos werden und es wird wohl zu nicht wirklich viel führen.
Ich kann nur für mich persönlich sprechen und ich erwarte keinesfalls "wohlerzogene" Kinder sondern eben ein Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen.
Das umfasst beispielsweise Kleinigkeiten wie dass im Unterricht kein Kaugummi gekaut wird (ich bin schließlich Lehrer und kein Zahnarzt), dass man seinen eigenen Müll wegbringt und grundsätzlich hinter sich herräumt.

Im Grunde habe ich bisher in dem Sinne "schlecht erzogene" Kinder noch nicht erlebt, weil ich bisher alle Unstimmigkeiten problemlos auf der Beziehungsebene klären konnte. Da meine Schüler von mir immer wissen, warum ich etwas gut oder nicht gut finde, wissen sie somit auch immer, woran sie sind und was sie sich leisten können und was nicht.

doppelkopf schrieb
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Es gibt einen Lehrer an unserer Schule, der grössten Wert darauf legt, immer mit "Guten Tag" begrüßt zu werden. Es ist egal wo man ihn trifft. Das ist sein frommer Wunsch.
Sind die Kinder schlecht erzogen, nur weil sie seinem Wunsch nicht nachkommen??
doppelkopf



Wenn man es so zuspitzt, steht die Antwort im Grunde doch schon vorher fest. "nein". So etwas würde ich nicht erwarten (abgesehen davon, dass meine Schüler das immer machen - sie sagen zwar nicht guten Tag aber zumindest grüßen sie.

Vielleicht bin ich da auch der falsche Ansprechpartner, weil ich bisher keine aus meiner Sicht wirklich schlecht erzogenen Kinder getroffen habe.

Gruß
Bolzbold





Erika
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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 22:50

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Martina schrieb
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und wenn ein kind nicht "funktioniert", wenn es aggressiv oder lernunwillig, unorganisiert oder desinteressiert wirkt, dann ist es zunächst die aufgabe der erwachsenen herauszufinden, was los ist.

kein kind steht morgens mit dem gedanken auf, ein kind sein zu wollen, das die erwachsenen ärgert.
weil kinder instinktiv spüren, dass sie auf den schutz, das wohlwollen und die begleitung erwachsener angewiesen sind.
verhalten kinder sich so, dass eltern und erzieher die hände über dem kopf zusammenschlagen, dann ist zunächst mal davon auszugehen, dass dieses kind in schwierigkeiten steckt und bisher noch keinen besseren weg gefunden hat, sich mitzuteilen.



Der Meinung von Martina kann ich mich anschließen.

Das Kind muss nicht einmal zwangsläufig in Schwierigkeiten stecken, wenn es z.B. dazwischen redet, spät oder nicht auf Anweisungen bzw. auf Wünsche anderer reagiert, langsam ist bzw. nicht anfängt zu arbeiten, mehr Platz am Tisch braucht als andere, unordentlich oder vergesslich ist, sich schneller aufregt als andere, andere öfter mal "anrempelt", nicht still sitzen kann, nicht ordentlich mit Messer, Gabel und Stift umgehen kann, viele Abschreibfehler macht, sein Ranzen wie Kraut und Rüben aussieht.

Bei derartigen Auffälligkeiten kann eine andere Wahrnehmung (das Wort Störungen lasse ich heute mal weg - extra für Doris)und Wahrnehmungsverarbeitung der Grund sein. Auch will ich jetzt nicht wieder näher auf die Ursachen eingehen. Diese Kinder fallen manchmal unter die Begriffe Legastheniker, HBler, ADSler, Dyskalkuliker (komisches Wort, falsch?) Autisten, Epileptiker. Bei noch mehr Kindern wird allerdings lediglich schlechte Erziehung unterstellt. Unbestritten kann sich auch dadurch die Wahrnehmung verändern.

Normal in Schulen ist (das sind leider meine bisherigen Erfahrungen, Ausnahmen bestätigen die Regel), dass Kinder mit diesen Auffälligkeiten, die nichts mit Bösartigkeit, null Bock, schlechter Erziehung zu tun haben müssen, wie kleine "Verbrecher" bestraft, gedemütigt, bloßgestellt werden und/oder mit schlechten Zensuren (gern werden Leistungen mit Verhalten und Ordentlichkeit auch in einen Topf geworfen - Punkteabzug, was das Zeug hält) attackiert werden. Dann fangen die Schwierigkeiten für die Kinder erst richtig an. Sie entfernen sie sich mehr und mehr davon, ein "Mindestmaß an Sozialverhalten und Benehmen" zu zeigen. Teilweise werden sie zu kleinen Monstern oder zu in sich zurück gezogenen Psychopathen. Und da sehe ich sehr wohl die Schuld bei Lehrern und natürlich auch Eltern, wenn sie in die gleiche Kerbe hauen.

Diese Kinder lernen nicht oder wenig durch Einsicht, da sie eben eine andere Wahrnehmung haben. Bestrafung ändert nichts an der Wahrnehmung. Strafen und Negativerlebnisse hinterlassen negative Spuren im Gehirn.

Wenn man sich mal näher mit den Lebensläufen der schlecht erziehenden Eltern beschäftigt, die ihre Kinder teilweise sogar völlig verwahrlosen lassen, dann stellt man eigentlich sehr schnell fest, dassdiese Eltern bereits in ihrer Kindheit Ähnliches durchgemacht haben - Bestrafung - Demütigung - Bloßstellung - Durchreichen nach unten. Ich kann es nicht fassen, wie wenig Menschen in unserer Gesellschaft, auch Politiker, Wissenschaftler und Ärzte sich mit Zusammenhängen beschäftigen. Überall wird nur das Ergebnis "behandelt".

Viele Grüße
Erika







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doppelkopf





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Nachricht senden Erstellt am 23.11.2005 - 23:10

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Hallo Bolzbold,

genauso wie du hätte ich auch geantwortet.

Ein paar kleine Regeln in der Schule einhalten, Kaugummi kauen zu unterlassen, Cappis abnehmen während des Unterrichts und Müll wegräumen. Also keine wirklich tragischen Sachen. Lässt sich mit den Kindern auch regeln.
Das ist in der Regel der Schüler auf den du triffst. Das sind auch die Kinder auf die ich treffe.

Trotz der kleinen Grenzaustestungen, würde ich mal behaupten, haben die Eltern bei den o.g. ihren Erziehungsauftrag erfüllt, zumindest um die Kinder beschulen zu können.

Und deswegen stimme ich Doris zu, dass nur ein kleiner Anteil von Schülern, für die Lehrer wirklich schwierig ist.


s gibt einen Lehrer an unserer Schule, der grössten Wert darauf legt, immer mit "Guten Tag" begrüßt zu werden. Es ist egal wo man ihn trifft. Das ist sein frommer Wunsch.
Sind die Kinder schlecht erzogen, nur weil sie seinem Wunsch nicht nachkommen??

Dieses Beispiel diente dazu, aufzuzeigen, dass jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen hat von Benehmen, Höflichkeit ect..
Ich kann und will meine Kinder nicht dazu erziehen, dass sie es jedem recht machen, auch nicht den unterschiedlichsten Lehrern. Und ich finde, dass kann man auch nicht von Eltern verlangen.

doppelkopf









DorisCarnap
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Nachricht senden Erstellt am 24.11.2005 - 09:16

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Lieber Bolzbold,

welcher Schuh dir passt mußt du entscheiden, ich kenne dich ja garnicht, um das beurteilen zu können. Mir ging es hier um ein allgemeines Problem. Auf der einen Seite der festgesetzte Erziehungs- und Bildungsauftrag an die Schule, auf der anderen Seite Lehrer, die unter Umständen gar nicht dafür ausgebildet sind oder sich nicht zuständig fühlen. Der Druck auf die Lehrer wächst und auch ihre Hilflosigkeit. Erst wenn wir das von allen Seiten beleuchtet haben, wird sich ein gegenseitige Verständnis einstellen können.

Bolzbold schrieb
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"Vernachlässigung kann auch in Form von karrieresüchtigen Eltern geschehen, die ihr Kind den ganzen Tag alleine lassen."


"Karrieresüchtige Eltern" sind ja wohl nur in Westdeutschland ein besonderes Problem, oder? Dazu sagt Gisela Erler (die viele Jahre Familienforscherin am Deutschen Jugendinstitut war) in einem Interview mit Reinhard Kahl (Treibhäuser der Zukunft): ?Unsere Lehrer haben keinen Respekt vor den Eltern, Lehrer haben Angst vor Prozessen, sehen Eltern aber nicht als kompetente Partner an... Das Bild ?Eltern ruinieren das Kind? ?zieht sich durch alle Stufen des Erziehungsystems und ist kombiniert mit einem Missverständnis, ?dass Erziehung am besten in der Familie geleistet wird. Das war ja ein Gründungsmythos der Bundesrepublik nach dem Nationalsozialismus...Die fundamentalen Dinge müssten zu Hause geleistet werden... Die deutsche Schule ist aus der Sicht berufstätiger Mütter und ihrer Kinder eine Katastrophe.?

Bolzbold schrieb
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"Erziehungsfehler können in Form von auf die Kinder projizierten Wünschen geschehen - Kinder als Erfüllungsobjekte unerfüllter Wünsche der Eltern etc."


Natürlich spielt da auch vieles Verstecktes und Verdecktes eine Rolle, aber das ist ja auch in der Lehrer-Schüler- Beziehung der Fall.

Wenn Lehrer die hohen Ansprüche, die sie an das Verhalten der Schüler stellen, auch auf sich beziehen, dann ist das schon die halbe Miete.

Beispiele:
-Zuspätkommen bei Schülern wird scharf geahndet, Lehrer kommen häufig zu spät mit wechselnden Ausreden.
-Lehrer klagen über ihre schlechten Arbeitsbedingungen, Schüler sollen aber alles schweigend hinnehmen.
-Häufig müssen Lehrer eine Klassenleitung übernehmen und sagen ganz klar am Elternabend, ich mußte, will aber nicht, von mir können Sie als Eltern nicht viel erwarten, wenn ich meinen Stundenlohn ausrechne, kommt eh nicht viel bei raus.

Und immer wieder die mangelnde Kommunikationsfähigkeit.

Bolzbold schrieb
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"Also wenn ein Schüler sich im Unterricht nicht zu benehmen weiß, liegt das nach Deinen Aussagen an mir."


Unter Umständen schon, Schüler sind keine Hellseher. Die Regeln sollten mit den Schülern gemeinsam aufgestellt werden. Wenn es dich stört, dass Kinder Kaugummi kauen, ihre Kappe aufbehalten und was immer dir wichtig ist, mußt du das mit deinen Schülern aushandeln. Bei dem einen Lehrer dürfen sie im Unterricht trinken, der andere fühlt sich dadurch beleidigt, empfindet es als 'Mißachtung der Autorität', so eine Lehrerin.

Zum Guten-Tag-Sagen:
-Mein 13jähriger Sohn begrüßte morgens (zu?) laut und fröhlich den Lateinlehrer eines Freundes, der Lehrer griff meinen Sohn an den Arm, brüllte ihn an, er sei frech und schlecht erzogen. Mein Sohn fragte schlagfertig: Wollen Sie meine Mutter beleidigen? Der Lehrer ließ ihn daraufhin los und stürmte davon.
-Ein ehemaliger Klassenlehrer meines älteren Sohnes, grüßt nach einer von ihm selbst provozierten Eskalation, meinen Sohn nicht mehr. Wenn mein Sohn den Lehrer direkt anspricht, "Guten Morgen Herr R." sagt, sieht der Lehrer demonstrativ weg. Was war passiert. Mein Sohn war zwei Tage vor Schulende krank gewesen, aber zur Zeugnisausgabe zur Schule gegangen und hatte seine Entschuldigung zu Hause vergessen. Der Lehrer verweigerte ihm deswegen das Zeugnis - mein Sohn bat die Schulleitung um Vermittlung.

Was wir Eltern (mit)erleben, ist manchmal alles andere als professionell. Das heißt aber nicht, dass alle Lehrer immer unprofessionell sind

Doris







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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 29.11.2005 - 15:41

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So, zur Abwechslung mal wieder etwas zum ursprünglich angepriesenen Buch.

Ich habe heute meinen Stolz überwunden und meiner Neugier nachgegeben und das Buch gekauft.
Die ersten paar Seiten, die ich gelesen habe, fand ich amüsant.

Noch amüsanter war, dass das Buch zumindest in meiner Buchhandlung in der Rubrik "Humor" stand - neben so Büchern wie Mario Barths "Deutsch-Frau Frau-Deutsch" und anderen ähnlichen Werken.

Das wiederum führt mich zu der Annahme, dass dieses Buch womöglich gar nicht so ernst zu nehmen ist. Mal schauen, ob ich damit richtig liege.

Gruß
Bolzbold




Lady





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Nachricht senden Erstellt am 29.11.2005 - 19:40

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An Bolzbold

Bei uns hier hat eine Elternbeirätin das Lehrerhasser-Buch gleich mal im Dutzend bestellt.
Habe bereits schon 40Seiten gelesen und muß sagen,
Lotte Kühn schildern sehr real,was in Schulen Sache
ist.Lachen muß ich auch stellenweise,weil so ist es
genau so.
Und weil mir persönlich das Buch gut gefällt werde
ich Lotte Kühn persönlich über den Verlag Feedback
geben.
Vielleicht sollte man das Lehrerhasser-Buch an
unseren Literatur-Papst,Marcel Reich-Ranicki schicken,zwecks eingehender Kritik!?
Habe Fotokopie eines Artikels aus dem Focus bekommen:,,Was Lehrer an Eltern hassen" auch nicht
schlecht. So behalten wir halt alle unser Hasskäppi
auf und warten auf bessere Zeiten.

Grüße aus Kassel









PetraLitzenburger
Administratorin




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Nachricht senden Erstellt am 29.11.2005 - 23:05

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Hallo Lady,

ich habe dieses Buch selbst gelesen.

Bei einigen Textpassagen musste ich schmunzeln, manches spricht mir aus dem Herzen, manches kann ich nachvollziehen und verstehen und manches verstehe ich überhaupt nicht und kann es nicht nachvollziehen und finde es verallgemeinernd, da die Aussagen auch nicht belegt werden, oder diese an einem Beispiel beschrieben werden aus dem erkenntlich wird, wodurch der Eindruck entstanden ist.
Auch den ständigen Wechsel zwischen der eigenen Schulzeit und der Schulzeit der Kinder finde ich etwas verwirrend.

Das Problem mit den Frage "Auf welche weiterführende Schule schicke ich mein Kind" kann ich sehr gut nachempfinden, dies umso mehr weil ich zur Zeit genau dieses Problem habe. Sie beschreibt sehr ausführlich wie Eltern sich in dieser Situation fühlen, welche Soregn sie sich machen und wie sie hin und her überlegen.


Folgendes kann ich aber überhaupt nicht nachvollziehen:

Die Kinder von Lotte Kühn essen gerne grüne Bohnen mit Nudeln. Nun isst eines ihrer Kinder dieses Gericht nicht mehr, nur weil die Lehrerin sagte, dass grüne Bohnen und Nudeln nicht zusammenpassen. Lotte Kühn meint, dass Lehrer dies nicht zu sagen haben.

Dazu habe ich folgende Meinung:

Warum sollte die Lehrerin, dass nicht sagen, wenn das ihre Meinung ist? Sollten Lehrer auf Meinungsfreiheit verzichten?

Wenn eines meiner Kinder nur weil eine Lehrerin ihre Meinung zu dem Essen äußerte dieses Essen nicht mehr möchte dann soll es dies bitteschön stehen lassen und meinetwegen ein Brot essen.
(Bei uns gibt es keine grüne Bohnen mit Nudeln, da ich die Zusammenstellung auch merkwürdig finde-aber wem es schmeckt warum nicht.)

Außerdem denke ich, dass Kinder lernen sollen, sich ihre eigene Meinung zu bilden und nicht irgendetwas nachplappern und übernehmen was andere ihnen vorplappern.

Außerdem dürften dann Kinder kein Fernsehen mehr schauen. Eins meiner Kinder ist z. B. zur Zeit kein Fleisch, weil über den Fleischskandal in den Medien berichtet wurde. Gut, dass kann ich nachempfinden, ist ja auch etwas eklig.

Sobald ich die nächsten Tage etwas Zeit habe, werde ich weitere Beispiele und auch einige Textpassagen einstellen, worüber wir gerne diskutieren können.


Liebe Grüße

Petra Litzenburger





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Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Berthold Brecht
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BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 15:37    Titel: Seite 4 Antworten mit Zitat

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Schullaufbahnberaterin





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Nachricht senden Erstellt am 30.11.2005 - 12:18

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Hallo Petra

Petra schrieb
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Folgendes kann ich aber überhaupt nicht nachvollziehen:
Die Kinder von Lotte Kühn essen gerne grüne Bohnen mit Nudeln. Nun isst eines ihrer Kinder dieses Gericht nicht mehr, nur weil die Lehrerin sagte, dass grüne Bohnen und Nudeln nicht zusammenpassen. Lotte Kühn meint, dass Lehrer dies nicht zu sagen haben.


Eine Lehrerin kann ja gerne sagen, dass ihr grüne Bohnen und Nudeln nicht schmecken, wenn sie die schon mal zusammen gegessen hat! Aber die Behauptung grüne Bohnen und Nudeln passen nicht zusammen, wird deutsche Kindern, die eine internationale Küche gewohnt sind und italienische Kinder doch sehr irritieren. In der Minestrone und in Ligurischen Nudeln zum Beispiel passen grüne Bohnen und Nudeln hervorragend zusammen und schmecken auch hervorragend .

Gerade in den ersten beiden Schuljahren ist für Kinder doch Gesetz was ihre Lehrer sagen! Bei uns hat das häufig zu sehr interessanten Diskussionen geführt, wenn Lehrer eine merkwürdig abweichende Meinung hatten. Meinen Kindern fiel schon recht früh auf, dass es diesen Lehrern einfach an Lebenserfahrung fehlt. Wir haben einige Jahre in verschiedenen Ländern gelebt und dementsprechend haben meine Kinder einen ganz anderen Einblick in andere Kulturen und die interkulturellen Besonderheiten als einige ihrer Lehrer. Deutsche Lehrer unterrichten muslimische Schüler und haben gar keine Vorstellung von den Unterschieden! Das kann dazu führen, dass Lehrer ein Dauerbad im Fettnapf nehmen! Und wenn Schüler sie darauf hinweisen, werden Lehrer schnell pampig.

Vor kurzem beschwerte sich ein Lehrer bei mir über den überzogenen Anspruch und das schlechte Sozialverhaltens einer muslimischen Schülerin. Der Lehrer war der Meinung die Muslime sollten auf der Klassenfahrt gefälligst das essen was alle anderen auch essen. Die Schülerin hat daraufhin die Verhandlungen wegen des anderen Essens für sich und ihre Mitschüler mit der Herbergsleitung geführt. Und als eines Abends jeder Schüler einen Wurstteller bekam, hat sie es gewagt das in der Küche zu reklamieren. Der Lehrer war höchst empört darüber.

Petra, ich bin gespannt auf deinen weiteren Bericht.

Doris






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Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 30.11.2005 - 14:51

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DorisCarnap schrieb
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Vor kurzem beschwerte sich ein Lehrer bei mir über den überzogenen Anspruch und das schlechte Sozialverhaltens einer muslimischen Schülerin. Der Lehrer war der Meinung die Muslime sollten auf der Klassenfahrt gefälligst das essen was alle anderen auch essen. Die Schülerin hat daraufhin die Verhandlungen wegen des anderen Essens für sich und ihre Mitschüler mit der Herbergsleitung geführt. Und als eines Abends jeder Schüler einen Wurstteller bekam, hat sie es gewagt das in der Küche zu reklamieren. Der Lehrer war höchst empört darüber.
Petra, ich bin gespannt auf deinen weiteren Bericht.
Doris



Liebe Doris,

dieses Beispiel ist in der Tat unsäglich. Es zeugt von einer erschreckenden Ignoranz gegenüber SchülerInnen aus anderen Kulturen. Also ich habe zwei muslimische Schülerinnen in meiner eigenen Klasse und wenn wir für die Klassenfahrt den Speiseplan erstellen, wäre meine erste Frage, ob für irgendjemanden aus kulturellen oder religiösen Gründen besondere Vorschriften gelten.

Gruß
Bolzbold




Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 30.11.2005 - 15:00

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Lady schrieb
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An Bolzbold
Bei uns hier hat eine Elternbeirätin das Lehrerhasser-Buch gleich mal im Dutzend bestellt.
Habe bereits schon 40Seiten gelesen und muß sagen,
Lotte Kühn schildern sehr real,was in Schulen Sache
ist.Lachen muß ich auch stellenweise,weil so ist es
genau so.
Und weil mir persönlich das Buch gut gefällt werde
ich Lotte Kühn persönlich über den Verlag Feedback
geben.
Vielleicht sollte man das Lehrerhasser-Buch an
unseren Literatur-Papst,Marcel Reich-Ranicki schicken,zwecks eingehender Kritik!?
Habe Fotokopie eines Artikels aus dem Focus bekommen:,,Was Lehrer an Eltern hassen" auch nicht
schlecht. So behalten wir halt alle unser Hasskäppi
auf und warten auf bessere Zeiten.
Grüße aus Kassel



Liebe Lady,

also ich habe jetzt 50% des Buches gelesen und bin teilweise über die undifferenzierte und deutlich einseitige Darstellung schockiert.
Was mich aber ärgert ist, dass hier die Problematik des deutschen SchulSYSTEMS und die sicherlich auch existierenden Defizite bei den Lehrkräften an mehreren Stellen durcheinandergeworfen werden zu Lasten der Lehrer.

Das Beispiel mit dem Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule hat mich auch etwas irritiert.

Da ist diese Grundschullehrerin, die auf Rechtschreibung keinen Wert legt. Soweit so gut. Dann der dann folgende Deutschlehrer, der aber von heute auf morgen eben diese Rechtschreibung einfordert und dies bei den Eltern beklagt.

OK, die im Buch geschilderte Situation ist krass, aber die Realität kann auch so aussehen:

Als Lehrer kann ich sagen, dass ich es trotz meiner noch kurzen Karriere bereits mit eben dieser Problematik (vom Prinzip her) zu tun gehabt habe. Und das ist eine blöde Situation.
Wenn bestimmte Inhalte eines Faches in den vorangegangenen Schuljahren nicht erarbeitet wurden, stehe ich vor der blöden Situation, einerseits das nacharbeiten zu müssen (das ist dann eben notwendig), gleichzeitig aber die neuen Inhalte durchzuarbeiten und kein erneutes Defizit aufkommen zu lassen. Natürlich darf das nicht zu Lasten der Schüler gehen - einfacher wird es dadurch aber nicht.

Ich könnte jetzt noch weitere Situationen aufzählen, die auch von Frau Kühn angerissen wurden, wo man als Lehrer schließlich auch Teil des Systems ist und mitunter für systembedingte Mängel nicht verantwortlich ist.

Bin mal gespannt, welchen Eindruck der Rest des Buches auf mich hinterlässt.

Gruß
Bolzbold

[Dieser Beitrag wurde am 30.11.2005 - 15:01 von Bolzbold aktualisiert]




DorisCarnap
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Schullaufbahnberaterin





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Nachricht senden Erstellt am 02.12.2005 - 10:47

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Lieber Bolzbold

Bolzbold schrieb
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"Was mich aber ärgert ist, dass hier die Problematik des deutschen SchulSYSTEMS und die sicherlich auch existierenden Defizite bei den Lehrkräften an mehreren Stellen durcheinandergeworfen werden zu Lasten der Lehrer."


"Es gehört zum Beruf der Lehrer und Lehrerinnen, in eigener Verantwortung und pädagogischer
Freiheit die Schüler und Schülerinnen zu erziehen, zu unterrichten, zu beraten und zu beurteilen.
Dabei ist der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen nach Verfassung und Schulgesetzen zu
beachten." (Dienstordnung für Lehrer, NRW).

In der hessischen Dienstordnung steht es ähnlich: "§ 4 (1) Die Lehrkräfte erziehen, unterrichten, beraten und betreuen die Schülerinnen und Schüler in eigener Verantwortung und pädagogischer Freiheit (§ 86 Abs. 2 des Hessischen Schulgesetzes). Dabei sind der Bildungs- und Erziehungsauftrag und die Grundsätze für dessen Verwirklichung nach den §§ 2 und 3 des Hessischen Schulgesetzes zu beachten. Der Unterricht ist auf der Grundlage der geltenden Rahmenpläne und unter Berücksichtigung pädagogischer Erkenntnisse, über deren jeweils neuesten Stand die Lehrkräfte sich zu informieren haben, zu erteilen. Eine längerfristige Unterrichtsplanung, in der Regel für ein Schuljahr, und eine gründliche Unterrichtsvorbereitung sind unerläßlich. Im Unterricht sollen die unterschiedlichen Auffassungen, die für den jeweiligen Unterrichtsgegenstand erheblich sind, angemessen zur Geltung kommen; das Recht der Lehrkraft, im Unterricht auch die eigene Meinung zu äußern, bleibt unberührt."

In allen Bundesländer sind Lehrer allein verantwortlich für das was sie tun.

Bolzbold schrieb
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"Wenn bestimmte Inhalte eines Faches in den vorangegangenen Schuljahren nicht erarbeitet wurden, stehe ich vor der blöden Situation, einerseits das nacharbeiten zu müssen (das ist dann eben notwendig), gleichzeitig aber die neuen Inhalte durchzuarbeiten und kein erneutes Defizit aufkommen zu lassen. Natürlich darf das nicht zu Lasten der Schüler gehen - einfacher wird es dadurch aber nicht."


In der Vergangeheit war es doch schon so, dass sich Schulen untereinander absprechen sollten, damit klar ist was von den Schülern erwartet wird. Es wird aber häufig nicht getan.

Wer ist daran Schuld? Mein Sohn hat viermal in seiner Schulkarriere Frühblüher durchgenommen, das erste Mal im 3. Schuljahr, da mussten sie ellenlange Fachtexte von der Tafel abschreiben, die Lehrerin hatte Biologie studiert und war sehr stolz auf ihre Fachkenntnisse. Von den Vater und Sohn Geschichten hatte ich ja schon berichtet. Schüler aus anderen Klassen hattes das alles noch nicht gemacht, in den weiterführenden Schulen gab es entsprechend große Unterschiede bei den Vorraussetzungen der einzelnen Schüler! Als eine Gruppe von Eltern versuchte eine Zusammenarbeit der Schulen zu fordern und zu fördern wurde uns gesagt, man würde schon lange zusammenarbeiten. Leider gab es bis vor kurzem immer noch keine Absprachen!

Wer trägt dafür die Verantwortung? Ein Problem im System ist mit Sicherheit, dass niemand bis jetzt kontolliert was an der Basis geschieht, meinst du das mit 'Problematik des deutschen SchulSYSTEMS'?

Häufig fanden noch nicht mal innerhalb der Schulen die geforderten Absprachen statt. In Hessen gab es von 1996 bis 2001 nur Rahmenrichtlinien, die einzelnen Schulen sollten Lehrpläne für ihre Schulen erarbeiten. Was war an vielen Schulen geschehen? Nichts! Es wurde mit den alten Lehrplänen einfach weitergearbeitet und lautstark darüber geklagt wie vollgeladen diese Lehrpläne seien und man leider für gar nichts richtig Zeit habe!

Wer trägt für all das die Verantwortung? Die Lehrer, die Schulleiter oder die Kultusminister?

Doris







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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

Bolzbold





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Nachricht senden Erstellt am 02.12.2005 - 13:55

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Liebe Doris,

wenn Du es unbedingt auf den Nenner bringen willst, dass es in jedem Fall die Lehrer schuld sind, dann erübrigt sich eine Diskussion.

Mit "System Schule" meine ich in der Tat beispielsweise den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Natürlich sind da Absprachen wünschenswert und erforderlich - wenn aber auch dort alles in der Verantwortung der Lehrer liegt (wie Du ja richtig betonst), dann kannst Du Dir ja ausrechnen, wie schwierig das bei 10 Grundschulen ist, von denen die Kinder im Extremfall kommen, das unter einen Hut zu bekommen.

System Schule umfasst hier auch die alleinige Verantwortung des Lehrers (und ob das so gut ist, wage ich zu bezweifeln!).

Wenn ich eine Klasse von einem Kollegen übernehme, dann spreche ich mich zwar ab, das ändert aber nichts an dem Problem, dass ich ggf. einiges nacharbeiten darf, was jedoch bei dem aktuellen Lernpensum zu akutem Zeitmangel führt.

Es wäre beispielsweise auch System Schule, wenn die Lehrer wie von Dir beschrieben, die schulinternen Lehrpläne nicht erstellt haben. So etwas darf man nicht durchgehen lassen. Es wird aber zugelassen - von oben!

Das ist das System Schule - und wenn es nicht funktioniert, dann sind wir Lehrer als Teil des Systems sicher mit in der Verantwortung, aber eine alleinige Verantwortung lehne ich kategorisch ab.

Gruß
Bolzbold
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