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Entschuldigung

 
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Marlene Mayer



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Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 10.07.2006, 20:21    Titel: Entschuldigung Antworten mit Zitat

Mein Sohn, 10, 4. Klasse, kam heute vom Unterricht nach Hause und war ziemlich enttäuscht. Er musste im Unterricht niesen, nicht schlimmes und auch nicht der Rede wert, nur hat er versucht das Niesen etwas zu unterdrücken, was ihm jedoch nicht gelang und nieste einmal.

Die Lehrerin fragte, wer das war, mein Sohn meldete sich, sie forderte von ihm eine Entschuldigung vor der Klasse, weil er niesen musste.....

Kein Mobbing, keine Gewalt, wenn schon ein Niesen so störend ist, dass man sich dafür entschuldigen muss. Mein Sohn sagte dazu, die anderen müssen sich für Niesen nicht entschuldigen, auch nicht die Lehrkraft, der dies ja auch ab und an passiert, nur ich, sagte er.......


Man kann es eine "Kleinigkeit" nennen, aber ein introvertiertes Kind, dass immer wieder irgendwelchen "Kleinigkeiten" ausgesetzt ist leidet auch.....vor allem wenn Regeln nicht für jeden gelten...
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 07:59    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Marlene,

ich denke in einer Klasse mit 20-30 Kindern, wird sich fast jedes Kind mal ungerecht behandelt fühlen und auch mal ungerecht behandelt werden. Viele Kinder nehmen aber die eigene ungerechte Behandlung viel empfindsamer wahr. In diesem Fall könnte die Lehrerin einfach das veränderte Geräusch, das durch den Versuch entstanden ist das Niesen zu unterdrücken, gar nicht als Niesen wahrgenommen haben. Das würde ich meinem Kind so erklären. Wenn die Beziehung zur Klasse ansonsten gut ist, wird so eine Ungerechtigkeit keine große Rolle spielen. Wenn die Beziehung der Lehrerin aber nicht zu allen Kindern gut ist, kann das aber ganz anders aussehen.

Ich höre schon in der Grundschule immer wieder, dass sich Schüler beklagen, ihre Lehrerin möge keine Jungen. Dieses Empfinden kann dadurch entstehen, dass die Mädcheneigenschaften wie schön schreiben, sorgfältig malen, bessere Rechtschreibung, brav sein bei der Lehrerin besonders hervorgehoben werden. Die Jungen fühlen sich dann durch diese Bemerkungen zurückgesetzt und ein Teufelkreis kann sich daraus entwickeln, wenn Jungen sich um Anerkennung bemühen, aber keinen Erfolg haben.

Doris
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Marlene Mayer



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Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris,

dass sich jedes Kind mal ungerecht behandelt fühlt ist nicht zu vermeiden.

Nur wenn ein Kind oder aber auch mehrere Kinder immer wieder ungerecht behandelt werden ist das meiner Meinung nach schon zu vermeiden. Leider ist das an dieser Schule immer wieder mal oder immer öfter Thema.

Mein Sohn sagte, dass er niesen musste, aber anscheinend hat ihm die Lehrerin das so nicht geglaubt.

Was den unteren Absatz deines Beitrages betrifft, kann das gut möglich sein, denn diese Lehrerin ließ mir schriftlich zukommen, dass es besser wäre, mein Sohn würde in den Sommerferien einen Schreibschriftlehrgang besuchen, nachdem ihre ständigen, täglichen Einträge ( Hinweis auf "nicht leserliche" Schrift ) in jedes seiner Schulhefte seine Schrift nicht verbesserten.

Alles eigentlich in Ordnung, aber wie das in den Heften formuliert steht, ist demotivierend genug.

Sie mag meinen Jungen nicht leiden, nun, das muss sie auch nicht, aber sie könnte ihn so behandeln wie jeden, einfach neutral und gerecht und das ist leider nicht der Fall.

Ansonsten würde ich solche "Kleinigkeiten" nicht zur Sprache bringen.

Liebe Grüße

Marlene
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
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BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Marlene,

das ist das tragische, wenn sich die Kinder nicht 'nur' benachteiligt fühlen, sondern es auch werden. Welche Möglichkeiten gibt es? Sicher auch nur wieder entweder durchzuhalten oder die Klasse oder die Schule zu wechseln. Und immer ist der Schüler der Leidtragende.

Der Grund für die 'schlechte' Schrift - die meisten Jungen entwickeln ihre Feinmotorik erst in oder nach der Pubertät! Früher wusste jeder, dass Jungen eine schlechte Schrift haben, heute terrrorisieren viele unwissende Lehrerinnen diese Jungen (und die Eltern) indem sie so tun, als sei die Entwicklung dieses Kindes nicht normal! Was unsere Lehrer den Kindern manchmal zumuten ist unbeschreiblich!

Empfiehl der Lehrerin doch als Lektüre zur Fortbildung das Buch von Vera Birkenbihl "Jungen und Mädchem wie sie lernen" http://emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=258 Mir scheint da besteht noch Fortbildungsbedarf!

Doris
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Marlene Mayer



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Beiträge: 271
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BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris,

danke für den Tipp. Fortbildungen, oder einfach nur gute Bücher kann man nie genug haben, unabhängig in welchem Beruf........ Wink

Liebe Grüße

Marlene
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menthelius



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BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marlene,

Das, was Du da beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Aber nicht nur in der Schule. Die Reaktion Deines Kleinen zeigt, wie aufmerksam Kinder Ihre Umgebung wahrnehmen und sich danach versuchen anzupassen. Grundsätzlich eine Fähigkeit, die notwendig ist, zu lernen.
Dass Kinder nichts Falsches machen können, sondern immer nur den Spiegel ihrer Wahrnehmung ihres Umfeldes, scheint in den meisten Köpfen von Erwachsenen noch nicht angekommen zu sein.
Lehrer sind sich oft sowenig ihrer Vorbildfunktion bewusst, wie sie glauben in ihrem Narzissmus damit kokettieren zu müssen.
Wir Eltern dürfen uns auf ein richtiges Verhalten der Erwachsenen in der Schule auf gar keinen Fall verlassen.
Natürlich sind es Kleinigkeiten, aber gerade daran und in ihrer Summe sieht man die Unzulänglichkeit der Institution. Das erfordert immer wieder dieses Aufrichten und Zurechtrücken.
Ich habe meine Kleine einmal eine Liste schreiben lassen, was ihr an der Schule gefiele und was nicht.
Ein Punkt war, dass dort die Erwachsenen immer Regeln aufstellen, an die sie sich selbst oft nicht halten.
Da habe ich ihr versucht klarzumachen, dass Regeln sinnlos sind, wenn sich nicht alle daran hielten. Und dass es eine Pflicht sei, einen jeden darauf aufmerksam zu machen, wenn er gegen sie verstosse. Das hat sie ganz schnell verstanden. In einer ganz ähnlichen Situation hielt sie dann ihrer Lehrerin vor, sie würde es ja genauso machen. Die nannte das dann "frech werden".
Ich sagte ihr dann, ich hoffte nur, sie bliebe ihr ganzes Leben lang frech.
Grüsse
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Marlene Mayer



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Beiträge: 271
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BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ähnlich verhält sich das auch mit dem Handy. Ich befürworte nicht, dass Schüler während des Unterricht ihr Handy benutzen sollen oder das Handy empfangsbereit haben, aber die Lehrerin telefonierte des Öfteren während des Unterrichtes mit ihrem Handy.

Alles in allem so "Kleinigkeiten" im Schulalltag. Betrifft es Schüler, dann ist ihr Verhalten "unmöglich", betrifft es aber Lehrer, ja dann ist es meist "begründet" und hat keine Folgen wie ein Schimpfen oder gar einen Verweis.......wie letztendlich die Abnahme von Gegenständen, in dem Fall das Handy...
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Silke
vorübergehend gesperrter User


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Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

zum Thema ?Regeln für alle? hatten wir vor ca. 3 Jahren auch ein interessantes Erlebnis;
das Ganze spielte sich in der Klasse meiner Tochter ab, eine 8. Klasse Gymnasium.
Die Klasse hatte eine neue Klassenlehrerin bekommen, die zudem auch noch neu an der Schule war, sie unterrichtete die Kinder gleichzeitig in Mathematik.
Die Lehrerin wirkte etwas altjüngferlich und hatte von Anfang an Schwierigkeiten mit den stark pubertierenden Jugendlichen zurechtzukommen, zumal die Klasse eine Stärke von 35 Kindern hatte. Auch ein großer Teil der übrigen Lehrer, die in der Klasse unterrichteten, beklagten die mangelhafte Arbeitsmoral und die Lautstärke in dieser Klasse.
Es kam zu einem außerordentlichen Elternabend, um zu besprechen mit welchen Maßnahmen man ein besseres Klassenklima erreichen könne.
Irgendjemand machte den Vorschlag, dass beide Seiten, also Lehrer und Schüler aufschreiben sollten, was sie sich jeweils von der anderen Seite wünschen würden.
Diese Wünsche sollten dann besprochen, in Regeln formuliert, danach auf einem großen Blatt notiert, von allen Lehrern und Schülern unterschrieben und im Klassensaal an exponierter Stelle aufgehängt werden.
So weit so gut, erste Frage der Klassenlehrerin nachdem beschlossen wurde so vorzugehen:
?Was passiert, wenn die Schüler sich nicht an diese in Regeln halten??; sie wollte sofort einen Sanktionskatalog erstellen, um die Schüler bei Regelverstößen disziplinieren zu können.
Daraufhin meinte mein Mann: ?Was passiert, wenn die Lehrer sich nicht an diese Regeln halten?? Die Lehrerin war vollkommen konsterniert über dieses Ansinnen von Seiten meines Mannes.
Man beschloss dann trotzdem das Ganze zu versuchen, zunächst ohne Sanktionskatalog, und es hat funktioniert.

LG

Silke

N.S. Eines der Hauptanliegen der Kinder war übrigens der Wunsch
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