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Ist das Mobbing ?

 
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Mandy



Anmeldedatum: 01.07.2006
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 04.07.2006, 13:43    Titel: Ist das Mobbing ? Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin neu hier.
Wo fängt Mobbing eigendlich an ?

Mein Kind ist an einer Hauptschule in BW.Es werden viele Projektarbeiten gemacht.Nun ist mein Kind ein´s , dass Schwierigkeiten hat während des Unterricht´s ( der während so eines Projektes in verschiedenen Zimmern stattfindet ) sich Info zu besorgen, zu behalten und zu verarbeiten.
Er sammelt alle Info´s und macht dann sein Projekt an einem laaaangem Wochenende zu Hause.Ergebnis Note 3-4, da in Mitarbeit eine 5-6.
Bei anderen Projekten kam oft die Frage : " Hat dir deine Mutter dabei geholfen..." ( Nein nur motiviert !!!)

Er soll eine Städtefahrt ausarbeiten ( Referat ) : Fahrt nach .....mit 16 Schülern und 2 Lehrern, Übernachtung, Stadtrundfahrt, Wegstrecke , ob mit Bus ,Bahn oder Flugzeug.....
Er hat tagelang Reiseführer durchgesehen,bei einem Busunternehmer angefragt,die Jugendherberge mit Preisen rausgesucht,eine Stadtfahrt geplant, Bilder ausgedruckt,Infos zur Stadt in der Stadtplanung verarbeitet........nach 8 Minuten Referat vorlesen kam der Abbruch durch die Lehrkraft : " Das ist zuviel, mach es bis zur nächsten Stunde kürzer.( Es war keine Zeitangabe vorgegeben )

Bei Gesprächen mit der Lehrkraft werde ich persönlich angegriffen....
Bei Elternabenden sind immer die Eltern schuld , denn wir kümmern uns nicht um die Kinder...
Wenn Hausaufgaben vergessen wurden machten wir den Vorschlag Sie solle doch Strafarbeiten verteilen : " Ha , da hätte ich ja viel zu tun " Geben sie als Eltern doch Strafarbeit.
Kontrollieren einiger Hausaufgabenhefte :" Wir sind doch nicht im Kindergarten !"

Ich kümmer mich wirklich sehr um meine Kinder, ich motiviere sie jeden Tag in die Schule zu gehn!!!!! Nicht so leicht bei manchen Lehrern !!! .Ich engagiere mich auch für Kinder die Lernschwierigkeiten haben. Darauf sagte Sie mir : "Es ist wirklich traurig, anderen Kindern helfen sie und ihrem eigenem nicht...."
Das war eine Frechheit, denn ich sitze jeden Tag mit meinen Kindern mind.1 Std an den Hausis....meist auch mehr.

Im Kunstunterricht wurden schöne Bilder gemalt.Das von meinem Kind war auf einmal verschwunden : " Es war ja Elternabend, vielleicht haben es deine Eltern einfach abgehägt und mitgenommen...!
Seine Brille war verschwunden...wir fanden sie dann hinter einem Vorhang auf einer Treppenstufe schön zusammengelegt : " Ha die muss dahin gefallen sein...( seid wann können Brillen fliegen ??? )

Vor dem Rektor sagte sie letztens , dass es schön ist, dass mein Kind gut mitmacht und das es nicht´s zu beanstanden gäbe....
3 Tage später :" Ihr Kind stört immer den Unterricht, hat nie seine HA., kommt immer zu spät......

Was soll ich davon halten ?????
Ist das Mobbing, oder eine unmögliche Person ???
Ich bin nicht die einzige in der Klasse.....mind. 4 Eltern haben schon über einen Schulwechsel nachgedacht.....
Aber niemand traut sich was zu unternehmen, da diese Person sooo überheblich ist und so von sich überzeugt......
Auf einem extra Elternabend haben wir Eltern einige Ideen ausgearbeitet....sie hat sie alle abgelehnt, denn : Sie hat keine Probleme mit den Schülern sondern die Eltern mit ihren Kindern

Ich werde mein Amt als Elternvertreter niederlegen, denn es ist keine kooperation mit dieser Person möglich, und ich hoffe, dass dann diese Sticheleien gegen mein Kind aufhören

Ich habe nun furchtbar viel geschrieben...sorry !!!!

Aber ich wollte wissen, ist das Mobbing ???

Ach ja, als ich ihr sagte dass mein Kind ein fröhliches und herzliches Kind ist sagte sie : " Das war mein Sohn auch, und dann wurde er psychisch krank !!!! Na Danke !!!! Kein Wunder bei dieser Frau oder ????
So, nun bin ich mal gespannt auf Antwort.....
Liebe Grüße
Mandy
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 05.07.2006, 07:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mandy,

Zitat:
Mobbing ist - nach einer Definition von Leymann:

-eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen,
-bei der die angegriffene Person unterlegen ist und
-von einer oder mehreren anderen Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird
-mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes und
- die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt."

Von Mobbing spricht man dann, wenn systematische Grenzverletzungen oder wiederholter Machtmissbrauch über einen längeren Zeitraum stattfindet und länger als ein halbes Jahr andauert und mindestens einmal pro Woche stattfindet.


Um eine konfliktbeladene Kommunikation handelt es sich, nach dem was du schreibst, mit Sicherheit - vor allem zwischen dir und der Lehrerrn. Es ist auffällig, dass diese Lehrerin mit Killerphrasen reagiert, um von ihren Unzulänglichkeit oder auch Unsicherheit abzulenken, die Antworten sind heftig, also ganz und gar nicht professionell. Immerhin sagt sie dir diese Unverschämtheiten offen ins Gesicht und erzählt das alles nicht hinter deinem Rücken.

Bei deinem Sohn vor der Klasse ist das anders zu werten. Aber wie oft kommt das vor, was du beschreibst? Jeder Lehrer darf auch mal ungerecht sein und unangemessen reagieren, wenn die Atmosphäre zwischen den betroffenen Personen gut ist, wird das auch meist nicht als Problem empfunden.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Lehrer sehr schlecht mit Kritik umgehen können! Niemand hat ihnen seit Jahren oder sogar Jahrzehnten ein Feedback über ihre Leistung gegeben und auf nur leicht kritisches Nachfragen wird dann überempfindlich reagiert. Die Ursache ist eher eine Unsicherheit, nach außen sieht das dann vielleicht aus wie Überheblichkeit, aber das Gegenteil ist der Fall. Kritische Fragen während eines Elternabends können Lehrer vollkommen aus der Fassung bringen und wenn man selbst als Elternteil Ursache dafür war, könnte das dann Grund für diese unglücklich ablaufende Kommunikation zwischen euch sein. Ihr Ziel scheint die Lehrerin jedenfalls zu erreichen, denn du schreibst: "Aber niemand traut sich was zu unternehmen,..."

Ich halte es nicht für sinnvoll, die Arbeit als Elternbeirätin aufzugeben, denn ich vermute, dass das deine Position und die deines Sohnes eher verschlechtern würde. Hilfreich ist es die Kommunikationsmuster zu erkennen und entsprechend zu deuten, sich aber auf kein Gezanke einzulassen, sondern zu versuchen, die Seitenhiebe mit einer kurzen Bemerkung wie "wir sind jetzt nicht hier, um über meinen Schwäche zu reden, sondern über das Problem XY". Also sachlich bleiben und nicht auch persönlich werden. Wichtig ist es sich in dieser Situation zu überlegen, was wirklich wichtig ist und sich auf diese Verbesserung zu beschränken. Viele Lehrer sehen es aber gar nicht gerne, wenn Eltern sich Gedanken über die Qualität des Unterrichts machen. Die von den Kultusministerien geforderte Zusammenarbeit zwischen Eltern und manchen Lehrern ist häufig schlicht unmöglich. Lehrer, die eigentlich die Fachleute im Fall von Kommunikation mit Schülern und Eltern sein sollten, sind meist alles andere als professionell auf diesem Gebiet - aber auch dafür interessiert sich kein Verantwortlicher. Für diese Probleme müsste es Mediatoren geben, die zwischen Eltern und Lehrer und Lehrern und Schülern vermitteln.

Wie alt ist dein Sohn? Wie schätzt er die Situation ein? Wie reagiert er auf die 'dummen Sprüche'? Ist es so schlimm, dass ihr über einen Klassen- oder Schulwechsel nachdenkt? Wie lange wird er diese Lehrerin noch behalten?

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Mandy



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BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 06:53    Titel: Ist das Mobbing ? Antworten mit Zitat

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.
Nun, solche Äusserung von seiten der Lehrerin passieren sehr oft ! Ich habe aber nur die geschildert, die sich in letzter Zeit bei UNS ( also bei mir und meinem Kind ) ergaben.
Sie schimpft auch in der Klasse über die Eltern und das Sie die Eltern nun so lange nerven würde, bis das es uns zu dumm wird und wir nach unseren Kindern schauen....( Vergessen von Hausi´s, u.s.w.....) Oder sie beschimpft auch Kinder als " die dicken dahinten", oder ein Kind das ADS hat und Medikamente nimmt , zu ihm ruft sie durch die ganze Klasse : " Hast du deine Medikamente nicht genommen " ? ( Ich weiß aber das die Mutter sie gebeten hatte nicht vor der Klasse über die Medikation zu sprechen, weil es für den Bub peinlich ist.....)
Na ja und noch viele andere Dinge.
Mein Kind ist 14 Jahre alt, und er hat diese Lehrerin von der 5. Klasse bis zu 9. !!! Als Klassenlehrerin !!!
Wie gesagt ist mein Kind ein fröhlicher Junge, aber nun mach er langsam dicht....Er erzählt niht mehr was so los ist in der Schule, ich erfahre es von anderen Schulkameraden oder anderen Müttern was diese Lehrerin wieder so zu ihm oder zur Klasse gesagt hat....Er hat wohl für sich den leichteren Weg gesucht : ruhig und still aushalten bis es vorbei ist !!!
Ich glaube auch das er nicht mehr will das ich mich da reinhänge, er ist in der Pupertät und da ist es einfach peinlich wenn die Mutter in die Schule kommt oder mit den Lehrern telefoniert....
Ich habe aber einen Test mit ihm machen lassen ( vor einem Jahr )und da kam raus, das er unter Schulstress leidet, weil er sich soooo sehr bemüht nicht aufzufallen und sich " überanpasst ")

Wir haben schon oft an einen Schulwechsel gedacht.....
Hier in der Nähe wird eine privatschule gegründet, darauf haben wir gehofft, aber ein großer Sponsor ist abgesprungen und nun verzögerte sich dieses Schulprojekt.Mein Sohn kommt nun aber in die 8. Klasse, ich denke da nützt es nicht´s mehr wenn ich ihn noch umschule ( Hauptschule )
Seine Noten sind durchschnittlich...trotz dieser Situation.
Was ich machen soll ?
Ich glaub meinem Sohn wäre es recht auch ich wäre still, deshalb denke ich ja auch daran meinen Elternvertreter niederzulegen, denn wenn mal was ist, dann werde ich mir auch ohne den " Elternvertreter " helfen müssen.
Alles etwas schwierig....
Mal sehen wie das Schuljahr endet.

Mit ganz ganz herzlichen Grüßen und einem dicken Dankeschön möchte ich diesen Brief beenden
Mit freundlichen Grüßen
Mandy
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 09:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mandy,

in der Pubertät sind die Jugendlichen besonders empfindlich, sie nehmen auch Äußerungen als verletzend wahr, die Ihnen gar nicht gelten, das sollten Lehrer eigentlich wissen und entsprechend vorsichtig sein!

Dein Sohn hat noch zwei Jahre bei dieser Lehrerin Unterricht. Ist ihm zuzumuten, dass er noch weiter unter dem Schulstress leidet? Wird dein Sohn seine Leistungen in dieser negativen Atmosphäre halten können? Aus der Hirnforschung ist bekannt, wie wichtig positive Emotionen für das Lernen sind! Das Zeugnis der neunten Klasse entscheidet über den weiteren Bildungsweg - da sind gute Noten nötig. Welche Möglichkeiten hat dein Sohn in BW mit diesen durchschnittlichen Noten? Um den Abschluss nach der 10. Klasse zu machen, braucht er dafür einen besonderen Notendurchschnitt? Immerhin bekäme er nach der 9. Klasse einen anderen Lehrer.

Typisch für diese Alter - die Kids wollen keine Einmischung mehr. Was will dein Sohn, was kann er noch ertragen? Vielleicht ist es sinnvoll deinem Sohn eine Option anzubieten, eine Alternative, wenn er psychisch nicht mehr kann. Die Erkenntnis nicht Opfer sein zu müssen, sondern, wenn es unerträglich ist, aussteigen zu können, empfinde ich als wichtig! Und eine Privatschule in der Nähe könnte diese Alternative sein.

Doris
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Mandy



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BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 13:02    Titel: Es ist so schwierig Antworten mit Zitat

Danke für die Antwort
Es ist einfach schwierig. Er hat noch 2 Jahre Schule vor sich. Dieses Jahr wird das mit der Privatschule zu 80 % nix mehr.
Soll ich ihn dann in dem Jahr in dem die Prüfungen sind , die Schule wechseln lassen ?
Eine schwere Entscheidung.
Er ist immer hin und hergerissen zwischen anderer Schule und das verlassen seiner Schulfreunde ( obwohl er da keine soooo dicken Freunde hat).

Eigendlich will er eher seine Ruhe d.h. am besten Mutter fragt nicht.
Im Unterricht schaltet er oft ab ( sagt er mir auch ) wenn wir dann zu Hause den Stoff nachholen dann gibt es eine 2 . Wenn ich nix mit ihm mache , eine 4.
Ihm ist es natürlich lieber ich mache nix mit ihm....ich denke da aber an seine Zukunft, denn er ist sehr gut begabt, aber durch seine Konzentrationsschwäche auf der Hauptschule gelandet.
Dann kam der Stress mit der Lehrerin und dadurch wurde es immer schwerer ihn zu motivieren.
Vielleicht macht er es auf dem 2. Bildungsweg....
Knie ich mich in diese Mobbinggeschichten rein, dann hat er noch mehr Streß...eine Mama die zu Hause sich fürchterlich über die Lehrerin ärgert und eine Lehrein in der Schule die sich über diese Mutter aufregt.....
Ich war bis auf das letzte Mal immer höflich und freundlich zu dieser Frau, aber nun hat sie mir gegenüber deutlich ihre Grenzen überschritten und ich habe ihr das auch sehr deutlich zurückgemeldt. Seit dem ist Ruhe...
Ich habe meinem Sohn auch erlaubt, das er, wenn sie mal wieder schlimm ist, seine Schulsachen packen soll und heimkommen soll. Ohne Geschrei oder böse Worte. Damit sie sieht ,dass es so nicht geht....er war sehr erstaunt und ich sah in seinem "Augenblitzen " das er das mal gerne machen würde, aber er sagt das traut er sich nicht....( ich habs als Jugendliche mal gemacht und es war ein guter Weg, ich konnte mich dann bei der Schulleiterin in Ruhe über meinen Lehrer beklagen und die Situation wurde wieder gut, aber mein Sohn ist halt net ich...)
Die Referate die so ungerecht benotet wurden , oder durch eine mündliche 5-6 runtergedrückt wurden habe ich alle gesammelt.Eine Freundin von mir ist Schulpsychologin und sie hat mir geraten damit zum Amt für Schule und Bildung zu gehen ( sie kennt dort die Schulrätin ).Aber ich scheue mich vor diesem Schritt.
Ich glaube ich warte innerlich auf die nächste Unverschämtheit und dann leg ich los...Schulrektor u.s.w.. Aber dann all die alten Kamellen rausholen ??
Der Schulleiter ist erst 1 Jahr im Amt....der weiß nicht´s davon, dass sich schon öfters Eltern und Schüler beschwert haben..

Ich weiß nicht warum ich es immer auf das nächste Mal schiebe...vielleicht deshalb, weil wenn ich mich beschwere, immer die Antwort kommt, dass mein Kind ja soooo vergesslich ist, keine Freunde hätte, nicht aufpasst u.s.w. ( er ist aber nicht böse, oder gemein...eher ein richtiger Schlamper....)
Und dann steh ich wieder da, wollte mich beschweren und werde angeklagt was für ein Kind ich hab. Komisch gell ?
Vielleicht brauch ich nur mal ein paar richtige Antworten auf diese " zurückanklagen "
Ich denk mir dann auch, hmmm wie sieht das dann aus wenn ich beim Rektor sitz und der dann sagt : also wieso beklagen sie sich, sie hören ja was ihr Sohn so macht....."
Ja , ich glaube das ist der Punkt. Es ist einfach anzuklagen wenn man ein Kind hat, das " funktioniert " ( ich hoffe sie wissen was ich damit meine...) hat man aber ein Kind das auch manchmal nicht so funktioniert, dann sitzt man im Glashaus !
Was macht man in solch einer Situation ?
Schwierig
Liebe Grüße
Mandy
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menthelius



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BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mandy,

Dein Erfahrungsbericht mit der Schule Deines Sohnes zeigt wieder einmal mehr, wieviel Behinderung beim Lernen und bei der Entwicklung der Kinder durch inkompetente Lehrkräfte verursacht wird. Das Verhalten Deines Sohnes aus Deinen Beschreibungen scheint mir völlig normal zu sein.
Ich selbst habe 3 Kinder, 10, 17 und 20 Jahre alt und kann nur sagen, wie spannend Pubertät sein kann.
Dabei ist Pubertät ein so natürlicher und nachvollziehbarer Vorgang, der einmal mehr mit Identitätsfindung zu tun hat. Die Probleme der Jugendlichen in dieser Phase heute haben sehr viel in ihrer Ursache mit Schule zu tun.
Zunächst findet eine biologische Veränderung im Körper statt. Das Kind wird zur Frau oder zum Mann. Es wird zeugungsfähig!
Vermutlich findet dabei ein instinktiver Impuls statt, der neue
Neurovernetzungen im Gehirn verursacht. In dieser Phase ist das Gehirn eine Chemiefabrik, die ständig überbrodelt, das den Versuch unternimmt, über neue Vernetzungen seinen Stellenwert und seine Möglichkeiten wahrzunehmen.
Das Kind wird intellektuell in die Lage versetzt und gezwungen, sich die Frage zu stellen: Bin ich in der Lage zu versorgen? Kann ich mich selbst versorgen?
Daher erklärt sich für mich auch die Zurückgezogenheit der Kinder von den Eltern. Ein Abstand, der notwendig ist. Das Kind ist auf der Suche nach Erfolg, nach Selbsbestätigung zu seinem Nutzen, zu seinem Vermögen.

"Erfolg macht sexy"

Ein Konflikt bei der Beantwortung dieser Fragen ergibt sich wohl daraus, dass unsere Kinder z.T. "überversorgt sind, dass man sie in diesem Alter kaum mehr feststellen lässt, wie das funktioniert mit der Eigenversorgung.
Eltern ist da guter Ratschlag teuer im wahrsten Sinne des Wortes.
Ratschläge sind immer Schläge ganz besonderer Art. Welcher Jugendliche sorgt heute noch dafür, seine Wünsche wie MP3-Player, Digitalcamera, Handy und Mofa selbst zu erarbeiten.
Übrig bleibt dann meist nur die Schule für möglichen Erfolg.
Nur lässt unsere Schule nicht viel Spielraum für Erfolg. Dillettanten in pädagogischer Psychologie versuchen ihn mit viel Willkür zu verhindern. Lust am Frust ist die Folge.
Was kann man dabei als Eltern tun?
Bei meinem Ältesten habe ich festgestellt, wie gut ihm "Nebenjobs" taten, mit denen er sich sein Taschengeld, das ich immer sehr knapp gehalten habe, aufgebessert hatte. Mit 17 hatte er eine eigene Firma gegründet, neben der Schule. Die Leistungen in der Schule haben ihm nie viel bedeutet, das ist aber auch nur in Schweden möglich.
Hier präsentiert sich Schule als biographiebestimmende Institution.
Wer nicht die Noten bringt, hat später im Leben keine Chance. Uns Eltern zwingt die Schule auch noch dieser Vorlage zu folgen und unseren Kindern alle Energie zu entlocken, auch noch das zu lernen, wovor sie ihr natürliches Gefühl für die geringe Aussicht auf Erfolg eher abhält.
Ich glaube, dass es wichtig ist, ständig zu stärken und zu motivieren in den Dingen, in denen er gut ist. Visionen zu nähren, mit Zielen, die erreichbar sind.
Wie ich es in jüngster Zeit bei meiner Kleinsten feststellen muss, ist es erst mal notwendig, sie von ihrer Frustration, die sie in der Schule erfährt, zu befreien. Ihr klar zu machen, dass sie nicht zu blöd für Mathe ist. Ihr mit kleinen Erfolgserlebnissen Schritt für Schritt die Blockade nehmen, die ihr im Klassenzimmer aufgebaut wurde. Das, was unsere Schule Bildung nennt erstmal beiseite schaffen, damit sie wieder einen freien und unbeschwerten Zugang hat. Hätte mir das vor 4 Jahren jemand gesagt, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Traurig, aber es scheint so zu sein.

Schulwechsel finde ich als Massnahme momentan die einzig richtige.
Schlechter kann es für Deinen Sohn ja kaum werden und wenn nur eine kleine Verbesserung stattfindet, wird es für ihn eine grosse Bedeutung in der Erfahrung haben, dass es nicht an ihm gelegen hat. Ich würde mir die neue Schule genau ansehen und auch mit dem Direktor und der in Frage kommenden Lehrkraft sprechen.
Mut wünsche ich Dir!
Grüsse
K.M.Menth
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mandy,

menthelius hat ja schon einiges zur Pubertät geschrieben. Du kannst dir sicher sein, dass (fast) alle deutschen Eltern von pubertierenden Söhnen auch 'im Glashaus sitzen' und mit dir mitfühlen können!

Mit diesem Text des Pädagogen Hartmut von Hentig aus "Schule neu Denken" habe ich einige Lehrer 'beglückt', die mir erzählen wollten, wie unfähig mein pubertierender Sohn sei. Von Hentig beschreibt wie Schule heute für diese Altersgruppe aussehen sollte, denn Schule muss anders werden, weil die Kinder anders geworden sind. Wie das Andere aussehen sollte:
Zitat:
?Mit der Entschulung der Schule beginnt man am besten dort, wo das am nötigsten ist: bei den 13 und 14 jährigen...in den mittleren Jahren und vor allem in der Pubertät wird das Lernen zur Qual. In diesem Alter richtet das schulische Lernen so gut wie nichts aus- und die Schule ignoriert dies hartnäckig... Der formalisierte Unterricht kann in diesen zwei Jahren auf zwei Stunden am Tag beschränkt werden- auf ein straffes, sportliches Exerzitium des Geistes-, damit man das Gelernte nicht gänzlich vergißt. Wichtiger ist jetzt etwas anderes: Selbsterprobung, die Beziehung zu anderen Personen, die Emanzipation von denen, die einen bisher bestimmt, erzogen, bevormundet haben. Jetzt brauchen die jungen Menschen Erlebnis, Abenteuer, Aufgaben: einen Kotten ausbauen, um darin zu wohnen; Elektrizität verlegen, ein Dach decken, Balken einziehen und dabei lernen was Statik ist; gemeinsam kochen und haushalten; die Dinge so einrichten, wie man das will und nicht wie die Erwachsenen es für praktisch und anständig und gemütlich halten; Theater spielen; Streitgespräche führen, sehr lange aufbleiben... Die zwei entschulten Jahre sind schnell gefüllt durch solche Unternehmen, durch Auslandsreisen, wenigstens drei Praktika (erst in einem Dienstleistungsbetrieb, dann in einem Produktionsbetrieb und schließlich im letzten Jahr in einer Arbeit, die in der Nähe des eigenen Berufswunsches liegt), anspruchsvolle Aufführungen, die Ableistung des Mofa-Führerscheins, des Rettungsschwimmers, des Erste-Hilfe-Kurses.?


Zum Schulwechsel noch eine Anmerkung. In diesem Alter sind die Gleichaltrigen eine wichtige Bezugsgruppe. Auch wenn keine 'dicken Freunde' dabei sind, verlassen die Kids diese Gruppe nicht gerne! Und höchstens dann, wenn etwas eindeutig besseres in Aussicht steht. Deswegen ist das Sitzenbleiben in diesem Alter auch eine besonders schwerwiegende seelische Verletzung.

Doris
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menthelius



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BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

nochmals zum Schulwechsel,

als "einzige wirkungsvolle Massnahme" meinte ich natürlich in Bezug auf die Schule, bzw. die Lehrerin.

Die Bezugsgruppe von Gleichaltrigen ist dann sehr wichtig, wenn sie den Part der Motivation übernimmt. Wenn der Jugendliche dort den Respekt oder die Würdigung von "Erfolgen" erfährt. Tut er das nicht, tritt häufig dieser typische Rückzug in sein Zimmer, verdunkelte Fenster, eingesperrt in seiner "schützenden Höhle" ein.

Ohnehin sollte er selbst entscheiden, ob er den Schulwechsel will. Dazu ist er mit 14 Jahren zweifellos in der Lage.
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Mandy



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BeitragVerfasst am: 07.07.2006, 10:38    Titel: DANKE !!!! Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die beiden Antworten !!!!

Menthelius : Du lebst in Schweden ? Ich dachte immer in der skandinavischen Ländern ist das Schulsystem um einiges besser als hier in Deutschland !!!
Was du über die Pupertät geschrieben hast stimmt voll und ganz. Und sie ist doch auch bei jedem Kind sehr unterschiedlich....

Mein großer Sohn ist fast 19 und wir hatten keine schulischen Probleme. Nicht das es keine Probleme gab, aber er hat sie allein gelöst. Er war auf dem Gymi und hatte große Angst vor einem Lehrer ( Kind ist sehr sensibel gewesen ) .Am Ende der 8. Klasse hat er erfahren, dass er denselben Lehrer auch im nächsten Jahr in 2 Fächern bekommen wird. Mein Sohn meldete sich am selben Tag auf der Realschule im Ort an ( ohne es uns zu sagen ) er kam dann mittags an und legte uns die Formulare zur Unterschrift hin !
Kurz war ich geschockt, aber wir dachten uns, wenn er das alleine so hinbekommen hat ( er hatte auch schon ein Gespräch mit dem neuen Rektor ) dann werden wir ihn unterstützen.

Er ging auf die Realschule, machte seinen Abschluss, ging auf eine Beruffachschule ( Englisch 1 , Deutsch 1 ) , bekam eine Lehre als Feinmechaniker, ist in einem Jahr fetig und will dann den Techniker machen......

Da hab ich mir auch gedacht, Mensch bei den guten Noten sollte er etwas anderes Lernen , aber ich weiß das er weiß was er will.Und der geht seinen Weg !!!!

Mit dem 2. Sohn über den ich ja geschrieben habe läuft es ganz anders. Eher so wie du es mir geschrieben hast. Bei ihm scheint die Pupertät schwieriger zu verlaufen....er hat noch keinen Weg vor Augen, alles ist EGAL, zumindest was mit Schule zu tun hat....

Allerdings will er Automechaniker werden oder Mechatroniker ( das 2. wird mit Hauptschulabschluß schwierig )
Er kennt auch einen Betrieb wo er ein Praktikum machen darf und der Meister ist ein toller Mann ( ruhig,freundlich und konsequent ).
Aber er muss halt noch 2 Jahre durchalten.

Schulwechsel ist so ne Sache, wenn dann nur auf eine Schule die ihn versteht ( sagt er ) mit kleineren Klassen , sonst will er nicht wechseln und diese Schule gibt es hier noch nicht...evtl erst im nächsten Jahr, das wäre aber sein Prüfungsjahr !!!!

Aber das mit dem Rücken stärken ist wirklich eine wichtige Sache...aber wohl auch das mit dem loslassen können.....

Ich denke ich rede nochmal mit ihm und sage ihm er soll entscheiden wenn das Mobben für ihn zu schwer wird...andererseits erzählt er ja fast nicht´s mehr....

Doris : Danke auch für deine Antwort.
Und du hast Recht.

Zum Glück ist mein Mann ein Bastler, d.h. wir haben eine schöne Werkstatt im Keller und unsere Jungs können da nach Lust und Laune werkeln. Wir leben in einem älteren Haus und so muss man ständig was tun. Meine Söhne helfen beim Durchbrechen
von Wänden, Verlegen von Leitungen und dem Verdrahten von Schaltschränken ( sogar schon der 9-jährige ) .Sie haben sogar schon das Dach neu verdeckt und die Fasade neu angemalt....

Zum Glück kann ich nur sagen, denn so verzieht sich niemand in sein Zimmer. Nur wenn es um Schule geht machen sie zu. ( der Kleine auch schon, aber ich will ja dieses Forum nicht gänzlich mit meinen Problemen belegen !!! )
Aber es tat wirklich gut von euch mal wieder auf die richtige Bahn gelenkt zu werden. Man läßt sich verunsichern und schikanieren und zum Schluß weiß man garnicht mehr was man machen soll. Dabei übersieht man, dass man seine Sache doch gut macht.

Ich hoffe, das viele Eltern dieses Forum nutzen, denn es ist wirklich sehr stärkend gewesen und ich werde mir alles nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Viel Grüße
Mandy
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 08.07.2006, 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mandy,

menthelius lebte in Schweden und seine beiden älteren Kinder gingen (gehen) dort in die Schule, die jüngere Tochter jetzt in Deutschland. Auch ich habe mit meinen Kinders vier Jahre Auslandsschulerfahrung machen können. Eines ist wirklich auffällig - das was wir hier erlebt haben, wäre dort undenkbar gewesen! Was den besonderen Unterschied ausmacht, ist die so grundsätzlich verschiedene Einstellung zu den Schülern, hier werden Schüler nur über ihre Schwächen wahrgenommen - die ja durchaus auch vorhanden sein können, dort ausnahmslos über die Stärken, die ja auch jeder hat! Ich kritisiere immer wieder, dass meine Kinder innerhalb kürzester Zeit hier zu Mangelwesen mutierten!

Jedes Kind hat andere Begabungen - und entsprechend sind auch die Erfahrungen anders, es hängt zu viel vom Zufall ab in unserem System. Und gerade Menschen mit einer "Ingenieurs - Begabung" wie sie dein Sohn zu haben scheint, werden in unseren Schulen nicht anerkannt, während uns auf der anderen Seite gute Ingenieure fehlen. Genauso kann es den naturwissenschaftlich Begabten ergehen. (Dazu die Untersuchung von Vanselow und Dummer- Smoch http://www.winklerverlag.de/verlag/v87-6x/v87-6-00.pdf )

Der Sohnes von meinen australischen Freunden zum Beispiel, bekam hier in Deutschland keine Empfehlung für das Gymnasium, die Begründungen der Lehrerin waren offensichtlich "schwach". Ich war dabei den Einspruch zu formulieren, da entschloss sich die Mutter nach Australien zurückzugehen. Das war schulmäßig die richtige Entscheidung! Wir telefonierten regelmäßig, ein häufiges Thema war auch die Pubertät und der Vergleich zwischen den beiden Ländern im Umgang mit den Schülern. Dort ist es nicht möglich die Schüler wegen pubertärer Schwächen abzustufen, während hier die Jungen einer nach dem anderen sitzenblieben! Der Junge hat dort ohne Probleme einen guten Schulabschluss gemacht und studiert seitdem Ingenieurswissenschaften!

Ein anderer Freund hier scheiterte zuerst am Gymnasium, dann auch auf dem beruflichen Gymnasium, hat gerade eine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen und will jetzt Mechatronik studieren. Natürlich ist das auch möglich, aber er wird sein Studium hier anfangen, wenn der gleichaltrige Freund in Australien in der Endphase seines Studiums sein wird Und diese Verlängerung der Schulzeit treibt unsere Kosten für Bildung unnötig in die Höhe! Von der Demütigung, die alle diese Jugendlichen hier erleben mussten mal abgesehen!

Wir Eltern haben eine wichtige Aufgabe, wir müssen unsere Kinder ermutigen, damit sie in diesem System nicht depressiv werden und nicht aufgeben! Wichtig ist auch, dass wir ihnen helfen Ziele entwickeln. Wenn sie Ziele haben, kann nicht mehr so viel schief gehen, selbst wenn Umwege zu gehen sind.

Doris
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Mandy



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Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 08.07.2006, 10:38    Titel: Rücken stärken Antworten mit Zitat

Hallo Doris
Ja, ich denke das größte Geschenk das die wir unseren Kindern geben können ( im schulischem Bereich ) ist das wir ihnen den Rücken stärken.
Und ich denke das ist nun auch der Weg den ich einschlagen werde. Ich werde ihm den Rücken stärken, mich aber nicht mehr als " Antreiber " verausgaben.

Auf der anderen Seite werde ich den Lehrern aber auch das Schulmodell was du mir geschrieben hast vor Augen führen, nämlich ,dass man in anderen Ländern die Stärken der Schüler sieht und ausbaut, während man hier die Schwächen der Kinder sieht und sie herabstuft.

Ich glaube sogar da liegt der Knackpunkt warum es in unserem Land schulisch so schlecht aussieht.Da hat man über Pisa diskutiert und überlegt und und und ...aber der Knackpunkt ist wirklich das Thema: Stärken verstärken - Schwächen mittragen.

Vielleicht kann man auch über diesen Weg das Mobben lindern.......( Wunschtraum ?? )

Vielen Dank für deine Antwort.

Hast du noch eine Idee zu einem anderen Thema ?
Problem : In der Klasse meines Jüngsten ,3. Klasse, habe ich und auch andere folgendes Problem.
Wenn wir auf dem Elternabend der Lehrerin Fragen stellen , wie zum Beispiel, warum sie jede Woche den Sitzplan ändert, oder warum unter den Arbeiten kein Klassendurchschnitt steht, oder das die Kinder über 1 1/2 Std. an den Hausis sitzen, dann wird sie sehr pampig.Sie will dannach ein Elterngespräch und beschwert sich bei den kindern im Unterricht, dass die Eltern sich beschwert haben u.s.w.
Das hat zur Folge , dass ich als Mutter eigendlich auf dem nächsten Elternabend nicht´s sagen will. Oder aber , mich auf ein heftiges Gespräch dannach einlassen muss.
Meine Idee ist nun, das ich meine Fragen an die Elternvertreterin stelle ( schon vor dem Elternabend ) und das diese dann die Fragen am Elternabend der Lehrerin stellt. Geht das so ?? Oder kann die EV. sich dagegen wehren ?
Vielleicht hat du mir dazu auch einen Tipp ?
Liebe Grüße
Mandy
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 09:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mandy,

das Muster ist doch das Gleiche, Fragen werden gestellt, sorgen anscheinend für große Unsicherheit bei der Lehrerin und promt reagiert sie pampig. Und am nächsten Tag beschwert sich die Lehrerin bei den Kindern über die 'unmöglichen' Eltern. Auch ein Verhalten das die Kommunikation und den Austausch stört und besonders junge Schüler stark verunsichern kann.

Man sollte doch davon ausgehenein, dass es für eine Lehrerin eine Kleinigkeit ist zu begründen, warum sie die Sitzordnung so häufig wechselt - es sei denn sie macht so etwas aus dem hohlen Bauch heraus. Eigentlich müsste es für eine Lehrerin etwas Einfaches sein, Fragen zu ihren 'pädagogischen Maßnahmen' zu erläutern, wenn sie denn irgendein ein Konzept hat.

Das war auch ein auffälliger Unteschied für mich - nach dem Eintritt in das deutsche System - vorher hatte ich Lehrer als Spezialisten erlebt, die jede Frage sachkundig und freundlich beantwortet haben. Und in Deutschland bekam ich zum Beispiel auf die Frage, warum es hier noch soviel Frontalunterricht (ich meinte das fragend-entwickelnden Unterrrichtsgespräch) gibt, die "Antwort", es sei eine Unverschämtheit das zu behaupten! Da hatte ich dann das Problem und war zuerst mal damit beschäftigt herauszufinden, warum diese Frage als Unverschämtheit verstanden wurde. Ich kam schnell zu dem Schluss, dass viele Lehrer unterrichteten, ohne sich überhaupt einen Gedanken über das "wie" gemacht zu habe und ohne auch nur eine wirkliche Alternative zu kennen. Nach der TIMS Studie und auch nach PISA wurde diese Unterrichtsform kritisiert, aber auch davon scheinen viele Lehrer bis heute noch nichts gehört zu haben.

Die Fragen von der Elternvertreterin am Elternabend stellen zu lassen, ist eine Möglichkeit. Manchmal kann aber auch das für eine Lehrerin schon zu viel sein. Da wäre dann zu überlegen, alle anfallenden Fragen durch die Elternvertreter im kleinen Kreis (unter vier oder sechs Augen) zu stellen und die Eltern dann unter Umständen schriftlich zu informieren. Eternvertreter vertreten ja die Eltern, also sollten sie als Vertreter der Eltern auch das tun was Eltern von ihnen wünschen/erwarten. Das hängt aber auch von der Persönlichkeit der beteiligten Menschen ab, wer keine Kontroversen aushalten kann, für den ist das dann nicht einfach.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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