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Noten für sonstige Mitarbeit / mündliche Noten

 
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 05.07.2006, 10:36    Titel: Noten für sonstige Mitarbeit / mündliche Noten Antworten mit Zitat

Hallo ,

in einerm anderen Thread zur "Fragwürdigkeit der Zensurengebung" - http://emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=384 - hatte ich schon geschrieben, dass Noten dem Schüler innerhalb einer Lerngruppe einen Rangplatz zuweisen, wie ihn ein bestimmter Lehrer empfindet und dass diese Noten sonst nicht viel über die wirkliche Leistungfähigkeit eines Schülers aussagen. Die Fachleute sind sich seit Jahrzehnten darüber einig, "dass Noten keine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende diagnostische Aussagefähigkeit zukommt." (Rose Boenicke)

Noten setzten sich zusammen aus den Ergebnissen der Klassenarbeiten und der sonstigen Mitarbeit. In Hessen z.B. ist festgelegt, in den Hauptfächer "machen die schriftlichen Arbeiten die Hälfte der Grundlagen der Leistungsbeurteilung aus" in den übrigen Fächern etwa ein Drittel. (Klassenarbeiten werden in den Hauptfächern geschrieben und Lernkontrollen in den Nebenfächern.)
http://www.kultusministerium.hessen....29e2a8618f2a5f8813e65d06e

Das bedeutet, dass die Hälfte der Note in den Hauptfächern und zwei Drittel der Note in den Nebenfächern vom Lehrer frei bestimmt werden können, darüber gibt es häufig keine weitere gesetzliche Regelung. Das nennt sich "pädagogische Freiheit", in der Praxis kann das bedeuten, dass der Willkür Tür und Tor geöffnet sind.

Ein Lehrer sollte den beschränkten Wert seiner Einschätzung kennen und die Noten offen in der Klasse diskutieren und nötigenfalls auch revidieren, wenn Schüler, Klassenkameraden und auch Eltern gute Argumente gegen das Lehrerurteil haben. Lehrer die so vorgehen, gelten bei Schülern als gerecht. Lehrer die davon ausgehen, dass ihr Urteil absolut ist, werden dagegen als ungerecht empfunden.

Wie die sonstige Mitarbeit definiert ist und wie ein Lehrer sie wertet bleibt ihm überlassen, da gibt es leider in den einzelnen Schulen häufig keinerlei verbindliche Absprachen. Was zur sonstigen Mitarbeit gezählt werden kann:

-Mitführen des benötigten Unterrichtsmaterials
-Beteiligung am Unterrichtsgeschehen
-Mitarbeit in Gruppenarbeitsphasen
-Wiederholung des Unterrichtsstoffs
-Erledigung von Arbeitsaufträgen (im Unterricht und zu Hause) - in Bayern dürfen Hausaufgaben nicht bewertet werden
-Referate und Tests
-sorgfältige Heftführung

Viel zu häufig nimmt die mündliche Mitarbeit bei den Zeugnisnoten einen viel zu großen Stellenwert ein, ruhigere, schüchterne Kinder können so schnell benachteiligt werden. Aktuell wurden in Hessen die Noten besprochen, was meine Kinder und auch ihre Freunde über diese Besprechungen berichten, erscheint zum Teil haarsträubend. Da geht es dann immer darum, dass mit der "nicht so guten mündlichen Mitarbeit" im Unterricht, versucht wird die Note zu drücken. Von einem Lehrer wird berichtet, dass er im Hauptfach die mündliche Mitarbeit mit 60% und die bessere schriftliche nur mit 40% bewertet und so die schlechtere Note begründete. Ich frage mich wirklich was ein Lehrer sich von einer Demotivation verspricht. Ich freue mich immer, wenn ich mal höre, dass die Noten auch mal positiv für die Schüler ausgelegt werden, denn das gibt es natürlich auch!

In der Zeugnisnote bekommt aber häufig die mündliche Mitarbeit deswegen einen besonderen Stellenwert, weil dieser Teil der Note von Elternseite nicht zu beurteilen ist. Häufig allerdings entsteht der Eindruck, dass über die Mitarbeit wirklich schlecht Buch geführt wird. So berichtete ein Schüler, dass der Lehrer, als er von dem Schüler nach dem Unterricht (der Lehrer lässt keine keine Diskussion mit der Klasse über die Note zu), um eine Begründung für diese Note gebeten wurde, sein schlaues Buch zückte, dort ganze zwei Eintragungen über nicht gemachte Hausaufgaben innerhalb eines Halbjahres fand, nichts darüber wie oft der Schüler seine Hausaufgaben vorgelesen hat (mindestens einmal die Woche/ fast immer richtige Lösung). Dieser Schüler ist der Meinung. dass er zu den fünf aktivsten Schülern in dem Kurs gehört, der Lehrer hat das nicht bemerkt. Dieser Schüler hat sich vorgenommen im nächsten Schuljahr den Lehrer nach jedem Beitrag daran zu erinnern, er möge sich bitte einen Vermerk machen. So überfordert sind manche Lehrer, dass ihnen eine angemessene "Buchführung" nicht gelingt. Natürlich könnte ein Schüler sich auch mal falsch einschätzen, wenn eine Diskussion innerhalb der Klasse möglich ist, würde er darüber dann auch eine Rückmeldung seiner Mitschüler bekommen.

Eine Mutter berichtete mir über eine ungerechte Note, bei der sogar die Mitschüler protestiert hätten. Der Schüler hatte in der ersten Klassenarbeit des zweiten Halbjahres im Fach Mathematik die Note "fünf" geschrieben. Weil die Note in mündlicher Mitarbeit 'nur' eine 4+ ist, obwohl dieser Schüler immer die Hausaufgaben macht und wirklich gut gelernt hat, habe die Lehrerin ihm 'sicherheitshalber' einen blauen Brief geschickt. Im Elterngespräch hatte die Lehrerin gesagt, wenn der Schüler die Note 'vier' in der Arbeit schreibe, sei er auf der sicheren Seite. Der Schüler schrieb sogar die Note 'drei' und rechnerisch wäre das eine ganz glatte vier. Trotzdem gibt es im Zeugnis den Vermerk 'die Leistungen im Fach Mathematik sind nur schwach ausreichend'. Warum? Die Lehrerin ist der Meinung, wenn sie einen blauen Brief schickt, müsse sie die "Drohung" auch einhalten. Die Schüler aber, die zuerst eine bessere Note (drei oder vier) und erst nach Abschicken der blauen Briefen die Note 'fünf' geschrieben haben, bekommen diesen Vermerk nicht! Und gerade für Jungen in der Pubertät, die typischerweise besondere Schwächen in der Rechtschreibung haben, kann das fatale Auswirkungen haben. In Deutsch die Note 'fünf' oder 'nur 'schwach ausreichend' und dann in einem anderen Hauptfach noch schwache Leistungen, wenn dann noch in einem Nebenfach eine Note unter dem Strich dazukommt, kann schnell der Schluss der Lehrer kommen, für diesen Schüler wäre es sinnvoll, dass er die Klasse wiederholt! Obwohl die Leistungen ganz und gar nicht so schwach sind, dass eine Klassenwiederholung sinnvoll und gerechtfertig wäre!

Wer gegen eine Nichtversetzung klagen will, findet unter Umständen in diesem Bereich der Notengebung einige Schwachpunkte.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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