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Kopie: Leidensweg eines Kindes...

 
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BeitragVerfasst am: 21.01.2006, 22:01    Titel: Kopie: Leidensweg eines Kindes... Antworten mit Zitat

Ersteller: Momo86





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Nachricht senden Erstellt am 15.04.2005 - 11:17

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Auch ein Fall aus einer Schule meiner Heimatregion. Dokumentiert in der hiesigen Presse. Die betreffende SL ist zuvor an mehreren Schulen tätig gewesen, offenbar jedesmal "weggelobt" worden... - ein "Wanderpokal"?

Das Kind sollte zur Förderschule, ist nicht lernbehindert, besucht jetzt erfolgreich eine benachbarte (mir bekannte) empfehlenswerte Grundschule.

Aktuell bin ich engagiert in einem ähnlichen Fall...- das Leiden des Kindes ist so herzzereissend, dass man kaum glauben kann, dass KL /SL ein gutes Jahr untätig blieben , m.E. nach hart an der "Körperverletzung durch Unterlassen" .
Momo

[Dieser Beitrag wurde am 16.04.2005 - 22:11 von Momo86 aktualisiert]




Momo86





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Nachricht senden Erstellt am 16.04.2005 - 13:27

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...dieses letztgenannte Kind, lt. mir vorliegender Gutachten und Berichte also kognitiv völlig fitt, spielt Schach, -aber lange Mobbing-Leidensgeschichte- , soll an die Förderschule "Lernen" wechseln.

(Netterweise hat man seine Eltern von Seiten SL auch noch angelogen: "Wir wollen ja nur mal schauen, wie wir ihm helfen können, das heißt ganz und gar nicht, dass Ihr Kind an die Sonderschule muss!"
Die Eltern, anderes Herkunftsland, andere Muttersprache, haben das tatsächlich geglaubt, denn in ihrer Heimat gilt DER LEHRER 1. als Respektsperson und 2. gibt es dort keine Sonderschulen und alle Kinder gehen bis zur 10.Klasse gemeinsam zur Schule! Aber auch hier nach Durchsicht der Unterlagen---> Verfahrensfehler, die an sich schon für eine Einstellung reichen dürften!)

Das Fördergutachten einzusehen, war uns noch nicht möglich, allerdings haben wir das Kind auf seine schulischen Fertigkeiten hin (privat) überprüfen lassen durch einen Profi mit entsprechender Fachausbildung. Das Ergebnis (nicht das erste Mal meine Erfahrung): Das Kind verfügt über alle Fertig-/Fähigkeiten, die es lt. Klassenstufe/Lehrplan haben muss!!!

Nun wissen wir ja, dass meine private Meinung als "Laienmeinung" zumindest fürs Schulamt gilt und daher nicht für voll zu nehmen ist.

Ein Glück, dass ich (auch in diesem Fall) zahlreiche Profis ins Boot geholt habe...- die genau wie ich nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen können und genauso entschlossen "NEIN" sagen.

Die Familie ist nicht mehr allein (gelassen). Wir sind (wenigstens) sieben Menschen (alles Profis außer mir), an denen man erstmal vorbei müsste.

Plus Anwalt, der im Falle eines notwendigen Widerspruchs sowieso hinzuzuziehen ist!

Innerhalb von 5 Tagen war die ganze Sache komplett durchorganisiert, Konzept steht und trägt erste Früchte... --> die Schule war in den vergangenen 2 Jahren zu GAR NICHTS in der Lage.

Lt. den Bestimmungen sollen die Verfahren ja "ergebnisoffen" gehandhabt werden - inzwischen kann mir DAS keiner mehr erzählen---> die Gutachten werden GENAUSO verfasst, wie die GS, die das Kind gerne loswerden möchte (ohne wie in diesem Fall auch nur ansatzweise innerschulisch ausreichend gefördert zu haben, genausowenig, wie man Informationen über mögliche außerschulische Fö-Möglichkeiten an die Eltern weitergab!), es haben will!

Wie heißt es so schön? Kind-Umfeld-analyse -mehrdimensional....--> also: Schule will nicht fördern, Elternhaus (hier: andere Muttersprache) hat nicht zu können (wird auch nicht in die Lage versetzt und alle wichtigen Infos werden absichtlich vorenthalten!)---> Also ist das Kind an der Sonderschule "am besten zu seinem Wohle aufgehoben" - auch um es vor den Angriffen seiner (sozial inkompetenten) Klassenkollegen zu schützen.

Ganz toll, diese Art von "Schutzhaft" gg. den Willen der betreffenden Familie... Warum werden nicht zur Abwechslung mal diese Art von inkompetenten Lehrern von den Kindern genommen?

Eltern sind in diesem Fall absolut bemüht, fragen wiederholt nach anderen Hilfen, bekommen auf Anfrage die Tel.Nr. des SchulPsych., der aber umgehend von SL "informiert" wird--> offenbar "angewiesen nicht tätig zu werden"........- jedenfalls Eltern am Telefon (ohne das Kind gesehen zu haben)sagt, er könne nicht helfen, das Kind solle doch bitteschön zur So.-Schule gehen.

Ich nenne das "unterlassene Hilfeleistung im Amt"!!! Kann gut sein, dass wir es noch entsprechend anzeigen werden!

Aus dieser GS höre ich nun zum wiederholten Male, das sie ein nicht-lb Kind an Fö-Schule abgeben wollen, was sie selbst nicht fördern wollen...


Da werden Lebenslinien zerstört.....

Momo

(P.S.: Da mir ja öffentlich gern vorgeworfen wird, ich mache "die Eltern von mir abhängig"---> sei hiermit schon mal kundgetan, dass ich die ´Förderung des Kindes schon aus diesem Grund in professionelle Hände gab, allerdings insgesamt die Angelegenheit koordiniere und alle Helfer an einen Tisch bringe.)

OB ICH WÜTEND BIN????? Ja. Ich hoffe man merkt das auch! (Auch in diesem Fall)--> V ! Ich stehe VOR dem Kind und FÜR das Kind - die Damen und Herren werden daran nicht vorbeikommen.

[Dieser Beitrag wurde am 16.04.2005 - 14:07 von Momo86 aktualisiert]




Erika





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Nachricht senden Erstellt am 16.04.2005 - 21:25

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Hallo Momo,

toll, wie du dich einsetzt!

Solche Vorfälle sind leider wirklich keine Seltenheit. Sie müssen dringend an die Öffentlichkeit und an die Politiker.

Leider lassen sich viele Eltern viel zu viel gefallen, glauben an die Lehrer und hacken selbst noch auf den Kindern herum.

Das, was du mit dieser Schule erlebst, kenne ich ja auch von der ehemaligen Grundschule meiner Kinder und auch von anderen Schulen durch umfangreiche Kontakte mit anderen Betroffenen.

Mein kleiner Sohn sollte zwar nicht auf eine LB-Schule, erschien den Lehrern kognitiv o.k., jedoch bereits 5 Wochen nach der Einschulung emotional und körperlich überlastet - so ein Schwachsinn hoch drei!!!

Wenn ich mich nicht gewehrt hätte (eigentlich sind wir geflüchtet, alles andere hätte lange gedauert und meine Söhne wesentlich mehr belastet), aber immerhin habe ich meine Erfahrungen mit dieser Schule an Schulamt, Landesbildungsministerium und sogar Bundesministerien und viele andere Stellen weitergegeben.

Wenn ich meine Söhne nicht in eine andere Schule in einem anderen Ort umgeschult hätte, wäre mein Kleiner nach wenigen Wochen wieder ausgeschult worden ausgeschult worden - ohne Anspruch auf Kindergartenplatz, den er schon 4 Jahre besucht hatte - psychisch lädiert - unterfordert.

Ich bin auch heute noch stink sauer, wenn ich daran denke, was die Schule uns angetan hat - viel Aufregung, Ärger und schlaflose Nächte - höhere Kosten und größerer Zeitaufwand für mich durch ständige Fahrerei - Hort ohne Essen, in den Ferien geschlossen - meine Kinder sind nicht mehr mit Kindern aus der Umgebung in der Schule usw..

Mein angeblich schuluntauglicher mittlerweile Zweitklässler wird in der neuen Schule als angenehmes Kind gesehen und von emotionaler und körperlicher Überlastung ist bis heute auch nicht nur ein Hauch zu erkennen.

Den Brief der ehemaligen Schule, mit dem wir aufgefordert wurden, meinen Sohn schulpsychologisch und nochmals schulärztlich zu untersuchen, werde ich bei Gelegenheit scannen und hier abdrucken. Ich habe ihn als absolut unmöglich empfunden.

Viele Grüße
Erika





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"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

Momo86





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Nachricht senden Erstellt am 16.04.2005 - 22:07

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Solche Vorfälle sind leider wirklich keine Seltenheit. Sie müssen dringend an die Öffentlichkeit und an die Politiker. schrieb
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Ja, sehe ich auch so. Aber die Betroffenen haben verständlicherweise Angst, weniger um sich als vielmehr um ihr Kind, denn wie hieß es so schön:

Ich hab`noch eine Geisel in der Schule!
Das war auch der Tenor eines Telefonats, welches ich gestern mit Eltern eines Kindes führte, was ebenfalls wg. Mobbing der Lehrkraft (und der SL) hier die Schule gewechselt hat.
Die Eltern haben sich nicht an die Zeitung gewandt, weil sie Angst hatten, den notwendigen Schulwechsel dann nicht genehmigt zu bekommen.

Und in dem Falle hatte man dem Kind von Seiten der Schule eine schwerwiegende Erkrankung (mit Konsequenzen für die Regelbeschulung...) "unterschieben" wollen...

Ich fragte nach: "Und welche Erfahrungen haben Sie mit den Schulbehörden vor Ort?"

"Schreckliche! Die haben uns überhaupt nicht geholfen und stellen sich hier nur vor den Lehrer!"

Tja, so sehe ich das leider auch. Allenfalls hat mich gefreut, dass ich nicht allein mit meinen Erfahrungen bin, diese also nicht auf eine "falsche Wahrnehmung meinerseits" beruhen, sondern andere Menschen ebenfalls (leider) solche Erfahrungen machten.
Dritte waren nun mutiger... sie brachten in diesem Fall das Gebaren der Schule an die Öffentlichkeit...

Momo

(P.S.: Meine Kinder sagten einhellig gestern abend sehr spontan: "Mama, du bist die Anwältin für die Kinder!" )

[Dieser Beitrag wurde am 16.04.2005 - 22:13 von Momo86 aktualisiert]




Momo86





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Nachricht senden Erstellt am 21.04.2005 - 18:17

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...gerade habe ich versucht, drei Schriftproben einzuscannen, was nicht geht, da mein Scanner langsam den Geist aufgibt...
Drei Hefte liegen also vor mir - zwei geschmiert mit Bleistift, ziemlich grauslig - deren ehemalige Inhaber sind heute bereits in der 5.und 5.Klasse des Gym...

Das Dritte zeigt eine formklare Schreibschrift in Tinte...-gut lesbar.
Und wenn man noch berücksichtigt, dass das Kind eine Behinderung hat, die das Stifthalten und Schreiben an sich erschwert, ist das Ergebnis positiv erstaunlich...

Weniger erfreulich ist die Fülle der "roten Verzierungen" der KL, die sich durch alle Mappen und Hefte des Kindes ziehen.

"Unvollständig", "zu langsam", "fehlt", "4 Fehler", "3 Fehler" ....als äußerstes Lob kann man wohl einen roten Haken ohne Mäkelei anerkennen...

Seit über einem Jahr wird das Kind in dieser Weise gemaßregelt. Wundert es, dass das Kind daraus nicht nur motorische Tics sondern auch noch depressive Verstimmungen entwickelte, da auch noch die Klasse auf das "schwarze Entchen" losgeht? "Das Kind hat eine Kopfkrankheit!"
Keiner spielt mit ihm. (Die KL schreibt etwas von "Einzelgänger" - kein Wunder, sie hatte m.E. nicht unwesentlichen Anteil daran.)

Wer das Lehrergutachten liest, angefertigt nun, um das Kind zur Sonderschule schicken zu können, muss glauben, das Kind könne kaum lesen und schreiben, so wohl auch sonst ziemlích wunderlich...

Ich erlebe:
ein freundlich-aufgewecktes Kind, der jedes Lob begierig in sich einsaugt, wie ein Erstickender, der nach Luft schnappt (und es gibt viel zu loben!)

ein überaus neugierig-wißbegieriges Kind, das sich auch nach Tagen noch an Kleinigkeiten erinnert (sich aber lt. KL nichts merken kann)

ein spielbegeistertes Kind, welches jede Anregung begeistert annimmt und umsetzt

ein bewegungsfreudiges Kind, nimmermüder Hundespielpartner (...dem aber lt. KL der Sportunterricht zu anstrengend ist... gibt es auch da "rote Striche" und ständige Messung der Leistung?)

ein Kind, welches einen ihm unbekannten Text fließend vorliest (und bei mir dabei fast keine mot. Auffälligkeiten hat)

ein Kind, das in sein neues Geschichtenheft freudig Bilder malt und dazu kleine Geschichten erfindet und aufschreibt ,lautgetreu in schöner Schreibschrift ...(aber lt. KL keine Sätze bauen kann und kaum die Buchstaben kennt)

Sprechen die KL und ich von dem gleichen Kind?

Ein Kind, welches sich nichts merken kann, aber mich bei jeder "Gruselino"-Runde schlägt, wie auch beim "Memory"-Spielen?

Bemerkenswert... obwohl das Kind bereits ein Jahr wiederholte und daher eigentlich bes. Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte, wird die wöchentliche Stunde Förderunterricht Deutsch zwar erwähnt, nicht aber : Welche Maßnahmen nach welcher Evaluation... welche Elternberatungen vorher stattgefunden hätten (es gab keine...), ob evt. eine außerschulische Therapie angeregt worden wäre (ist nicht - Möglichkeiten hätte es gegeben...)

Nun hat man das Kind "sturmreif" geschossen...

Derzeit geht es nicht zur Schule - es an die Alte zurückzugeben kann keiner erwarten (dann droht eine Chronifizierung des bereits eingetretenen gesundheitlichen Schadens), die Neue nimmt es derzeit nicht......

-------> Das heißt: Es ist in meiner Obhut, bekommt am Nachmittag durch eine therap. Einrichtung weitere Unterstützung - alles mit gutem Erfolg......

Schule bzw. der Umgang in der Schule mit ihm hat es krank gemacht.....- nun müssen wir alle Kräfte aufbieten, damit es eine Zukunft jenseits von Sonderschule hat, die wahrlich nicht der richtige Förderort für dieses so kluge und sensible Kind ist.

Nächste Woche haben wir einen Tagesausflug in eine weit entfernte Fachklinik vor uns, um letztlich ärztlich die Art der (Körper)-Behinderung diagnostisch abklären zu lassen...- es erstaunt mich fast gar nicht mehr, dass von Seiten der Schule NIEMAND den Eltern während eines Jahres hilfreich zur Seite gestanden hat, um einen entsprechenden Termin zu machen...

Und ich lese die geltenden Erlasse für Kinder mit Körperbehinderung (an der Regelschule) wie auch die neuen Erlassentwürfe zu LRS und Rechenschwäche meines BL ... und stelle auch in diesem Fall fest: Nichts davon umgesetzt. Den Karren sauber in den Dreck gefahren.....

QUO VADIS, Schule?

Momo

[Dieser Beitrag wurde am 21.04.2005 - 18:23 von Momo86 aktualisiert]




Angelika





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Nachricht senden Erstellt am 21.04.2005 - 19:01

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Momo86 schrieb
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Nun hat man das Kind "sturmreif" geschossen...

QUO VADIS, Schule?

Momo






Momo, es macht wirklich Gänsehaut, so etwas zu lesen.

Was muss mit einem Menschen passieren, bis er Kinder so behandeln kann? Bis es am Ende nur noch um Machtgerangel geht?











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Momo86





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Nachricht senden Erstellt am 22.04.2005 - 14:34

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...keine Ahnung, Angelika, um was es da wem geht...

Entscheidend ist einfach, dass das Kind seit einem Jahr dringend Hilfe hätte bekommen MÜSSEN - schulisch und medizinisch - in Abhägigkeit zueinander...

Vielleicht fragt ihr: Hat es keine Eltern? Warum haben die nicht...?

Doch... haben sie - 4 versch. Ärzte, jeder hat das Problem weit weg geschoben.

Seit heute weiß ich, warum keiner an einer näheren Diagnose interessiert war...

Das Kind ist in einer gesetzlichen "Arme-Leute-Kasse" versichert...---> von der best. Leistungen nicht mehr oder nur gering honoriert werden. Hier hätte nun eine ganze Fülle von Diagnostik geschehen müssen, die keiner der Mediziner "quasi aus eigener Tasche" zahlen wollte (heut` hat das Mal eine Praxis direkt zugegeben ...und geraten, die Kasse umgehend zu wechseln!)

Eine Schule, die in der Pflicht gewesen wäre, und nichts tat...
Div. Mediziner, die genauso zugeschaut haben.

Seit heute eine zunächst noch vage Verdachts-Diagnose, die hoffentlich nächste Woche stationär oder teilstationär abgeklärt werden kann...

Und wenn die sich bewahrheitet, wäre es 1. behandlungsbedürftig und 2. behandlungsmöglich...

Das heißt auch, das Kind hätte womöglich ein ganzes Jahr umsonst gelitten, weil man diese D. hätte auch vor einem Jahr gut hätte stellen können...--> inklusive Behandlung!

Es ist sehr offensichtlich (... und war meine 1. Idee, als wir uns kennenlernten!)

Immerhin haben wir jetzt auch die offizielle Krankschreibung in Händen......


Momo





Momo86





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Nachricht senden Erstellt am 05.05.2005 - 09:18

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...wie es weitergeht........

In aller Vorsicht - da wir nicht wissen, wer auch HIER alles mitliest.........

Mein Schützling ist erneut krank geschrieben worden und besucht auch weiterhin keine Schule...

------> was nicht bedeutet, dass das Kind keinen Unterricht erhält------> den erhält es bei mir, tgl. am Vormittag .......

Wir schreiben - auch kleine eigene Geschichten (im SCHREIBSCHRIFT!)---- kleine lautgetreue diktierte Diktat- Texte gelingen mit nur ein bis zwei RS-Fehlern, da das Kind auf die gelehrte (und nun gelernte!) Technik des sil-ben-wei-sen Schreibens gut anspricht.
Wir haben inzwischen 3 Bücher SELBST gelesen, also uns abwechselnd vorgelesen ...-und inzwischen ist es nicht nur meine Überzeugung, dass dieses Kind gut lesen kann..., auch es selbst glaubt es nun...... (nachdem man ihm lange genug glaubend gemacht hatte, dass es das nicht könne......)

Die Hausaufgaben im Lesen, Schreiben und Rechnen, die das Kind tgl. mit nach Hause bekommt, werden nun selbständig und in kürzester Zeit erledigt ("Das war leicht!", berichtet es am nächsten Tag verschmitzt......

Auch diagnostisch sind wir auf einem guten Weg ..., müssen nächste Woche das Kind erneut klinisch vorstellen, ---> dann eine langwierige Untersuchung, die hoffentlich das gewünschte Ergebnis und einen entsprechenden ärztlichen Bericht hervorbringt........

Das Beste der Woche: Der Vater des Kindes hat nun eine gut bezahlte Festanstellung ... ( mein Mann , Produktionsleiter in einer Firma, suchte dringend jemanden mit diesem Profil..., ---> und es klappte...)... diese neuen "finanziellen Verhältnisse" bieten auch dem Kind nun weitere Möglichkeiten.....

Momo




Angelika





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Nachricht senden Erstellt am 05.05.2005 - 11:57

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Hallo Momo!

Das klingt ja vielversprechend - zeigt aber eben auch wieder, dass sich ohne eigene Initiative nichts ändern wird, obwohl es doch letztendlich um das Kindeswohl geht bzw. gehen sollte.

Toll auch, dass der Vater einen neuen Arbeitsplatz bekommen hat! Ich drücke euch ganz kräftig die Daumen, dass sich dieser schöne Aufwärtstrend weiter fortsetzt.


Viele Grüße

Angelika












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Momo86





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Nachricht senden Erstellt am 05.05.2005 - 15:21

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...jedenfalls bestätigt sich hier einmal mehr mein anfänglicher Verdacht, dass hier nicht das Kind das eigentliche Problem ist, sondern der inadäquate Umgang seiner Lehrer mit seiner speziellen Problematik (, die eine Problematik für die Regelschule ist, nicht für die Sonderschule).

Wenn ich einem Kind, das ganz unabsichtlich "normale Fehler" macht, wie sie zum Lernprozeß natürlicherweise dazugehören, immer nur in "rot" bestätige, schlecht zu sein, nix zu können, dumm zu sein (was diesem Kind auch noch verbal zum Ausdruck gebracht wurde), zu langsam zu sein (wofür es nichts kann, weil es eine erworbene Körperbehinderung hat!!! )---> dann muss ich mich nicht wundern, wenn als "normalstes reaktives Verhalten darauf" ein gestörtes Lernverhalten folgt, indem z.B. das Kind sich weniger und weniger zutraut und öfter als nötig seine Lehrerin bittet, im zu helfen, da es " das nicht allein kann" .
Schließlich ist ihm ja beigebracht worden, wenn es etwas allein macht, ist es "zu langsam und alles falsch".

Tatsächlich habe ich alle aktuellen Schreibhefte durchgesehen, tatsächlich gibt es kaum ein Lob in diesem Heften, obwohl das Kind wg. seiner Körperbehinderung unendlich viel mehr leistet als eines OHNE diese Einschränkung.

Tatsächlich gibt es ein volles Heft mit 12 roten mehrteiligen Negativbeurteiligungen (neben einer Vielzahl von roten Fehleranstreichungen)- auf der anderen Seite aber KEIN EINZIGES LOB für dieses Kind.

Ich legte dann die Hefte meiner Söhne aus dem gleichen Schuljahr daneben und stellte fest: Sie hatten beide eine ziemlich furchtbare Schrift und sicher genauso "viele Fehler" - die KL meines Großen schrieb nach Absprache mit mir und seiner damaligen Therapeutin immer die Anzahl der richtigen Worte darunter, korrigierte NIE in Rot, manchmal war ein Herzchen darunter oder ein Blümchen.

Mit meinem Schützling mache ich es z.B. nun so: Wir suchen beide das Wort oder den Buchstaben, die am schönsten gelungen sind. Die bekommen eine Krone in sonnengelb drübergemalt.
Ich schreibe auch oft etwas, eine kleine Geschichte, eine Nachricht oder...
Hier darf nun das Kind suchen, was ihm am Schönsten scheint.

Es ist eine Frage der Sichtweise und der Menschlichkeit ...-und dieses kleine bißchen Menschlichkeit wünsche ich ihm an der Regelschule.

Ich finde, es ist nicht zu viel verlangt.

Wer von euch kennt das Kinderbuch "Die Abenteuer der `schwarzen Hand`? Ein Buch von Hans-Jürgen Press, bei all` meinen Schützlingen heiß begehrt, einzelne Geschichten in einer Rahmenhandlung. Zu jeder Geschichte gehört ein Such- und Rätselbild...

Ich beginne auch in diesem Fall jede meiner Stunden mit einer Vorlesegeschichte aus diesem Buch .... - zum Schluss eine zweite, wenn ernsthaft und bemüht gearbeitet wurde.. - und DIESES Kind, so wach und intelligent wie es ist, ist von all` meinen bisherigen Schülern dasjenige, welches IMMER am schnellsten zur Lösung gelangt (ein ausgesprochen visuell orientiertes Kind...)

Momo
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BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 03:51    Titel: Seite 2 Antworten mit Zitat

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Angelika
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Momo86 schrieb
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Es ist eine Frage der Sichtweise und der Menschlichkeit ...-und dieses kleine bißchen Menschlichkeit wünsche ich ihm an der Regelschule.

Ich finde, es ist nicht zu viel verlangt.

Momo





Dieses bißchen Menschlichkeit wünsche ich auch allen Kindern - nur ist es wohl leider immer seltener zu finden.

Ich finde deine Arbeitsweise und deine Ansichten hochinteressant - die Motivation durch Lob und Belohnung! Toll, Momo! Bei dir macht das Lernen bestimmt mächtig Spaß! Schade, dass du nicht in unserem Raum tätig bist - wir würden dich SOFORT für unsere Elterninitiative anheuern

Viele liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg

Angelika
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Erika
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Nachricht senden Erstellt am 05.05.2005 - 19:58

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Hallo Momo,

da kommen mir wirklich fast die Tränen. Das, was du berichtest ist ja, wie wir wissen, leider keine Ausnahme. Meinem Sohn wurde bereits in den ersten vier Wochen gesagt, dass er manches nicht kann. Er suchte sich z.B einen Arbeitsbogen aus und hörte darauf hin "Das kannst du noch nicht." Er wollte etwas können und sah, dass auch andere diesen Arbeitsbogen nahmen, ohne entsprechenden Kommentar der Lehrerin - klar, dass er enttäuscht war. Man kann auch alles etwas positiver formulieren.

Solche Erfahrungen, wie du sie schilderst, haben starken Einfluss auf die Gehirnleistungen. Wer immer nur Negatives hört, kann und will dann auch nichts mehr lernen.

Ich drücke euch ebenso die Daumen.

Viele Grüße
Erika






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Momo86
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Nachricht senden Erstellt am 05.05.2005 - 20:31

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Vielen lieben Dank für eure positiven Rückmeldungen )

Nun ja, ihr wisst wahrscheinlich, dass mindestens manches "staatliche Lehrpersonal" meine "Ansichten" nicht mit dem System zu vereinbaren findet (wobei ich der Ansicht bin, dass dann das System verändert gehört).

Ich höre sie laut sagen: "Das können wir nicht leisten mit 25 Kindern in einer Klasse!"
Ich sage: "Was hat Respekt, Liebe und Geduld auch dem einzelnen Kind gegenüber mit der Gesamtzahl der Kinder einer Klasse zu tun?" (Und ich weiß, dass es Lehrer gibt, die dies leisten können, wollen und tun ---> wie damals die GS-KL meines Großen oder die derzeitige Gym-KL meines Kleinen oder auch Rolf Robischon oder...).

Es gibt doch nichts Ungerechteres als die gleiche Behandlung von Ungleichen.....

Unser Schulsystem ist allein auf "Auslese" angelegt, ständige Vergleichbarkeit von Leistungen, ständiges Aussieben - und wer "irgendwie anders" ist, wird aussortiert...- oder gerät in große Gefahr dazu, wenn er nicht zufällig einen Lehrer hat, der ihn gerecht und individuell behandelt.

Gerade heute habe ich neben "Sheila" auch "Jadie" , beides von Torey Hayden ( www.torey-hayden.com ) ,gelesen und wieder einmal wurde mir bewusst, wie sehr mich Toreys Bücher wie auch die von Mary MacCracken beeinflusst haben in meiner persönlichen Einstellung Kindern (und Menschen im allgemeinen) gegenüber...
.........................................
Mit "prominenter Unterstützung" haben wir inzwischen einen Verein hier vor Ort gegründet... Zweck und Ziel: Leseförderung durch Mentoren in Grundschulen meiner Heimatregion---> ehrenamtliche Leselernhelfer...

---> Die Lehrer sagen: Das können wir nicht leisten!

Nun denn: Wir bieten Unterstützung an! Sie kostet nix, weder für die Kinder noch für die Schule.

Mein Part dabei wird die "Praxis" sein! DIESMAL (und mit prominenter Unterstützung) liegt das Einverständnis der zuständigen oberen Schulbehörde vor!!!

Das heißt, dass ich dann hoffentlich wieder Kindern am Ort des Lernens, in der Schule, Unterstützung werde anbieten können.

Momo

Momo

[Dieser Beitrag wurde am 05.05.2005 - 20:38 von Momo86 aktualisiert]




Momo86
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Nachricht senden Erstellt am 07.07.2005 - 21:07

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Heute endlich kam ein lang erwartetes mehrseitiges Diagnoseschreiben, 3 seitig, für meinen kleinen Schützling.
Es bestätigt alles, was wir von vornherein vermutet hatten und macht darüber hinaus deutliche Empfehlungen, die damit auch rechtlich durchsetzbar sein werden und dem Kind gute Chancen einräumen.
Erleichtert, Momo




Momo86
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Nachricht senden Erstellt am 13.07.2005 - 13:26

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...und heute die schrftl. Bestätigung seitens der Schulbehörde.
Mit Beginn des neuen Schuljahres kann das Kind als Regelschulkind an eine andere Grundschule wechseln.

Es besteht kein sonderpädagogischer Förderbedarf!

Danke an alle, die mitgeholfen haben...

Momo




Erika
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Nachricht senden Erstellt am 13.07.2005 - 20:34

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Hallo Momo,

herzlichen Glückwunsch zum Erfolg!

Liebe Grüße
Erika





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